morgana81 - gothic transgender

Freitag Abend - ich habe extra mein Auto mit etwas mehr Seitenabstand geparkt, um meinen neuen Teppich über die Beifahrerseite in das Auto zu bugsieren (die 1,50 m passen gerade so noch auf den Beifahrersitz).

[04.07.16 / 00:12] Freitag Abend - ich habe extra mein Auto mit etwas mehr Seitenabstand geparkt, um meinen neuen Teppich über die Beifahrerseite in das Auto zu bugsieren (die 1,50 m passen gerade so noch auf den Beifahrersitz). Mit Schwung rausche ich danach rückwärts die Grundstücksausfahrt hoch (so wie ich es jeden Arbeitstag die Woche gewohnt bin) und knalle gegen den Baum. Der war mir einfach im Weg ... über das kleine Fenster im Verdeck sehe ich sowieso nichts. Mein schönes, neues Auto ... und das war nur die erste Ecke (hinten links), bald wird es genauso aussehen wie mein alter Fiat - mit "Kampfspuren" überall. Kurz ausgestiegen und den Schaden begutachtet, zum Glück nur ein häßlicher Kratzer in der rot lackierten Kunststoffstoßstange, nichts gebrochen, alles fest ... ergo weiter auf die Autobahn nach Leipzig, die Stoßstange wird schon nicht gleich abfallen. Ich überlege noch, meinem Freund eine Nachricht zu schreiben: "crashed my car into a tree", lasse es aber doch wieder sein, er würde sich nur zu viele Sorgen um mich machen (er kennt meine Fahrweise - und mein altes Auto bereits).

Den Abend in Leipzig angekommen, trage ich nur kurz meinen Orientteppich in die Wohnung hinauf, ziehe mich kurz für die Nacht um (ein schwarzes Spaghettiträgertop und einen Push-up-BH darunter) und wechsele wieder unten, bei meinem parkenden Auto angekommen, die Schuhe. die "Doc Martens" landen auf der Beifahrerseite (und später im Kofferraum), für diesen Sommerabend wähle ich die schwarzen Plateausandaletten passend zu meiner schwarzen Jeans. Mit offenen Verdeck den späten Abend mit dem Auto zu dem Club in Connewitz. Als ich bereits ausgestiegen bin und zu der Adresse laufe, erreicht mich kurz vor Mitternacht eine Nachricht von meinem Freund, er hat gerade seine Arbeit beendet und kommt dann zu mir in den Club. Ich war da noch nie, ich habe die Adresse nur aus dem Internet, als ich dort ankomme, erwartet mich die reinste Hipster-Höhle - aber die Stimmung ist gut und ziemlich entspannt. Die Vorfreude, meinen Freund endlich wiederzusehen, läßt mich alles ertragen. In dem kleinen Kellerraum des Clubs spielt an diesem Abend eine japanische Psychedelic-Rock-Band und ich werde gerade Zeuge des obligatorischen Übergangs vom Hipster zum Hippie, als ich interessiert das Publikum beobachte. All das ist schon einmal vor Jahrzehnten passiert und wiederholt sich gerade ein weiteres Mal.

Als das Konzert beendet ist (in dem ziemlich heißen Keller), treffe ich meinen Freund draußen an der Bar. Ich überfalle ihn mit einer tiefen Umarmung. Sofort bemerke ich, daß er seinen Vollbart geändert hat, vorne lang und spitz und an den Seiten kurz. Er erinnert mich jetzt irgendwie an einen Bösewicht aus den alten Filmen mit der Handlung irgendwo im Orient. Ich mache noch weiter Scherze über seinen "evil doppelgaenger beard", als die Bar bereits schließt und wir uns zu Fuß auf die Suche nach einer anderen Bar in Connewitz machen. Erst jetzt berichte ich ihm davon, daß ich mein neues Auto zu Schrott gefahren habe (aber eigentlich ist es ja nur ein kleiner Kratzer). Wir essen noch etwas bei einem orientalischen Schnellimbiß und sitzen danach noch auf einer Holzbank vor einer Bar an einer Straße irgendwo in Connewitz. Nur coole Leute leben hier.

Kurz nach 3 Uhr fahren wir in meinem Auto wieder zurück zu seiner Wohnung, mittlerweile ist es ziemlich frisch geworden und ich fange an zu frieren in meinem leichten Spaghettiträgertop. Den Kofferraum mit meinen Übernachtungsutensilien habe ich gar nicht erst leer geräumt ... ich konnte ihn immer noch nicht dazu überreden, bei mir zu übernachten. In seiner Wohnung beeile ich mich so gut es geht im Badezimmer und klettere danach zu ihm ins Bett. Es fühlt sich so gut an, endlich seinen warmen Körper zu spüren ... in den Sex mit ihm mischt sich das neue Gefühl der Vertrautheit.

Sonnabend früher Nachmittag stehen wir gemeinsam auf, er macht sich bereit für seine Arbeit und zieht seine "Uniform" an (seine schwarze Kellnerweste auf weißem Hemd), ich nur die Sachen von letzter Nacht. Ich frage ihn noch nach seinen Schlüsseln, bevor ich zurück zu meiner Wohnung fahre. Auch diese Nacht werde ich wieder bei ihm verbringen. In meiner Wohnung rolle ich nur schnell den Orientteppich aus, arrangiere die Seitenabstände und die zwei Bistrostühle, und plaziere die Holzpalette/Couchtisch darauf bis alles stimmig paßt. Jetzt kann man auf dem Teppich sitzen und von dem niedrigen Holztisch, dekoriert mit einem marokkanischen, silberfarbigen Teller, eine Tasse Tee trinken - oder Kaffee (orientalisch oder italienisch).

Wieder zurück in der Leipziger Innenstadt, mir fehlt noch ein Regal über der Küchenecke und Dosen für meine Gewürze (Kardamom, Koriander, Oregano, Thymian und Basilikum ... Cumin/Kreuzkümmel und Kurkuma fehlen noch). In dem Geschäft für Küchenaccessoires kaufe ich gleich noch eine Chilimühle, die Demonstration des Verkäufers mit echten Chilischoten hat mich überzeugt. Jetzt kann ich endlich meine eigene Masala-Gewürzmischung zubereiten (die "4 K's" und Chili ... eine besonders scharfe indische Züchtung). In einem Discount-Möbelhaus kaufe ich noch eine passende Aluminiumstange und zwei Drahtkörbe zum Einhängen (das Produktbild mit den kleinen Bialetti-Kocher in dem Korb hat mich überzeugt - das könnte auch meine Küche sein). Spätestens jetzt stehe ich kurz vor der 3000 Euro Grenze für das Budget meiner gesamten Wohnungseinrichtung (ohne einer Einbauküche, die war schon mit dabei). Ich mußte mein Budget schon von 2500 auf 500 mehr anheben, aber jetzt fehlen eigentlich nur noch die Lampen und ein paar Hydrokultur-Pflanzen (obwohl die Glühbirne alleine ja auch schon ein besonderes Stilelement ist). Frauen und Wohnungseinrichtung...

Für die Nacht ausgehfertig (das schwarze Top und der "üppige Busen" ziert jetzt der kleine grüne Anhänger an der Silberkette) fahre ich nach meinem Einkauf und von meiner Wohnung aus wieder zurück in die Leipziger Innenstadt. Ich will ein italienisches Restaurant finden, welches Lasagne auf der Speisekarte anbietet - dafür muß ich auch einmal die gewohnte Straße mit den Restaurants verlassen. Am Marktplatz werde ich fündig - Lasagne als Hauptgang und Pannacotta zum Nachtisch (ich muß dabei wieder permanent an die Kilos denken, die immer mehr werden ... Frauen und ihr Gewicht).

Bei Einbruch der Dämmerung bezahle ich die Rechnung im Restaurant und schlendere etwas durch die Innenstadt umher. Mir ist langweilig und vor 23 Uhr macht der Discoclub für diese Nacht nicht auf. Zurück zur Wohnung meines Freundes, irgendwann muß er ja von der Arbeit kommen ... und nur ich habe seine Schlüssel. Das andere Schlüsselpaar besitzt sein neuer Mitbewohner - den ich bei meiner Rückkehr in der Wohnung antreffe. Er kommt aus dem Irak und spricht so gut wie kein Deutsch (oder Englisch) und ich kein Arabisch. Aber wir kommen trotzdem klar und zeigen uns gegenseitig Fotos auf unseren Smartphones. Er ist Tischler und ich zeige ihm Bilder von meinem Holzpaletten-Couchtisch, er zeigt mir eine Luftaufnahme von seinem Haus - das gleich neben dem "Turm zu Babel" steht (oder "kriegsbedingt" stand). Den spiralförmigen Turm in Babylon aus dem Gemälde von Bruegel gibt es also wirklich (jedenfalls in kleinerer Form). Ich lerne auch ein paar arabische Wörter, die im Deutschen gleich sind: Tasse, Koffer und die Lampe (das war schon immer "Aladins Wunderlampe" ... wahrscheinlich ist das Wort uralt und geht zurück bis auf die antiken Öllampen). Zwischen den kurzen Gesprächsfetzen liegen minutenlange Phasen des Umherstarrens und Anschweigens, doof wenn wir keine gemeinsame Sprache können.

Pünktlich um 1 Uhr nach Mitternacht beende ich diese Konstellation (ich habe ja auch schon ständig auf die Uhr von meinem Telefon gestarrt), mein Freund ist immer noch nicht zurück von seiner Arbeit und ich fahre alleine zu der Discoveranstaltung für diese Nacht. Auch wenn ich das DJ-Kollektiv kenne und die Musikauswahl (Italo Disco und Hi-NRG) keine großen Überraschungen bringt, so ist die Clubadresse für diese Nacht auch wieder neu für mich. Über ein Kopfsteinpflaster in der dunkelsten Ecke einer Industriebrache finde ich den Ort (ich folge einfach der Musik). Eine wirklich sehr kleine Open-Air-Tanzfläche und nur einer handvoll an Gästen. Dafür gibt es Fairtrade-Mate an der Bar und ich bleibe fast zwei Stunden.

Kurz vor 3 Uhr erreicht mich endlich die SMS von meinem Freund und ich fahre wieder zurück zu seiner Wohnung, ich komme fast zeitgleich mit ihm an (er war etwas früher da als ich, zum Glück brennt bei seinem Mitbewohner noch Licht und er braucht meine Schlüssel nicht). Entweder er war ziemlich fertig von seiner Arbeitsschicht oder ich habe zu lange im Badezimmer getrödelt (ich muß mich doch für ihn vorbereiten), jedenfalls schläft er schon, als ich zu ihm auf die Schlafcouch komme (ich mache ihn noch kurz wach, aber er schläft sofort wieder ein). Kein Sex für mich in diesem Moment ... nicht schlimm, ich werfe meine Pille ein und falle unmittelbar auch in den Schlaf.

Irgendwann den Sonntag Morgen spüre ich ihn hinter mir, ich höre das Aufreißen der Kondomverpackung und lasse ihn in mich eindringen ... es ist so ein gutes Gefühl, ihn in mir zu spüren. Er kommt in mir, geht kurz darauf auf die Toilette und kommt dann wieder zurück zu mir. Ich bleibe weiterhin liegen und schlafe wieder ein, wohlwissend, mit einem Kontrollgriff, daß ich doch wieder untenherum feucht geworden bin. Vielleicht zeigt die halbierte Dosis der Antidepressiva doch die erhoffte Wirkung ... die Rückkehr der Orgasmusfähigkeit.

Ich habe keine Ahnung, wie spät es ist, als ich (wahrscheinlich) den frühen Sonntag Nachmittag neben ihm aufwache. Ich wünschte, ich könnte viel mehr Zeit mit ihm verbringen, für ein paar Tage verreisen, irgendwohin ... ich wünschte, ich könnte mehr von ihm sehen als nur seinen Rücken, wenn er neben mir schläft. Ich klettere vorsichtig über ihn und gehe wieder ins Bad. Dasselbe Prozedere wie immer, mit einem Abschiedskuß an seinem Bett verlasse ich ihn für dieses Wochenende, greife meine schwarzen Stiefeletten und meine schwarze "tigha"-Jacke in dem Flur, wo er seine ganzen Schuhpaare aufgereiht hat (er besitzt noch viel mehr Schuhe als ich), schließe die Wohnungstür ganz vorsichtig hinter mir und laufe zurück zu meinem parkenden Auto. Ich will mehr von ihm ... ich muß immer wieder meine romantischen Gefühle für ihn unterdrücken. Solche Beziehungen enden immer in einer Katastrophe ... und ich glaube, er handelt genauso wie ich und unterdrückt seine Zuneigung zu mir - zum Schutz für ihn und mich ... für uns beide.

