morgana81 - gothic transgender AWAY WITH YOU - Covid‑19 pandemic 2020‑2022 🎈

Viel Schlaf ist es nicht, zwischen 10 und 11 Uhr den Sonnabend scheint die Sonne so stark in meine Wohnung, daß ich nicht mehr weiterschlafen kann.

[15.03.20 / 20:26] Viel Schlaf ist es nicht, zwischen 10 und 11 Uhr den Sonnabend scheint die Sonne so stark in meine Wohnung, daß ich nicht mehr weiterschlafen kann. Ich stehe auf. Strahlend blauer Himmel - darauf habe ich gewartet. Ich nutze die Gelegenheit und mache gegen Mittag um die 300 Fotos in meiner 28m²-Wohnung, ich will jedes Detail festhalten, ich will mich für immer an meine schöne Wohnung erinnern können ... bevor ich sie in ein paar Wochen aufgeben muß. Nach und nach werde ich alles rausschleppen, dann brauche ich auch keine Fotos mehr machen. Ein Traum geht zu Ende, der Traum, eine eigene, kleine Wohnung zu haben ... zurück zu meinem Erstwohnsitz (in der tiefsten Provinz) wohne ich wieder bei meinen Eltern. Ich habe es nicht geschafft, auf eigenen Beinen zu stehen, meine kleine Existenz zu halten.
Den frühen Nachmittag gehe ich noch einmal für den Abend einkaufen, etwas zum Essen organisieren ... die Regale mit den Nudelpackungen sind wie leergefegt, ich greife eine der letzten beiden Beutel. Auch an anderen Stellen gibt es nicht mehr viel, Gemüse ist weg, die Tiefkühltruhen suche ich erst gar nicht ab - Fischkonserven sind noch genug da! Ich greife gleich zwei - eine für mich, eine zum Tauschen. (Ich gehe richtig ab, bei der angespannten Situation - endlich zahlt es sich mal aus, daß ich die ganzen Zombiefilme und alle Staffeln dieser einen Serie mit den umherwandelnden Toten gesehen habe.) Über einen kleinen Umweg (zwei Stück Kuchen kaufen für mich) zurück in meine Wohnung.

Couscous mit Tomaten, schwarzen Oliven und Thunfisch: Couscous in einer kleinen Schüssel mit etwas Kurkuma mischen, zum gleichen Teil mit 100ml aufgekochtem, leicht gesalzenen Wasser übergießen, mit einem Teller abgedeckt stehen lassen. Einen Topf / Pfanne mit Olivenöl und gemahlenen Chili aufsetzen, Knoblauch einwerfen, alles erhitzen. 10 kleine Cherry-Tomaten vierteln, nach und nach dazugeben + Salz, Pfeffer, orientalische Gewürzmischung. 10 schwarze Oliven entsteinen (mit dem "Olivenentsteiner"), zerhacken, mit in den Topf geben. Eine kleine Dose Thunfisch aufmachen, auch dazugeben (den Inhalt), alles umrühren und köcheln lassen (wegen den wässrigen Tomaten und dem üppig eingegossenen Olivenöl mit etwas reduzierter Hitze). Kurze Zeit später den Couscous aus der Schüssel mit in den Topf / Pfanne rühren, alles zusammen weitere 5 Minuten erhitzen, gelegentlich umrühren. Danach fertig auf dem Teller servieren.
Mit den Tomaten geht der gelbe Kurkuma-Couscous in das Orangene, zu dem Thunfisch passen nur geschmacklich die schwarzen Oliven. Es wirkt etwas trocken, ein Stück Butter oder Joghurt wäre als finaler Abschluß nicht schlecht, frische grüne Kräuter würden das Optische aufwerten ... Notiz für später.

Den späten Nachmittag die zwei Stück Kuchen mit einem Kännchen Tee, den frühen Abend mein Rezept kochen mit den Sachen, die ich vorher eingekauft habe ... ich habe mich dann doch für den Couscous und nicht für die Nudeln entschieden. Den Abend mache ich mir weitere Gedanken ... gehe ich noch ein zweites Mal aus? Ich überprüfe immer wieder im Internet die Veranstaltungskalender für die Parties und Konzerte in Leipzig - gefühlt ständig ändert sich etwas und eine Veranstaltung nach der anderen fällt einfach aus oder wird abgesagt ... Virus-Panik. Wäre es nicht auch besser, ich bleibe den Sonnabend Abend auch in meiner Wohnung? Ich könnte niemanden infizieren, mich könnte niemand infizieren, überall in der Welt wird gerade das öffentliche Leben eingestellt, anderswo werden Bars und Clubs gleich ganz geschlossen und alle Veranstaltungen verboten.
Verboten! Genau das ist der Punkt, an dem ich mich aufhänge. Ich brauche niemanden, der mir irgend etwas verbietet, der mich vor mir selbst schützt - ich bin selbst verantwortlich für mich! Ich kann für mich alleine entscheiden, wieviel Risiko ich eingehe! Ich bin mir bewußt, ich gehöre mit meinem auf fünfzig Prozent runtergefahrenen Immunsystem (immerhin noch doppelt soviel wie bei AIDS) zu der in den Medien als besonders schützenswert benannten "Risikogruppe" - und es könnte mich treffen ... aber wie hoch ist schon die Wahrscheinlichkeit? Ich mache auch andere unvernünftige und gefährliche Dinge - ich fahre Motorrad - und an wen könnte ich das Virus, wenn ich es hätte, schon weitergeben? Ich gehe nicht arbeiten, ich treffe keine anderen Menschen, ich lebe abseits der Gesellschaft ... ich habe das zutiefst autistische Bedürfnis, zu allen Menschen mindestens zwei Meter Abstand zu halten und mich nicht ansprechen oder in ein Gespräch verwickeln zu lassen. Also gehe ich aus, tanzen, für mich allein (so wie ich es schon mein ganzes Leben lang tue). [Anm. der Verfasserin: War das wirklich so sinnvoll? Im nachhinein betrachtet...]
In dem Club in Plagwitz ist diesen Abend bzw. diese Nacht eine Soli-Party, ich weiß zwar nicht für was, aber es wird wohl schon irgend so ein linksalternatives Ding sein ... noch ist die Veranstaltung, nach meinem Kenntnisstand, nicht abgesagt (aber alle anderen Punk-Konzerte). Gegen 21:30 Uhr mache ich mich wieder ausgehfertig, das gleiche Outfit wie letzte Nacht. Etwa eine Stunde später sitze ich in meinem Auto und bin unterwegs in den Stadtteil.
Links und rechts sehe ich die jungen Leute in ihren Autos, unterwegs in die Diskos ... oder irritiert umherfahrend und nach etwas suchen, was die Nacht noch geht. Ich parke mein Auto in der gewohnten Seitenstraße gegenüber der finsteren Gasse mit dem Club. 23 Uhr ... ob die Veranstaltung wirklich stattfindet? Einfach probieren.
Zu Fuß ein paar Schritte durch die dunkle Gasse, der Eingang mit der Treppe zu dem Fabrikgebäude ist nicht beleuchtet, keine Menschen zu sehen. Vor der verschlossenen Eisentür ist es still. Ich versuche gar nicht erst sie zu öffnen ... klar, daß die Veranstaltung ausfällt. Das ist eine "Soli-Party!" Die lebt davon, daß viele Besucher kommen - und kommt keiner (außer mir) macht das ja auch gar keinen Sinn, die stattfinden zu lassen! (Aber ich habe es zumindest probiert.) Zurück zu meinem Auto, zurück in den Stadtteil nördlich des Zentrums mit meiner Wohnung. Immer noch haufenweise Disko-Fahrer auf den Straßen, ihre Welt bricht gerade zusammen, ihr einziger Lebenssinn, am Wochenende aufzuleben, die Lethargie der Arbeit hinter sich zu lassen und in den Clubs und Bars die Nächte durchzufeiern ... bis wieder der beschissene Montag anfängt. Kenne ich nur zu gut.
Gegen Mitternacht bin auch ich wieder zurück in meiner Wohnung und werfe das blaue Licht meines Laptops auf dem Tisch meiner Minibar an ... wenigstens war ich die Nacht davor noch aus und tanzen. Nächstes Wochenende wird bestimmt alles verboten sein. Zurück zur Zombie-Apokalypse: Wir sind bis an die Zähne bewaffnet und militärisch ausgebildet... (Ende Teil 2/2)

[27.01.20 / 00:20] Nudelauflauf mit Tomaten, Zucchini, Oliven und Kapern: In einem Topf Wasser aufsetzen, eine große Tomate in kleine Stücke zerteilen, eine halbe Zucchini erst in Scheiben, danach in schmale Streifen, Knoblauch und Schalotten kleinschneiden. In dem Topf die Nudeln kochen, währenddessen in einer zweiten Pfanne Olivenöl mit Chilipulver erhitzen, die Tomaten und die Zucchini dazugeben, alles mit Salz, Pfeffer, Oregano, Basilikum und Thymian würzen, die Soße in der Pfanne lange, auf mittlerer Stufe, auf dem Herd köcheln lassen. Aus dem ersten Topf die Nudeln abgießen, eine handvoll Oliven entsteinen (mit einer speziellen Zange / Olivenentsteiner - was für ein Wunderwerk der Technik, wie konnte ich nur so lange ohne damit leben?), die Oliven in kleinen Scheiben mit in die Pfanne geben, einen Teelöffel Kapern dazu, alles weiterköcheln lassen und gelegentlich umrühren. Den Backofen vorheizen, ein Stück Ziegenkäse halbieren, die erste Hälfte in kleine Würfel zerteilen, die fertigen Nudeln mit der Tomaten-Zucchini-Oliven-Kapern-Soße aus der Pfanne in dem Nudeltopf mischen, umrühren und die erste Hälfte des Ziegenkäses dazugeben und unterrühren. Eine Auflaufform einölen, alles aus dem Topf in die Auflaufform geben, mit einer zweiten, kleinen Tomate, in Scheiben geschnitten, dekorieren, die zweite Hälfte des Ziegenkäses in Streifen darüber legen. Den Auflauf im Ofen mit Umluft bei 200 Grad 20 bis 25 Minuten backen, bis der Ziegenkäse anfängt, braun zu werden (der besondere Ziegenkäse vom Wochenmarkt zerläuft tatsächlich), alles fertig in der Auflaufform heiß servieren.

[07.10.19 / 19:50] Die Woche im Rückblick: Sonntag Abend kommt mich mein franko-algerischer Freund besuchen, sein Auto parkt in zweiter Reihe, er bleibt nur für eine Dreiviertelstunde ... für Oralsex. Was habe ich falsch gemacht? Warum bin ich wieder nur eine "Nutte" für ihn? Ich kann noch so viel mehr als Sex (Kuchen backen). "Aber du bist gerade erst gekommen?" Wollen wir nicht erst mal ein bißchen reden und zusammensitzen? Nachdem er wieder gegangen ist, probiere ich meine Rotlichtbeleuchtung in meiner Wohnung / Stundenhotel aus ... der schwarze Morgenmantel zum Empfang meiner Gäste an der Wohnungstür hängt auch schon bereit. Gedanken verwerfen.
Montag Nachmittag, eigentlich bin ich nur in der südlichen Innenstadt unterwegs, um eine Eintrittskarte für das Konzert am Donnerstag in Connewitz zu kaufen. Eine große Drogeriekette, an der ich in der Fußgängerzone vorbei gehe, wirbt mit einem großen Verkauf an Schallplatten - jetzt nur diese Woche! Ich gehe neugierig hinein. Die Rolltreppe hoch in der dritten Etage stehen an die zwanzig oder dreißig Kisten mit Vinyl, überwiegend Neupressungen mit 180 Gramm, einige interessierte Käufer durchforsten die Platten, ich auch. "Iggy Pop", "Billy Idol", Oh! "Grateful Dead" im bunten, psychedelischem Cover. Die wahren jahrzehntealten Schätze ziehe ich hier natürlich nicht raus, aber zum Aufstocken einer neuen Sammlung reichen die Neupressungen auch aus. Weiter in den nächsten Plattenladen...
Das Ticket kaufe ich an einer Vorverkaufsstelle, ein paar Hausnummern daneben südlich des Zentrums von Leipzig befindet sich ein Musikgeschäft. Ich blättere wieder in den Plattenkisten, durchsuche die ganzen 12" Singles für DJs ... nichts dabei, was meinem Stil zum Auflegen entspricht (Italo, Wave und Hi-NRG) - so wird das nichts mit meiner neuen DJ-Karriere auf Ibiza. Einzig bei den CDs finde ich ein (gebrauchtes?) Exemplar, alle gesammelten 12" Singles einer französischen Coldwave-Band aus den Achtzigern digitalisiert auf einer Scheibe. Zurück zu meiner Wohnung, schnell noch was am Hauptbahnhof für das Frühstück kaufen, damit ich bis zum nächsten Morgen durchhalten kann (denn eigentlich war ich nur unterwegs, um neben dem Ticket, etwas zum Essen einzukaufen, bei leerem Kühlschrank).
Mittwoch ... ein Rezept nachkochen (ich habe den Dienstag eingekauft): Tomaten würfeln, Knoblauch kleinschneiden, alles mit Olivenöl in einer Schüssel vermengen, arabische Gewürze und Pfeffer dazu, durchrühren und die Schüssel beiseite stellen, alles ziehen lassen. Eine Aubergine halbieren und in Streifen schneiden, auf einem Teller auslegen und salzen, auch beiseite stellen und ziehen lassen. In einem Topf zwei Eier kochen (und die muß man doch anpieksen!), sechs Minuten, bis sie innen fest sind. Eier ungeschält aus dem Topf fischen, beiseite legen. In einer Pfanne Olivenöl erwärmen, die Streifen Aubergine unter klarem Wasser vom Salz befreien, abtupfen (ich quetsche sie einfach mit der Hand aus), in die Pfanne geben und anbraten, Chili mit dazu, bis sie goldbraun und weich sind. Währenddessen den Ofen vorheizen, Weizentortillas, Pita- oder Fladenbrot aufbacken (in meinem Fall Tortillas), Eier schälen und halbieren. Die Auberginenstreifen vom Herd nehmen, zusammen mit den Eiern und dem Tomatensalat aus der Schüssel auf einem Teller anrichten, mit dem aufgebackenen Brot und Hummus servieren. Sabich ... Tel-Aviv-Streetfood.
Donnerstag - das Konzert. Ich bin viel zu spät und halte mich den Abend mit dem Beine rasieren auf, Blick auf die Uhr - nach meiner Zeitplanung 45 Minuten im Verzug. Kein Make-up, kein Mascara, nur schwarzer Kajal, die Sachen liegen griffbereit im Schrank - mein schwarzes Netz-Top zusammen mit dem Nietengürtel, die blickdichte Leggings, der Leder-Mini mit den viktorianischen Stiefeletten. Kapuzenpullover, Lederjacke ... Silberschmuck vergessen, schnell noch die Kette umhängen und raus in die Dunkelheit des Abends zu der Straßenbahnhaltestelle. Die Bahn kommt in einer Minute, der Fahrkartenautomat wird von ortsfremden Menschen belagert - keine Zeit! Jede Minute zählt! (Die nächste Bahn kommt erst wieder in 15 Minuten.) Ich fahre (wie so oft) schwarz.
Umsteigen am Hauptbahnhof, am Connewitzer Kreuz auf den Bus die nächsten zwei Haltestellen warten (jetzt habe ich eine Fahrkarte) und weiter zu Fuß (aus dem Bus) rüber zu dem Konzertgelände - kurz nach 21 Uhr, ich betrete die kleine Halle, die Solokünstlerin an ihrem Synthesizer-Tisch als Vorband spielt bereits ihren ersten Titel. Ein Getränk an der Bar holen und ich bin angekommen.
Viele Gäste in schwarzen Sachen, meine Szene. Die Hauptband des Abends kenne ich nur aus ihren Internetvideos, ein Konzert von denen mal zu sehen, liegt schon länger auf meinem imaginären To-Do-Stapel. Die Band, die zwei Musiker aus Los Angeles nehmen sich in der Umbaupause sehr viel Zeit, lassen das Publikum warten, einen Kult um sie aufbauen ... Voll die Divas! Schnell noch den Kajal hinter der Bühne nachziehen. Dann betreten sie die Bühne ... ihre Erscheinung, Präsenz, mystische Aura irgendwo zwischen Liberace und Elvis! Ich tanze jeden Titel mit, den ich schon kenne, meine Bewunderung für die beiden Männer (in ihren Glitzerkostümen). Wenn ich es endlich mal schaffe, meine vierte Single aufzunehmen und mein Album zu vervollständigen und einen einzigen Auftritt zu haben - dann will ich das auch genau so machen! Eine Zugabe und ein ganz klassischer Abgang von der Bühne während die Feedback-Schleife (am Synthesizer!) vor sich hin dröhnt ... "L.A. Deathrock style!" (Kenne ich schon von den anderen Bands dort ... die Helden meiner Jugend, sechs von elf Buttons an meiner Kutte sind aus Kalifornien.)
Auf zum Merchandising-Stand! Die kleine Halle wird sehr schnell leer, nachdem das Konzert gegen Mitternacht zu Ende ist ... werktags, andere Menschen müssen den nächsten Tag zur Arbeit gehen. Ich habe nur noch 20 Euro für das Debut-Album auf Vinyl übrig (die anderen Alben muß ich nachkaufen), sorgsam schiebe ich die Schallplatte in meine große Handtasche, deren Maße exakt passen. Meinen Pullover überziehen, Reißverschluß an meiner Lederjacke zumachen (Buttons verdeckt tragen), weitere Flyer einstecken und zu Fuß zurück zu der Straßenbahnhaltestelle am Connewitzer Kreuz ... es nieselt, der Bus die zwei Haltestellen überholt mich. In der Straßenbahn an der Haltestelle investiere ich meine letzten paar Münzen in eine Fahrkarte und bin kurz vor 0:45 Uhr mit der letzten Linie wieder zurück in der Gegend um meine Wohnung. Sachen ablegen, schnell ins Bad verschwinden, Kajal aus den Augen waschen, ins Bett fallen und einschlafen.
Freitag, den Auberginen-Tomaten-Nudelauflauf mit Oliven im Backofen mache ich mit einem rohen Ei (alles im Topf durchgerührt und in die Auflaufform gegossen), damit es diesmal besser zusammenhält (nach 25-30 Minuten Backzeit). Ansonsten passiert den Tag nicht viel, bei einer Tasse Tee den Nachmittag weiter an meinem Webmail-Projekt arbeiten, das CSS auf HTML5 anpassen. (Ende Teil 1/2)

