morgana81 - gothic transgender

Zurück in dem Club, er parkt sein Auto direkt hinter meinem, wir werfen beide unsere Sachen in unsere Kofferräume, meinen Pullover brauche ich immer noch nicht.

[29.07.19 / 17:11] Zurück in dem Club, er parkt sein Auto direkt hinter meinem, wir werfen beide unsere Sachen in unsere Kofferräume, meinen Pullover brauche ich immer noch nicht. Etwas tanzen auf der Tanzfläche draußen. Er hat kein Geld, meine letzten Münzen gehen an der Bar drinnen für eine Flasche Wasser und ein Bier für ihn drauf.

Die Tanzfläche unten im Keller, härtere Techno-Musik, schwitzende Körper abgeschirmt von der Welt draußen. Es ist voll und stickig, wir sitzen entspannt auf einer Couch in der Nähe der Toiletten, meine Beine habe ich hoch auf die Seitenlehne gelegt, mein Kopf liegt in seinen Armen. "Kommst du mit? Wir gehen auf die Toilette", ich stehe auf und folge ihm. "Voll eklig!" Als ich den Boden zu den Kabinen sehe, überlaufen, Wasser und Schmutz überall, weiß ich schon, daß hier nichts läuft. Wir gehen zusammen in die Kabine, er benutzt nur die Toilette neben mir. "Das ist hier jetzt nicht so das Ambiente ... Set und Setting", ihm ist auf meine Antwort auf seine Frage, ob wir hier was zusammen machen wollen, auch schon klar, daß da nichts geht. Wieder zurück an das Tageslicht, raus aus dem Kellerclub.

Draußen hat der Sonntag Morgen bereits begonnen, es ist spürbar heller geworden. Als ich die Tür zum Innenhof aufstoße, halte ich meine Hände schützend vor mein Gesicht. Weitertanzen ... wo hat er nur die Sonnenbrille her, die er jetzt trägt? Einige Männer fangen jetzt auch an, mit mir zu tanzen ... für ihn ist das kein Problem, warum auch? Die Gäste sind gut gelaunt und ich komme ins Gespräch ... irgend jemand hat vor einer Stunde erzählt, ich wäre die aus Venezuela? Venezuela ... das ist neu, das kenne ich noch nicht, ich bin meistens die aus der Ukraine.

Die Situation kann sehr schnell kippen, das wird mir in den nächsten Minuten bewußt - mein südländischer Freund tanzt, eine Frau mit Getränk in der Hand und in Stiernacken-Begleitung kommt ihm gefährlich nahe - Vorsicht, das könnte eng werden. "Sorry", eine Hand von ihm auf ihrer Schulter. "Faß mich nicht an!", "Ey, Hände weg von meiner Freundin!" Ein kurzes Mißverständnis und es droht zu eskalieren. "Kein Streß! Kein Streß!" Ich werfe mich mit anderen Partygästen dazwischen. Die beiden Kontrahenten sind zu sehr auf Aggression gepolt, die Security kommt mit dazu und nimmt die beiden auseinander. Wir werden nach draußen vor das Eingangstor geschickt. Ich greife seine ausgestreckten Hände, er zieht mich quer über die Tanzfläche hinter sich her - "Das ist mein Freund!" Zusammen versuchen wir danach mit dem Security-Mitarbeiter die Situation aufzuklären. Ich denke, ich wirke sehr glaubwürdig, als ich meine Sicht auf das Geschehene erkläre ... ich habe aber auch nur eine Flasche Wasser in der Hand und bin zu 100 Prozent nüchtern. Die beiden sollen sich einfach aus dem Weg gehen, ein Ratschlag der Security, der leider nicht aufgeht.

Wenig später zurück auf der Tanzfläche in dem, jetzt schon sonnigen Hinterhof, eskaliert die Lage erneut: "Laß uns vor die Tür gehen!" Keiner der anwesenden Gäste will, daß sich irgend jemand vor dem Club prügelt, das ist total "aggro". Es gibt Beschwerden der Gäste über die Unruhe, ich stehe mit meinem neuen Freund erneut draußen in Security-Begleitung. Der andere Typ wird mit seiner Freundin zurück in dem Club gehalten. Wir müssen kurz in den Backstage-Bereich verschwinden, damit die beiden gehen können. Normalerweise muß immer der Typ den Club verlassen, der verdächtigt wird, eine Frau angefaßt zu haben. Meine Gedanken gehen an meinen On-Off-Ex-Freund, der hätte hier bestimmt schon wieder Hausverbot.