[28.06.16 / 21:32] 1 Jahr und 2 Monate HRT - keine Änderung des Brustumfangs, aber meine Brüste wirken irgendwie viel üppiger und fülliger - genauso wie der Rest meines Körpers, die Waage steht mittlerweile schon bei 64 kg (+6 kg) ... ich sollte mein tägliches Schokoladenritual überdenken.

Zu etwas (nicht ganz so) anderem, die zweite MRT-Untersuchung des Gehirns und der kompletten Wirbelsäule (2x innerhalb von 10 Tagen) liegt jetzt hinter mir. Ein Untersuchungsbefund bekomme ich erst in 7 oder 8 Wochen ... (ganz lange Pause) ... und dabei geht es schon lange nicht mehr darum, ob etwas gefunden wurde - sondern nur noch darum, den schleichenden Verfall (oder den Nervenmark-zerstörenden Krankheitsverlauf) zu dokumentieren. (-x Jahre bis zum geplanten Selbstmord)

[26.06.16 / 17:56] Ich habe mir jetzt doch einen Orientteppich für meine kleine Sitzecke bei einem Teppichgroßhändler aus dem Internet bestellt. Sisal war zu kratzig, alles andere zu exotisch. Für einen richtigen Orientteppich reicht mein schmales Budget natürlich nicht aus, meiner ist aus Resten von alten - aber echten - iranischen Teppichen zusammengenäht ... damit ich meinem Besuch immer sagen kann: "Mach mir ja keine Flecken auf meinen Perser!"

[20.06.16 / 00:06] Ziemlich discofertig fahre ich den Freitag Abend nach Leipzig. Das letzte "Finish", den schwarzen Lidstrich, hole ich mir in dem gut beleuchteten Parkhaus in der Leipziger Innenstadt. Ich laufe wieder alle Bars ab und entscheide mich letztendlich für die Schwulenbar im Zentrum der Stadt. Dort werde ich weitestgehend in Ruhe gelassen und kann alle paar Minuten auf meinem Telefon nachschauen, ob mein Freund mir endlich eine Nachricht geschrieben hat ... diese Nacht kommt keine Antwort mehr von ihm. Gegen ein Uhr nach Mitternacht fahre ich wieder zurück in meine Wohnung, eine Nachricht schreibe ich ihm noch: "Took a pill ... falling asleep ... hope to see you next night", in Erwartung einer Antwort von ihm (er wird mir erst kurz vor 6 Uhr antworten - da schlafe ich aber schon längst). Schlafen ... es schläft sich gut in dem japanischen Futon-Bett, auf zwei Lagen Schafswolle, sechs Lagen Baumwolle und einer Kokosmatte dazwischen - nur die doofen, zwitschernden Vögel stören meinen Schlaf bei Sonnenaufgang.

Den Sonnabend Vormittag bin ich irgendwann nach 10 Uhr wieder wach. Ich habe mir viel vorgenommen für diesen Tag, ich will zwei Stühle oder Korbsessel und einen robusten Teppich aus Naturfasern für meinen Wintergarten kaufen (die kleine Ecke in der Ein-Zimmer-Dachgeschoßwohnung mit dem großen Dachfenster nach Süd-Osten). Nach einem Espresso und einem kleinen Frühstück aus dem Konsum direkt gegenüber vom Hauseingang, fahre ich gegen Mittag los. Wie erwähnt ... es wird ein langer Tag und ich fahre alle Möbelhäuser kreuz und quer durch die ganze Stadt ab. Stühle für den Gartenbereich gibt es überall, aber so richtig gefallen tun sie mir nicht. Und Teppiche aus etwas anderes als Wolle? Noch nie davon gehört. Am liebsten würden mir die Verkäufer einen Orientteppich für 5000 Euro andrehen, aber das sprengt total mein Budget. Letztendlich werde ich in einem Baumarkt fündig und kaufe zwei kleine Bistrostühle aus Aluminium und einem Kunststoffgeflecht, die Suche nach einem Regal für meine Lautsprecherboxen habe ich schon längst aufgegeben, die Suche nach einem passenden Teppich muß erstmal pausieren. Dafür sind die Stühle so leicht, daß ich sie ganz alleine in den fünften Stock tragen kann - und sie haben sogar ins Auto gepaßt ... gestapelt und bei geschlossenem Verdeck (ich hätte also nicht den ganzen späten Nachmittag vor dem Baumarkt warten müssen, bis der hereinbrechende Regen oder Gewitterschauer wieder nachläßt). Zurück zu meiner Wohnung ... irgendwie gefällt mir das Ensemble aus den zwei Bistrostühlen und der Holzpalette noch nicht ganz.

Mein Freund hat angedeutet, nach der Arbeit in der Nacht bei mir vorbeizukommen - daß heißt, ich muß vorher alles saubermachen (aber nicht zuviel, er soll sich nicht für seine Wohnung schämen). Auf allen vieren krieche ich mit den Handfeger auf dem Fußboden, ich muß mir endlich mal einen richtigen Besen kaufen. Nachdem ich meine Wohnung halbwegs sauber gemacht habe, mache ich mich wieder ausgehfertig ... wie immer, schwarze Sachen (und ein grünes Shirt), Kajal im Badezimmerspiegel, Blick in den Ankleidespiegel und Schuhauswahl zwischen meinem Schuhturm und den anderen Paar Stiefeln - die "Pikes" (oder "Winklepickers") mit den kubanischen Absätzen werden es wieder. Zurück zur Innenstadt, gegessen hatte ich vorher schon in einem italienischen Restaurant in der besagten Straße mit den ganzen Restaurants - jetzt müßte ich wirklich alle abgearbeitet haben. Ich parke wieder in der Tiefgarage des beleuchteten Parkhaus und stelle amüsiert fest, daß ich auf einem extra ausgewiesenen Parkplatz für Frauen parke! So viel größer erscheint er mir aber nicht, dafür ist er nah am Ausgang und im Blickfeld des Wachmanns. Ich laufe gegen Mitternacht wieder zu meiner favorisierten Bar am Marktplatz (ich verbringe mein Leben in Bars) und schaue auf meinem Smartphone, an der Bar sitzend, was sonst noch die Nacht in Leipzig los sein könnte. Ein Club ganz in der Nähe, sieht vielversprechend aus. Während ich dorthin laufe und mich in die Warteschlange vor dem Club einreihe, kommt eine Nachricht von meinem Freund, er ist gerade von der Arbeit zurück und möchte sich mit mir in der Innenstadt treffen. Während er mit mir telefoniert, lotst er mich zu seinem Standort und ich laufe wieder zurück in die Innenstadt zu ihm.

Ich freue mich immer wieder, ihn endlich umarmen zu können und seinen Körper zu spüren. Er schlägt mir eine Bar "ganz in der Nähe" vor ... hätte ich vorher gewußt, daß wir noch anderthalb Kilometer latschen müssen - besonders in meinen Stiefeln mit Absätzen - hätte ich das Auto aus der Tiefgarage geholt. Irgendwo zwischen zwei und drei Uhr nachts sitzen wir noch zusammen in der kleinen Bar - nicht sehr weit von seiner alten Wohnung, die er zwischenzeitlich vor zwei Jahren mal hatte (die mit meiner zweiten Nacht mit ihm). Wir unterhalten uns etwas und ich erzähle ihm von meinem Besuch bei meiner Frauenärztin vor ein paar Tagen und daß meine weiblichen Hormonwerte so stark schwanken (das wird ab jetzt meine Ausrede für alles). Ich erzähle ihm auch von meiner letzten Nacht in meinem neuen Bett (und hoffe, daß er noch zu mir kommt), er erzählt mir, und zeigt mir Videos auf seinem Smartphone, von den nicht ganz unähnlichen Matratzen aus Schafswolle in Syrien. Kurz nach drei Uhr verlassen wir die Bar ... und er hat dann doch seine Entscheidung, die Nacht in seiner Wohnung zu verbringen, getroffen. Schade ... ich hatte extra noch Frühstückskekse für ihn und mich, am Morgen danach, gekauft. Zurück zu meiner Wohnung, alle Sachen aus dem Badezimmer zusammen sammeln, die Fenster schließen, und weiter zu seiner Wohnung. Es wird bereits hell zwischen den Häusern am Horizont der Stadt.

In seiner Wohnung fällt ihm auf, daß er gar keine Kondome mehr hat - also wieder zurück zum Auto und zur nächsten Tankstelle. Ich hatte mich schon für ihn umgezogen und sein mysteriöses Nachthemd für Frauen, das er nur für mich hat, angezogen. Ein skurriles Bild im Morgengrauen auf der Straße vor seiner Wohnung, im leichten knöchellangen, ärmellosen Nachthemd zu meinem Auto laufend - wenigstens bestand ich noch darauf, meine Stiefel anziehen zu wollen. Gegen 5 Uhr am Sonntag Morgen sind wir wieder zurück von der Tankstelle in seiner Wohnung und können uns endlich auf seiner Schlafcouch unseren Trieben hingeben. Ich bin dabei immer passiv und ergreife niemals die Initiative. Alles was ich tue, tue ich für ihn und er leitet mich. Er schlägt mich und greift sehr fest in meine Brüste ... ein leises "au" von mir reicht aber noch aus, um ihn etwas zu bremsen. Nach dem Sex und dem obligatorischen Gang auf die Toilette (um mich untenherum sauber zu machen) klettere ich noch einmal auf ihn in der Reiterstellung, während er eine Zigarette raucht, und zeige ihm auf subtile Art und Weise, was ich eigentlich gerne möchte. Für diesen Sonntag Morgen bleibt es bei den einen Sex und wir schlafen gemeinsam ein. Irgendwann den späten Sonntag Nachmittag wache ich wieder neben ihm auf, klettere vorsichtig über ihn, um mich im Badezimmer wieder abreisefertig zu machen. Angezogen komme ich an sein Bett zurück und küsse ihn noch zum Abschied. Er hält mich an meinem Arm fest ... anscheinend fällt ihm der Abschied viel schwerer als mir, "Gotta go" sage ich noch zu ihm und verlasse seine Wohnung. Zurück zu meinem parkenden Auto, die Tüte mit der Leopardendecke und die große Umhängetasche mit all meinen Übernachtungsutensilien im Kofferraum verstauend, und weiter in die endlos erscheinende Zeit zwischen unseren nächtlichen Treffen ... mein Liebster...

[08.06.16 / 22:23] Mein promiskuitiver Lebensstil - mein marokkanischer Liebhaber will mich während der Woche ganz spontan treffen und verabredet sich mit mir per Telefon. Als Treffpunkt wählen wir den Parkplatz eines Erotik-Outlets in dem Gewerbegebiet an der Autobahn ... rein zufällig ganz in der Nähe meines Arbeitsplatzes. Ich mache etwas früher Schluß und bin schon vor ihm da. Als Ortsunkundiger braucht er eine Weile, bis er die Stelle findet ... ich winke ihm aus meinem Roadster aus zu, während ich mit ihm telefoniere und sein Navi ergänze. Die Videokabinen in dem Sexshop, bei der wir uns eine heraussuchen, habe ich bereits vorher schon inspiziert und als zu eng befunden. Ich weiß nicht genau, was er eigentlich von mir will und ob er wirklich nur auf schnellen Sex mit mir aus ist - jedenfalls kann ich in dieser Kabine nicht in Stimmung kommen. Sein Vorschlag für das Pornokino nebenan lehne ich auch ab. Es tut mir leid, aber ich brauche nun mal viel Zeit, um mich auf meinen Partner einzustimmen. Ich bin vielleicht nicht die Prostituierte, die du in mir siehst. Mehr als ein kurzer Blowjob ist in den 20 Minuten in der Videokabine einfach nicht drin. Die Kleider zurechtrückend und etwas an den Haaren zupfend, verlasse ich nur kurz nach ihm die Kabine und den Erotikmarkt. Ich dachte, wir gehen vorher noch etwas essen oder trinken, wie ich es sonst gewohnt bin. Ich zeige ihm die Pizzeria nur wenige Meter entfernt, bei der ich mal mit Arbeitskollegen essen war. Wenigstens bezahlt er mir die Pizza und eine Cola. Erst jetzt entwickelt sich ein tiefergehendes Gespräch und ich komme langsam in Stimmung. Ein richtiges Hotelzimmer mit einer Dusche wäre angemessen für mich. Leider verabschiedet er sich ganz schnell nach dem Bezahlen der Rechnung im Restaurant und fährt wieder zurück nach Berlin. Wenigstens sind ihm noch meine neuen Schuhe aufgefallen und mein schönes Auto. Wenn er wirklich mehr von mir will, muß er mehr Zeit einplanen ... mindestens eine ganze Nacht für einen One-Night-Stand (und ich verlange auch kein Geld dafür ... aber wenn er möchte, kann er mich auch bezahlen ... mindestens dreistellig).