[11.06.19 / 16:57] Pfingstmontag, der letzte Tag des Festivals, irgendwann den frühen Nachmittag werde ich wach und stehe auf. Meinen schwarzen Morgenmantel anziehen und zwei Croissants in der Alu-Schale in den Backofen legen, auf meinem Herd faucht währenddessen der kleine Bialetti-Kocher mit dem italienischen Kaffee. Erst zwei oder drei Stunden später den frühen Abend beginne ich mit der Vorbereitung des Essens - es ist auch der letzte und vierte Tag meines Kochmarathons, es gibt den Couscous mit Kidneybohnen (mein Versuch, das Rezept vom Street Food Festival nachzukochen).
Den Couscous mit gelben Kurkuma nach Anleitung in einem Kochtopf mit heißem Wasser aufquellen lassen, den Kochtopf mit einer kleinen Schüssel (zum Verzehr später, hält die Schüssel warm) abdecken. Währenddessen in einer Pfanne mit Chili-Olivenöl eine kleingeschnittene Knoblauchzehe andünsten, eine Dose Kidneybohnen dazu und - die hatte ich noch vom Vortag über - aus einer Avocadohälfte einige Fetzen des cremigen Inneren herausschneiden und mit in die Pfanne geben, alles würzen (der Couscous quellt schon im leicht gesalzenen Wasser, ich nehme für die Pfanne nur Pfeffer und die orientalische Baharat-Gewürzmischung), alles weiter anbraten. Die dunklen Kidneybohnen und die gelb-grüne Avocado ergänzen sich ästhetisch und geschmacklich wunderbar. Den gelben Couscous in die kleine Schale zum Verzehr geben, alles aus der Pfanne (das Öl, die Bohnen, die Avocado) darüber geben und mit Saté-Soße (fertig aus der Kaufhalle) servieren.
Das einfache Rezept geht sehr schnell, nach dem Abwasch widme ich mich wieder meiner Vorbereitung für die Nacht. Der Einlaß auf das Gelände des alten Werks ist erst gegen 22 Uhr, für das Wetter den Abend in Leipzig sind schwere Gewitter angekündigt. Ich nehme eine Dusche, trage anschließend das Make-up auf ... vor den Fenstern in meiner Dachgeschoßwohnung wird es dunkel und es beginnt zu donnern. In dem strömenden Gewitterschauer gehe ich nicht raus. Ich lasse mir Zeit ... viel Zeit, kombiniere vor dem Ankleidespiegel das schwarze Spitzenkleid aus Wien, der vierte Tag meiner Modekollektion, mit meinen Schuhen. Eigentlich wollte ich die High-Heel-Schaftsandaletten zu dem Kleid anziehen, aber meine Füße sind bei der drückenden Schwüle dieses Junitages so stark angeschwollen ... und außerdem sehen die in dem superkurzen Kleid irgendwie nuttig aus. Meine Pikes, die mit den kleinen Absatz? Die hatte ich den Donnerstag und den Freitag schon an. Konsequenterweise wähle ich aus meiner Schuhsammlung wieder die viktorianischen Stiefeletten, die ich schon in Wien anhatte - und zu dem anderen schwarzen Spitzenkleid zwei Nächte zuvor. Das Gewitter geht langsam zurück, ich lege vor dem Spiegel den Silberschmuck an: "Ich gehe kaputt bei dem Wetter!" Ob es draußen regnet oder es in meiner Wohnung total heiß und drückend schwül ist ... ich könnte wieder erneut duschen. 22 Uhr sitze ich wieder draußen in meinem Auto, der Gewitterschauer hat nachgelassen.
Die Blitze am tiefschwarzen Horizont, auf dem Weg in den Süden von Leipzig, nach Connewitz. Mein Auto lasse ich genau da stehen, wo ich die letzten Tage auch geparkt habe, zu Fuß von der Seitenstraße um die Ecke in die Straße mit dem Werk 2. Dort am Eingang angekommen, fällt mir ein, ich habe ja gar kein Geld mehr! Alles die letzte Nacht ausgegeben. Der nette Türsteher zeigt mir die Richtung, in der ich etwa 200 Meter weiter den nächsten Geldautomaten finden kann. Wenig später bin ich wieder zurück am Einlaß.
Die letzte Nacht des Festivals ist, wie auch die letzten Jahre, nur die kleine Halle mit der Tanzfläche geöffnet und keine Konzertauftritte. Ich gebe meine Jacke an der Garderobe ab, hole mir an der Bar das erste Getränk für den Abend, laufe etwas umher, stehe an einem Bartisch. Die kleine Halle füllt sich nach und nach und wenig später befinde ich mich auch auf der Tanzfläche. Im Wechsel zwischen tanzen, am Rand stehen, auf meine Songs warten, an der Bar Nachschub holen, vergeht die Zeit bis nach Mitternacht. Draußen auf dem Innenhof ist schon das ganze Wochenende ein Essensstand mit einem Grill und einer Fritteuse ... ich investiere ein paar Euro in einen Mitternachtssnack (die Kartoffelspalten).
Zurück am Rande der Tanzfläche, mein Stammplatz auf dem Barhocker, oder ohne an dem Bartisch ... "Hi-NRG!" Ich stürme die Tanzfläche, exzessiv bewege ich mich zu den schnellen Beats. "Jetzt nicht übertreiben", ich muß mich stellenweise bremsen und mal einen Gang herunterschalten ... keine Chance, das DJ-Team legt nach. Erst bei dem nächsten Stilwechsel kann ich mich am Rand wieder ausruhen. Noch ein Getränk von der Bar, im Wechsel eine Flasche Wasser oder diese Holunderbrause.
Wenig später auf der Damentoilette beim nachträglichen Händewaschen vor den gut beleuchteten, großen Spiegeln: "Hätte ich doch eine weitere Slipeinlage zum Wechseln mit in die Handtasche gepackt." Aber du wolltest ja das volle Programm, die Vlieskompressen sind mir schon den Abend zuvor ausgegangen, das restliche Blut und das Wundsekret fange ich mit ganz normalen Slipeinlagen auf ... genau dafür sind die gemacht. Frauenkram.
Zurück auf meinem Barhocker lasse ich die Nacht ausklingen, beobachte das Publikum auf der Tanzfläche: "Jetzt ist es wieder die Party mit den coolen Leuten!" Lange möchte ich die letzte Nacht nicht bleiben, kurz nach 3 Uhr nach Mitternacht hole ich meine Lederjacke aus der Garderobe. Auf dem (teilweise überdachten) Innenhof draußen vor dem Eingang zu der kleinen Halle und dem Essensstand gegenüber schaue ich mich noch einmal um, bevor ich gehe - weil es so schön ist, nochmal: "...die Party, auf der die coolen Leute sind." In der Dunkelheit der Nacht zurück zu meinem geparkten Auto.

[10.06.19 / 17:22] Sonntag Mittag, den schwarzen Morgenmantel umwerfen, Croissants in den Backofen, das Kännchen mit dem Damaszenerkaffee auf dem Herd. Das Bild in meiner kleinen Klimt-Mokka-Tasse ergibt sich mir noch nicht auf Anhieb. Nur in einer winzigen Ecke am Rand entsteht vor meinen Augen in dem Kaffeesatz ein episches Drehbuch einer arabischen Telenovela oder eines Bollywood Films. "Du wirst jemanden kennenlernen, er liebt dich hingebungsvoll, abgöttisch, wirft dir die Rosenblüten vor die Füße ... ein Herzchen? Nicht jetzt, nicht heute, nicht diese Woche, ja vielleicht noch nicht einmal in diesem Jahr. Aber es wird passieren, irgendwann in naher oder ferner Zukunft ... und du bist noch genauso hübsch und jung und anbetungswürdig, wie am ersten Tag."
Weiter den Mittag, draußen wird es es wieder den Tag sonnig und heiß (nur die letzten zwei Nächte waren kühl). Die Dusche verschiebe ich auf später den Abend. Schnell im Bad meine Haare kämmen, mit der noch immer nach Iod müffelnden Unterhose und der schlabbrig schwarz-neongrünen Stoffhose und dem einfachen schwarzen Top mit V-Ausschnitt und kurzen Ärmeln sowie einer Sonnenbrille bekleidet, in der beginnenden Hitze des Sommertages mit dem Auto und offenen Fenstern (und lauter Musik, "45 Grave", wenn es interessiert) die paar 100 Meter zu dem Bäcker, der sonntags offen hat, ein paar Brötchen für den Abend holen - und Kuchen! (Und dann noch weiter zu der "Tanke" in der Nähe, für ein paar Flaschen Mineralwasser.)
Meine zwei Stück Kuchen, Rhabarber und Quark, esse ich den Nachmittag vor meinem Fernseher, das Abendessen für den heutigen Tag bereite ich später, nach 18 Uhr, in meiner Küchenecke vor - es gibt "Tel Aviv Street Food". Die Falafel nach Packungsanweisung zubereiten, das Instant-Pulver mit heißem Wasser aufgießen und zu matschigen Brei verrühren, in einer Pfanne mit Olivenöl mit dem "Falafel Maker" (so ein Schiebeding, ähnlich einer Eiskelle) die Falafel anbraten (oder anfrittieren) - ich mag sie, wenn sie knusprig bis fast schwarz sind. (Ausversehen rutscht mir eine Falafel beim Wenden aus der Pfanne, ich greife sie mit zwei Fingern und werfe sie wieder zurück ... ich Dummkopf - das ist doch kochendes Öl an der Falafel! Die nächsten Wendegriffe mache ich wieder einhändig mit dem Pfannenwender, während die andere Hand mit den Fingern unter fließend kaltem Wasser rechts neben mir an der Spüle hängen.) Die nach und nach fertigen Falafel auf einen Teller schieben. Eine Avocado halbieren, eine Dose Thunfisch aufmachen, Brötchen aufschneiden. Mit einem Löffel das cremige Innere der Falafel ausnehmen, auf den Brötchen verteilen, etwas Thunfisch dazu und mit den Falafel als Beigabe essen. Eigentlich ist das ein ganz profanes Rezept, aber so als Alternative für einen Grillabend oder ein Picknick draußen sind die belegten Brötchen mit Falafel (kann auch kalt gegessen werden) ideal - und einfach zuzubereiten (eine Avocadohälfte entspricht etwa drei Brötchen, 100g Instant-Falafel-Puder sind 12 Falafel). Nach dem Abwasch beginne ich wieder daran, mich ausgehfertig für die Nacht zu machen.
21 Uhr ist Einlaß ... die Uhrzeit kann ich nicht halten, eine drückende schwüle Wetterlage entsteht draußen vor meinem Fenster in meiner aufgeheizten Dachwohnung - Konzentration gleich Null. Das Make-up ist routiniert, instinktiv, nach einer Dusche (davor) widme ich mich meinem Kleiderschrank. Ich will das Tiki-Kleid tragen. Das schwarz-grüne Neckholder mit dem Kokosnußmotiv. Ich kombiniere die BHs ... trage ich es ohne einen? Nehme ich den BH von letzter Nacht? Er ist angenehm zu tragen - aber das Kleid ist hinten tief ausgeschnitten und die BH-Träger sehen auf dem Rücken doof aus, auf den Schultern mit dem Neckholder-Dress sowieso. Der andere schwarze Balcony-BH ist extra für solche schulterfreien Kleider gemacht, aber er sitzt nicht richtig (ein Fehlkauf?), auf dem Etikett steht zwar 75 A, aber ich fülle bei weitem nicht das Körbchen aus. Ich wechsele mit meiner Unterwäsche hin und her ... draußen wird es langsam dunkel und es fängt leicht an, zu nieseln. Erst gegen 22 Uhr (Transfrauen brauchen eben etwas länger) habe ich mich dazu entschieden, das Kleid ohne BH anzuziehen, einfach nur meine flachen Brüste in dem Neckholder (also auch superbequem). Für die passenden Schuhe für diesen dritten Tag meiner Modekollektion wähle ich - dem 50er und 60er Jahre Vintagekleid entsprechend, die schwarzen Pumps (zum Autofahren wechsele ich aber in meine schwarzen Schaftsandaletten, im römischen "Legionärs-Stil"). Zurück zu meinem, vor dem Hauseingang geparkten Auto.
Der dritte Tag mit den Konzerten auf dem kleinen "Gothic Pogo Festival" in Connewitz in Leipzig, meine Lederjacke gebe ich an der Garderobe ab ... Bestandsaufnahme meines Barvermögens wenig später an der Bartheke, für diese Nacht müßte ich noch mit ein paar 0,3l-Flaschen Wasser auskommen - danach wird es eng (sollte mich nicht doch noch ein Kerl ansprechen und mir was ausgeben). Ich setze mich auf einen freien Barhocker an der Wand in der Nähe der Bühne, eine kluge Entscheidung - innerhalb weniger Minuten füllt sich die kleine Halle nach und nach und gegen - vermutlich - 23 Uhr beginnt der erste Konzertauftritt ... schon wieder das Telefon zu Hause liegen lassen. (Wie soll ich denn jetzt präzise wissen, welche Uhrzeit genau ist? Meine "Zwangsneurose", ständig die Zeit wissen zu wollen.) Wie früher ... Ende ist, wenn das Geld für die Getränke alle ist und es draußen hell wird.
Die erste Band, ein Sänger, einer an den Synthesizern ... ab und zu stellt sich jemand vor mir vor dem Barhocker und versperrt den Blick auf die Bühne, mein Blick schweift ab auf das Publikum ... "Leute schauen" (wie in Wien). Zumindest den Sänger (aus Berlin?) habe ich schon einmal live gesehen, bei einem Soloauftritt.
Die zweite Band für den Abend, Synth-Wave mit abwechselnd Gitarren (Bass und Lead) zweier Musiker aus Portugal ... die kenne ich noch nicht. Eine Sängerin, ihr männlicher Begleiter an den Synths ... interessant ist hier seine Gitarre - "headless" und kompakter Korpus. Ich stehe an meinem Stammplatz vor der Bühne, meinen Sitzplatz, mein "bestuhltes Konzert" mußte ich aufgeben, um für die nächste Flasche Wasser an die Bar zu wandern ... dabei habe ich extra die "Sitzschuhe" mit den hohen Stilettos (verdammtes Kopfsteinpflaster) nicht ohne Grund ausgewählt, um mich dazu zu zwingen, nicht übermäßig zu tanzen und immer nach einer Gelegenheit zum Ausruhen zu suchen (für meine Operationsnähte da unten) ... bis hierhin noch ein guter Vorsatz.
Die dritte Band - ein Solokünstler an seinem Synthesizer-Tisch - extrem gut, harte Beats, ein Strobogewitter, ich fühle mich wieder wie in meinem "Phantasie-Beton-Club" - und ich habe wieder den Barhocker ergattern können. Leider auch hier keine Zugabe, die DJs fangen danach an, aufzulegen. Wie in den zwei Konzertpausen zuvor, mache ich auch ein paar Abstecher über den Innenhof des Werk 2 in die andere Halle und die Tanzfläche dort, aber mein Ziel ist, wieder zurück, die Tanzfläche in der kleinen Halle mit dem DJ-Team, das genau die Sachen spielt, die ich hören will ... Synth, Wave, Minimal, Italo: "Oh ein Flyer mit einer Party auf der auch Hi-NRG gepielt wird? Den stecke ich ein, darauf stehe ich!" Die Tanzfläche bleibt noch die nächsten ein, zwei oder drei Stunden voll - nach meiner Berechnung müßten die Konzertauftritte so irgendwann zwischen 1 oder 2 Uhr die Nacht in die Disco-Phase übergegangen sein, haufenweise WGT-Besucher (und andere) fluten jetzt wieder die Aftershow-Parties. Egal ... in meinen Stilettos kann ich mich auf der heißen Tanzfläche sowieso nicht groß bewegen (mein wunderschönes Tiki-Kleid ... es zieht hier und da ein paar Blicke an).
Irgendwann später, ich sitze auf dem Barhocker an der Wand, meine Füße hochgelegt auf eine von diesen Tischkonstruktionen mit Sitzfunktion ... ich kann nicht mehr - aber die DJs legen ständig nach und hauen einen Hit nach dem anderen raus. Ich raffe mich trotzdem auf und bewege mich, minimal tanzend, zur Bar, meine letzten, zusammengekratzten Münzen in eine Flasche Wasser umtauschen. Wenig später ... die Schlange vor der Damentoilette reißt nicht ab, ich hole meine Lederjacke aus der Garderobe und hoffe, daß ich es noch noch bis zu meiner Wohnung durchhalte. Draußen vor dem Eingang und auf dem Innenhof des Festivalgeländes fängt auf dem Wolkenhimmel (und Nieselregen) leicht die Morgendämmerung an. Die paar Schritte zu Fuß zu meinem geparkten Auto wird es immer heller. Ich steige in mein Auto: "Ob ich das jetzt noch schaffe?" - ich kehre um, zu Fuß noch einmal zurück auf das Festivalgelände (verdammtes Kopfsteinpflaster - Stilettos!) und in die kleine Halle mit der Tanzfläche, die Warteschlange vor der Damentoilette durchziehen. (Was machen die da drinnen in der Kabine? Feiern die eine Party? Zu zweit, zu dritt, mit männlichem Partner? Hier stehen ein paar Ladys, die müssen ganz dringend mal!) Ich halte es erfolgreich zurück, bis ich an der Reihe bin, auf der Männertoilette nebenan waren auch alle Kabinen besetzt.
Wieder zurück zu meinem Auto, jetzt ist es wirklich taghell - und frisch, ich muß den Reißverschluß meiner Lederjacke bis ganz nach oben ziehen, kaum zu glauben, daß für den Montag wieder 30°C angekündigt waren. Ich spüre die Kälte an meinen nackten Unterschenkeln unter meinem Kleid - und die gequetschten und durchgetanzten Füße in meinen schwarzen Pumps. Im Auto bekomme ich kaum meine anderen Sandaletten zum Fahren über die angeschwollenen und geschunden Füße gezogen. Zurück zu meiner Wohnung ... es ist 7 Uhr? (Angeblich sollen die DJs noch bis 10 Uhr den Vormittag aufgelegt haben ... Legendenbildung.)