Unten im Backstage-Keller, eine Sitzecke, die Crew des Clubs sitzt hier und ruht sich aus. Eine Platte Obst wird umhergereicht, jemand zieht sich eine Line weißes Pulver ... ich schaue weg. Ich mag das Zeug nicht, habe es aber auch nie probiert - die Crew muß 10 Stunden Partyveranstaltung durchhalten. Die Konfrontation bzw. der geschehene Konflikt draußen ist kurz Thema in der Runde, ich sitze auf dem Sofa unter dem Kellerfenster neben meinem neuen Freund für die Nacht und erzähle ihm von meiner Begegnung und meiner durch einen Faustschlag gebrochenen Nase viele Jahre zurück: "So Typen eben, die das nicht mögen, was ich bin." Erinnerungen daran kommen wieder kurz hoch. Ich taste mit dem Finger meinen Hocker auf der Nase ab ... Gewalt ist nicht OK.

Wir sitzen nicht lange in der "Sicherheitsverwahrung" - "Ja das kenne ich schon, ich wurde auch mal weggesperrt, aber ich mußte da eine ganze Nacht aushalten", lustige Scherze meinerseits zur Aufheiterung der Stimmung ... wenig später betreten wir wieder den lichtdurchfluteten Innenhof und die kleine Tanzfläche darauf. Die aufgehende Sonne strahlt an die Mauerwände der umliegenden Fabrikgebäude. Ein Hungergefühl macht sich breit ... Zeit für Frühstück? Soweit der Plan / Vorsatz von mir: Ich bleibe, bis die Sonne aufgeht und ich irgendwo frühstücken kann! Meiner neuen Bekanntschaft erzähle ich auch, daß es nicht so schlimm gewesen wäre, wenn wir hätten gehen müssen (ein gemeinsames Frühstück in meiner Phantasie). Noch ein paar letzte Moves auf der Tanzfläche, aber ich bin schon zu kaputt und zu müde und muß mich irgendwo am Rand hinsetzen ... er tanzt weiter, bekleidet mit einer Schirmmütze, Sonnenbrille und ausgezogenem T-Shirt. Ich brauche auch so einen "Ledernacken" wie in dem Film / Buch, der mich Punkt 8 Uhr morgens aus dem Club rausholt.

Mein Telefon liegt in meiner Handtasche im Kofferraum meines Autos, ich habe keine Ahnung, wie spät es ist: "Ist es schon 8 Uhr morgens?" So lange wollte ich gar nicht bleiben, ich bin schon seit Mitternacht hier. "Ich möchte jetzt gehen." Ich stehe auf, hole meinen neuen Freund von der Tanzfläche und gehe mit ihm nach draußen auf die Straße zu der Stelle, an der unsere beiden Autos geparkt sind ... zwischen den ganzen Halteverbotsschildern, Anfang hier, Ende dort, über die ich mich schon die ganze Nacht amüsiere.

"Hast du einen Stift?"

"Klar, müßte da in meinem Handschuhfach liegen."

Ich krame den Kugelschreiber aus dem Fach in meinem Auto und gebe ihn ihm. Er notiert sich meine Nummer auf ein kleines Stück Karton. Ich kritzele meine Nummer erneut auf die Rückseite in meiner "lesbaren" Handschrift, damit er auch ja nicht später eine Ziffer vertauscht und mich auch sicher zurückrufen kann. So viele Männer haben danach nie wieder angerufen. Ich verabschiede mich von ihm: Das war wirklich eine sehr schöne Nacht mit dir, gebe ihm noch eine letzte Umarmung vor meinem Auto. Ich steige ein und fahre wieder los. Zurück zu meiner Wohnung.

Auf dem Parkplatz in der Straße in der Nähe meines Mietwohnhauses, ziehe ich endlich den schwarzen Kapuzenpullover über - auch wenn ich den jetzt die paar Meter zurück zum Hauseingang nun wirklich nicht brauche ... aber einmal dabei?