[07.06.16 / 00:56] Sonnabend Mittag kommt sein Vorschlag per SMS, den Abend wieder in den Swingerclub zu gehen. Ich teile meinem Freund in meiner Antwort unterschwellig mit, daß ich nicht dafür in der Stimmung bin ... verdammte monatliche Gefühls- und Hormonschwankungen - aber ich wollte ja das volle Programm (oder kurz gesagt, "Ich habe meine Tage"). Bevor ich mich in der Gluthitze (bei geschlossenen Verdeck und mit Klimaanlage) mit dem Auto auf der Autobahn nach Leipzig aufmache, packe ich noch den ganzen Kofferraum mit den halben Inhalt meines alten Kleiderschrankes voll. Alle meine eleganten Abendkleider und diverse Schuhpaare wandern in meinen neuen Kleiderschrank in meiner Leipziger Wohnung, die brauche ich nicht in der Woche.

Den späten Sonnabend Nachmittag erreiche ich meine Wohnung, trage, so gut es geht, alles in meine Wohnung hinauf und messe noch kurz die Holzpalette aus, bevor ich in den nicht sehr weit entfernten, nächsten Baumarkt fahre, um eine Acrylglasplatte für meinen improvisierten Couchtisch zu kaufen. Warum eine Glasscheibe, wenn Plexiglas doch viel leichter (und weniger gefährlich) ist? Es ist übrigens keine genormte Europalette, meine ist irgendwie viel kleiner. Die zugeschnittene Acrylglasplatte verstaue ich nach dem Kauf auf dem Vordersitz meines Autos auf dem Parkplatz vom Baumarkt. Später werde ich bemerken, ich hätte die Ecken doch mit einem Handtuch abdecken sollen, ein paar neue, häßliche Kratzer zieren jetzt den Innenraum meines erst drei Monate alten Neuwagens (an der Fahrertür sind auch schon Kratzer ... verdammte Garagenwand). Um die fast einen Meter hohe Acrylglasplatte zu meiner Wohnung zu transportieren, muß ich wieder das Verdeck öffnen - dabei wandert meine Handtasche mit meinem Telefon in den Kofferraum und ich bekomme gar nicht mit, daß mein marokkanischer Verehrer versucht hat mich anzurufen ... er wollte sich doch eigentlich mit mir dieses Wochenende treffen. Es bleibt bei diesen einen Versuch, mich anzurufen. Ich habe sowieso viel zu viel vor, diesen Sonnabend Abend in Leipzig. Es ist kurz nach halb sieben und das große Möbelhaus am Rande von Leipzig hat nur noch bis 20 Uhr geöffnet - ich muß noch meinen "Schuhturm" kaufen. Mit offenen Verdeck rausche ich auf der Autobahn zum Schkeuditzer Kreuz ... ein Frachtflieger zieht dicht über mir vorbei in Richtung der Landebahn ganz in der Nähe. Ein Wahnsinnsgefühl, offen zu fahren ... so viel Freiheit.

In dem Möbelhaus vergesse ich wieder die Zeit, während ich auf der Suche nach einem weiteren kleinen Regal für meine Wohnung bin. Zwei Minuten vor Ladenschluß kann ich an der Kasse noch mein Schuhregal bezahlen und schiebe es auf den Rollwagen zu meinem Auto. Ich habe mich nach langem Überlegen für das Regal mit den vier kleinen Einzeletagen entschieden, es ist in Einzelteilen (weniger als 40 cm Kantenlänge) viel einfacher zu transportieren (und die Treppe bis in den fünften Stock viel leichter hochzutragen). Wieder zurück in meiner Wohnung dauert es noch bis kurz vor Mitternacht, bis ich mich endlich ausgehfertig gemacht habe (ich mußte vorher ja noch meinen Kleiderschrank einräumen). Erst jetzt schicke ich meinem Freund eine SMS und entschuldige mich dafür, daß es diesen Abend nicht mit den Swingerclub geklappt hat (war ja auch irgendwie Absicht von mir).

Ich fahre wieder in die Innenstadt zu meiner Lieblingsbar am Marktplatz, da ich weiß, daß es da noch nach Mitternacht etwas zu essen gibt. Das auch gerade Leipziger Stadtfest ist, bekomme ich nur nebenbei mit. Mein Freund versucht mich kurz nach halb eins anzurufen und teilt mir mit, daß er in einer Disco in Leipzig-Grünau ist (doch nicht schon wieder dieses Plattenbauviertel?) und möchte, daß ich zu ihm komme. Ein Gast in der Bar, mit dem ich mich kurz vorher unterhalten habe, kennt diese Disco in dem Neubauviertel und meint, daß diese nur von "Problem-Menschen" besucht wird. Ich ahne Schlimmes und mache mich auf den Weg.

Dort angekommen, parke ich mein Auto direkt vor der Disco ... neben einer S-Klasse von ein paar russisch sprechenden Menschen ... zwei Klischees auf einmal, mein MX-5 und der dicke Mercedes. Mein Freund begrüßt mich gleich freudestrahlend vor der Disco, er ist mit zwei Bekannten dort. Einen der beiden erkenne ich wieder, den habe ich schon die Nacht Anfang April in seiner Wohnung in der Plattenbausiedlung kennengelernt. Die Disco, die ich betrete, erweckt in mir merkwürdige Gefühle ... diese Menschen, ü30, diese Musik ... 90er Techno? Furchtbare Flashbacks ... solche Discos kenne ich noch aus meiner Soldatenzeit 15 Jahre zurück ... als ich noch Unmengen Alkohol getrunken habe. Mein Freund versucht mir zu erklären, das wäre eine Disco für sozial nicht so gut gestellte Menschen. Ich nippe kurz an seinem Glas, als er auf die Tanzfläche verschwindet, Whisky und Wodka.

Kurz nach 3 Uhr nachts bewege ich ihn dazu, mit mir zu gehen. Ich bin dabei nicht die Einzige, ein paar Männer aus der Security fordern ihn auch auf, freundlich aber bestimmt, endlich zu gehen. Er wird zu betrunken ... und fängt wieder an, die weiblichen Gäste zu belästigen (auch wenn ich ihn kenne und er eigentlich ganz harmlos ist). Der eine Bekannte, aus der Wohnung in der Nähe, verabschiedet sich ... für den anderen Bekannten ist es etwas weiter. Wir versuchen uns zu dritt in mein zweisitziges Auto zu quetschen, durch meine Möbeltransporte weiß ich, daß das geht und öffne das Verdeck. Mit offenen Dach fahren wir durch die Nacht zu seiner Wohnung ein paar Straßen weiter. Es wird langsam hell, als wir ihn rauslassen und er sich von meinem Freund verabschiedet, "Salam".

Mein Freund ist hungrig (und doch gar nicht so betrunken, wie ich befürchtet hatte) und möchte, daß wir zum Hauptbahnhof fahren, dort sind am Wochenende immer ein paar Schnellrestaurants 24 Stunden geöffnet. Immer noch mit offenen Verdeck fahren wir den anbrechenden Morgen zum Hauptbahnhof. Als wir aussteigen und zum Eingang laufen, macht er etwas merkwürdiges ... er nimmt meine Hand! So oft habe ich davon geträumt und nie gewagt, es selbst zu versuchen oder ihn zu fragen ... ist er etwa doch betrunken? Im ersten Schnellrestaurant bestellt er sich etwas zu essen und für mich ein paar Schokoladenkekse (auf meinen Wunsch hin), rein zufällig trifft er beim Bezahlen an der Kasse einen Arbeitskollegen und läßt sofort wieder meine Hand los. Er wird es die Nacht und den Morgen nicht noch einmal tun ... aber für einen kurzen Moment war ich glücklich. Im zweiten Schnellrestaurant seiner Wahl im Hauptbahnhof bestellt er wieder etwas zu essen (und für mich einen Schokoladenkuchen, die Kilos kriege ich nie wieder runter) und wir setzen uns für eine Weile an einen Tisch in der Ecke. Das ist übrigens dasselbe Restaurant, in dem ich ein paar Wochen zuvor mit meinem tunesischen Verehrer einen Kaffee getrunken habe. Ich erzähle meinem Freund von der Begegnung und daß ich etwas Angst habe, ihm wieder zu begegnen. Ein paar Kunden sprechen arabisch und ich zucke kurz zusammen. Mein Freund beruhigt mich, das sind nur ein paar Marokkaner. Er versteht mich, er kennt diese tunesische Kultur (und hält anscheinend nicht viel von ihnen). Marokkaner sind ok (meine Gedanken schweifen zu dem Anruf viele Stunden zuvor und zu meinem zweiten Verehrer).

Mit einem Zwischenstop bei meiner Wohnung (ich muß noch die Fenster schließen und mein Waschzeug holen) und einen weiteren Zwischenstop an einer Tankstelle, "Zigretten" kaufen, fahren wir zurück zu seiner Wohnung. Mit voller Leidenschaft fallen wir beide über uns her, seine Abdrücke auf meiner Brust werde ich Tage später noch erkennen. Leider bringt er mich wieder in die Stellung, bei der ich auf dem Bauch liege und er über mir, so daß ich sein Gewicht spüre und er tief in mir eindringt. Etwas traurig stelle ich danach fest, daß ich nicht "feucht" geworden bin. Einige Stunden später den Sonntag Morgen haben wir ein zweites Mal Sex, mit einem Kontrollgriff ertaste ich sein Kondom und kann mich in der "Löffelchenstellung" fallen lassen. Wenn ich an dem Teil, das ich da unten noch habe, das Sekret mit meinem Daumen und meinem Zeigefinger in Fäden auseinanderziehen kann, weiß ich, daß der Sex gut war. Eine Erektion oder einen Samenerguß bekomme ich ja schon lange nicht mehr (und will ich auch nicht).

Wir verlassen beide zusammen seine Wohnung, er geht zu seiner Arbeit und ich fahre zurück zu meiner Wohnung. Ich habe mir den Sonntag Nachmittag vorgenommen, meinen "Schuhturm" aufzubauen und die Holzpalette noch etwas abzuschleifen und zu lasieren - bei 30 Grad in meiner Dachgeschoßwohnung an diesem heißen Tag im Juni kann ich das, fast nackt und nur mit einer kleinen, tief sitzenden, schwarzen Unterhose bekleidet, einfach tun, ohne groß ins Schwitzen zu kommen. Als ich meinen weißen Schuhturm aufgebaut habe und mit den schwarzen Pumps, Ballerinas, Riemchensandaletten und den neuen Plateausandaletten (der Reihe nach, von unten nach oben) bestückt habe, kann ich mich von dem Anblick nur schwer losreißen. Es ist mittlerweile schon gegen 21 Uhr abends und ich bin hungrig ... seit 5 Uhr habe ich nichts mehr gegessen. Wieder zurück in die Leipziger Innenstadt (mit offenen Verdeck natürlich) und zu der Straße mit den Restaurants ... bald habe ich alle durch. Bruschetta, eine Pizza und ein Panna Cotta mit Erdbeeren verspeise ich noch draußen sitzend, bevor ich wieder gegen 23 Uhr die Autobahn zurück fahre. Jahrelang habe ich ein Doppelleben geführt, in der Woche als Mann zur Arbeit und am Wochenende irgendwo in einer Großstadt frei als Frau leben ... dieses Doppelleben führe ich jetzt irgendwie immer noch, nur daß ich jetzt der Mitarbeiter bin, der mit einem weiblichen Namen angesprochen werden will und daß ich die Wochenenden in meiner eigenen Wohnung als Frau lebe. Wann werde ich damit endlich fertig sein? Wann werde ich nach fast anderthalb Jahren Gerichtsprozeß endlich wirklich einen weiblichen Vornamen haben? Wenigstens der Mietvertrag läuft auf meinen weiblichen Namen. Die Antidepressiva muß ich in voller Dosis weiter nehmen, um das Ganze psychisch auszuhalten.