[09.06.19 / 15:24] Sonnabend Mittag, meine Shakshuka ist mir mißlungen, zu wenig Chili, zu wenig arabische Gewürze, zu früh vom Herd genommen ... aber die Rührei-Tomaten-Paprika-Mischung schmeckt immer noch. Den ganzen Nachmittag vertrödele ich damit, ein Statusbildchen von meinen lackierten Fingernägeln und dem Festivalbändchen am Handgelenk für die sozialen Netzwerke auf meinem Smartphone zu machen. Erst den Abend widme ich mich meinem nächsten Kochrezept ... Pilzpfanne mit Kurkumareis? Oder Spanische Paella mit gelben Reis und Meeresfrüchten? Alles was ich in der Kaufhalle finden konnte, ist eine Packung Tigergarnelen, gekocht und geschält.
Eine Paprikaschote (könnten auch Tomaten sein) waschen und in Würfel schneiden, parallel ein Topf mit Wasser und Reis aufsetzen, mit gelbem Kurkuma-Pulver. Knoblauchzehe zerkleinern, Olivenöl in einer Pfanne mit Chilipulver, Knoblauch andünsten, Garnelen anbraten. Die Paprikawürfel mit dazu, Salz, Pfeffer, Gewürzmischung (in meinem Fall arabisch). Den fertig gekochten, gelben Reis mit in die Pfanne und alles, unter rühren, knusprig goldgelb anbraten. Ich werfe noch ein paar kleingeschnittene Tofuwürfel mit hinein, aber damit die knusprig braun werden, hätten die wohl schon früher mit in die Pfanne gemußt. (Beim Thai-Imbiß muß ich mich immer zwischen Tigergarnelen oder Tofu entscheiden, kann ich nicht beides haben? Interessanterweise ist die Paprikaschote eine gezüchtete "Tigerpaprika".) Nach ein paar Minuten alles von der Pfanne auf den Teller servieren.
20:30 Uhr den Abend, der Einlaß für heute auf das Festivalgelände ist erst ab 22 Uhr, die Konzerte fangen erst nach Mitternacht an. Zeit genug, um mich ausgehfertig zu machen (und parallel der Abwasch). Die gleiche Prozedur, wie den Abend zuvor - einzige Variation: das besondere Kleid des Abends. Tag Zwei meiner Modekollektion: das britisch-viktorianisch und spanisch angehauchte schwarze Spitzenkleid, kombiniert mit meinen viktorianischen Stiefeletten (würde ich auch das berüchtigte "Picknick" zu Pfingsten in Leipzig besuchen, wäre das die richtige Kombination - kein Fantasy- oder Cosplay-Kram ... na OK, ich sehe doch irgendwie aus wie "Missy" aus "Doctor Who"). Das Kleid ist doppellagig, mit Unterkleid und Spitzenbesatz über der Brust (und den Rücken), am Bund eng und nach unten hin, bis zu den Waden, in Falten "fluffig" auseinandergehend, mit Spitzenapplikation - halblange Ärmel. In Kombination mit meinen Stiefeletten, die ich in Wien anhatte, sieht es wirklich bezaubernd aus ... leider fehlt mir hier die Nylon-Strumpfhose und ich trage wieder die Baumwoll-Leggings. Mein Silberschmuck (die Kette, die Ohrhänger, der Ring), meine Lederjacke und ich bin bereit für die Nacht - zurück zu meinem Auto.
Das Festivalgelände in Connewitz erreiche ich kurz nach 22 Uhr, ein paar Besucher sind schon da. Die kleine Halle mit der Tanzfläche ist für den heutigen Abend aufwendig in Szene gesetzt, vor der Bühne wurde mit neongelben Klebeband ein perspektivisches Gitternetz auf den Boden geklebt - ich kann gar nicht die Streifen betreten - ich muß in dem Gitternetz einen Fuß nach dem anderen sorgfältig in jedes freie Feld setzen, laufe nur entlang der Linien ... aus Spaß? Oder doch meine "autistische Wesensart". Meine Lederjacke in der Garderobe abgeben (mein Kleid wirkt für sich allein), ein Getränk an der Bar, der DJ legt die ersten Minimal-Sachen auf - und ich bin wieder zurück auf der Tanzfläche: "Glowing in the dark again..." (Einer meiner Lieblingstitel.)
Ich bin nicht allein auf der Tanzfläche, es sind schon genug Gäste da, damit es nicht so einsam aussieht. Die zwei Stunden, bis die beiden Konzertauftritte anfangen, will ich zum Tanzen benutzen.
Ich laufe zwischen den beiden Hallen auf dem Innenhof umher, eine angenehme Anzahl an Gästen, nicht zu voll, nicht zu leer. In der großen Halle mit den Verkaufsständen und der zweiten Tanzfläche (die ich wegen der Akustik meide), durchsuche ich die Plattenkisten eines Labels ... vieles davon kenne ich gar nicht, alles neue Künstler aus dem Synth / Wave Bereich der letzten fünf bis zehn Jahre.
Wieder zurück an der kleinen Halle (Getränkestop an der Bar, Toilette usw.), ich lese eine Zeitschrift aus dem Regal mit den ganzen Flyern und Veranstaltungstips ... eine Zeitschrift für angehende Azubis, soll ich nochmal bei Null anfangen? (Tatsächlich sagt mir fast kein Ausbildungsberuf zu, die mit "IT" und "Technik" überblättere ich ganz schnell, nur das mit "Medien" könnte mich interessieren.) Ich blättere die ganze Zeitschrift durch, ein Besucher fragt mich, ob das die Halle für die Konzerte ist: "Ja, aber erst nach Mitternacht ... ist es schon soweit?" Tatsächlich fängt kurz darauf der erste Solokünstler an seinem Synthesizer-Tisch auf der Bühne an zu spielen, ich schiebe die Zeitschrift wieder zurück in das Gitter der Auslage.
Der erste Solo-Musiker, ich mag seinen Stil - "Disco Noir". Zusammen mit anderen ein oder zwei Musikern, bildet er eine Band aus Berlin, deren Alben in meinem Autoradio hoch und runter laufen. Hier muß er den Gesang selbst übernehmen ... mit einem Vocoder. Ich tanze auf meinem Stammplatz schräg rechts von der Bühne, im mittleren Teil (in unmittelbarer Nähe zu den Barhockern an der Wand, auf denen ich mich sonst immer hinsetze, wenn keine Konzerte sind und nur der DJ auflegt).
Bevor der zweite Solokünstler auf der Bühne seinen Auftritt hat (der aus den Niederlanden, den habe ich in Berlin letztes Jahr live gesehen), gehe ich nochmal zu dem Plattenstand in der anderen, großen Halle. Ein Plattenspieler habe ich zwar nicht, aber ich kenne da jemanden aus der Familie, der einen besitzt und auf dem ich das Vinyl auflegen könnte. Ich krame aus der Plattenkiste die zwei Scheiben mit den Alben der beiden "Mädels" aus Frankreich, die ich vor drei Wochen live in Dresden gesehen habe. Ich bin so konzentriert mit dem Durchsuchen der vier Kisten, daß ich fast die Konzertpause zwischen den beiden Auftritten in der anderen Halle vergesse. Mit einem neuen Beutel und den zwei gekauften Schallplatten laufe ich anschließend schnell zu meinem geparkten Auto um die Ecke, lege meinen Einkauf in den Kofferraum und bin zum ersten Titel des zweiten Auftrittes für diese Nacht wieder zurück in der Konzerthalle.
Ich bin wieder am Tanzen, vor mir im Publikum knutschen ein paar Lesben ... "Voll eklig!" Ich wechsele ein paar Schritte zur Seite und rufe in meinen Gedanken wieder dieses hübsche Bild zurück, wie ich damals in Berlin in einem Club gelandet bin ... kahle Betonwände, Strobolicht, EBM, nur hoch attraktive Männer, schweißgebadet mit nacktem Oberkörper oder einem engen, sexy Unterhemd (na gut ... in meiner Erinnerung verschiebt sich das alles etwas). Der Musiker jetzt, läßt seine elektronische Musik mit den harten Beats auch in einem Strobo-Inferno untergehen (auf den Visuals auf der Beamer-Leinwand im Hintergrund laufen übrigens ein paar Szenen aus "Metropolis"). Leider keine Zugabe ... das DJ-Team fängt nach dem Auftritt mit den ersten Titeln für die Nacht an, ich krame mein Smartphone aus meiner Handtasche - 2:15 Uhr, noch mindestens eine Stunde tanzen, die gesamte Szenerie auf mich wirken lassen, die entspannte - und doch aufgeheizte, knisternde Spannung einfangen.
Ein kurzer Blick auf die Tanzfläche in der anderen, großen Halle, ich laufe an dem Merchandise-Stand der Veranstalter vorbei. Hatte ich mich vor ein paar Tagen noch darüber "echauffiert", daß in dem Satz auf dem Flyer "No homophobia, no bi-, inter-, queerphobia!" das "trans-" fehlt (oder nicht mehr in die Zeile gepaßt hat), bemerke ich erfreut, daß noch eine zweite, korrigierte Version dieses Textauszugs existiert (aufgedruckt auf einem schwarzen Beutel). Kurz zu einem Titel auf der anderen Tanzfläche tanzen (beschissene Akustik) und wieder zurück in die andere, kleine Halle ... weitertanzen - zu dem DJ-Team (das genau die Musik auflegt, die ich gerne höre).
Eine Stunde später, ich sitze auf einem Tisch (oder so etwas in der Art) am Rande der Tanzfläche - die eine Operationsnaht macht sich bemerkbar: "au... au... au...", ich schleppe mich mit jedem Schritt nach draußen. Zeit, zu gehen. Mit dem Auto zurück in meine Wohnung, neue Vlieskompressen auflegen und alles mit Iod-Salbe eincremen.