Es ist bereits taghell als ich vor dem Spiegel im Badezimmer das Augen-Make-up entferne, Reste vom Lippenstift finde ich nicht mehr in den Kosmetiktüchern. Haare durchkämmen, meine Sachen auf das Bambussofa werfen ... nach kurzer Zeit in meinem Bett einschlafen. Die Glockenuhr in der Nähe läutet noch die Acht, mehr bekomme ich nicht mehr mit. Ich habe keine Tabletten eingeworfen, bestimmt bin ich nach ein paar Stunden gegen Mittag wieder wach. Den Sonntag schön frühstücken, einen Kaffee trinken und ich gehe den Tag irgendwo essen ... Pizza vielleicht. (Ende Teil 3/3)

[29.07.19 / 17:10] Rückblende ... Sonnabend Abend in Leipzig, gehe ich aus? Oder bleibe ich zu Hause. Ich überlege die Pros und Kontras - ich will ausgehen! Über die Internetrecherche habe ich herausgefunden, daß die Nacht in dem einen Club in Plagwitz (der andere) eine Techno-Veranstaltung läuft. Start ist 0 Uhr Mitternacht, Ende ist 10 Uhr Sonntag morgens. Genau darauf habe ich jetzt Lust, ich habe den einen Film auf Arte gesehen, eine Romanverfilmung über ein Haufen DJs auf wahnwitziger Tour durch Deutschland - das will ich jetzt auch! In den Clubs durchtanzen, bis die Sonne aufgeht, komplett das Zeitgefühl verlieren! Der kleine Club hat eine kleine Open-Air-Tanzfläche und die Musik des auflegenden DJ-Kollektivs gefällt mir.

22 Uhr nochwas, ich mache mich ausgehfertig, Beine rasieren, eine Dusche, Kajal, Mascara, Lippenstift ... auf Chanel verzichte ich diese Nacht. Die dünne, schwarze Jeans kombiniere ich mit einem einfachen, schwarzen und ärmellosen Top, körpernah in die Hose gesteckt. Darüber mein Nietengürtel. Obligatorischer Silberschmuck. Als Schuhe will ich für diese Nacht unbedingt meine neuen schwarzen Flipflops mit Absätzen tragen. 23 Uhr nochwas, ich packe alles in meine Handtasche, werfe meinen schwarzen Kapuzenpullover über meinen Arm (könnte ja kühl werden den frühen Morgen) und verlasse meine Wohnung in Richtung meines in unmittelbarer Nähe akkurat eingeparkten Roadsters. Es dauert noch 30 Minuten, bis ich auf dem Weg durch die Stadt zu der Straße mit dem Club gelange.

Mitternacht, Einlaß, ich wechsele auf der Straße neben meinem Auto die Sandaletten zum Fahren gegen meine eleganten Flipflops. Es sind noch nicht allzu viele Gäste da, auf der Open-Air-Tanzfläche im Innenhof legt der erste DJ auf, im Keller unten gelange ich an die Bar ... ich habe kaum Geld für Getränke dabei, vielleicht gibt mir einer was aus? Ich bin gut gelaunt, entspannt, hoffe, wieder zurück oben auf dem Open-Air-Floor, die Sterne betrachtend, auf ein "Tel-Aviv-Feeling". Es ist Sommer, ich brauche meinen Pullover gar nicht. Der DJ legt etwas in Richtung Detroit und Electro auf ... ich tanze.

Ich tanze weiter, ekstatisch, meine Moves zu der "Body music" - tatsächlich ist die Musik gar nicht mehr weit vom EBM entfernt und ich passe mit meinem - Ansonsten-Gothic-Outfit - super in die Szene. Etwas später, eine Pause am Rand.

"Du tanzt sehr gut! Bist du alleine hier?"

Er muß mir das alles ins Ohr brüllen, die Musik ist zu laut, ich verstehe nicht jedes Wort.

"Laß uns nach draußen gehen."

Ich folge ihm, er sieht ausländisch aus ... mein Beuteschema.

"Bist du trans?"

Wow, damit habe ich so spontan jetzt nicht gerechnet.

"Ja. Ist das so offensichtlich?"

Was hat mich wohl verraten ... vielleicht hätte ich für die Nacht nicht den größten Push-up anziehen sollen, den ich in meiner Schublade finden konnte?

"Ist das ist wirklich dein Auto?"

Ich deute mit meinem Finger auf den Kombi vor dem Clubeingang, als er vorschlägt, ein paar Meter weiter zu fahren, eine Seitenstraße, ein Parkplatz, ein abgeschiedener Ort. Ich steige, nachdem er das Auto gewendet hat, ein. Ein schönes Bild, wie ich den Moment noch unter der Straßenlaterne neben der Seitenscheibe der Beifahrertür stehe und mich nach unten beuge. Er weiß bereits, daß ich operiert bin, er ist neugierig.