[04.06.16 / 02:17] Shoe Unboxing #2 - Da ich mit meinen alten Riemchensandaletten mit den schmalen Absätzen immer in jedem Kopfsteinpflaster hängenbleibe und ich nicht mehr jeden einzelnen Kieselstein durch die dünne Sohle spüren will, habe ich mich für diesen Sommer für etwas robustes entschieden - das klare Gegenteil von meinen alten "Tussiletten": Ledersandalen mit Plateausohlen! Damit kann ich auch endlich mal verreisen (römisches Pflaster) und bin für alle Straßen und Wege gewappnet. (Nur doof, daß ich mit den Tretern wieder ein paar Zentimeter größer bin als mein Freund ... ich vermeide es sonst Absätze zu tragen, wenn ich mit ihm ausgehe.)

[28.05.16 / 19:39] 1 Jahr und 1 Monat HRT - das die Therapie mit Hormonen eine Therapie mit Antidepressiva nach sich zieht, hat mir vorher auch keiner gesagt. Schon über 5 Kilo mehr auf der Waage ... aber ich plane wieder die Psychopharmaka langsam auszuschleichen. Hoffentlich funktioniert's.

Wiederum zu etwas vollkommen Anderem ... ich habe vor ein paar Tagen wieder ein sehr langes Telefongespräch (über eine Stunde) mit meinem marokkanischen Liebhaber geführt ... seit einem halben Jahr will er mich unbedingt wieder treffen. Ob es das nächste Wochenende endlich klappt? Vielleicht ... vielleicht nicht. (Ob ich wohl auf alle Männer so eine verführerische Wirkung habe? Finde es heraus...)

[24.05.16 / 20:37] Mittlerweile steht auch der große 1,50 lange Kleiderschrank - mit fast durchgehender Kleiderstange (nur im hinteren Drittel durch eine Zwischenwand getrennt, also eigentlich zwei Kleiderstangen). Während ich den Montag Mittag noch auf die Lieferung meines japanischen Futonbettes warte und die letzten Schubladen meines Schrankes zusammenbaue, klingelt es unten an der Tür. Der Spediteur ist da und hinterläßt mir das ganze Bett in Einzelteilen auf 2 m Höhe in Folie eingewickelt auf einer kleinen Holzpalette vor dem Hauseingang. Super ... einen flachen Couchtisch aus Holz gibt es gleich mit dazu, fehlt nur noch eine Glasplatte für die Europalette. Ich verbringe gefühlt eine Stunde damit, alles auseinanderzupacken und die Einzelteile (Holzlatten für das Bettgestell, die zwei Tatami-Matten und den Futon) im Hauseingang abzulegen. Das Verpackungsmaterial entsorge ich bequem in den übervollen Abfalltonnen neben dem Wohnhaus.

Ich muß mehrmals bis in die fünfte Etage laufen, um die ganzen Holzteile in meine Wohnung zu bringen. Spätestens bei der letzten Tour nach oben brechen mir meine Beine auf der Treppe weg. Ich brauche Hilfe ... alleine schaffe ich das nicht ... die Reismatten wiegen allein 20 Kilo und das Futonbett noch viel mehr. Ich rufe meinen Freund an, bitte ihn um Hilfe - und warte (hinterher wird er mir sagen, daß er noch geschlafen hat). Es wird später Nachmittag, als er endlich kommt (mittlerweile hatten sich schon ein paar Hausbewohner über meine Gegenstände im Hausflur beschwert). Ich war gerade dabei, die schweren Reismatten ins Dachgeschoß hochzuwuchten (die zweite mußte ich auf halber Strecke stehen lassen), als ich seinen Telefonanruf bekomme und ihn am Eingang des Haupthauses zum Eingang des Hinterhauses abhole. Er sieht schnell mein Dilemma - die schwere, U-förmig zusammengerollte Matratze mit meinem Nachnamen auf der Folienverpackung. Wir lassen sie erstmal stehen und er hilft mir mit der zweiten Reismatte, irgendwo auf Höhe der zweiten Etage ... von fünf. Die große Matratze rollen wir dann anschließend (mehr oder weniger) gemeinsam (ich weniger) die Treppenstufen hinauf. Ein Glück, daß sie mehrfach in Folie eingewickelt wurde und dabei keinen Schaden nimmt. Oben angekommen, legt er sich erschöpft auf die Matratze. Es ist irgendwie auch sein Bett, wenn wir dann mal abwechselnd bei mir schlafen. Die Holzleisten habe ich den Nachmittag schon vorher zu einem Gerüst hingelegt, jetzt kommen noch die zwei Tatami-Matten darauf und später der Futon (Schafswolle und mehrere Lagen Baumwolle in 1,40 m x 2,00 m - für zwei Personen).

Ich nutze die Gelegenheit und zeige ihm meinen arabischen Kaffee aus Damaskus, den ich einige Tage zuvor gekauft hatte. Er freut sich über seinen Lieblingskaffee aus seiner Zeit in Syrien und zeigt mir, wie er zubereitet wird. Ich kann ihn nicht in meinem Espressokocher kochen, wir brauchen dabei eine arabische Kaffeekanne aus Metall (in diesem Fall tut es aber auch mein Kochtopf für Milch und Reis). Wir trinken noch zwei Tassen zusammen, bevor er sich den Abend wieder verabschiedet ... ich umarme ihn noch ganz fest (auch wenn wir beide wissen, daß ich nach diesen anstrengenden Tag dringend eine Dusche brauche). Ich werde anschließend den Abend noch den ganzen Verpackungsmüll, hauptsächlich vom Schrank den Abend zuvor, aus meiner Wohnung werfen (und wieder mehrfach fünf Etagen rauf- und runterlaufen), den Boden reinigen - endlich eine Dusche nehmen - und nach 22 Uhr die Autobahn (im tiefsten Gewitterschauer) zu meinem anderen Wohnsitz für die Arbeit am nächsten Tag zurückfahren. Irgendwo muß die Kohle für die ganzen Möbel ja herkommen.

[17.05.16 / 23:25] Pfingsten, Leipzig - das WGT und ich, wir haben uns schon vor ein paar Jahren auseinandergelebt. Gegen Freitag Abend treffe ich in Connewitz ein, der Ticketschalter für das "Gothic Pogo Festival" im Werk 2 ist noch nicht eröffnet, daher verwende ich die Wartezeit, um in der angrenzenden Kaufhalle ein Päckchen Kaffee für meinen neuen Espressokocher zu kaufen. Den Tag zuvor hatte ich schon einen besonderen, arabischen Kaffee aus Damaskus gekauft, den möchte ich aber nicht gleich verschwenden. Meinen Freund finde ich nur wenige Haltestellen weiter in der Leipziger Südvorstadt. Er trifft sich dort mit einem Immobilienmakler und fungiert als Vermittler zwischen dem Makler und den wohnungssuchenden, syrischen Flüchtlingen. Seine Idee, ein Haus zu kaufen, dort Flüchtlinge wohnen zu lassen - und für die Finanzierung mit der Bank mich zu heiraten - greife ich gerne auf. Sehnsuchtsvoll warte ich auf meine neuen Papiere, damit ich ihn endlich als Frau heiraten kann (immer diese Mädchenträume).

Ein paar Bier hat er schon intus, als wir gemeinsam zu dem alternativen Gothic-Festival in Connewitz gehen. Während ich nach neuen CDs bei einem kleinen Stand eines belgischen(?) Händlers suche (und somit fast die erste Band verpasse), lasse ich meinen Freund gehen ... er will noch an die Bar. Zwischen den drei Bands für diesen Abend, treffe ich ihn ab und zu wieder, er sitzt draußen an einem Tisch und hat sich noch ein paar Flaschen Bier als Vorrat hingestellt. Spätestens jetzt habe ich keine Ahnung mehr, wieviel er eigentlich schon getrunken hat ... aber er ist noch ansprechbar. Nach der letzten Band und dem Beginn der Disconacht möchte ich auch etwas Alkohol trinken. Ich habe extra das Auto vor meiner Wohnung stehen gelassen, um diese seltene Gelegenheit zu nutzen, mit ihm zusammen etwas zu trinken. Ein Cuba Libre ist es wieder - aber mit dem vollständigen Anteil Rum. Dieser dreht ganz schön gewaltig, ich bin es gar nicht mehr gewohnt, so viel auf einmal zu trinken. Egal ... mein Freund und ich haben Spaß (er quatscht wieder den ganzen Abend andere Frauen an).

Mit dem Taxi mit einem kleinen Zwischenstop bei meiner Wohnung (ich muß noch mein "Übernachtungskit" aus dem Kofferraum holen) weiter zu seiner Wohnung. Das letzte Wochenende habe ich mich geweigert, ohne Kondom mit ihm Sex zu haben, diese Nacht habe ich selber welche dabei. Er ist ziemlich betrunken - aber das macht nichts ... ich bin es ja auch. Nach dem Sex mit mir, übergibt er sich noch ein paarmal auf der Toilette, bevor er neben mir einschläft (vielleicht erkennt er jetzt, das weniger trinken viel besser ist ... ich hoffe es zumindest). Irgendwann den Sonnabend Vormittag haben wir noch einmal Sex ... und der ist wesentlich besser.

Sonnabend Mittag stehe ich vor ihm auf, ich will in meine Wohnung, meinen neuen Kaffeekocher ausprobieren und einen Mokka zum Frühstück trinken. Der kleine Bialetti-Kocher aus Aluminium zeigt sich ziemlich praktisch und einfach in der Anwendung. Eine wirklich sehr schöne und nützliche Erfindung. Nach zweimal Probekochen gelingt mir ein guter Kaffee, den ich gleich in meine zwei neuen Espresso doppio Tassen - aus "Kahla"-Porzellan - umgießen kann (und an meiner Bar sitzend, mit Blick ins Grüne vom Dachgeschoß aus, schlürfen kann).

Weiter den Sonnabend Nachmittag in die Leipziger Innenstadt ... ein Fehler ... zu viele Menschen (selbst das Parkhaus am Hauptbahnhof ist voll und ich muß woanders parken). Ich gehöre nicht zum WGT, ich wohne in Leipzig, ich laufe immer so in Schwarz herum. Ich kann mich an den Anblick der alljährlichen Überschwemmung von schwarz gekleideten Menschen zu Pfingsten in Leipzig nur schwer gewöhnen. Wie laufen diese Menschen nur herum, wenn gerade nicht WGT ist? Bunt? Angepaßt? Auch wenn manche Verkleidung sehr aufwendig gestaltet ist - hat dieses Flanieren in schwarzer Mode das WGT letztendlich (für mich) kaputt gemacht. Weiter in das Dessousgeschäft in der Innenstadt, ich wollte dort noch ein paar Modelle anprobieren. Ich hätte nicht gedacht, das ein Hauch von schwarzes Nichts, bestehend aus BH, Slip, und Negligé, so sündhaft teuer sein kann. Ich bezahle den kleinen dreistelligen Betrag und lasse die Wäsche in der kleinen Einkaufstüte verschwinden ... die ist für ein ganz besonderen Zweck (der Swingerclub natürlich).

Je weiter ich mich vom Zentrum (der Einkaufsmeile und Fußgängerzone) entferne, desto weniger schwarze Gothics sehe ich, ich will zu dem japanischen Nudelrestaurant, etwas essen, und danach wieder zurück zum (viel zu teuren) Parkhaus an der Oper. Weiter zum großen Möbelhaus an der alten Messe, noch einen Ankleidespiegel kaufen, welcher das Garderoben-Ensemble von "porta" komplettiert (ich will nicht immer wieder zum Badezimmerspiegel rennen, wenn ich mich zum Ausgehen für die Nacht anziehe). Eine Kaffeedose aus Metall nehme ich dabei gleich noch mit.

Wieder zurück zu meiner Wohnung, ein wunderschönes Gefühl, in meinen eigenen vier Wänden ... in meinem eigenen Badezimmer, mich für die bevorstehende Disconacht vorzubereiten (den Kajal auftragen, das schwarze Top mit dem Netz über der Schulterpartie anziehen, mich in meinem Ankleidespiegel betrachten und den grünen Anhänger mit der Silberkette um den Hals legen). Der große Spiegel und die Waage daneben - eindeutig eine "Tussi-Wohnung".