[08.06.19 / 17:32] Freitag 12 Uhr, ich brauche etwas, um wieder in die Gänge zu kommen. In einem unbeobachteten Moment (ich hänge am Smartphone) brennt mein Shakshuka-Frühstück in der Pfanne auf dem Herd an (ist aber noch eßbar) - den nächsten Morgen gibt es die Paprika-Tomaten-Chili-Mischung wieder mit Rührei. Erst den frühen Nachmittag wechsele ich, nach einer Dusche, von meinem Morgenmantel in mein Alltagsschwarz (tatsächlich trage ich eine sehr bequeme schwarz-neongrüne Stoffhose mit Elefantenmuster).
Für den diesjährigen Kochmarathon habe ich noch eine Dose Nudeln aus Kichererbsenteig vom Vortag im Kühlschrank - diese will ich für die Füllung der Paprikaschote verwenden. Tomaten vierteln, Knoblauch in kleine Stücke schneiden (aus Rücksicht auf die Festivalbesucher nehme ich nur eine halbe Knoblauchzehe). Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Knoblauch und Chilipulver dazu, nach kurzer Zeit die Tomaten mit dazu, breitquetschen, Baharat-Gewürzpulver, etwas Salz und Pfeffer, danach die Nudeln mit in die Pfanne geben. Die Paprikaschote vorbereiten, Stiel mit Deckel entfernen, mit einem Löffel das Innere der Paprika mit der Tomaten-Nudel-Mischung und gewürfelten Tofu-Stückchen füllen. Den Backofen vorheizen, die Auflaufform einölen, alles aus der Pfanne hineingeben, die Paprikaschote in der Mitte plazieren. Bei 200°C Umluft etwa 30 Minuten überbacken lassen, wenn die Nudeln besonders knusprig werden sollen, dann länger. Aus der Auflaufform frisch aus dem Backofen servieren.
Später den Abend mache ich den Abwasch, meine Bedenken, daß meine frisch schwarz (tiefdunkelrot) lackierten Fingernägel in dem Spülwasser wieder verschwinden, sind unbegründet - der Nagellack hält. Die Zeit, in der die Pfanne und die Auflaufform in der Spüle einweichen, nutze ich, um (erneut) meine Beine zu rasieren. Ich will gegen 21 Uhr wieder zurück auf dem Festivalgelände im Werk 2 sein. Der erste Tag meiner Modekollektion: das schwarz-grüne Mini-Kleid mit Leopardenmuster.
Chanel, Kajal, Mascara, Lippenstift - alle Handgriffe sind eingeübt - die Baumwoll-Leggings, schwarze Unterwäsche (kein Unterhemd) und mein neuer Lieblings-BH mit dem schwarz-grünen Blumenmuster (er trägt sich wirklich wunderbar, ich merke ihn kaum - kein Push-up - die 80-Euro-Investition war es wert). Das Leo-Kleid, die Stiefeletten mit den kubanischen Absätzen und meine schwarze Lederjacke. Kurz nach 21 Uhr bin ich ausgehfertig und verlasse meine Wohnung, es ist sogar noch so sonnig und hell, daß ich mein Outfit noch mit meiner großen, schwarzen Sonnenbrille perfektionieren kann. In meinem Roadster mit offenen Verdeck und lauter Musik ("Gary Numan", wenn es interessiert) im Haifischmodus auf der Straße herumräubern, in Richtung Süden von Leipzig.
Connewitz, Werk 2, der Freitag mit den Konzerten auf dem kleinen Festival. Ich parke mein Auto wie gewohnt in der Nebenstraße und erreiche wenig später zu Fuß das Festivalgelände ... noch sind nicht so viele Besucher da. Ich hole mir ein Getränk an der Bar in der kleinen Halle, der DJ legt einen von meinen Lieblingssongs auf: "I want to be, in a tree, watching you, watching trees..." Ziemlich textsicher ziehe ich meine Kreise auf der verlassenen Tanzfläche, außer dem DJ und mir ist wirklich niemand da. Nach und nach kommen die weiteren Gäste.
In der anderen, größeren Halle durchstöbere ich die Verkaufsstände, ein Kleid in grau-weißen Leopardmuster gefällt mir besonders - aber soviel Bargeld, wie auf dem Etikett steht, habe ich nicht dabei ... und außerdem zweifle ich daran, ob ich in die S/M noch hineinpasse. Am gegenüberliegenden Merchandise-Stand der Festivalbetreiber kaufe ich mir nur einen kleinen Button für meine Punkerkutte. Leopard ... als ich die Halle auf dem Weg nach draußen zum Innenhof wieder verlasse, fällt mir an dem zunehmenden Besucherstrom die hohe Leopardendichte an den Kleidern der weiblichen Gäste auf ... vielleicht hätte ich doch "Zebra" tragen sollen.
Zurück in der kleinen Konzerthalle, die Deathrock-Bands für den Abend ... juhu, ein bestuhltes Konzert! Die ersten beiden Bands, eine, die ich aus Frankreich vermutet hätte und eine - in der Szene sehr bekannte - Leipziger Band beobachte ich von meinem Sitzplatz auf einen Barhocker in der Ecke aus. Netterweise steht niemand vor mir und ich habe den vollen Blick auf die Bühne (meine frischen Operationsnarben da unten werden es mir danken). Zwischen der zweiten und der dritten Band stehe ich dann doch mal auf und laufe rüber zu der anderen Halle mit der Tanzfläche, für diese Nacht oder den späten Abend sind auf dem Flyer ein paar "Drag-Performances" angekündigt. Noch tut sich nichts, zurück zu der Halle mit den Konzerten.
Die dritte Band, die belgischen Joy Division, von der Ur-Besetzung aus den 80ern ist wahrscheinlich nur noch der eine Gitarrist übrig (er sieht auch viel älter aus, als die anderen Musiker auf der Bühne). Ein stimmungsvoller Auftritt vor vollem Publikum (noch mehr Besucher), zwei Zugaben, ein paar mir bekannte, uralte Titel von der ersten Platte, ein Joy Division Cover ... 2 Uhr die Nacht, keine weiteren Zugaben mehr (die letzte Zugabe habe ich schon gar nicht mehr bis zum Schluß durchgehalten und stehe schon wieder an der Bar). Nach dem Auftritt zurück zu der anderen Halle, wahrscheinlich die letzte Drag-Performance bekomme ich noch mit, dann ist Schluß und auf beiden Tanzflächen in den beiden Hallen legen die DJs auf.
Soweit bis hierhin ... das Festivalgelände ist mittlerweile übervoll, die ganzen Besucher von dem großen Gothic-Treffen in Leipzig sind auf der Suche nach Aftershow-Parties und fluten die beiden Hallen. Ich finde mich wenig später zurückgedrängt außerhalb des Festivalgeländes vor dem Eingang und auf der Straße wieder - um einer Panikattacke zu entgehen (ich spüre, wenn ich mich unwohl fühle) mußte ich da einfach weg. Minutenlang stehe ich wieder vor dem Einlaß ... besser wird es nicht, die vielen Menschen verschwinden nicht von einfach alleine - außer ich mache die Augen zu. Ich krame meine Sonnenbrille aus der Handtasche, hilft das vielleicht, wenn ich die aufsetze? Meine Angst vor zu vielen Menschen ist nicht echt und eingebildet - zurück auf das Festivalgelände in den Innenhof, ich springe von Blase zu Blase und erreiche wenig später wieder die große Halle mit der Tanzfläche.
Die Musik gefällt mir nicht (kann aber auch an der Akustik der großen Halle im Werk 2 liegen), wieder zurück durch die Menschenmengen in die andere Halle (meine eingebildete Angst hat sich wieder verflogen), ein paar angespielte Titel, Post Punk, gitarrenlastig - aber so richtig in Stimmung komme ich nicht mehr. Schade ... ich wollte doch unbedingt noch einmal in meinem schwarz-grünen Leopardenkleidchen auf der Tanzfläche tanzen. Zu viele Menschen, 3:15 Uhr auf meinem Telefon aus der Handtasche gekramt und und ich bin wieder zurück auf dem Weg zu meinem geparkten Auto nach draußen. Zurück zu meiner Wohnung (und ein schöner Parkplatz vor meinem Hauseingang).

[01.01.19 / 21:30] Der Jahreswechsel in Leipzig - ich habe mir vorgenommen, mich nicht wieder einzuschließen. Kurz vor Mittag stehe ich an einer der Warteschlangen in der Kaufhalle in der Nähe meiner Wohnung, die Zutaten für meine traditionelle Silvester-Lasagne kaufen ... vier Kassen sind geöffnet - und die Menschen stehen wirklich an vier Warteschlangen gleichzeitig, von einem Ende der Kaufhalle bis zum anderen Ende (wie erwartet am 31. Dezember). Zurück in meiner Wohnung ... es sind bestimmt nur fünf degenerierte Kinder da draußen, die mit einem Haufen Knaller die ganze Nachbarschaft terrorisieren.
Kurz vor Fünf den Nachmittag, nach Anbruch der Dunkelheit, ich lege schöne Musik auf (israelisch-orientalische Discomusik) und fange mit meiner Lasagne an - diesmal nehme ich Brokkoli anstatt Blattspinat, und die arabische Baharat-Gewürzmischung. Die Tomaten habe ich frisch gekauft und die Tomatensoße braucht dafür auch nicht ewig auf dem Kochtopf. Nach 50 Minuten in meinem kleinen Backofen macht es "Ping" und meine Lasagne ist fertig ... garantiert koscher - weil vegan (die israelische Musik im Hintergrund habe ich lauter aufgedreht, extra meine Boxen und den Laptop auf dem Couchtisch aufgebaut). Die Uhr auf dem Smartphone zeigt etwas mit kurz vor 18:30 Uhr, draußen vor dem Fenster in meiner Dachgeschoßwohnung nieselt es - was die Verrückten da unten nicht abhält, weiter herumzuknallen. Nachdem ich den Abwasch gemacht habe, mache auch ich mich ausgehfertig für die Nacht.
Die Beine habe ich schon den Nachmittag rasiert, eine Dusche, die langen, blonden Haare kämmen, Chanel-Parfüm aufsprühen, der sexy Push-up + passendes Unterhöschen, eine lange, warme Leggings und ein langes, schwarzes, ärmelloses Top mit tiefen Ausschnitt ... "lang" ist vielleicht nicht das richtige Wort, eigentlich ist es sehr kurz und geht mal gerade so über den Schritt. Ich bin auf Männerfang: Wann, wenn nicht diesen Abend - an dem so gut wie alle betrunken sind - ist genau der richtige Zeitpunkt dafür? Ich überlege, ob ich noch meine Zahnbürste für "Übernachtungen außerhalb" mit in die Handtasche packe. Schwarzer Kajal, etwas Lippenstift und fertig ist mein dramatisches Make-up ... über die Leggings ziehe ich aber dann doch noch das karierte Wollröckchen vor dem Ankleidespiegel neben meinem Kleiderschrank (für draußen ist das "kleine Schwarze" doch zu kurz). Kombiniert mit dem schwarzen Kapuzenpullover, Silberschmuck (die schweren Ohrhänger), meinem schwarzen Wollmantel und den langen, schwarzen Kaschmirschal - und als Schuhwerk wieder die hohen Wildlederstiefel (die mit den Blockabsätzen) (+ schwarze Lederhandschuhe) - stehe ich gegen 20 Uhr den Silvesterabend ausgehfertig vor meiner Wohnungstür ... ich bin bereit für die Nacht.

Halb Neun den Abend, ich nehme die Straßenbahn über den Hauptbahnhof in Richtung Süden von Leipzig, dort irgendwo, in einem irischen Pub, ist diese Nacht eine "NYE Party" mit Musik aus den 80ern ... genau das Richtige für mich. Als ich das Lokal betrete, bin ich 30 Minuten zu früh da, noch vor Öffnung des Tanzsaals - und der Garderobe - und setze mich erstmal mit meinem ganzen Kram an die Bar. In diesem Pub war ich erst einmal ... er ist wirklich sehr aufwendig dekoriert mit hunderten (oder noch mehr) von diesen Pappdingern, in denen die Whiskeyflaschen verkauft werden. 30 Minuten ... mein Telefon liegt wieder auf der Bartheke neben mir, eine Cola und ich wechsele nach Ablauf der Wartezeit zum Eingang des kleinen Saals und der jetzt geöffneten Garderobe, meinen schwarzen Mantel abgeben - 21:30 Uhr ist offizieller Einlaß.
Die aufgelegte Musik, sie gefällt mir von Anfang an ... "New Romantic?" Die nach und nach dazukommenden Gäste ... ich fühle mich, wie unter Freunden, die Stimmung ist wirklich sehr entspannt. Ich stehe erst am Rand, wechsele ab und zu rüber zur Bar des Saals, fange an, leicht zu tanzen ... erst fällt mein schwarzer Kapuzenpullover, dann mein Wollröckchen (kurz auf der Toilette ausgezogen und alles in die Handtasche gestopft). In meinem knappen Schwarzen tanze ich auf der Tanzfläche, meine langen, blonden Haare auf der einen Seite über die Schulter nach vorne geworfen ... immer mit Blick auf die große Uhr an der Wand über der Bar. 23:40 ... 45 ... 50, ein Set aus Italo Disco wird von den DJs aufgelegt, ich tanze wie in Ekstase, probiere die Bewegungen der indischen Tempeltänzerinnen ... Mitternacht! Geschafft! Ich will in das neue Jahr tanzen! Der eben noch volle Saal ist plötzlich leerer geworden - kompletter "Break" in der Musikauswahl, die paar noch anwesenden Gäste, mich eingeschlossen, schütteln ihre Mähne zu Hardrock.
Etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht, das neue Jahr, der Saal und die Tanzfläche ist wieder so voll, wie vorher. Ich stehe am Rand mit einer Flasche Wasser und krame mein Telefon aus der Handtasche ... keine Nachrichten, nicht von ihm, nicht von irgend jemanden anders. Böser Fehler, es drückt meine Stimmung. Die nächsten zwei Stunden wechsele ich zwischen der Tanzfläche in dem Saal und den Sitzgelegenheiten in den anderen Räumen des Lokals hin und her, es kommen immer wieder neue Gäste dazu. Jedesmal, wenn einer meiner Lieblingssongs gespielt wird, bin ich gerade auf der Toilette oder woanders.
Irgendwann so gegen 2:30 Uhr, ich sitze wartend vor der Ausgabe der Garderobe - die Mitarbeiterin hat Pause - und hole danach wieder meinen schwarzen Wollmantel ab. Das Wollröckchen und den Kapuzenpullover ziehe ich wieder an, bevor ich die Bar nach draußen - in die gar nicht so kalte - Kälte verlasse. Eine Menge Menschen sind den frühen Neujahrsmorgen noch unterwegs, die vollen Straßenbahnlinien fahren die ganze Nacht durch. Kurz vor 3 Uhr, zurück zu meiner Wohnung im Norden von Leipzig ... es sind bestimmt nur fünf degenerierte Jugendliche an meiner Endhaltestelle, die mit einem Haufen Böller noch den ganzen Morgen umherziehend die ganze Nachbarschaft terrorisieren.

Präzise 3:54 Uhr und ich schalte das Telefon auf offline und lege mich in mein Bett, das ganze Make-up habe ich mir vorher wieder im Bad aus dem Gesicht gewaschen, meine Sachen aus der Disco hängen über meinem Bambussofa. In 24+2 Stunden muß ich erneut um 6 Uhr wieder aufwachen ... zurück in die Psychiatrie.

(Den Mittag den Neujahrstag kommt tatsächlich noch eine Nachricht von meinem Ex-Freund, aber ich bekomme davon nichts mit, ich sitze mit zwei Tassen Espresso Doppio und Frühstückskeksen in meinem schwarzen Morgenmantel an meiner Minibar, das Telefon neben mir auf lautlos gestellt.)

[09.10.18 / 22:10] Tajine (oder auch so eine Art Minestrone auf Arabisch): Aubergine großzügig schälen und in kleine Würfel schneiden, auf einen Teller legen und mit Salz bestreuen, 30 Minuten beiseite stellen. Paprika waschen, Tomaten waschen, Paprika in kleine Stücke schneiden, Tomaten vierteln, Schalotten in Ringe schneiden, Knoblauch in kleine Stücke hacken. In einer Pfanne/Topf (Tajine) Olivenöl erhitzen, Schalotten und Knoblauch dazugeben, andünsten lassen, Kreuzkümmel, Koriander und Chili als Gewürz. Die Paprika und die Tomaten dazugeben, mit Wasser ablöschen bis der Wasserstand den überwiegenden Teil des Topfinhaltes bedeckt, mit etwas Salz und viel Pfeffer würzen, anschließend 20 Minuten leicht köcheln lassen, gelegentlich umrühren. Währenddessen die beiseite gestellten Auberginenwürfel mit klaren Wasser gut abspülen und den Couscous vorbereiten, Couscous trocken in eine Schüssel geben, ein paar Tropfen Olivenöl und eine Winzigkeit an Salz darüber streuen. Nach den 20 Minuten Kochzeit eine Dose Kichererbsen (mit Wasser) und die Auberginenwürfel mit in die Tajine geben, umrühren, 5 bis 10 Minuten weiter auf niedriger Stufe köcheln lassen. Die Minuten nutzen und Wasser aufkochen, den Couscous mit heißen Wasser übergießen und in der Schüssel abgedeckt aufquellen lassen, danach mit einer Gabel auflockern und mit gehackten Mandeln und/oder Pistazien verfeinern. Die fertige Tajine in einem Suppenteller, der Schüssel Couscous und Weißbrot dazu servieren.

Sieht aus wie eine Tomatensuppe und schmeckt auch so (daher auch viel Pfeffer und der Gedanke an Minestrone), mit den Couscous zusammen könnte es auch so eine Art Graupensuppe ergeben. Wahlweise wäre auch die mediterrane Gewürzpalette (Oregano, Basilikum, Thymian) möglich oder Baharat - weil da Minze mit drin ist, die fehlt in meiner marokkanischen Tajine.

[08.10.18 / 21:37] Aubergine mit Couscous: Aubergine waschen und halbieren, die Hälften mit Salz einstreuen, 30 Minuten stehen lassen bis das Salz die Bitterstoffe zieht und sich kleine Tröpfchen auf der Schnittfläche bilden, diese im Anschluß abtupfen. Eine Auflaufform einölen, die Auberginenhälften mit einer Melange aus Olivenöl und Kurkuma einstreichen (die Schnittfläche), Auberginenhälften danach in der Auflaufform 15 Minuten im vorgeheizten Ofen backen (200°C Umluft). Währenddessen das Couscous vorbereiten, Schalotten schälen, Knoblauch zerkleinern, Couscous mit heißen Wasser in einem Kochtopf abgedeckt aufquellen lassen. Den fertigen Couscous in eine Schüssel geben und mit Kichererbsen, klein geschnittenen Schalotten, Kreuzkümmel, Chili und einem Hauch von Salz mischen. In einer Pfanne oder einem Topf auf der blanken Oberfläche gehackte Pistazien kurz anrösten (nicht anbacken) bis sich der aromatische Duft entfaltet, diese Pistazien dann mit Granatapfelkernen (die gibt es in der Kühltheke) zusammen in den Couscous rühren. Die Auberginenhälften aus dem Ofen nehmen, das Innere herausschneiden und diese Auberginenstücke mit den Knoblauch in den Couscous unterrühren, die verblieben, bootförmigen Auberginenhälften dann mit der fertigen Couscous-Mischung füllen. Den Rest der Mischung wieder in die eingeölte Auflaufform geben, Auberginenhälften darauf setzen und die Auflaufform erneut in den warmen Backofen schieben ... Koriander nicht vergessen, alles bei Umluft 200°C weitere 15 bis 20 Minuten backen. Mit Weißbrot, um das Olivenöl aufzusaugen, heiß servieren.