Keine 50 Meter weiter biegen wir auf den verlassenen Parkplatz ein. "Sollte ich Geld dafür verlangen? Kennst du den Film 'Tangerine L.A.?'" Ich scherze, bin gut gelaunt, alles ist drin, alles ist möglich ... er kommt aus Algerien und ist nur ein wenig jünger als ich. Er stellt den Motor ab. Während ich noch darüber nachdenke, ob er jetzt nun "Nummer 16" oder "Nummer 17" auf meiner Liste ist, zieht er sich auf dem Fahrersitz bereits aus. Ich weiß, was jetzt kommt, ich kenne das alles schon. Er steht auf einer der hintersten Plätze auf diesem Hinterhof-Parkplatz, alles schummrig, aber trotzdem gut beleuchtet von dem gelben Schein der Laternen.

"Meine Mutter macht sich schon darüber lustig, ich habe den halben Orient durch."

Er sieht gut aus, ich bin erregt, ich ziehe mich auch aus und werfe meine Sachen auf die runtergeklappte Rücksitzbank hinter mir und gebe ihm einen Blow Job, und das, was ich am besten kann: "Wenn du meinen Kopf nicht runter drückst - ich kann richtig tief gehen!" Er stöhnt bei dem Deep Throat: "Du bist so wahnsinnig schön!"

Ich will mehr, das erste Sperma schlucke ich noch runter ... netterweise hat er in seinem vollgekramten Kombi alles vorrätig, auch Reinigungstücher - aber Kondome haben weder er noch ich dabei. "Wir könnten zu dem Club zurückgehen, dort an der Bartheke fragen", ich habe ihm schon von dem anderen Club erzählt, den im Süden von Leipzig und meinen "Stamm-Toiletten" dort, das ist da gängige Praxis. Er startet den Motor und fährt die paar Meter wieder zurück. Ich suche währenddessen alle meine Sachen auf der Rücksitzbank zusammen, meinen BH habe ich mich schon in meiner Handtasche entledigt.

Draußen an der Kasse vor dem mittlerweile vollen Club, die beiden Mädels dort wissen auch nicht, wo es Kondome gibt, er soll einfach mal ein paar Leute fragen. Ich warte am Eingang an der Tanzfläche auf ihn - wenig später kommt er erfolgreich mit einem Kondom in der Hand zurück. Zurück zum Parkplatz! Ich habe auf ein Kondom bestanden, ohne mache ich es nicht - jetzt, wo ich wieder zu 100 Prozent negativ bin.

Auf dem alten Stellplatz auf der Parkfläche räumt er die hintere Ladefläche seines Kombis frei, legt eine Decke aus - genug Platz, um uns mehr gehen zu lassen. Wir ziehen uns aus ... Doggie Style.

"Du kennst das mit dem Anal-Sex, du hast Erfahrung?"

Ich kann ihn einfach machen lassen und das Ganze genießen.

Er kommt, ich bin wie immer nur nah dran. Die nächsten Minuten liegen wir einfach nur so auf seiner superbequemen Ladefläche.

"Was jetzt, wollen wir in den Club zurückgehen?"

Wir sind immer noch nackt, mein Vorschlag auf seine Frage: "Kannst du vielleicht...", ich fingere in mir herum, bin immer noch total feucht. "Das ist nicht sehr tief, nur ein paar Zentimeter...", ich spreize den Daumen und den Zeigefinger der einen Hand und zeige auf dem anderen Zeigefinger den Bereich von der Fingerkuppe bis zu dem zweiten Gelenk. "Das ist der einzige Teil von mir, der immer noch jungfräulich und unberührt ist. Ich wünschte, ich wäre als Frau geboren, mit einer richtigen Vagina."

Er läßt sich darauf ein, aber ich merke schnell, woran es mißlingt: der falsche Winkel, viel zu eng, kaum gedehnt - und er hat auch keine Erektion mehr. Wir müssen das abbrechen und ich muß wieder darauf verzichten, mein "Erstes Mal" zu haben. Wenig später stehen wir nackt neben seinem Auto draußen auf dem Parkplatz.

Es ist nicht kalt, es ist immer noch warm, kein Mensch ist auf dem beleuchteten Gelände weit und breit zu sehen. Der Mond scheint in einer dünnen Sichel, aus dem Club ein paar Meter entfernt dröhnen die wummernde Bässe. Wir tanzen nackt über den Parkplatz. So etwas wollte ich erleben! Frei sein.