Für den Sonnabend Abend habe ich die "queere" Party in Leipzig-Plagwitz ausgesucht. Anfangs ist es dort noch ganz angenehm und ich sehe einige sehr interessante Menschen ... aber je weiter die Zeit nach Mitternacht voranschreitet, desto mehr und mehr Menschen drängen in den nicht so großen Club. Viel zu viel normale Menschen. Ich entdecke sogar wieder einen "Dutt" - wenn erst einer auftaucht, kommen noch viel mehr. Es wird zu voll, zu unangenehm für mich. Gegen halb Zwei nachts ergreife ich die Flucht, die Menschenschlange vor dem Club bestätigt meine Entscheidung ... ich sollte Plagwitz meiden, zu "Hipster"-verseucht. Wieder zurück zur Wohnung meines Freundes (ich mußte wieder den Briefkasten aufbrechen, um an die Schlüssel zu kommen). Er ist noch nicht von der Arbeit zurück und ich lege mich alleine schlafen.

Sonntag am frühen Nachmittag wache ich wieder neben ihm auf, die Nacht zuvor habe ich etwas eigenartiges auf seinem Schrank entdeckt. Ein Buch ... arabisch ... bismillah! Ein Koran? Bitte nicht ... nicht auch er ... mein Liebster ... er trägt seinen Vollbart doch nur aus modischen Gründen? Ich sollte mich da nicht allzuviel hineinsteigern, ich habe ja auch eine Bibel bei mir zu Hause liegen und bin alles andere als christlich, religiös, getauft oder sonstwas (die Bibel wurde mir mal bei einem Soldatengottesdienst in die Hand gedrückt - dabei habe ich extra an meiner "Hundemarke" das Feld für die Religion frei gelassen und mich als konfessionslos "geoutet"). Bis auf meine kleinen Buddha-Statuen auf meiner Minibar, habe ich mit religiösen Zeugs nichts zu tun (und Buddhismus ist für mich nur eine Philosophie für ein besseres Leben ... miteinander). Ich lasse meinen Freund schlafen, frage ihn nicht und fahre zurück zu meiner Wohnung.

Nach dem enttäuschenden Erlebnis letzte Nacht, will ich diese Nacht wieder zum "Gothic Pogo Festival" ins Werk 2. Nur coole Leute und wieder drei Bands aus dem "Cold Wave"- und "Minimal Synth"-Bereich. Da es mir in der Bar so gut gefällt, in der ich gegen Abend zuvor mein Stück Kuchen und meinen "Sonntags-Cappuccino" trinke, schließe ich gleich das Abendessen mit an und wechsele erst nach einer Portion "Fish'n'Chips" zur Festival-Location. Die zweite Band hat es mir angetan ... so cool können auch nur Belgier sein, eine Mischung aus EBM und Hi-NRG ("High Energy"). Ich wußte es ... Divine lebt! Ich muß mir den Sänger mit der markanten Stimme immer wieder als Drag Queen vorstellen ... wenn sich jetzt noch Regenbogenfahnen von der Bühne ausrollen, ist die Erscheinung komplett (dabei war das ganz bestimmt nicht so beabsichtigt ... die wollten doch nur belgischen Oldschool-EBM machen). Ich bleibe noch bis drei Uhr nach Mitternacht bei der Veranstaltung, bevor ich wieder ein Taxi zurück zur Wohnung meines Freundes nehme (wieder mit Zwischenstop bei mir). Ohne ihn trinke ich keinen Alkohol.

Ich schlafe alleine in seiner Wohnung, die Nacht (und der Vormittag) wird unruhig, ich werde immer wieder kurz wach. Seine Hälfte auf der Schlafcouch bleibt leer, wo ist er? Gegen Mittag am Pfingstmontag bekomme ich einen Anruf von ihm ... laute Musik im Hintergrund. Er hat die Nacht bei seiner Schwester geschlafen und es geht ihm gut ... ich werde ihn auch für die nächste Nacht nicht wiedersehen.

Den Pfingstmontag hänge ich noch etwas in meiner Wohnung rum und starte aus Langeweile ein Debian-Update auf dem Laptop - mit einer 48 kbps Verbindung. Das "Ende des Datenvolumens" wurde urplötzlich schon vor ein paar Tagen auf meinem Smartphone erreicht, dabei war ich erst bei 600 von 1000 MB. Während ich zwei Stunden für 50 MB warte, rechne ich alle meine Quittungen der letzten Tage zusammen. Ich habe mein selbst gesetztes Budget von 2500 Euro für die Wohnungseinrichtung schon fast erreicht - und mir fehlen noch eine Schlafcouch, der Wohnzimmerteppich, das Regal für die Stereoanlage - und der "Schuh-Turm"! Ein platzsparendes Regal mit Fächern in die Höhe für all meine Schuhe ... Ballerinas, Sandaletten, die schwarzen Pikes oder auch "Beatle boots" (die ich als "Waver" schon das ganze Wochenende trage) und die anderen Stiefel.

Das Geld für dieses Wochenende ist fast aufgebraucht (und ich bin schon längst im vierstelligen Minus auf meinem Konto), aber beim Essen wird nicht gespart. Als es mich nach Anbruch der Dunkelheit wegen des Hungers in die Leipziger Innenstadt treibt, entdecke ich ein indisch-pakistanisches Restaurant, welches ich noch nicht kenne. Ich liebe indisches Essen .... die müssen mich gut bedienen - sonst könnte ich als transsexuelle Frau noch einen Fluch auf sie auswerfen. Ich lasse mich wieder zu einem Drei-Gänge-Menü hinreißen, bevor ich mich wieder in mein Auto setze und zu dem Festival in Connewitz fahre. Für ein Taxi ist diese Nacht kein Geld mehr da, zum Glück finde ich schnell einen Parkplatz. Allzulang bleibe ich nicht bei der Discoveranstaltung, bin nur ein paarmal auf der Tanzfläche und betrachte sonst etwas abseits die "coolen Leute". Ich muß um Eins nach Mitternacht wieder gehen, ab Dienstag Mittag wird mein neuer Kleiderschrank an die Adresse meiner Wohnung geliefert. Auch die Nacht nach Pfingstmontag schlafe ich wieder alleine in seiner Wohnung ... ich vermisse ihn.

(Der Schrank wird mir tatsächlich gegen Dienstag Mittag geliefert ... während ich diese Zeilen schreibe.)

[06.05.16 / 20:32] Die ersten Tage in meiner neuen Wohnung in Leipzig, endlich bin ich soweit eingerichtet, daß ich - an meiner Minibar sitzend - ein paar Zeilen auf dem Laptop schreiben kann. Die ersten drei Tage der Woche, Montag bis Mittwoch (seit Dienstag bin ich auch offiziell nach Leipzig "immigriert"), habe ich die beiden großen Möbelhäuser nach passenden Möbeln abgesucht, die Badeinrichtung ist von "Höffner" (in stilvollen Schwarz-Weiß gehalten, mit Jugendstil-Elementen), die (antike) Garderobe und die Minibar mit den zwei Barhockern sind von "porta". Für mehr ist diesen Monat kein Geld mehr da. Das japanische Bett (Futon auf Tatami-Reismatten) und der große Kleiderschrank werden mir noch in ein paar Wochen geliefert. Den Rest der Wohnungseinrichtung muß ich auf nächsten Monat verschieben, ich bin jetzt schon 1000 Euro im Dispo (ein kleines Möbelstück, ein niedriges Garderobenelement mit Schubfächern, habe ich kostenlos von meinem Freund bekommen, er hatte das doppelt). Interessanterweise konnte ich alle Möbelstücke in kleinen Teilen mit meinem Roadster transportieren - zum Teil auf recht abenteuerliche Weise, das Verdeck offen und der 1,20 m lange Bartisch ragt weit über die Kopfstütze des Beifahrers in den Himmel hinaus, die Verpackung halb aufgerissen, im Wind flatternd. Nur gut, daß mich keine Polizeistreife dabei beobachtet hat.

Wie erwähnt, ein Bett habe ich noch nicht, Schlafsack und Matte zum Unterlegen sind zwar vorhanden, stehen aber nur aus rein symbolischer Natur in meiner Wohnung bereit. Ich könnte da schlafen ... tue es aber nicht, ich schlafe bei meinem Freund. Meinen tunesischen Verehrer habe ich noch am Sonntag Abend in Leipzig getroffen. Während ich auf der Autobahn nach Leipzig fuhr, wollte er mir mit den Zug in Richtung Halle entgegenkommen. Er muß da etwas falsch verstanden haben. Wir treffen uns am Hauptbahnhof, er will unbedingt, daß ich die Nacht bei ihm übernachte. Das ich ihm klarmache, daß ich einen Freund habe und bei diesem übernachte, hält ihn in seinen Bemühungen nicht auf. Die Situation verkompliziert sich, als ich in die Straßenbahn steige und zu der Wohnung meines Freundes fahren will (mein Auto mit all meinen Habseligkeiten für den Umzug parkt dort schon), er bleibt weiter an mir dran. An der vorletzten Straßenbahnhaltestelle steige ich aus, er auch. Es ist bereits nach Mitternacht und ich mache mir Sorgen, ob er noch mit der letzten Straßenbahn wieder zurückfahren kann. Sein Werben um mich wird immer intensiver ... in diesem Moment ruft mich mein Freund an - er kommt mit dem Taxi von der Arbeit und holt mich bei der Haltestelle ab. Um kurz nach halb Eins hält sein Taxi dort und ich muß mich von meinem Verehrer losreißen. Ich rufe ihm noch zu, daß es mir leid tut und steige unter lauten Fluchen in das Taxi zu meinem Freund. Genau so eine Situation wollte ich vermeiden und habe ihn schon vorher in der Straßenbahn gebeten, auszusteigen und wieder umzukehren. Das mit den Urlaub in Südfrankreich wird wohl nichts werden, diesem jungen Mann habe ich in den Moment in dieser Nacht das Herz gebrochen.

Ein paar Tage später am Mittwoch, sehe ich ihn wieder. Ich will den frühen Abend in der Leipziger Innenstadt etwas essen und biete ihm an, uns zu treffen. Er hat vorher schon versucht mich anzurufen und ich will unbedingt eine Gelegenheit finden, ihm seinen Ring zurückzugeben. Wir essen noch etwas in einem italienischen Restaurant (das heißt, nur ich stopfe mir das 3-Gänge-Menü hinein - das übrigens extra für ihn "halal" ist), bevor wir uns darauf einigen, den Rest des Abends in meiner Wohnung zu verbringen (zu diesem Zeitpunkt ist meine Minibar noch nicht aufgebaut und wir sitzen auf dem Boden). Ich sehe seinen Konflikt, er würde gern mit mir etwas sexuelles anfangen, aber als transsexuelle Frau bin ich für ihn "haram". Er hat seinen Koran dabei und zeigt ihn mir. Ich greife kurz zu, mache dann aber schnell einen Rückzieher - ich darf seinen Koran nicht anfassen! In dem weiteren Gespräch über seine Religion steigert er sich immer tiefer hinein - gefühlt zwei Stunden lang, zeigt er mir Videos über islamische Predigten und den islamischen Weltuntergang. Er ist so fest davon überzeugt, daß ein "Meer aus Feuer" jederzeit das islamische Armageddon einleiten könnte und alles und jeden darin verbrennt, der nicht aus reinem Herzen seinem Gott Allah folgt ... er macht mir damit Angst (und verbraucht mit diesen Videos das halbe Datenvolumen für diesen Monat auf meinem Smartphone). Irgendwie kann ich jetzt die Islamisten etwas verstehen - wozu auf den sicheren Tod warten, wenn der Weg ins Paradies mit einem guten Attentat abgekürzt werden kann. Als transsexuelle Frau werde auch ich ganz sicher in dem Feuer am jüngsten Gericht verbrennen - aber ganz besonders, und noch viel mehr, mein syrischer Freund. Er hat den Islam abgelegt, raucht, trinkt, ist frei und hat Sex mit mir - das ist sowas von "haram". Mein tunesischer Verehrer will immer noch, daß ich für die Nacht zu ihm in seine Wohnung komme - und ich sage ihm immer wieder: "Ich kann nicht! Ich schlafe bei meinem Freund ... ich liebe ihn." Endlich verliert auch er die Geduld mit mir und verläßt meine Wohnung, auf den versprochenen Koran mit der deutschen Übersetzung, muß ich wohl verzichten. Wenigstens kann ich ihm endlich seinen Ring zurückgeben ... wir passen nicht zueinander ... ich und meine beiden anderen Männer, wir sind Swinger, Freunde die einfach Sex haben ... ohne irgendwelche religiösen Bedenken. Den Tag darauf muß ich endlich wieder Schweinefleisch essen, ganz viel "haram" (auch wenn ich weiß, daß Schweine mit den Delphinen und den Elefanten auf einer Stufe stehen, und wir diese edlen Geschöpfe wirklich nicht essen sollten).