Die Haut der Aubergine läßt sich schwer schneiden (etwas mehr Backzeit?), die grünen Pistazien und die roten Granatapfelkerne geben dem Ganzen das gewisse, süße Etwas. Lieber nicht nachsalzen, die immer noch bittere Aubergine hat davon noch genug. Viel Chili.

[08.10.18 / 00:10] Amritsar-Paprika (oder auch gefüllte Paprika nordindischer Art): Paprika waschen, Tomaten waschen, Paprika "enthaupten" (also den Deckel abschneiden und das Innere aushöhlen), Tomaten vierteln, Knoblauch und Schalotten klein hacken. In einem Topf oder einer Pfanne Olivenöl erhitzen, Schalotten und Knoblauch andünsten, die in kleinen Teilen zerstückelten Überreste der Paprika-Deckel dazugeben, Gewürze (Kreuzkümmel, Zimt, Kardamom und Kurkuma - ich hatte keinen Zimt mehr, die arabische Baharat Gewürzmischung funktioniert auch), etwas Chili und alles anbraten. Die Tomaten und eine Dose Kichererbsen mit dem Wasser aus der Dose dazugießen, Salz und Pfeffer, alles etwa 5 Minuten kochen lassen und dabei ständig umrühren und die Kichererbsen mit dem Löffel breit drücken. Die fertige, breiige Mischung in ein grobkörniges Sieb über einer Auflaufform gießen und dabei die Soße (die ist wichtig) in der Auflaufform auffangen. Mit dem im Sieb von der Soße getrennten Paprika-Kichererbsen-Matsch die geköpften Paprika bis zum Anschlag füllen, dabei immer wieder ein paar gehackte Mandeln dazugeben und alles kompakt mit einem Löffel eindrücken. Die fertig gefüllten Paprika mit in die Auflaufform setzen und alles in einen vorgeheizten Backofen schieben, 200°C Umluft, 45 Minuten. Bei Bedarf noch etwas Öl und Wasser vorher mit in die Auflaufform gießen, die Backzeit nach Gefühl anpassen und alles beobachten - das Wasser sollte verkochen aber die Soße darf ihre Konsistenz nicht verlieren (die ist doch das Herzstück dieses Rezeptes, mit den ganzen, gesammelten, exotischen Gewürzaromen). Währenddessen etwas Basmati-Reis aufsetzen und auf dem Herd kochen lassen ... dabei immer wieder darauf achten, daß der Reis nicht anbrennt (das tut er sehr gerne). Nachdem die Backzeit beendet ist, die Paprika in der heißen Auflaufform servieren, zusammen mit einer Schale Basmati-Reis.

OK ... etwas Grünes, wie grüne Erbsen oder frischer Koriander oder grüne statt rote Paprika könnte diesem Rezept noch ein farbliches Extra geben. Die umgefallenen, roten Paprika auf dem Teller sehen so aus, als übergeben sie sich gerade ihre Kichererbseninnereien ... aber die hochkonzentrierte Soße ist der Wahnsinn, lieber zuviel als zuwenig Chili.

[02.09.18 / 23:28] Nudelauflauf (vegan): Tomaten vierteln, Paprika in Ringe schneiden, Knoblauch in dünne Scheiben schneiden, Chili zerkleinern. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen, Knoblauch + Chili + Kreuzkümmel dazugeben, Aromen entfalten lassen. Tomaten und Paprika dazu + Koriander, Thymian, Salz und Pfeffer. In einem anderen Topf ein halbes Glas Wasser aufkochen, (vorher) einen Teelöffel Kichererbsenmehl dazugeben und verrühren. Gekochte Nudeln (vom Tag zuvor, die italienischen ohne Ei und mit Hartweizengrieß) mit in den Topf rühren (im Idealfall verteilt sich die Kichererbsenmehlschwitze und haftet sich an die Nudeln). Tomatensoße in den Topf dazu + frische Basilikumblätter, alles durchrühren und vermengen. Währenddessen eine Auflaufform einölen und den Backofen vorheizen. Alles aus dem Kochtopf in die Auflaufform gießen und danach das fertige Gemisch in der Auflaufform in den Backofen stellen, bei Umluft und 200°C etwa 25 Minuten backen. Fertig, wenn alles aussieht wie frisch und knusprig aus dem Tandoori.

[22.05.18 / 23:14] Die Okras waren das Widerlichste, was ich je gekauft* habe - oben im Glas alles verschimmelt und nach dem Abgießen der Brühe bleibt nur noch ein jämmerlicher Rest Matsch übrig, der nicht im entferntesten noch an Okras erinnert ... weg damit durch die Toilettenschüssel. Dann eben die doppelte Menge an Tomaten und etwas Weißbrot dazu. (* Ich wurde gewarnt, solche exotischen Zutaten nicht in irgendeiner Provinzkaufhalle im tiefsten und fremdenfeindlichsten Sachsen-Anhalt zu kaufen - die nächsten Inseln für so etwas sind Leipzig gleich über der Grenze in Sachsen oder eben Berlin.)

Tomaten mit Kichererbsen: Zwiebelringe schneiden, Knoblauch zerkleinern, Tomaten vierteln. In einer Pfanne oder einem Topf Olivenöl erhitzen, arabische Gewürzmischung dazugeben (in meinem Fall "Baharat", aber "Rassel Hanout" oder "Za'atar" geht auch), Aromen entfalten lassen, eine Spur Salz, etwas Pfeffer und die Zwiebeln dazugeben. Tomaten und Knoblauch dazu, viel Thymian, Tomaten zerdrücken, Tomatenbrühe 5 Minuten weich kochen lassen. Die Dose Kichererbsen dazugeben und ein halbes Glas Wasser, 15 bis 20 Minuten auf kleiner Flamme weiter köcheln lassen bis zur gewünschten Konsistenz. Mit Weißbrot (oder Fladenbrot) servieren.

Montag Nachmittag, ich setze meine Gedankenkonstrukte weiter fort bei drei Tassen grünen Tee auf meinem Sofa ... nur wenn ich das Gefühl habe, begehrt zu werden, wirke ich attraktiv - fehlt dieses Gefühl, strahle ich auch keine Attraktivität nach außen aus. Mein Freund hat mir zwar gegen Mittag eine Nachricht geschrieben, aber er hat zwei Stunden auf eine Antwort von mir warten müssen ... und diese fällt dann wieder als kühle Abweisung aus (paradoxerweise vermisse ich ihn dann doch später). Nach dem Essen kochen und dem Abwasch mache ich mich wieder daran, mich für den Abend vorzubereiten. Die Handgriffe für Make-up, die Ohrhänger anlegen, das Armkettchen, der restliche Silberschmuck, das grüne Kleid anziehen mit dem Verschluß ganz hinten oben - alles geht nach vier Tagen eingeübte Routine viel schneller. Jetzt ziehe ich endlich meine italienischen Sommerstiefeletten an, die ich schon das ganze Wochenende anziehen wollte - die hohen Absätze komplettieren mein "Drag Outfit". Höchst tussiesk stöckele ich mit meiner kleinen Handtasche am Armgelenk zu meinem Auto.

22 Uhr, ich bin viel zu früh da, in der kleinen Halle am Werk 2 brennt noch das Licht und alle Mitarbeiter des Festivals sind noch dabei, alles für die Discoveranstaltung den letzten Tag vorzubereiten. Ich warte entspannt vor dem Eingang ... nach ein paar Minuten darf ich rein. Traditionell sind den Montag Abend des Pfingstwochenendes nicht mehr so viele Gäste da, es bleibt sehr viel Platz zum Tanzen. Nach und nach kommen die weiteren Gäste, ich sitze mit meinem Getränk auf einem Barhocker am Rand der Tanzfläche ... "Sitzschuhe", die Beine überkreuz. Wer denkt, ich könnte mit den Schuhen nicht tanzen, der hat mich noch nicht auf den 9-cm-Stilettos bei meinem Lieblings-Punk-Song auf die Tanzfläche stürmen sehen.
Kurz vor 2 Uhr, für ein weiteres Getränk an der Bar fehlen mir die Münzen, ich beschließe zu gehen und hole meine schwarze Lederjacke aus der Garderobe. Draußen vor dem Eingang drehe ich mich nochmal ganz langsam zwischen den Festivalbesuchern im Kreis - so viele schöne Menschen werde ich für die nächste Zeit nicht noch einmal sehen. Zurück zu meinem Auto, zurück in meine Wohnung ... anders als die Nächte zuvor, bin ich schon eine Stunde früher da und lege mich schlafen. 3 Uhr nach Mitternacht, ich muß meinen Biorhythmus wieder ganz leicht um eine Stunde auf die Arbeitswochenzeit anpassen.

Dienstag Nachmittag - bevor ich abreise, folge ich noch einem Geheimtip: Irgendwo im Zentrum von Leipzig, im Keller eines unscheinbaren Internet-Cafés, dort befindet sich ein kleiner Laden mit einer exquisiten Auswahl an importierten, syrischen Produkten ... unter anderem auch die von mir begehrte Aleppo-Seife (die Echte, die in Würfeln). (Ende Teil 4/4)

[22.05.18 / 23:13] Sonntag früher Nachmittag, der kalte Couscous-Salat aus dem Kühlschrank schmeckt noch viel besser, nachdem er eine Nacht durchgezogen ist. Gegen 17 Uhr setze ich das Instant-Falafel-Powder an und mische es mit Wasser. Eine Stunde später und ich kann die Falafel in der Pfanne mit Olivenöl frittieren. Die ersten 10 stelle ich beiseite für den nächsten Tag, die anderen 10 kommen auf dem Teller zum Essen, zusammen mit scharfen Hummus mit Harissa, sizilianischen Oliven und Fetakäse. Nach einer dreiviertel Stunde ist die ganze Sache sprichwörtlich "gegessen" und ich kann mich an den Abwasch machen.
19 Uhr, eine Dusche, das übliche Make-up - aber diesmal ein Paar silberne Ohrhänger mit Drachenmotiv (die habe ich nicht gekauft, die habe ich gegen eine Silberkette eingetauscht) und das kurze dunkelgrüne Kleid mit Spitze aus dem Schrank (+ Push-up BH). Was ich an Zeit spare, um die Ohrhänger anzulegen (einfach durchstechen, fertig), geht mit dem einen einzigen Knopf des Kleides hinten am Nacken wieder drauf. Irgendwann so nach 21 Uhr bin ich endlich fertig, als Silberschmuck zum Ausgehen wähle ich aus meinem Schmuckkästchen das "Sailor-Moon-Armkettchen" (mit kleinen Halbmonden) und den hellgrün schimmernden Peridot-Anhänger. Aus fälschlich vernünftiger Sicht wähle ich für die Nacht, passend zum Kleid, die flachen, schwarzen Lederballerinas ... ein böser Fehler. In einer Duftwolke aus Chanel-Parfüm verlasse ich meine Wohnung mit der Lederjacke über den Arm und das kleine Handtäschchen in der Hand. Mit offenen Verdeck in meinem Roadster durch die Abenddämmerung nach Connewitz zum Werk 2.

22 Uhr nochwas, die 3 Bands für diesen Abend haben noch nicht angefangen zu spielen, ich stehe im Außenbereich an einem Bistrotisch und registriere die allmählich anfangenden Schmerzen in meinen Füßen, etwas Taschentuch zwischen den Fersen und den Schuhen eingeklemmt und ich kann wieder für ein paar Minuten laufen ... zur Markthalle, noch eine CD kaufen. Das Plattenlabel gehört zum befreundeten Umfeld der familiären, kleinen schwarzen Szene des Festivals. Es kommt selten vor, daß ich ein Album nur wegen des Covers kaufe, aber es liegt zwischen CDs auf dem Verkaufsstand, die ich schon habe. Der Verkäufer gibt auch seine Empfehlung dazu ab ... und zumindest eines der Bandmitglieder spielt auch in einem anderen Projekt, das ich kenne - ich kann also nichts falsch machen und kaufe das Album, neugierig auf die Musik.
Die erste Minimal Wave Band, teilweise aus Brasilien, gefällt mir ganz gut ... spätestens nach dem Auftritt ist die kleine Halle warm geworden und ich gebe meine Lederjacke an der Garderobe ab. Die zweite Band ... aus Frankreich ... ich habe noch nie eine so erotisch aufgeladenen Bühnenshow erlebt, die beiden Bandmitglieder, ein Paar, spielen sich in Ekstase - "Wow!" Der dritte Auftritt, eine Solo-Künstlerin aus den USA (Florida?) ... ich laufe etwas vor der Bühne umher - juhu! Ein bestuhltes Konzert! Ich entdecke einen freien Barhocker ziemlich nah rechts von der Bühne mit freien Blick darauf, nur ein- oder zweimal stehen ein paar groß gewachsen Kerle vor mir und versperren die Sicht ... stört mich nicht, mein Blick geht auch in das interessante Publikum vor der Bühne. Ein Videocall auf einem Smartphone? Jemand teilt das Konzert online mit einer Freundin aus Übersee. Ein Fotograf mit großen Objektiv fotografiert lieber die illustren Gäste, als den Bühnenauftritt.
Irgendwann so nach 2 Uhr sind die Konzerte für den Abend - und für das diesjährige kleine Festival allgemein - beendet und gehen nahtlos in die Discoveranstaltung über. Ich rutsche von meinem hohen Barhocker herunter und laufe durch den Außenbereich zwischen den beiden Hallen ... jeder Schritt schmerzt. So richtig kann ich kein Gefühl für die Disco entwickeln, die aufgelegte Musik ist in Ordnung - aber Tanzen ist für mich unmöglich in den Schuhen. 3 Uhr nach Mitternacht, der erste Rempler - jetzt kommen die ganzen Leute, die ich nicht mag. Ich hole meine Jacke an der Garderobe ab und hau ab ... verdammte Schuhe! Ich kann in den scheiß flachen Schuhen einfach nicht laufen! Ich bin doch nur Absätze gewohnt, auf Zehenspitzen balancierend, schleppe ich mich zu meinem Auto gleich um die Ecke.

Eine Stunde später (ewige Parkplatzsuche) stehe ich vor dem Spiegel in meinem Badezimmer, warum bin ich eigentlich immer nur alleine unterwegs? Das war schon immer so, seit Anbeginn der Zeit. "Hast du dich schon mal im Spiegel angesehen?" Ich gehöre nun mal zu den häßlichen Menschen, besser ich akzeptiere das früher oder später und lebe damit, ohne daß mich das irgendwie noch interessiert. Die üblichen, gleichgültig machenden Pillen Antidepressiva und ich bin weg. Morgen ziehe ich wieder die High Heels an. (Ende Teil 3/4)

[22.05.18 / 23:12] Zucchini-Couscous-Auflauf mit Tomaten, Feta und Mandeln: Zwiebeln schneiden, Knoblauch zerkleinern, Tomaten vierteln, Zucchini in Scheiben schneiden, alles vorbereiten und bereitstellen. In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen, Zwiebeln dazu, Salz und Pfeffer und die Gewürzmischung (Kreuzkümmel + Koriander + Kardamom) und etwas Chili, Gewürzaromen entfalten lassen, die Tomaten dazugeben und zerdrücken, mit Wasser (für den Couscous) ablöschen, Tomatenbrühe kurz kochen lassen. Tomatenbrühe abgießen und damit den Couscous in einer Schale für 5 bis 10 Minuten quellen lassen (bei Bedarf noch etwas Wasser drangeben), den Couscous nach dem Quellen auflockern und etwas Olivenöl unterrühren. Währenddessen die Auflaufform einölen, die öligen Tomaten mit den Zwiebeln und den Gewürzen auf dem Boden der Auflaufform verteilen, beiseite stellen. Zucchini in der Pfanne mit Olivenöl, Knoblauch und Salz und Pfeffer anbraten. Den aufgequollenen Couscous in der Auflaufform über die Tomaten verteilen, die Zucchini-Scheiben mit dem Knoblauch darüber, alles mit Fetawürfeln und Mandelstückchen garnieren und in den aufgeheizten Backofen schieben. 200°C mit Umluft, 25 Minuten, fertig (wenn der Feta an den Ecken dunkel wird).