Eigentlich bin ich nur aus dem Auto gestiegen, um im nächsten Gebüsch "auf die Toilette zu gehen". Vor den Toiletten in dem Club hat er mich bereits gewarnt, besser ist es hier draußen. Ich suche eine Stelle mit nach hinten abschüssigem Hang, damit der Urin zwischen meinen Beinen abfließen kann ... das ist jetzt alles etwas komplizierter in der Hocke als Frau (vorbei die Zeiten in der Klinik mit meinem "Feuerwehr-Spielzeug-Katheterschlauch"). Für ihn ist das einfacher.

Wir ziehen uns ein paar Minuten später wieder an und ich kämme mir meine Haare. Der Himmel über uns verfärbt sich schon leicht in das dunkelbläuliche und kündet den angehenden Sonnenaufgang an. "Laß uns die Nummern austauschen, dann können wir in Kontakt bleiben, vielleicht klappt es später mal mit deinem ersten Mal." Ja, warum nicht? (Ende Teil 2/3)

[29.07.19 / 17:09] "Warum machst du denn so einen Scheiß?" Hätte ich ihn einfach machen lassen? Ich liebe ihn? Sonntag kurz vor 12:30 Uhr Mittag, nach nur drei oder vier Stunden Schlaf bin ich wach, die letzte Nacht noch frisch in der Erinnerung. Ich schalte das Telefon online ... mein Ex-Freund hat mir ein paar Nachrichten geschickt und mich versucht, ein paar Minuten zuvor, anzurufen. Seinen Nachrichten nach scheint er gut gelaunt - er will mich sehen, mich in meiner Wohnung treffen, eine richtig gute Zeit mit mir verbringen ... ich soll mich sexy anziehen. Ich antworte ihm, daß ich bei den heißen Temperaturen es lieber vorziehe, nackt in meiner Wohnung zu sein - und er soll bedenken, das ist der Morgen danach, und ich brauche erst mal einen Kaffee.

Eine Dusche, die letzten Spuren der letzten Nacht wegwischen, mein Bialetti-Kocher auf die Herdplatte stellen, ein Bananen-Frühstück ... die zweite Tasse Koffein-Extrakt ist nicht für ihn, ich brauche einen Doppelten, um langsam in die Gänge zu kommen. Vor dem Spiegel in meinem Bad sehe ich die tiefen Augenringe - aber ich bin gut gelaunt ... noch.

Weitere Nachrichten von ihm die nächste Stunde, er ist auf dem Weg, meine nassen Haare trocknen sehr schnell bei den Sommertemperaturen in meiner Dachgeschoßwohnung, ich habe genug Zeit für alles andere (Hormongel auftragen, Gesichtscreme usw.). Ein Anruf von ihm, er weiß nicht wo er ist? Und findet meinen Hauseingang nicht? Er fragt einen Passanten nach dem Weg ... "But you know the way?" Ich werde leicht mißtrauisch am Telefon.

Er klingelt unten an der Tür, ich lasse ihn über den Türknopf herein und sehe ihn durch den geöffneten Türspalt die Treppen hochkommen. Etwas stimmt nicht mit ihm! Total schwankend fällt er durch meine Wohnungstür.

"Take a seat! Lay down!"

Ich lasse ihn in mein Bett fallen.

"You are not OK! Are you drunken?"

"No."

Ich kenne ihn, wenn er betrunken ist.

"Drugs? Has anyone put you something into your drink last night?"

Ich als Frau, paß da immer auf.

Er verneint alles, versucht sich total betrunken zu entkleiden, zieht mich auf mein Bett. Ich bin schon nackt, bis auf die Unterhose. Er will Sex mit mir. "Not in this condition! No means no!" Ich versuche standhaft zu bleiben. Die Situation verändert sich von Sekunde auf Sekunde. Wenn du dich übergeben willst, die Toilette ist da hinten. Zuerst liegen wir einfach nur so auf meinem Bett und ich betrachte ihn und weiß, daß ich eigentlich total auf ihn stehe - aber doch nicht so! Den nächsten Moment wendet er schon etwas mehr Krafteinsatz und Gewicht ein, um das zu bekommen, was er will.