[28.04.16 / 23:52] 12 Monate HRT (1 Jahr) - den Tag war ich noch bei meiner Frauenärztin, ein Rezept für die Hormone und Testo-Blocker holen - und den Zettel mit den Laborwerten 5 Wochen zuvor. Testosteron: 0,22 µg/l (-0,02 µg/l), Estradiol: 305,6 ng/l (+142,9 ng/l). WTF?! So ein hoher, schwankender Wert bei gleichbleibender Medikation? Ein Blick in den Kalender verrät es - die Blutentnahme war zwei Tage vor Vollmond! Und ich habe doch einen Monatszyklus. Kurz vor Vollmond, alle 28 Tage, bin ich immer besonders aktiv ... die Woche um Neumond - PMS! (Nur ohne Blut.) Das Brustwachstum ist nach gut einem Jahr leider zum Stehen gekommen, da tut sich nichts mehr (aber Hauptsache ich passe in eine 75A).

Zu etwas vollkommen Anderem ... mein tunesischer Verehrer ist den langen Weg von Leipzig bis zu der Stadt, in der ich arbeite gekommen, um mich in der Woche nach Feierabend zu treffen. Er hat schon einige Stunden am Hauptbahnhof auf mich gewartet und überreicht mir bei meiner Ankunft zwei Blumensträuße voller roter Rosen ... wie nett von ihm. (Der kleine Strauß macht sich sehr schön auf dem Armaturenbrett meines rubinroten MX-5.) Wir gehen noch etwas Essen und einen Kaffee trinken (hier bekomme ich einen Ring von ihm), bevor wir an der Elbe ein paar Schritte entlang spazieren - und uns etwas abseits auf einer Parkbank sehr intimer kommen. Leider (für ihn) muß ich das Ganze bei Anbruch der Dunkelheit wieder abbrechen und ihn zum Bahnhof fahren, damit er noch einen Zug nach Leipzig bekommt - vielleicht treffen wir uns dann da wieder, in seiner oder in meiner neuen Wohnung. Nur zwei Tage zuvor, habe ich über eine Stunde mit meinem marokkanischen Verehrer telefoniert - und ihn auch in meine neue Wohnung eingeladen. Ich habe etwas mit drei Männern am Laufen ... gleichzeitig ... in welchen Teil in dieser Geschichte bin ich eigentlich zu einem Flittchen geworden?

(... Und ich wollte auch noch die Psychopharmaka ausschleichen - aber das ging vollkommen daneben.)

[24.04.16 / 22:36] Sonnabend Abend, ich bin schon etwas früher in Leipzig und parke mein Auto wieder im Parkhaus unter dem Hauptbahnhof, bevor ich in zwei, drei Stunden zu den Konzerten für diesen Abend nach Plagwitz fahre. Am Bahnhof gibt es diesen Inder, der ein kleines Buffet anbietet - und diesen frittierten Blumenkohl, den ich so mag. Das indische Fingerfood habe ich schnell verdrückt und ich schlendere wieder etwas in der Einkaufspassage umher, um die Zeit zu vertrödeln. Ich tue etwas für mich sehr Gewagtes und weiche von meiner starren Markenbindung ab - ein BH von einer anderen Marke wäre doch mal eine Bereicherung für die Monokultur in meiner BH-Schublade. Tatsächlich paßt mir auch der Push-up BH in der 75A mit schwarzer Spitze von dem anderen, nicht weniger bekannten Produzenten für BHs und Dessous und wandert in meine Einkaufstüte. Weiter gegen 22 Uhr zu der Location für diesen Abend (ist dieselbe wie vom letzten Sonnabend). Auf meinem Papier-Flyer stehen zwei oder vier Bands, tatsächlich sind es nur zwei Bands und ein "DJ-Kollektiv". Schade, daß nur sehr wenige Gäste anwesend sind. Die glitzernde Discokugel zieht mich in ihren Bann und ich muß ein Foto machen.

Nur wenig später werde ich von einem Gast angesprochen, er ist halb Tunesier, halb Franzose aus Marseille. Er scheint anfangs nur etwas interessiert in mich zu sein, so wie ich es von anderen Männern die anderen Wochenenden vorher gewohnt bin. Er wird aber sehr schnell sehr hartnäckig und wird mir für den Rest der Nacht nicht mehr von meiner Seite weichen. Er will mehr, will mich als seine Frau, will mich heiraten - ich erzähle ihm, daß ich schon einen Freund habe, den ich sehr liebe. Erzähle ihm sogar, daß ich von dem anderen Mann schwanger bin und ein Kind erwarte. Es hilft nichts ... der Fluch einer jungen, hübschen und alleinstehenden Frau in einer Disco. Er spricht ständig davon, wie schön ich bin ... ich kenne diese Sprüche auch von anderen Männern. Es ist immer sehr irritierend, da ich mich eigentlich für potthäßlich halte und eher meinen eigenen, vernichtenden Urteil trauen würde, als das von Männern, die ich so gut wie noch gar nicht kenne. Ich werde ihn nicht los ... bin viel zu höflich, als daß ich ihn wegstoßen könnte. Nur bei seinen immer näher und intimer kommenden Versuchen, mich anzufassen, kann ich ihn etwas zurückweisen. "Ich will doch eigentlich gar nichts von dir! Ich habe doch schon einen Freund!" ich wünschte, ich könnte meine Gedanken laut äußern.

Ich verlasse die Disco nach 2:30 Uhr. Er bleibt weiterhin an mir dran, beteuert seine Liebe zu mir. "Willst du nicht endlich mal nach Hause gehen?" so langsam verliere ich die Geduld. Wir stehen mindestens noch eine Stunde in der Kälte, mitten in der Nacht, vor meinem Auto herum. Mir ist kalt, ich steige ein - und biete ihm an, mitzufahren - ein Fehler. Noch eine weitere Stunde sitzen wir in meinem Auto und er schwärmt von mir, wie sehr er mich doch liebt. 4:30 Uhr, ich starte den Motor und fahre ihn nach Hause, die Scheiben sind schon längst beschlagen, von seinen Versuchen, auf mich einzureden, meinen Freund zu verlassen und mit ihm zusammenzuziehen. Das er auch eine Wohnung in Marseille in Südfrankreich hat, ist dabei ein nicht unerhebliches Argument. Ich wollte schon immer mal nach Marseille. 5 Uhr und ich schmeiße ihn vor seiner Wohnung aus meinem Auto raus, "Geh jetzt endlich! Geh!" Mit Vollgas fahre ich zu der Wohnung meines Freundes. Er ist gerade von der Arbeit gekommen und erwartet mich bereits (läßt sich aber nichts anmerken). Mit meiner größtmöglichen Leidenschaft überfalle ich ihn beim Sex. Ich liebe nur ihn. Ich überlege, meinem Freund von meiner Begegnung diese Nacht zu erzählen, behalte es aber letztendlich für mich. Er muß so etwas nicht erfahren. Wir schlafen zusammen ein, es ist schon richtig taghell am frühen Sonntag Morgen.

Irgendwann wache ich auf, keine Ahnung, wieviele Stunden vergangen sind. Ein wunderschönes Gefühl, ihn neben mir liegen zu sehen ... auch wenn ich nur seinen Rücken und seine kurzen, schwarzen Haare sehe. Er hat eine neue Frisur, sie sind kürzer als letztes Wochenende. Ich gleite mit meiner Hand wenige Zentimeter über seinen Körper ... ich traue mich nicht, ihn anzufassen und ihn beim Schlafen zu stören - er dreht sich sonst noch weiter weg. Ab und zu kuschele ich mich an ihn heran, ziehe mich aber dann doch wieder zurück. Irgendwann stehe ich auf und gehe ins Bad. Er wird auch wach und bereitet wieder ein kleines Frühstück vor. Ich esse fast alles auf, so als ob ich viele Stunden nichts gegessen hätte. Er macht sich bereit für seine Arbeit, zieht sich an und gibt mir einen Abschiedskuß, den ich wie ein verliebtes, kleines Mädchen freudestrahlend annehme. Ich bin mittlerweile auch fertig angezogen und verlasse nur kurz nach ihm seine Wohnung. Ich will in der Innenstadt noch einen Cappuccino zum Frühstück trinken. Als ich dann den Kassenzettel in der Kaffeehauskette sehe, überkommt mich ein Moment tiefster Verwunderung und Verwirrung - 17:00 Uhr? Bis zu diesem Moment habe ich gedacht, die Sonne geht gerade auf - und nicht unter. Ich war überzeugt, es wäre früher Morgen. Ich habe total mein Zeitgefühl verloren. Zurück zum Auto (und zu dem am Sonntag geöffneten Laden am Bahnhof, die Tasche kaufen, die ich seit letztes Wochenende begehre) und zurück auf die Autobahn, den Sonnenuntergang entgegen ... ich lerne gerade die Vorzüge des Tempomats kennen und perfektioniere damit meinen amerikanischen Fahrstil (jemand hat mir sogar mal gesagt, ich hätte einen amerikanischen Akzent beim Sprechen - den habe ich mir in "Cali" geholt).

[17.04.16 / 20:26] Gefühlt ewig, kurve ich Freitag Abend die Szene-Locations in Leipzig-Plagwitz ab. Doof, wenn auf dem Flyer nur der Stadtteil steht, um keine "Yuppie-Hipster" oder sonstwas Ähnliches anzulocken. Zum Glück kenne ich die Orte. In der kleinen Halle, in der die Konzerte für diese Nacht stattfinden sollen, habe ich schon 2004, an einem späten, sonnigen Vormittag, nach einer langen Festivalnacht zu Punkmusik getanzt. Gegen 22 Uhr komme ich an, zum Glück hat noch keine der vier Bands für diese Nacht gespielt. Von der ersten Band habe ich schon anderthalb Stunden lang die Musik auf der Autobahn gehört - als sie auf der Bühne stehen und anfangen, habe ich immer noch nicht genug. "Disco noir" steht auf dem Flyer als Musikbeschreibung, genau das, was ich mag. Es wird voller und die zweite Band fängt gegen Mitternacht an zu spielen. Irgendwie kommen mir die Bandmitglieder und die Titel bekannt vor - später werde ich auf den fast schon zugeklebten Poster an der Eingangstür erfahren, daß ich diese Band schon letztes Jahr in Connewitz gesehen habe. Die dritte Band ist neu für mich, Postpunk aus New York City steht auf dem Flyer. Gefällt mir - im Gegensatz zu der letzten Band so um 2 Uhr herum - Engländer und Industrial, damit kann ich nichts anfangen. Ich verziehe mich nach draußen und stehe etwas an der Eingangstür herum und warte, bis die laute Musik (oder Krach) vorbei ist. Zwei Hunde, die ein Punk wohl dagelassen hat, trauen sich auch nicht herein.

Als die letzte Band endlich vorbei ist, habe ich auch keine Lust mehr und fahre zu der Wohnung meines Freundes. Er hat mir den Nachmittag schon vorher geschrieben, daß er wieder lange arbeiten muß und erst sehr spät wieder zurück kommt. Kurz vor 4 Uhr morgens parke ich mein Auto in der Straße und sehe ihn nur wenige Minuten später in den Hauseingang gehen. Ich steige aus und folge ihm. Ich bin irgendwie immer so "entzückt", wenn ich ich ihn endlich wiedersehe und er seine Wohnungstür öffnet. Es geht noch etwas hin und her zwischen dem Bad und seinem Schlafzimmer, aber am Ende landen wir wieder zusammen in seinem Bett ... nur die Antidepressiva, die ich vorher eingeworfen habe, machen mir hinterher etwas Besorgnis ... kann sein, daß sie tatsächlich die Orgasmusfähigkeit rauben.