Gegen 17 Uhr den Sonnabend Nachmittag schreibt mir mein Freund eine Nachricht, er kommt vorbei. Ich frage ihn noch, was er von meiner Menüauswahl gerne essen möchte, ich fange gerade an, alles für das Kochen vorzubereiten ... er überläßt mir die Entscheidung - also das Zucchini-Couscous-Rezept, welches ich seit dem Besuch in dem palästinensischen Restaurant Anfang des Jahres kochen wollte. Gerade als ich die Tomatenbrühe aufsetze und kochen lasse, klingelt er unten an der Tür und ich lasse ihn herein. Ich umarme ihn kurz, er trägt wieder seine sommerliche Kleidung und zeigt mir seine neue Wunde am Bein, die er sich bei einem Sturz mit dem Fahrrad zugelegt hat ... ich bin total beschäftigt mit dem Essen kochen und kann ihm gar nicht richtig folgen. Er setzt sich kurz etwas hin, ich lasse den Couscous aufquellen und brate die Zucchini an ... ich koche für zwei Personen - also auch mit der doppelten Menge an Knoblauch. Wenig später, als ich die Auflaufform in den Backofen gebe, bemerke ich noch, daß er sich in mein Bett schlafen gelegt hat, er muß wahrscheinlich die ganze Nacht gearbeitet haben.
Mit einem nicht allzu lauten "Ping" ist mein Auflauf im Ofen fertig ... mein Freund schläft tief und fest, ich esse die erste Hälfte alleine. Ziemlich ungeschickt versuche ich ihn dann wach zu bekommen - und berühre dabei versehentlich seine schmerzende Wunde unter der Bettdecke. Er ist kurz wach, "Would you like to eat something?" Später vielleicht, er schläft sofort wieder ein, "But then it's cold." Weißt du, ich stehe hier den ganzen Tag und koche für dich ... ein beschissener Ehemann + meine mangelnde Empathie-Kompetenz. Ich stelle seine Portion Essen in einer Schüssel beiseite und mache den Abwasch, auch das laut klappernde Geschirr weckt ihn nicht auf.
Später den Abend wechsele ich in das Badezimmer, nehme eine Dusche und bereite mich auf die Nacht vor - derselbe Ablauf wie den Abend zuvor, dasselbe Outfit, das gleiche Make-up. Fertig angezogen stehe ich vor dem Bett und versuche ihn wieder aufzuwecken, er war schon mal kurz wach und im Badezimmer, als ich vor dem Spiegel meine Ohrringe angelegt habe - jetzt schläft er wieder sehr tief und ich brauche eine halbe Ewigkeit, um ihn wieder (vorsichtig) wachzurütteln - "Do you want to sleep here the whole night? I want to go out now." Er erzählt mir kurz schlaftrunken, daß er später die Nacht wieder arbeiten gehen muß. "Your food is now in the fridge, it's now cold salad", falls er dann noch Hunger hat, ich habe ihm sein Essen in den Kühlschrank gestellt. Ich verlasse meine Wohnung und schließe die Tür hinter mir ... irgendwie mit einem kleinen, schlechten Gewissen, habe ich ihn zu sehr vernachlässigt? Zurück zu meinem Auto, zurück zum Werk 2.

Präzise 22:00 Uhr komme ich auf dem Festivalgelände an, die Security am Einlaß hat noch gar nicht richtig Stellung bezogen, das kleine Häuschen mit dem Ticket-Schalter wird gerade erst aufgebaut. Ich schlendere so durch ... ich gehöre zum Inventar. Diesen Abend ist die Discoveranstaltung gemischt mit zwei Auftritten von ein paar Künstlern, wann genau die auftreten, weiß ich nicht ... eben irgendwann die Nacht. In der Markthalle mit den DIY-Produkten entdecke ich eine kleine, handgemachte Geldbörse ... die könnte mir gefallen, etwas Leder, etwas Netz, nicht nur in Schwarz, ein leichter lilablauer Farbton - die kaufe ich. Schon wieder italienische Händler, aber sehr nett.
Ich wechsele zwischen den beiden Tanzflächen hin und her, ab und zu wird etwas Italo-Disco eingestreut, bis Mitternacht füllen sich auch die beiden Hallen. Es muß nach Mitternacht sein, weil ich schon von der Cola auf eine Flasche Wasser umgestiegen bin. Ich habe mir auf der Damentoilette das Spaghettiträgertop ausgezogen und die Tunika etwas weiter aufgeknöpft, es ist nicht viel Ausschnitt - aber alles was ich hab (den nächsten Abend ziehe ich wieder einen Push-up an). Ich sitze also etwas abseits neben der Tanzfläche, als mich ein männlicher Gast fragt, ob man hier rauchen kann ... ich schaue mich um, niemand raucht hier, das ist ein Nichtraucherclub, "Nein, ich glaube nicht." Etwas enttäuscht aber immer noch freundlich dreht er sich wieder weg. Ich brauche ewig, um dahinter zu kommen, daß das vielleicht so eine Art Flirtversuch gewesen sein könnte. Ich bin so tief in meiner autistischen Blase, für mich war das in dem Moment wirklich nur ein junger Mann, der mir eine etwas merkwürdige Frage stellt - und ich antworte ihm darauf ... vollkommen ohne irgendwelche weitergehende Gedanken. Als die ersten, beiden Künstler auf der Bühne anfangen zu "performen", muß ich immer noch über den Kontaktversuch grübeln.
Später die Nacht, ich tauche komplett ein in den Mikrokosmos ... nur coole Leute um mich herum, ich verliere das Zeitgefühl, weiß nicht mehr, wie spät es ist - aber der Himmel zwischen den beiden Hallen ist immer noch nachtschwarz, keine Spur von einer Morgendämmerung. Die zweite Künstlerin bereitet ihren Auftritt vor, das Promotion-Video auf der Internetseite des Festivals war sehr vielversprechend - auf diesen Auftritt bin ich besonders gespannt. Leider ist in der rechten Ecke vor der Bühne, wo ich stehe, der Gesang kaum zu verstehen, alles was ich höre, kommt vielleicht nur über die Bühnenmonitore zu mir. Ich fühle mich auch total erschöpft von dem ganzen Tanzen und suche eine Sitzgelegenheit, während des Auftrittes der Künstlerin wechsele ich meine Position, laufe etwas umher und finde auf der anderen, linken Seite von der Bühne einen Sitzplatz am Rand ... jetzt ist der Gesang auch zu verstehen. Meiner Theorie nach war der Pan-Regler für das Bühnenmikrofon am Mischpult für die Ausgabe auf die PA zu weit einseitig eingestellt ... oder irgendjemand hat irgendwo endlich mal den Fader für's Mikro hochgeschoben.
Irgendwann so nach 2 Uhr ... der Verlust meines Zeitgefühls macht mich völlig fertig - ich muß in meiner Handtasche nach meinem Telefon graben und auf die Uhr sehen. Nach den Auftritten bleibe ich noch etwas sitzen, tanze pantomimisch zu der aufgelegte Italo-Disco-Musik, bevor ich kurz vor 3 Uhr meine Lederjacke an der Garderobe abhole, etwas im Außenbereich umherlaufe (mit einem breiten Grinsen im Gesicht, so eine super Stimmung hier) und dann danach die Party verlasse. Zurück zu meinem Auto, zurück zu meiner Wohnung.

Kurz vor 4 Uhr, mein Freund ist nicht mehr da ... er hat das Essen im Kühlschrank nicht angerührt, zu viel Knoblauch? Ich lege mich in der Bettdecke, in der er sich nur ein paar Stunden zuvor eingerollt hat, schlafen ... ich wünschte, ich hätte ihm mehr Beachtung geschenkt. (Ende Teil 2/4)

[20.08.17 / 23:26] Zurück in Leipzig - das letzte Wochenende war ich schon nicht in meiner Wohnung (ich fürchte mich vor meinem Ex-Freund) - dieses Wochenende muß ich wenigstens mal hin, um meine Pflanzen zu gießen. Er hat immer noch die Schlüssel für meine Wohnung ... wird er betrunken randaliert haben (wie schon mal in seiner Küche)? Alles Porzellan zerschmeißen (mein schönes Kahla-Kaffee-Service)? Mein Kleiderschrank geplündert und durchwühlt haben? Mit Angstgefühlen steige ich den Freitag Abend die Treppen hoch zu meiner Dachgeschoßwohnung ... ich stecke den Schlüssel in das Türschloß ... er paßt nicht! Ein Schreckmoment - macht er etwa dasselbe mit mir, was ich vor einigen Wochen mit ihm getan habe und schließt sich in meiner Wohnung ein? Kurz durchatmen ... falscher Schlüssel - ich wechsle am Schlüsselbund zu dem richtigen Schlüssel und schließe meine Wohnung auf. Es ist schon dunkel den Freitag Abend gegen 22 Uhr, ich suche den Lichtschalter und mein Blick schweift durch die ganze Einraumwohnung ... ich bin allein, er war nicht da, alles ist so, wie ich es verlassen habe (selbst den Pflanzen geht es gut und sie sind noch nicht vertrocknet). Ich packe meine Sachen aus und richte mich wieder ein. Kurz nach Mitternacht gehe ich ins Bett ... nicht ohne die Wohnungstür von innen abzuschließen und im Kleiderschrank nach dunklen Schatten zu suchen. Ich habe Angst vor ihm ... die letzten zwei Wochenenden mit ihm (besonders das letzte) haben mich zu sehr verschreckt. Ich probiere die Nacht noch ohne eine Tablette einzuschlafen, nehme dann etwa eine Stunde später doch eine.

Sonnabend später Vormittag, ich stehe auf, Frühstück mit meinen mitgebrachten Brötchen. Nach dem Duschen und Anziehen sammle ich alle seine leeren Bierflaschen ein (und meinen Getränkekasten Wasser) und fahre damit zur nächsten Kaufhalle. Wenn ich Glück habe, reicht der Flaschenpfand und mein 5-Euro-Schein für den gesamten Einkauf - auf meiner imaginären Liste stehen Tomaten, Möhren, eine Dose Thunfisch, ein Paket kleiner Wasserflaschen und vielleicht noch eine Packung Weintrauben als Nachtisch. Das Geld reicht, ich habe sogar noch ein paar Euromünzen über.

Weiter den frühen Sonnabend Nachmittag zum Einkaufen in die Leipziger Innenstadt, ich parke mein Auto in dem Parkhaus am Bahnhof und lasse erstmal das gekaufte frische Gemüse und das Obst im Kofferraum - so schnell wird es gleich nicht verderben. Auf dem Weg zum nächsten EC-Automaten plane ich meine Einkaufstour für diesen Nachmittag - die Apotheke in der Fußgängerzone, Schuhladen Nr. 1 gegenüber, der teure Naturkosmetikladen ein paar Gehminuten entfernt, weiter zum favorisierten Schuhladen Nr. 2 und - wenn ich dann noch kann - das teure Kaufhaus am Marktplatz.
In der Apotheke frage ich nach Mückenschutzmittel - das stark nach Ammoniak stinkende (aber wirklich sehr gut wirkende) Mittel zur Nachbehandlung der zahlreichen Stiche auf der Haut, haben die leider nicht im Sortiment, dafür kaufe ich zum Schutz gegen diese Biester ein Spray, welches von einem ominösen Tropeninstitut angepriesen bzw. empfohlen wird ... ich brauche das für meine nächste Reise sehr dicht am Äquator.
Weiter in den ersten Schuhladen, ein paar Peeptoes mit High Heels stehen auf meiner Wunschliste ... die müssen nicht zum Laufen geeignet sein, nur zum gut Aussehen an den Füßen, während ich irgendwo in einem Club die Nacht auf einem Barhocker sitze, die Beine überkreuze und Männer beobachte ... also etwas für meine "semi-professionelle Arbeit", meinem marokkanischen "Klienten" würde das bestimmt gefallen. Ich durchstreife den ersten Laden, leider nichts passendes - außer das eine Paar schwarze Pumps, das ich schon habe. Weiter durch die Innenstadt zu dem teuren Naturkosmetikladen.

Nachdem ich meine obligatorischen zwei Probefläschchen mit Haarwäsche und Duschbad für die nächste Reise eingekauft habe, bewege ich mich weiter in Richtung Schuhladen Nr. 2 ... vor dem Eingang empfängt mich ein riesiges, rotes Plakat: "Rausverkauf! Alle Schuhe 60% reduziert!" Ich betrete den Laden und es ist wirklich sehr viel Andrang, überall stehen die Schuhe eng aneinander und viele Menschen probieren etwas an oder suchen die Regale ab. Alles ist umgeräumt, nichts steht an dem Platz, wie bei meinem letzten Schuhkauf vor ein paar Wochen. Wenigstens sind sie immer noch (einigermaßen) nach Farbe sortiert und überall stehen die Hinweise für die Schuhgröße. In all dem Durcheinander und den vielen Menschen entdecke ich das eine schwarze Paar Stiefeletten eines kleinen italienischen Designerlabels ... ich nenne es mal meine "Made-in-Italy-Schuhe". Sie stehen seit meinem letzten Einkauf immer noch da und keiner scheint sich dafür zu interessieren. Die schmalen Absätze sind viel zu hoch, die Schuhspitze ist sommerlich ausgeschnitten (also Peeptoes) und auf dem Etikett steht immer noch der Preis kurz vor der 200-Euro-Schmerzgrenze. Ich nehme sie vom Regal, laufe nochmal damit Probe ("paßt") und gehe mit meinem neuen Schuhpaar in der Hand zur Kasse. Das letzte Mal habe ich sie nicht gekauft, weil die hohen Absätze viel zu "unpraktisch" sind - jetzt ist mir das egal und ich lege diese bezaubernden italienischen Markenschuhe auf den Tresen an der Kasse ... 180 Euro minus 60 Prozent? Ein Wahnsinnspreis - und die Schuhe haben nur auf mich im Regal gewartet, daß ich Wochen später nach meinem letzten Besuch wieder zurückkehre und sie doch kaufe. Weiter in das nächstgelegene Kaufhaus in der Fußgängerzone am Marktplatz.

Ich will eigentlich nur ein schlichtes olivgrünes T-Shirt kaufen, nichts Aufwendiges, nichts Teures. Auch hier werde ich fündig, probiere etwas an, laufe weiter durch das Kaufhaus ... bewundere ein paar sauteure "Samt-Stiefeletten" - mit der Einkaufstüte mit meinen gerade eben gekauften Stiefeletten in der einen Hand und dem anprobierten olivgrünen T-Shirt in der anderen Hand. Einkaufen ... Schuhe ... Sachen von (viel zu überteuerten) Designerlabels - meine Welt. Ich könnte Stunden damit verbringen, aber irgendwann macht der Körper (und die Füße) einfach nicht mehr mit. Zurück zum Auto im Parkhaus am Hauptbahnhof (und unterwegs noch mit den übriggebliebenen Münzen ein italienisches Eis kaufen).

Irgendwann so gegen 17 oder 18 Uhr bin ich wieder zurück in meiner Wohnung und bereite das Abendessen für den Tag vor. Es gibt Pasta mit Thunfisch und Tomaten und die italienische Gewürzpalette (Oregano, Basilikum, Thymian, viel Knoblauch, etwas Chili). Nachdem ich alles gekocht, aufgegessen und den Abwasch gemacht habe, springe ich wieder kurz unter die Dusche und mache mich ausgehfertig für die Nacht. Ich will die Nacht in den Club in der Südvorstadt, in den ich letzten Sommer beim Verlassen von "gewissen" Männern angesprochen und ... belästigt wurde. Was ziehe ich die Nacht an? Kein Kleid, kein Push-up, Schuhe mit Absätze? Ja, aber nur meine schwarzen Stiefeletten ... leider keine Stilettos, mit denen ich mich im Notfall wehren könnte. Schwarze Jeans, schwarze Lederjacke, schwarzes - nicht so attraktives - Top, nur Kajal um die Augen und dezenter Silberschmuck. Wenn mich einer anmacht - ich bin nur ein Kerl mit langen Haaren (höchstwahrscheinlich ein "Metaler") und mit einem "Hormon-Problem" (wegen den kleinen Brüsten). Meine Ausrede wirkt vielleicht nicht überzeugend, aber ich habe wenigstens einen Versuch. Mit dem Auto eine Stunde vor Mitternacht in die Gegend um den Südplatz.