Sonnabend Nachmittag, ich bin etwas leicht erschrocken, als ich auf die Uhr schaue - 15 Uhr? Ich wollte doch noch den Nachmittag in Leipzig Einkaufen gehen. Mein Liebster macht mir eine schöne Freude und bereitet ein arabisches Frühstück vor: Fladenbrot mit einer Tasse Olivenöl und einer Schale Gewürzpulver zum Eintunken. Gemahlener Thymian mit Koriander und anderen Gewürzen aus Aleppo - da dort aber gerade Bürgerkrieg ist, wird es im Libanon hergestellt. Dazu noch ein Kännchen schwarzer Ceylon-Tee mit Kardamom. Nach dem etwas improvisiert wirkenden, aber wirklich sehr schönen Frühstück am Nachmittag, macht er sich bereit für seine Arbeit für diese Nacht und hinterläßt mir wieder die Schlüssel zu seiner Wohnung.

In der Leipziger Innenstadt laufe ich meine Geschäfte ab, ich bin auf der Suche nach einem leichten Shopper als Ergänzung zu meiner Handtasche. Leider sehe ich in einem Kaufhaus nur ein Modell, welches mir gefällt - aber viel zu groß ist. Dafür finde ich, nicht weit entfernt bei "P&C", wieder einen kleinen Kleiderständer mit Lederjacken von "tigha" ... ich muß eine anprobieren ... 400 Euro ... und ich habe schon eine Jacke von "tigha". Vernünftigerweise hänge ich sie wieder zurück. Weiter den Abend, zu dem italienischen Restaurant von vor zwei Wochen, eine Pizza bestellen - und einen viel zu großen Salat - und wieder zurück zum Hauptbahnhof. Ich parke wieder in dem Parkhaus unterhalb, und ich muß noch mein Hormongel in der sauberen Bezahltoilette vor dem Kosmetikspiegel auftragen - und den Kajal - ohne den kann ich nicht existieren.

Aus dem einen Parkhaus kommend, parke ich mein Auto den Sonnabend Abend nur wenige hundert Meter entfernt in dem anderen Parkhaus bei der Oper unter dem Augustusplatz. Ich bin ein Gewohnheitsmensch mit starren Riten und überlege wieder im Jazzclub, (fast) an der Bar sitzend, wo ich denn für diese Nacht noch hin könnte. Da ist tatsächlich wieder eine Discoveranstaltung in Plagwitz ... für Schwule, Lesben und alles Andere, was nicht in das Konzept männlich/weiblich paßt. Die Partys des Veranstalters habe ich schon länger nicht mehr besucht. Zurück zum Parkhaus und weiter nach 23 Uhr zu der Location - dieses Mal steht genau fest, wo und wann sie ist.

Es ist noch leer, als ich dort ankomme, aber der stetige Zustrom an Menschen läßt den Veranstaltungsort schnell voller werden. Die Musikauswahl für die Tanzfläche ist anfangs noch ganz angenehm und ich habe genug Platz. Es scheint, als wären auch noch andere transsexuelle Frauen anwesend. Ich würde gerne mal eine andere TS persönlich kennenlernen. Hätte ich kein Internet und wüßte ich nicht, daß es da draußen noch andere gibt, würde ich denken, ich wäre die Einzige auf der Welt. So häufig sind transsexuelle Frauen nicht. Ich ernte diesen Abend sogar wieder einige Komplimente von einem Mann, wie wunderschön weiblich ich doch aussehe und wirke (das tief dekolletierte, schwarze Spaghettiträgertop zeigt aber auch mehr als genug) - wäre da nicht meine unpassende, tiefe, männliche Stimme, die irritiert. Ich muß einfach weiter trainieren, nur jahrelanges, gezieltes Training kann da helfen.

Irgendwann zwischen 2 und 3 Uhr verlasse ich die Disco, die Musik ist mir zu technoid geworden und die "Dutt"-Dichte ist zu hoch - ein klares Zeichen zu gehen. Die Party hat schon vor gut einer Stunde aufgehört, "cool" zu sein. Zurück zur Wohnung meines Freundes, er ist noch nicht da und ich lege mich kurz nach 3 Uhr alleine schlafen.

Es ist schon wieder taghell, als ich seine Ankunft mitbekomme, er arbeitet einfach zu viel und ist wieder sehr müde. Den späten Sonntag Vormittag bin ich wieder vor ihm wach und kuschele mich kurz an ihn, ich möchte ihn weiterschlafen lassen. Er hat erst vor, gegen Mittag wieder zu arbeiten (kellnern), sagt dann aber doch aus arbeitsrechtlichen Gründen wieder ab (11 Stunden Ruhepause). Es wird noch 14 Uhr am Nachmittag, als ich mich endlich von ihm losreißen kann und ihn wieder in seiner Wohnung zurücklasse. Bald werde ich meine eigene, kleine Wohnung in Leipzig haben ... dann können wir jedes Wochenende viel mehr Zeit miteinander verbringen, mal bei ihm, mal bei mir - und ich kann ihm Frühstück machen (was der leere Kühlschrank so hergibt) und ein paar Tassen grünen Tee.

[10.04.16 / 15:45] Neulich Nacht... Steht ein MX-5 vor dem Schwulenclub... Ich werde wieder, von der Bar weg, in ein Gespräch mit einem Mann verwickelt. Er ist Deutscher und damit eigentlich gar nicht mein Typ. Es ist mein Lächeln, welches die Männer verzaubert. Nun... fängt er irgendwann an über seine Bundeswehrzeit zu erzählen - und wie das so ist, fängt der eine davon an, spricht der andere auch darüber. Ich kontere mit meiner Einheit und Truppengattung. "Halt!" schreit es in meinen Gedanken. "Darf ich das überhaupt erzählen? ... Mist, jetzt habe ich mich verraten." Das Gespräch nimmt jetzt sehr schnell ein Ende. Er entgegnet mir noch, daß er "hetero" ist (ich doch auch) und nichts von mir will. Meine Versuche, den Unterschied zwischen einer Transfrau und einem Mann zu erklären, bringen leider nichts mehr. Ich krame noch, weil ich es so gewohnt bin, in meiner Handtasche nach meinem Telefon, um Nummern von Männern zu sammeln, stecke es aber schnell wieder weg und wir verabschieden uns. Leider wieder Pech gehabt den Abend mit Männern.

[04.04.16 / 22:58] (Teil 4) Sonnabend Mittag stehe ich als Erste auf, die Sonne scheint und ich will mit meinem kleinen Roadster mit offenen Verdeck in die Innenstadt zum Hauptbahnhof von Leipzig fahren, zum Frühstück. Eine Tasse Cappuccino, ein Schoko-Donut und ein Croissant. Weiter in die, bei schönem Wetter, gut besuchte Innenstadt, zum Eisverkäufer meiner Wahl und wieder zurück zum Parkhaus. Mit meinem Schlitten etwas durch die Stadt cruisen, auf Nebenstraßen zurück zur Wohnung meines Freundes. Er macht sich gerade bereit für seine Arbeit die nächste Nacht, als ich bei ihm ankomme. Mit einem Abschiedskuß verläßt er mich, die Schlüssel zu seiner Wohnung hat er mir schon vorher gegeben. Ich bleibe auch nicht lange, krame noch etwas in meinem "Kleiderschrank" / Kofferraum meines Autos zusammen, bevor ich mich für die anstehende Nacht wieder zurück in die Innenstadt aufmache. Das Auto lasse ich stehen ... ich könnte ja wieder Alkohol trinken.

In dem italienischem Restaurant meiner Wahl für diesen Abend, an einem Tisch im Außenbereich in der Fußgängerzone sitzend, fällt mir die Auswahl schwer - eine normale Pizza oder doch diese in Schinken eingerollten, unpanierten Schnitzel mit Salbei? Als ich dieses Rezept mal selber kochen wollte, habe ich das als so eine Art Rouladen interpretiert und den Schinken und den Salbei mit Mozzarella und einem Zahnstocher zwischen das U-förmig zusammengeklappte Fleischstück zusammengespießt und angebraten. Die Version in dem Restaurant, welche mir serviert wird, mit dem mit Schinken ummantelten Fleischstück, sieht schon rein optisch viel professioneller aus. Ein Espresso noch zum Nachtisch und etwas Trinkgeld - wobei ich die Münzen, die ich eine Stunde zuvor dem nach Kleingeld fragenden Punk vorenthalten habe (er hat leider nur die wirklich kleinen Münzen bekommen) dann doch nicht gebraucht habe.

Wieder zurück zum Hauptbahnhof. In der gut gepflegten, ständig gereinigten und hell erleuchteten Bahnhofstoilette ("Sanitärbereich" klingt viel edler) kann ich ungestört mein Estradiol-Gel auf die Arme verteilen und vor dem großen Kosmetikspiegel meinen schwarzen Kajal auftragen - die einzige Art von Make-up, die ich wirklich brauche. Erneut weiter in den Jazz Club und auf dem Barhocker Platz nehmen, bis die nächste Disco sich gegen 23 Uhr füllt, ist noch etwas Zeit. Die Bar ist an diesem Sonnabend Abend sehr voll, viele laute, angetrunkene (und männliche) Gäste. Das "setting" stimmt einfach nicht für mich, um Alkohol zu trinken. Den Abend zuvor war die Atmosphäre ruhiger ("setting") und ich war entspannter ("set" ... wegen dem Sex mit meinem Freund). Ich bleibe nicht lange und gehe weiter zu Fuß in die nicht weit entfernte Gothic-Disco. Drei Tanzflächen für diesen Abend - leider dauert es eine Weile, bis endlich mal "meine" Musik gespielt wird, französischer Coldwave und Minimal Wave. Kurz vor 3 Uhr mit dem Taxi wieder zurück zur Wohnung meines Freundes - und alleine auf der großen Couch einschlafen.

Es ist schon hell am Sonntag Morgen, als er zurück kommt. Viel bekomme ich noch nicht mit - erst als er sich zu mir legt und beginnt mit mir Sex haben zu wollen. Ich bin noch müde, aber ich lasse es geschehen, ihm zuliebe. Sonntag Mittag stehe ich wieder als Erste auf und beginne mich abreisefertig zu machen - ich will (oder muß) Montag wieder zur Arbeit fahren? Wieder stehe ich fertig angezogen vor seinem Bett, streiche ihm durchs Haar, gebe ihm einen Kuß auf die Wange (er wird kurz wach), bevor ich die Zimmertür schließe und seine Wohnung verlasse. Draußen steht mein Roadster und auf mich warten noch über 150 km Autobahn - bei Sonnenschein mit offenen Verdeck, tief in die sportlichen Sitze eingedrückt, um den Fahrtwind bei kalifornischen 70 Meilen die Stunde auf der Interstate (Autobahn) zu entgehen und nur etwas die langen Haare im Wind flattern zu lassen. Allein die große Damensonnenbrille hält etwas die Haare zurück.

[04.04.16 / 22:57] (Teil 3) Freitag Vormittag werde ich im Hotelzimmer von einem Anruf geweckt. Der Mitarbeiter der Immobilienfirma, der die Wohnungsbesichtigung durchführt, möchte sich erkundigen, ob ich den Termin auch wahrnehme. Aber ja, ich suche doch weiter eine Wohnung in Leipzig. Wieder wähle ich ein kostengünstiges Frühstück aus dem Discounter in der untersten Ebene des Leipziger Hauptbahnhofs und verbringe noch eine Stunde Wartezeit am Mittag in der Gegend des Hauptbahnhofs (in der man zu jeder Tageszeit ein paar Punks, einige Obdachlose und viele Menschen, die nicht arbeiten zu scheinen trifft), bevor ich mich zu der Wohnung aufmache. Die kleine Ein-Zimmer-Dachgeschoßwohnung liegt nur ein paar Stationen von der Wohnung meines Freundes entfernt - ideal, um ihm näher zu sein ... fast schon wie zusammenziehen - nur mit getrennten Wohnungen. Ein wunderbarer Traum, wenn er in Erfüllung geht. Transsexuelle Frauen bekommen keine Wohnung zur Miete ... das sind alles Prostituierte - und diese passen nicht in das gutbürgerliche Wohnumfeld.

Wieder zurück in die Innenstadt, etwas in den Geschäften stöbern und Einkaufen (ein neues Portemonnaie aus Leder in meinem favorisierten Kaufhaus mit den teuren Designerlabels) und Abendessen in einem japanischen Nudelrestaurant. Anders als in Tokio, kann ich hier nicht einfach am Automaten auf ein Bild klicken, mit dem Essen, das mir optisch am besten gefällt - und verbringe daher einige Zeit mit dem studieren der Menükarte. Es wird Nudelsuppe mit diesen "Ei-artigen Dingens" als Beigabe, das ich schon in Tokio gegessen habe - und Matcha-Eis zum Nachtisch! Endlich ... was habe ich diese Köstlichkeit vermißt.

Zurück zu meinem parkendem Auto vor der Wohnung meines Freundes. Er ist noch nicht von seiner Arbeit zurück und ich stelle mich schon auf eine lange Nacht ohne Obdach ein. Ich verteile gerade meine ganzen Utensilien aus meiner Handtasche auf dem Beifahrersitz, sortiere, was ich für den Abend brauche und was nicht, als er gerade zu Fuß von der Arbeit kommt und mich in meinem Auto sieht. "I live in my car", ist meine Erklärung für ihn, für die gerade entstehende Unordnung in meinem Auto. Zum Glück kann ich jetzt mit in seine Wohnung. Dafür muß ich nicht irgendwo auf einer Damentoilette, in irgendeiner schummrigen Bar oder Nachtclub, meine Hormone nehmen (das Gel auf die Oberarme verteilen). Er scheint die Nacht und den Morgen nach seinem Trinkgelage ganz gut überstanden zu haben. Ich liebe ihn umso mehr, wenn er wieder nüchtern ist ... und ja, es kommt zum Sex! Wenn auch nur ganz kurz ... immerhin etwas. Ich hatte schon an meiner Attraktivität für ihn gezweifelt. Ich biete ihm an an, mit mir den Freitag Abend noch auszugehen, aber er möchte nicht. "Discofertig" mit Kajal und angezogen mit schwarzen Mantel stehe ich noch einmal vor seinem Bett, bevor ich ihm einen Abschiedskuß gebe und wieder alleine mit der (letzten) Straßenbahn in die Leipziger Innenstadt fahre. Vielleicht treffe ich ja wieder meinen neuen marokkanischen Freund.

Der Jazz Club ist wieder mein Ziel. Ich liebe es, die Nächte in Bars zu verbringen. An der Bartheke sitzend, studiere ich die Cocktailkarte. Vor zwei Nächten habe ich Cola und Tonic Water als Drink zusammen mixen lassen - es muß aber aber Cola und Bitter Lemon sein ... und einen kleinen Rum für meine Variante des "Cuba libre". Die originale Version wird mit 4 cl gemischt, meine nur mit 2 cl. Mein Freund hat einen sehr schlechten Einfluß auf mich - ich fange wieder an zu trinken. Über einen Promillerechner auf meinem Smartphone errechne ich meinen (angenommenen) Alkoholwert: 0,13 Promille. Wenn ich eine Stunde an meinem Longdrink schlürfe, noch niedrig genug, um danach wieder mit dem Trinken aufzuhören und nicht wieder diese dämonische "Wasserfallkaskade" in Gang zu setzen - und mich bis zum Filmriß (und Kotzen) zu besaufen! Dahin will ich nie wieder zurück, der Alkoholkonsum reicht für mein ganzes Leben. Ich bin quasi wie Obelix in ein Faß voll Whisky und Wodka gefallen.

Mit dem Taxi gegen 2 Uhr die Nacht zurück zur Wohnung meines Freundes. Er schläft noch nicht und schaut sich einen arabischen Film auf seinem Smartphone an (wie ich an dem Tonfall erkenne, wohl etwas kitschiges mit Romantik). Ich lege mich schlafen, nicht allzuviel später legt er sich auch zu mir und wir schlafen gemeinsam ein. (Ende Teil 3)

[04.04.16 / 22:56] (Teil 2) Donnerstag Mittag, mir gefällt die Suite und ich habe den Abend zuvor noch eine zweite Nacht gebucht. Meinen Freund lasse ich weiter in der Unkenntnis, daß ich schon in Leipzig bin. Den Abend zuvor bin ich vor seinem Fenster in dem Haus, in dem er wohnt, vorbei gefahren. Jetzt laufe ich vom Hotel zur nächsten Straßenbahnhaltestelle wieder daran vorbei. Keine Bewegung, Rollos unten, dunkel. Er scheint nicht da zu sein. Weiter in die Leipziger Innenstadt, nach einem sparsamen Frühstück am Hauptbahnhof fallen mir am frühen Nachmittag die Wegweiser zum "Museum der bildenden Künste" auf. Der stärker werdende Regen, der mich schon seit dem Verlassen des Hotels verfolgt, bringt mich dazu, diese Kunstgalerie zu besuchen. Drei Etagen, von der Romantik über die Renaissance zur deutschen Moderne ist alles dabei. Die Auswahl an bekannten Künstlern ist natürlich nicht so groß wie im Musée d'Orsay in Paris oder dem MoMa in New York - dafür hängt hier "Nummer V" der Toteninsel von Böcklin. Bis auf die zerstörte, vierte Version und der Urversion in Basel, habe ich damit alle Versionen seines Gemäldes gesehen. Nr. 2 hängt im MoMa und Nr. 3, die mir am besten gefällt, in der Nationalgalerie in Berlin. Stunden später... zurück zum Hotel.

Keine Arbeit, keine Wohnung, alles was ich besitze, liegt im Kofferraum meines Autos. Im strömenden Regen krame ich noch die Unterwäsche für den nächsten Tag zusammen - und ein paar Unterlagen für die Wohnungsbesichtigung am Freitag Nachmittag. Für das Abendessen wähle ich ein vietnamesisches Bistro in der Innenstadt. Erst jetzt lasse ich meinen Freund wissen, daß ich in Leipzig bin. Er ist überrascht (enttäuscht?), daß ich die letzten zwei Nächte in einem Hotel übernachtet habe und nicht bei ihm. Er schreibt mir auch, daß er mich den Abend noch einmal anrufen wird, wenn er seine Arbeit beendet hat.

Es ist kurz vor Mitternacht, ich bin schon längst (und vollkommen durchnäßt vom Dauerregen) im Hotel zurück, als mich seine Nachrichten und Anrufe erreichen. Er scheint betrunken zu sein und will, daß ich ihn am anderen Ende der Stadt bei einer Wohnungsadresse abhole ... ich ahne Schlimmes. Es dauert eine Weile, bis ich in der Plattenbausiedlung einen viel zu engen Parkplatz gefunden habe und durch strömenden Regen laufend, den Hauseingang finde. Er trinkt noch etwas mit seinen syrischen Freunden zusammen. Ich trinke nichts, nur die Cola, die mir angeboten wird. Mir fällt auf, daß er immer mehr betrunken ist, als die anderen. Es wird erst 2 dann 3 Uhr nach Mitternacht und ich dränge ihn vorsichtig, zu gehen. Letztendlich schläft er gegen 4 Uhr morgens auf der Couch in der Wohnung ein und ich fahre alleine wieder zurück zu meinem Hotel. Die Antidepressiva, von denen ich ihm mal zwei zum Schlafen abgegeben habe, hat er jetzt mit Alkohol kombiniert. Unmöglich, ihn da wieder aufzuwecken. (Ende Teil 2)

[04.04.16 / 22:55] ... Doch kein ritueller Selbstmord.

Die Nacht zum Mittwoch war schlaflos. Auch die vierfache Dosis der Tabletten bringt keine Wirkung. Zu groß sind meine psychischen Probleme am Arbeitsplatz. Gegen 4 Uhr morgens bekomme ich wieder meinen Nervenzusammenbruch und Weinkrämpfe. Ich kann nicht mehr. Bis 10 Uhr morgens liege ich noch mit geschlossenen Augen im Bett, ab und zu kann ich doch für ein paar Minuten in einen kurzen Leichtschlaf fallen. Nach dem Aufstehen ist für mich klar: Ich gehe nicht mehr zur Arbeit, ich packe alle meine Sachen und haue ab, ganz weit weg. Vielleicht bringe ich mich auch um. Ruhig und planvoll und absolut klar im Kopf, wie ein Selbstmörder nur sein kann, packe ich alle meine Sachen, räume den ganzen Kleiderschrank leer und nehme sogar meinen Reisepaß und sämtliche Medikamente mit, selbst die Vorratspackungen. Ich möchte vorbereitet sein, für eine längere, mehrmonatige Abwesenheit. Am Ende sind es ein Rucksack, eine Reisetasche, ein großer Beutel mit den Inhalt meines Kleiderschranks und meine Leopardendecke - erstaunlich, was alles in den kleinen Kofferraum meines MX-5 paßt.

Mittwoch Nachmittag, kurz vor 14 Uhr fahre ich doch wieder zur Arbeit ... es ist mir vollkommen egal, wann ich da erscheine. "Jetzt erst recht!" denke ich mir und komme richtig zu spät. Ich will noch diese Teilaufgabe beenden, an der ich die letzten Tage gearbeitet habe, bevor ich verschwinde. Es ist halb sieben abends und ich bin vollkommen alleine in der Firma, als ich mit meiner Arbeit fertig bin und noch einen Urlaubsantrag für den nächsten Tag stelle. Der für den Freitag wurde mir schon vor ein paar Tagen genehmigt. Ich nutze das Kommentarfeld in dem Online-Formular und deute an, daß ich wohl noch für längere Zeit weg sein könnte. Begründung: "Die Antidepressiva wirken nicht so, wie sie es eigentlich hätten tun sollen." Meinen Firmenausweis lasse ich in der Schreibtischschublade zurück, den brauche ich nicht mehr. Auf der Autobahn unterwegs den Mittwoch Abend nach Leipzig.

Ich fahre wieder zu dem Hotel in der Nähe der Wohnung meines Freundes, ich bin weiterhin psychisch total fertig und möchte ihn nicht belasten. Ich will ihn vor mir beschützen und die zerbrechliche Beziehung, die wir zwischen uns aufgebaut haben, auf keinen Fall riskieren und kaputtmachen. Ich weiß, ich bin im Selbstzerstörungsmodus. Es ist noch ein Zimmer frei im Hotel für die Nacht - und was für eins! Für sehr günstige Konditionen bekomme ich die "Präsidenten Suite" angeboten (den Namen habe ich ihr gegeben, es ist nur so eine Art Junior Suite, mit zwei Zimmer, Bett und Couch, und großem Balkon direkt über den repräsentativen Haupteingang). Zu schade, für nur eine angebrochene Nacht. Ich beziehe das Zimmer und nehme nur den Rucksack mit dem Waschzeug und den Medikamenten mit (MS-Spritzen, Hormone, Antidepressiva usw.), der Rest bleibt im Kofferraum meines Autos.

Ich weiß nicht, wie lange mein Geld ohne Arbeit wohl reichen wird, daher wähle ich für den Mittwoch Abend ein günstiges Schnellrestaurant mit italienischem Essen in Leipzig. Unterwegs dorthin in der Innenstadt, werde ich von einem jungen Mann angesprochen. Er ist, wie kann es auch anders sein, Marokkaner und verwickelt mich in ein nettes Gespräch. Wir gehen zusammen etwas essen (wobei nur ich etwas zu essen bestelle). Er spricht mich natürlich auf meine "Trans"-Vergangenheit an und zeigt sich weiter interessiert. Nach dem Essen gehen wir noch etwas in der von Straßenlaternen beleuchteten Innenstadt von Leipzig spazieren, bevor wir uns für eine Bar entscheiden, um bis Mitternacht noch etwas zu trinken. Es ist ein "Jazz Music Club", welcher mein Interesse erweckt, der immer gut besucht zu sein scheint - in dem aber gar keine Jazzmusik gespielt wird. Egal, ich möchte mich nur nett weiter mit meinem neuen marokkanischen Freund unterhalten. Leider kommt es an diesem Abend zu keinem Austausch von Telefonnummern ... schade. Vielleicht war ich wohl doch nicht attraktiv genug für ihn - oder er war letztendlich doch nicht an ein sexuelles Abenteuer mit einer Transfrau interessiert und wollte mich wirklich nur mal kennenlernen und unterhalten. Ich gehe die Nacht alleine zum Hotel zurück, die letzte Straßenbahn fährt noch. (Ende Teil 1)

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Kommentar:

[05.12.22 / 17:34] Daniele1992: Hallo Morgana

Mail ist heute rausgegangen

LG Daniele

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße

Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße

Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg

Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,

vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.

Herzlich

Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.

Herzlich

Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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