Ich parke mein Auto ein oder zwei Straßen entfernt von dem kleinen Club und laufe erstmal zielgerichtet zu den Bars an der belebten Straße. Ein Glas Wasser, ein Ciabatta (mit noch mehr Knoblauch) und die alkoholfreie Version einer "Pina Colada" später, laufe ich wieder zurück zum Eingang des Clubs. Es ist kurz vor Mitternacht und alles ist verschlossen. Irritiert laufe ich noch einmal um den ganzen Block, wieder am verschlossenen Eingang vorbei und zurück zu meinem geparkten Auto. Kein Wunder, daß bei der Disco-Veranstaltung sonst so wenig Leute kommen, wenn immer verschlossen ist und nie klar ist, ob oder wann (vielleicht weit nach Mitternacht) die Disco stattfindet ... vielleicht hatte der Punker-DJ auch einfach keinen Bock mehr (kommt schon vor). Plan B - mit dem Auto ein paar Straßenzüge weiter zur nächsten Disco die Nacht in Connewitz. Ich finde einen Parkplatz in der Nähe in dem Wohngebiet und laufe zu dem Haus mit dem Clubkeller. Diese Nacht ist dort eine 80er-Jahre-Party, auf dem Flyer beworben mit "alternativen" Songs.
Als ich den Clubkeller betrete, sind noch nicht sehr viele Leute da. Der DJ spielt etwas Italo-Disco an ... noch bin ich erfüllt mit etwas Hoffnung. Der Club füllt sich ... Stinos. Die Musik wechselt über Rap zu Detroit, frühes House - eigentlich gar nicht schlecht. Ich schließe meine Augen in dem mittlerweile vollen Club und stelle mir vor, ich wäre irgendwo in einer Underground-Disco in New York und die Tanzfläche ist voller attraktiver (und wahrscheinlich schwuler) Männer (die mich als Transe immer so nett in Ruhe lassen). Ab und zu muß ich die Augen öffnen und mich der Realität stellen, die übliche Leipziger Studenten-Hipster-Stino-Mischung, mit übergroßen Frauenanteil. Kurz nach 1:30 Uhr, ich verlasse den stickigen Club - eigentlich nur um etwas frische Luft zu atmen - aber spontan entscheide ich mich zu gehen. Gute Musik, falscher Club. Zurück mit meinem Auto zu meiner Wohnung in Leipzig.

Etwa eine Stunde später - und nachdem ich mir den schwarzen Kajal halbwegs aus den Augen gewaschen habe - falle ich ins Bett. Das erste Mal seit vielen Monaten, daß ich keine Tablette zum Einschlafen brauche. Die Tür ist verriegelt und von meinem Ex-Freund höre (oder lese) ich sowieso nichts mehr. Das Telefon ist die Nacht einfach aus.

Sonntag Vormittag, ich habe nichts vor, die Pflanzen habe ich den Tag zuvor schon gegossen und alle Einkäufe sind erledigt. Ich muß den Tag nur frühstücken, gegen Mittag duschen, Tai-Chi-Übungen machen, Mittagessen kochen und später dann alle meine Sachen zusammensammeln (die neu gekauften Schuhe und das Paar Plateau-Sandaletten, den Bikini und ein Sommerkleidchen für die nächste bevorstehende Reise). Für das Mittagessen habe ich wieder etwas Veganes vorbereitet - es gibt Couscous mit Kichererbsen, Möhren und Tomaten. In einer Pfanne Knoblauch und Schalotten in Olivenöl erhitzen (mehr Knoblauch als Schalotten), währenddessen die Möhren in kleine Scheiben schneiden, mit dazu in die Pfanne, Tomaten waschen, vierteln, auch mit in die Pfanne, alles mit Pfeffer und Chili würzen (viel Chili), die orientalische Gewürzmischung dazu (Kardamom, Koriander, Kreuzkümmel), in einem anderen Topf Couscous mit etwas Kurkuma im heißen Wasser 5 Minuten aufquellen lassen, in eine Müsli-Schüssel geben, mit der Tomaten-Möhren-Kichererbsen-Soße/Pampe übergießen - und mit einem Löffel aufessen. Vegan ist so schön einfach zu kochen.

[07.06.17 / 00:22] Halb Elf den Montag Morgen (Pfingstmontag), ich stehe auf, mein erster Blick gilt dem Telefon ... nichts, weiter keine Nachricht von meinem Freund. Nach einem kleinen Frühstück, setze ich mich den frühen Nachmittag wieder an den Laptop, meine Blogeinträge schreiben und weiter etwas an meinem Buchprojekt arbeiten. Die Zeit vergeht beim Schreiben ... 16:30 Uhr, ich speichere den Zwischenstand ab und fahre den Rechner wieder runter, Zeit für Essen Kochen, bzw. Backen - es gibt Nudelauflauf. Zuerst die Aubergine halbieren, in Scheiben schneiden, großzügig den Rand mit der Schale abtrennen und das helle Innere in kleine Würfel schneiden, diese auf einem Teller salzen und 20 Minuten stehen lassen, währenddessen den Topf mit Nudeln zum Kochen bringen, Nudeln nach etwa 11 Minuten wieder durch das Sieb abgießen, Sieb weiterverwenden zum Abwaschen des Salzes von den Auberginenwürfeln, Auberginenwürfel in einer Pfanne mit Öl kurz anbraten, beiseite stellen, Tomaten waschen, schneiden, vierteln, Knoblauch und Schalotten kleinschneiden, diese dann in einem Kochtopf mit Olivenöl andünsten, Tomaten dazu, Basilikum, Oregano, Thymian, Salz, Pfeffer (und etwas Chili), Oliven nicht vergessen, Tomatensoße köcheln lassen und währenddessen den Feta in kleine Würfel schneiden, Auflaufform einfetten (bzw. einölen), Backofen vorheizen, die Auflaufform abwechselnd in Schichten auffüllen: Nudeln, Auberginenwürfel, die Tomatensoße mit den Oliven aus dem Kochtopf, Feta darüber und alles bei 180°C (Umluft) 40 Minuten backen (und dabei durch das Fenster zusehen). Nach einer dreiviertel Stunde ist der Feta leicht angebacken und der Nudelauflauf fertig und kann auf einem Teller serviert werden ... spätestens hier fällt mir alles wieder auseinander und ich überlege, ob mir nicht irgendwie noch so eine Art Bindemittel in meinem Rezept fehlt, vielleicht Béchamelsoße? Der Nudelauflauf ist ziemlich aufwendig - dafür, daß ich eigentlich nur hart getrocknete Nudeln erst wieder weich koche, nur um sie dann wieder fest und knusprig zu backen - alles zusammen, Vorbereitung, Backen, Essen, alles wieder abwaschen, nimmt etwa drei Stunden Zeit in Anspruch. Erst gegen 19:30 Uhr habe ich wieder etwas Zeit für mich und kann mich für den letzten Abend des Festivals an diesem Pfingstwochenende vorbereiten.

Ich zwänge mich wieder in die enge Kunstlederleggings (das Outfit vom letzten Abend) und fahre zu dem Festivalgelände, den Montag Abend ist nur noch die kleine Halle offen und nur eine Tanzfläche. Kurz nach 22 Uhr ist noch nicht so viel los, die Tanzfläche füllt sich erst nach und nach bis Mitternacht, ich tanze zu ein paar Titeln (Post Punk und Cold Wave), bestelle mir ab und zu an der Bar etwas zu trinken und beobachte die Gäste. Ich stehe direkt neben dem Merchandising-Stand des kleinen Festivals ... interessiert betrachte ich die T-Shirts, ich habe noch etwas Geld über. Eines davon (mit dem Festival-Logo) ist zwar in Weiß, aber dafür extra für Damen auf Taille geschnitten - ich kaufe eins in meiner Größe ... paßt bestimmt gut zu meinem letzten Neuerwerb / Spontankauf vor ein oder zwei Wochen (als es für ein paar Tage zu heiß war), kurze Hot Pants aus Denim mit olivgrünen Camouflage-Muster. 1:30 Uhr, ich bereite mich schon mental darauf vor, zu gehen. 2 Uhr nach Mitternacht, ich tanze noch zu einem letzten Titel und verlasse dann die Tanzfläche und die kleine Veranstaltungshalle, draußen vor dem Eingang stehen auch nicht mehr ganz so viele Leute, wie in den Nächten zuvor (eigentlich sind es jetzt nur noch ein paar wenige). Zurück zum Auto, zurück in meine Wohnung ... wenn ich mich noch vor 3 Uhr nachts in mein Bett legen kann, dann ist der "Wochenend-Jet-Lag" zum nächsten Arbeitstag nicht ganz so groß.

Dienstag Morgen, kurz vor 10 Uhr stehe ich auf. Ich habe kein Frühstück mehr, keine Bananen, kein Olivenbrot ... es ist nur noch der Rest Couscous-Salat im Kühlschrank - aber den gebe ich in die Toilette (Ratten füttern). Ich habe noch die halbe Aubergine, eine grüne Paprika, zwei Tomaten und die neue Packung Couscous in der Küche - das Frühstück ist gleichzeitig auch das Mittagessen. Ablauf, wie die Tage zuvor - nur eben jetzt die Knoblauch-Tomatensoße ohne Oliven, dafür mit Auberginenwürfeln und grüner Paprika, sehr viel Chili, die orientalische Gewürzmischung (Kreuzkümmel, Koriander, Kardamom), parallel den Couscous (gelb gefärbt mit Kurkuma) in einem Kochtopf aufquellen lassen, in eine kleine Schüssel zum Essen füllen, die scharfe Tomatensoße mit Auberginen und Paprika darüber - und alles zusammen ergibt "Tunesisches Couscous". (Ende Teil 4/4)

[07.06.17 / 00:21] Sonntag Mittag, er schläft noch ein paar Stunden weiter in meinem Bett, ich stehe schon auf, koche einen Kaffee für mich (nie wieder mit kalter Sojamilch) und tue die Dinge, die ich Sonntags so tue: Frühstücken (Olivenbrot mit Nuß-Nougat-Creme), Pflanzen gießen, Tai Chi, im Internet surfen, imaginär in meiner Vorstellung meine Wohnung vermessen und das nächste Möbelstück planen (eine kleine Couch zum Entspannen fehlt einfach noch). Sein Telefon klingelt irgendwann den frühen Nachmittag und er muß wieder bis Mitternacht arbeiten, ich setze mich wieder an meinen Laptop und vergesse die Zeit. 17:30 Uhr - ich muß unbedingt anfangen, Essen zu kochen, wenn ich in meinem Zeitplan bleiben will und pünktlich den Abend zur ersten Band wieder zurück auf dem Festival sein will. Meine Entscheidung fällt auf mein Standardgericht, das ich schon jahrelang koche und den Ablauf perfekt beherrsche: Nudeln in Tomatensoße ... auf süditalienisch. Tomaten waschen, schneiden, vierteln, Knoblauch und Schalotten schneiden, kleinhacken, in einem Topf mit Olivenöl andünsten (wenn ich schon nicht mehr das gute sizilianische Olivenöl habe, dann nehme ich eben nur das kretische aus dem Kaufhallensortiment), Tomaten und Gewürze dazu (Oregano und Basilikum, Pfeffer und Chili), noch ein paar geschnittene grüne Oliven, alles köcheln lassen und parallel dazu einen zweiten Topf mit Nudeln aufsetzen (mit etwas Salz) und 10 bis 12 Minuten kochen lassen. Danach die Nudeln in ein Sieb gießen, wieder zurück in den Topf und - ganz wichtig (so wie ich das aus Süditalien kenne) - alles mit der öligen Tomaten-Oliven-Gewürzsoße vermengen und umrühren. Erst dann fällt alles eßbereit aus dem Topf auf den Teller. Als Variation mache ich dieses Universalgericht auch manchmal mit Erbsen oder Thunfisch oder Schinken (für Nicht-Veganer). Die Zubereitungszeit ist kurz genug, daß danach noch viel Zeit für den Abwasch bleibt.
So gegen 19 Uhr mache ich mich wieder ausgehfertig, Duschen, Make-up (den Abend wieder mit Kajal und Parfüm) und suche meine Sachen aus dem Kleiderschrank zusammen. Die Außentemperatur ist kühl genug, um mich in meine neue, hautenge, schwarze Kunstlederleggings zu zwängen ... die sitzt wirklich knapp (von wegen "Stretch-Anteil"). Dazu wähle ich das passende schwarze Netzoberteil, den Nietengürtel um die Taille, meine Jacke in Biker-Optik (ich habe nur die eine) und meine spitz zulaufenden Stiefeletten mit den kubanischen Absätzen ... irgendwo zwischen "Glam" und "Gothic" (aber eigentlich spielen an diesem Abend nur drei Wave-Bands). Gehe ich sonst eher in Alltagsklamotten aus, ist diese Kombination jetzt ein reines Party-Outfit (abgesehen von den Schuhen).

Kurz nach 22 Uhr bin ich wieder (planmäßig) zurück am "Werk 2" in Connewitz, es dauert eine Weile, bis genug Leute da sind, damit die Künstler auftreten können. Tatsächlich sind die beiden ersten Auftritte an diesem Abend keine Bands, sondern Einzelpersonen mit ein oder zwei Synthesizern auf der Bühne, viel Musik auf Knopfdruck und eine Performance am Mikrofon ... sollte ich jemals mal mit meinem ganzen Aufbau an Synthies, Drumcomputer, Mischpult und Effekten irgendwo auftreten, läuft auch alles am Sequencer einprogrammiert über MIDI, ich muß nur auf "Play" drücken (aber wenigstens wird die Musik live erzeugt, kein Tonband). Erst die dritte Band ist wieder eine "richtige" Band mit drei Musikern ... deren Musik in meinem Autoradio auf der Autobahn hoch und runter läuft - natürlich kaufe ich mir im Anschluß an das Konzert das neue Album. Blick auf das Telefon, 1:30 Uhr ... diese Nacht bleibe ich wohl etwas länger. Es ist mittlerweile wieder richtig voll geworden - aber immer noch mit etwas Platz auf den beiden Tanzflächen. Im Außenbereich zwischen den beiden Hallen werde ich wieder von jemanden angesprochen ... mir ist noch nicht ganz klar, was er von mir will, aber ich weiß, ich werde mich in dieser Nacht auf nichts einlassen - in Gedanken sehe ich meinen Freund in meinem Bett liegen und auf mich warten. Zurück zum Rand auf der Tanzfläche in der großen Halle, der Mann aus dem Außenbereich kommt auf mich zu und lädt mich ein, mit ihm zu tanzen - ich folge ihm (vielleicht ist er sogar etwas beeindruckt davon, daß ich genau weiß welche drei Titel da gerade gespielt werden und ich ihm die Band und den Namen des Musiktitels nennen kann ... alles Post Punk und Cold Wave). Mehr als drei Titel tanze ich nicht, zurück an der Bar bietet er mir etwas zu trinken an ... kein Alkohol, keine Zigaretten, kein Koffein - ich lehne alles ab und trinke nur Wasser. Ich muß ihm auch noch irgendwie subtil zeigen, daß ich an nichts weiteres interessiert bin. Es ist kalt im Außenbereich, ich will hinüberwechseln zu der anderen, kleineren Halle mit der Garderobe und meine Jacke holen. Er folgt mir zwar erst durch die ganze Menschenmenge, aber spätestens am Eingang der kleineren Halle verliert er mich. Ich fühle mich irgendwie mies, daß ich mich gar nicht von ihm verabschieden konnte. Es ist 3 Uhr nach Mitternacht, am Eingang zu dem Festivalgelände stehen immer noch haufenweise Leute und warten auf Eintritt, ich gehe an ihnen vorbei und laufe zurück zu meinem Auto.
Zurück in meiner Wohnung, keine weiteren Nachrichten von meinem Freund ... also kein Sex für mich diese Nacht. Ich schäle mich aus der engen Leggings - mit einem unguten Gefühl in der Anal-Gegend ... so viel Blut, irgend etwas stimmt da nicht (im besten Fall sind es "nur" Hämorrhoiden). Ich lege mich kurz vor 4 Uhr allein in mein Bett und schlafe ein, das Telefon liegt wieder, auf lautlos gestellt, weit abseits von meinem Bett. (Ende Teil 3/4)

[07.06.17 / 00:20] Sonnabend Mittag stehe ich wieder auf, nach einem Frühstück (der Couscous-Salat aus dem Kühlschrank in einer kleinen Schüssel mit Sojamilch als Müsli-Ersatz) habe ich den Nachmittag viel freie Zeit. Zuerst schreibe ich ein oder zwei Stunden an meinem 30-Seiten-Buch weiter (schon zu 90% fertig) und suche anschließend im Internet nach Shakshuka-Rezepten. Kurz vor 17 Uhr fange ich an, das Essen für diesen Abend vorzubereiten, Paprika und Tomaten waschen, Knoblauch und Schalotten schneiden, in einer Pfanne mit Öl anbraten, Paprika und Tomaten in kleinen Stücken dazu, etwas Salz und Pfeffer, 3 von den "4 K's" (Koriander, Kreuzkümmel, Kardamom ... kein Kurkuma) und ganz viel scharfes Chilipulver, alles köcheln lassen und anschließend zwei Eier "draufhauen". OK ... es sieht irgendwie nicht so aus, wie in meiner Erinnerung, das eine Eigelb ist zerlaufen, das Eiweiß läßt sich nicht unterrühren (sieht teilweise aus wie Spiegelei) und die Tomaten-Paprika-Soße ist gar keine Soße, sondern eher eine Gemüsepfanne - aber es schmeckt genau wie das Original aus Israel (sind ja auch dieselben Zutaten, nur mit Olivenbrot als Beilage).
Nachdem ich den Abend mit Geschirrspülen und Reinigen der Küche fertig bin, mache ich mich wieder ausgehfertig. Vor dem Küchenfenster regnet und donnert es und es ist um einige Grad kälter geworden ... ich ziehe aber trotzdem wieder mein kurzes Kleid an, nur eben in Kombination mit den schwarzen Stiefeletten und meiner Baumwolljacke. Auf Kajal und starkes Parfüm verzichte ich den Abend. Mir ist beim Essen Kochen das sizilianische Olivenöl ausgegangen, ich muß vorher noch in die Kaufhalle am Bahnhof (ich kenne sonst keine andere Kaufhalle, die sonnabends 21 Uhr noch offen ist) und neues Öl kaufen ... eigentlich wollte ich das ganze Wochenende die Innenstadt meiden, wegen den ganzen anderen Festivalbesuchern. Das WGT wirkt auf mich nur noch wie eine Art "Cosplay-Veranstaltung" am Rande von Leipzig ... irgendwie befremdlich. Weiter den Abend zum "Werk 2" in Connewitz, diesen Abend sind dort keine Livekonzerte, nur die zwei Dancefloors und der Einlaß ist auch etwas später (ich muß also noch etwas Zeit im Auto absitzen bis 22 Uhr, auf dem Parkplatz um die Ecke). Mein Freund hat mir den Nachmittag nur eine Nachricht geschrieben ... er hat erst nach Mitternacht wieder etwas Zeit für mich - ich kann den Abend in der Disco also ganz entspannt angehen und muß nicht die ganze Zeit auf ihn warten oder ihn suchen.

Kurz nach 22 Uhr ist Einlaß, die beiden Tanzflächen sind noch ganz leer (und es gibt genügend Sitzmöglichkeiten) - erst gegen Mitternacht wird es wieder richtig voll. Ich wechsele zwischen den beiden Tanzflächen hin und her, kann mich gehen lassen, befreit tanzen (aber nie mehr als drei Titel hintereinander) und bewundere dabei die anderen Gäste und ihr Outfit ... einige wirken so, als würden sie auch jeden anderen Tag im Jahr so herumlaufen (ich trage ja auch nur meine schwarze "Alltagskleidung"). Ab und zu bestelle ich an der Bar etwas zu trinken - aber nur Wasser! Strikt kein Koffein mehr nach Mitternacht, für besseres Einschlafen später. Ich schaue auf mein Telefon, mein Freund hat mir kurz vor 1 Uhr eine Nachricht geschickt und fragt, wie lange ich noch ausgehe - ich soll ihn von seiner Wohnung abholen. Die Discoveranstaltung fängt gerade an, richtig gut zu werden ... ich nehme mir noch über eine Stunde Zeit, bis ich ihm antworte und um 2 Uhr die Nacht wieder zurückfahre (länger wollte ich sowieso nicht bleiben).
Ich parke mein Auto vor seiner Wohnung, muß ich jetzt wieder klingeln? Werde ich die Nacht und den Morgen bei ihm verbringen? Ich bin eigentlich ganz positiv darauf eingestellt, aber er hat mein Auto schon vom Fenster aus gesehen und kommt nur eine Minute später zu meinem Auto und steigt ein. Zurück in meine Wohnung, ich biete ihm noch etwas von meinem Couscous-Salat aus dem Kühlschrank an, während ich meine Zeit im Badezimmer brauche und dann später zu ihm ins Bett komme. Nur etwas Sex ... er war bis Mitternacht arbeiten, ich war tanzen - noch bevor es hell wird (und das Vogelgezwitscher anfängt), können wir beide einschlafen (das mit dem Koffeinverzicht zeigt tatsächlich Wirkung bei mir ... ich nehme aber auch weiterhin noch eine niedrig dosierte Tablette kurz vorher). (Ende Teil 2/4)

[01.01.17 / 17:38] Von Freitag Abend bis Donnerstag früh Tage und Nächte durchprogrammiert, mit wenig Schlaf - dafür kann mein Blog jetzt auch mit Tags umgehen. Etwa die Hälfte der Zeit (ungefähr 3 Tage) bin ich nur damit beschäftigt, den vielen Tagebucheinträgen Tags zuzuordnen ... auf den Tag "Freund/Sex" verzichte ich am Ende - er wird zu umfangreich.

Freitag Nachmittag zurück nach Leipzig. Mein Freund hat 3 Tage zuvor per SMS angefragt, ob er alleine in meiner Wohnung übernachten darf, er läßt wieder andere Gäste in seiner Wohnung übernachten ... ich stimme zu und bin dann zutiefst enttäuscht, als ich zurückkommend in meine Wohnung mein Bett unberührt vorfinde. Er hat doch nicht darin geschlafen ... vielleicht war er doch abgeschreckt von meinem komplexen Regelwerk, wie er sich in meiner Wohnung zu verhalten hat, "Close the windows before you leave it!"
Ich habe meinen neuen bunten Türvorhang mitgebracht, ich hatte immer den Wunsch, wenn ich irgendwann meine eigene Wohnung habe, dann hänge ich mir auch so etwas hippiemäßiges zwischen die Türen ... der Türrahmen zwischen dem Bad und dem "Allnutzungszimmer" ist der einzige, den ich in meiner kleinen Ein-Zimmerwohnung habe. Schnell zwei Schrauben unsichtbar von oben in den Holzrahmen gebohrt und meinen Vorhang daran aufgehängt. An vielen Fäden schimmern jetzt in allen Regenbogenfarben die aufgeklebten Kunststoffteilchen ... das sieht so "Tussi" aus - eindeutig eine "Mädchenwohnung". (Wie lange wird es dauern, bis mir das wieder lästig ist, ständig bei jedem Weg ins Badezimmer diesen Vorhang beiseite zu schieben?)

Freitag Abend, nach einer vegetarischen Pizza gehe ich wieder zu meiner Stammbar am Marktplatz. Mein Freund hat den frühen Nachmittag angefragt, ob ich die Nacht wieder in Leipzig bin, er wird mich anrufen, wenn er mit seiner Arbeit fertig ist. Zwei oder drei Stunden lang sitze ich auf dem Barhocker an der Bar, bestelle mir ab und zu etwas zu trinken und starre sonst mein Telefon an. Zwischendurch nehme ich es in die Hand und surfe etwas im Internet ... das Partnerhoroskop für uns beide paßt perfekt: "Die verführerische Skorpion-Frau liebt den sensiblen Krebs."
Kurz vor 0 Uhr bestelle ich kein weiteres Getränk mehr, verlasse die Bar und laufe zurück zum Parkhaus, mein Auto holen und wieder zurück in meine Wohnung. Wenn er bis Mitternacht nicht anruft, ruft er entweder gar nicht mehr an oder erst sehr spät. 1 Uhr nach Mitternacht lege ich mich ins Bett ... merkwürdige Menschen leben hier in diesem Haus. Es hört sich an, als würde jemand einen schweren Schrank Absatz für Absatz die Treppen runterwerfen. Auf meinem japanischen Bett, das auf dem Fußboden liegt, spüre ich jeden Schlag im Haus. Ein paar Stunden später, 3:30 Uhr, werde ich aus meinem leichten Traumschlaf durch seine SMS geweckt - er fragt wieder, wo ich bin ... aber es folgt keine weitere Nachricht mehr. Ich schlafe wieder ein und wache erst am sonnigen Sonnabend Vormittag wieder auf, über die Spiegel an meinem großen Kleiderschrank erreichen die Sonnenstrahlen auch die dunkle Schlafecke.

10:46 Uhr, ich liege immer noch im Bett, kommt dann tatsächlich ein Anruf. Er hat in seiner Wohnung geschlafen und nimmt jetzt die nächste Straßenbahn zu mir, "5 Minuten." Wirklich nur kurze Zeit später klingelt es an meiner Tür und ich lasse ihn herein. Ich bin immer so aufgeregt, wenn ich ihn dann umarme ... er in voller Winterkleidung, ich halbnackt. Meinen bunten Regenbogenvorhang zum Bad findet er hübsch, er zieht sich aus und kommt dann zu mir ins Bett. Als ich einige Tage zuvor alle meine Tagebucheinträge durchgegangen bin, hätte ich eigentlich zählen können, wie oft wir schon Sex hatten ... aber die Nummer wird zu groß. Ich zähle lieber die an meinem Bett vorhandenen Kondome, von zwei ist jetzt nur noch eins übrig. Nach dem Sex arbeite ich wieder an meiner "Deep Throat"-Technik (bis meine Nase sein Bauch anstupst) und lasse ihn wahrscheinlich sehr tief in mir kommen, zum Schlucken gibt es so weit unten nichts mehr. Er schläft nach dem Sex neben mir ein, ich kuschele noch etwas mit ihm.
Irgendwann nach 13 Uhr stehe ich auf, während er weiter schläft. Der übliche Ablauf, Duschen, Frühstück, Tai Chi usw. ... außer daß ich diesen frühen Nachmittag alle meine Gewürze endlich mal in die dafür vorgesehen Gewürzdosen umfülle - es ist kurz vor Silvester Abend und ich will alles für meine Lasagne vorbereiten. Weniger als 30 Minuten vor 16 Uhr lese ich nochmal im Internet nach den Öffnungszeiten der Kaufhallen an Silvester - 16 Uhr steht da! Ich muß doch noch den frischen Tiefkühlspinat kaufen! Eilig ziehe ich mich um, schließe meine Wohnungstür und haste zu Fuß zur nächsten Kaufhalle, Spinat für meine Lasagne und etwas zum Frühstück für Neujahr kaufen. Wieder zurück beeile ich mich ebenso, hoffentlich ist mein Freund noch nicht aufgestanden, er wollte doch 16 Uhr wieder zu seiner Arbeit. Ich komme in meiner Wohnung an und er schläft immer noch. Sein Telefon klingelt als Wecker, aber es scheint ihn nicht zu stören ... es ist sein letzter Arbeitstag als Aushilfskellner, ab nächste Woche arbeitet er in einem Callcenter (auch wieder was mit Schichten 24/7). Ich lege mich zu ihm und warte bis er wach wird. Als er kurz darauf aufsteht und sich wieder anzieht, nutze ich diesen Moment, um ihm mit strahlenden Gesicht meinen neuen Reisepaß zu zeigen, "F for female!" Er schaut sich meinen Paß ganz genau an ... vielleicht ist er doch etwas erschrocken, weil er vergessen hat, wie alt ich wirklich bin. Ich deute noch mit meinem Finger auf meine Lippen und er verläßt mich wieder mit einem Abschiedskuß für diese Nacht, "See you later."

Punkt 18 Uhr fange ich mit den Vorbereitungen für meine vegane Lasagne an, Zwiebel und Knoblauch schneiden (schön viel Knoblauch ... ich bin doch kein Vampir), in dem sauteuren Olivenöl aus Sizilien andünsten und zusammen mit der Dose Tomaten köcheln lassen (+ Salz, Pfeffer, Basilikum, Oregano und Kreuzkümmel aus meiner Gewürzsammlung). Es dauert ewig, bis das ganze Wasser aus den Tomaten verkocht ist - ich lasse die Tomatensoße auf niedriger Stufe kochen, um nicht später so viel in der Küche sauberzumachen (rote Flecken überall). Die Soße überprüfe ich ständig nach ihrer richtigen Konsistenz. Als es soweit ist, nehme ich sie vom Herd und belege die Form für die Lasagne: Platte, Tomaten, Spinat (mit Chili) und cremige Sojasoße. Ofen 10 Minuten vorheizen und dann mit über 200 Grad für 50 Minuten backen (währenddessen schon mal ein Teil des Abwasches machen). Als die Lasagne dann endlich auf einem Teller auf meinem Bartisch steht und ich den ersten Happen probiere, denke ich nur: "Ist die gut!" - Ich habe wieder das besondere Olivenöl mit dem LSD-Effekt dafür verwendet.

Später den Silvester Abend, so gegen 22 Uhr, mache ich mich wieder ausgehfertig. Ich habe von meinem Freund erfahren, in welchem Hotel er diese Nacht wieder arbeitet (jenes gleich in der Nähe des Marktplatzes, genau wie letztes Jahr) und genau da will ich Punkt Mitternacht wieder stehen und auf ihn warten. Ich nehme ausnahmsweise die Straßenbahn in das Zentrum von Leipzig (für den Fall, ich trinke etwas Alkohol) und streune in der Eiseskälte noch etwas in der belebten Fußgängerzone umher (zum Glück trage ich meinen Schal aus Florenz). Am Marktplatz angekommen, werde ich wieder von einem ausländischen Gast angesprochen. Er ist Iraner, macht gerade einen Deutschkurs und zeigt mir nebenbei ein Video auf seinem Smartphone, in dem er als iranischer Sänger neben einen zweiten Musiker, der Keyboard spielt, auftritt. Die Unterhaltung beginnt erst ganz nett, aber ich weiß nie, wo der Punkt überschritten ist. Spätestens bei dem Satz: "Du bist sehr schön." Ich bin nicht schön ... das ist nur so ein Spruch, um mich rumzukriegen. Nervös schaue ich auf die Uhr von meinem Telefon und blicke in Richtung des Hotels. Mein Freund sagt mir nie, daß ich schön bin ... hat er auch nie - genau deshalb bin ich ja mit ihm zusammen. 10 Minuten vor Mitternacht - ich muß den jetzt doch etwas aufdringlich gewordenen Iraner loswerden ... ich will ihn nicht bei mir haben, wenn ich auf meinen Freund treffe. Ich gehe weiter die paar Schritte zum Hotel, beobachte die Gäste und die Hotelangestellten, die zum Feuerwerk aus dem Hotel kommen. Den Iraner kann ich jetzt etwas unfreundlich auf Abstand halten, dem Silvesterfeuerwerk um Mitternacht schenke ich keine Beachtung. Wo ist er? Ich sehe ihn nicht. Später werde ich erfahren, daß mein Freund nicht zu Mitternacht aus dem Hotel gekommen ist, er mußte arbeiten. Kurz nach halb Eins reihe ich mich in die Menschenschlange an der Straßenbahnhaltestelle ein und fahre zurück in meine Wohnung. Der zweite Teil des Abwasches wartet noch in der Spüle auf mich. Irgendwann nach um 2 Uhr lege ich mich wieder schlafen.

Ein paar Minuten nach halb Zwölf am Neujahrsmorgen bekomme ich eine SMS von ihm - er ist wieder unterwegs zu mir. Er mußte in dem Hotel bis 8 Uhr arbeiten, war dann noch etwas Essen mit den Kollegen und hat danach nur sehr wenig geschlafen. Als er in meine Wohnung kommt, zieht er seine Kellneruniform aus, nimmt eine Dusche und kommt zu mir ins Bett. Der gleiche Ablauf wie den Morgen zuvor - nur daß wir alles jetzt um 180 Grad gedreht auf meinem Bett machen ... er ist spürbar mehr geschafft von seiner Arbeit als gestern - aber immerhin nicht so betrunken wie Neujahr vor einem Jahr (nur zwei Flaschen Bier hat er dabei). Ich bleibe nicht allzulange neben ihm in meinem Bett liegen, als er einschläft, stehe kurz nach 13 Uhr den Sonntag Morgen auf. Kaffee kochen, Frühstück essen (zwei Brötchen mit Nuß-Nougat-Creme), Duschen usw. ... wie an jedem anderen Sonntag Morgen - nur daß ich jetzt ein paar von meinen Pflanzen nicht mehr gieße, die sind jetzt in der Winterpause.
17 Uhr und er schläft immer noch ... ob ich ihm jetzt wieder meinen Drittschlüssel auf den kleinen Wohnzimmertisch legen muß? (Und wieso hat er eigentlich nie meinen Zweitschlüssel dabei?) Ich krieche noch ein weiteres Mal zu ihm ins Bett und verabschiede mich mit einem Kuß auf seine Wange.

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Kommentar:

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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