Er hat ein paar Dokumente mitgebracht, Mietverträge, Briefe von und an das Jobcenter, einen Antrag auf Kostenübernahme für Wohnungsbedarf. Die Papiere scheinen ihm besonders wichtig zu sein. Ich wechsele über zu meinem Bambussofa und betrachte die Unterlagen mit meiner Lesebrille. Ich kann da nichts für ihn tun. Er steht von meinem Bett auf, geht die paar Schritte zu meinem Sofa, nimmt mir die Papiere aus den Händen - und fällt schwankend über mich, die Unterhose halb runtergezogen, ständig der Versuch zu masturbieren. "Go to my bed! Lay down!" Ich schicke ihn zurück. Wenig später sitze ich vor ihm in meinem Bett, weiß nicht genau, was ich jetzt machen soll. Werfe ich ihn raus? Ich kann ihn so nicht die Treppe runterstolpern lassen.

Er versucht meine Unterhose wegzuziehen - "No!" Versucht meinen Kopf nach unten zu drücken - "No!" Zieht mich zu sich, es tut weh am Arm, reibt seinen Penis an mir - "No means no!" Irgendwann kommt der Punkt, an dem er es auch geschafft hat, meinen schwarzen Slip zu entfernen. "But you know, that is close to rape?" Er liegt jetzt mit seinem vollen Gewicht auf mir, versucht in meine Neovagina einzudringen - "Au! Das tut weh! Geh weg!" Ich bin da unten knochentrocken, versuche ihn wegzustoßen, seinen Körper anzuheben. Er dreht mich, versucht es anal, hält mich fest. Weine ich, oder sehe ich meinen Körper weinen? Meine Tränen laufen über mein Gesicht. Warum tust du das? Ich wehre mich kaum noch. Er ist zu stark und zu betrunken, es gelingt ihm nicht, komplett in mich einzudringen.

"Go."

Er läßt von mir ab. Ich bedecke meine Brüste mit einem Stück meiner schwarzen Bettdecke.

"Go away. Geh weg!"

Wenn ich in die deutsche Sprache wechsele, ist es mir ernst, ich deute auf meine Wohnungstür.

"That is wrong!"

Wirklich? Mehr fällt dir als Antwort nicht ein? Ich habe den Entschluß gefaßt, ihn aus meiner Wohnung zu werfen. Ihm fällt vielleicht mein durch Tränen zerquollenes Gesicht auf. Ich weiß nicht, ob ich überreagiere und das Drama zu sehr aufspiele ... was ist überhaupt passiert? Hat er wirklich versucht, mich zu vergewaltigen? Ist das so eine Situation? Warum gerade er! Warum nicht irgend so ein Typ in irgendeiner dunklen Seitengasse!

Er steht auf, zieht stark schwankend seine Sachen an. Vergiß deine Papiere nicht, die scheinen dir wichtig zu sein. "Jobcenter pays everything. Anything forgotten?" Ich öffne ihm meine Wohnungstür, schicke ihn, noch immer unter Tränen, nach draußen. Nackt bin ich auch nicht mehr, ich habe meinen Morgenmantel um mich gehüllt, will ihn nicht noch weiter aufheizen. Ich nehme meine Wohnungsschlüssel und beobachte am Treppenhausgeländer, wie er anschließend die vielen Stufen nach unten läuft. Wenig später höre ich unten die Haustür ins Schloß fallen.

Leider habe ich nur für einen kurzen Moment Ruhe, er kommt zurück, klingelt Sturm, ich lasse den Hörer von der Türsprechanlage nach unten baumeln. Irgend jemand muß ihm doch die Tür geöffnet haben, es poltert im Treppenhaus, wummern gegen meine Tür, erneutes Sturmklingeln. Sollte ich die Polizei rufen? "Mein Ex-Freund randaliert im Treppenhaus." Ich versuche das Ganze einfach auszusitzen ... ich habe Angst. Die Tür ist von innen verschlossen. Er belagert mich.

Später den Abend werde ich sehen, er hat mit roher Gewalt unten die Haustür aufgebrochen, Rahmen und Schließblech hängen in Fetzen herunter. "Pray to your gods, that you're not in big trouble now. I won't go to the cops, I'm too much involved in the motorcycle gang scene", meine Nachricht später an ihn. Ich kann seinen Geruch an mir nicht mehr riechen, ich sehne mich nach einer Dusche. Für mich ist er in diesem Augenblick nur noch ein Stück Scheiße. (Ende Teil 1/3)

[24.07.19 / 01:53] 8 Wochen Post-Korrektur-OP - Mittlerweile kann ich einen Teil meiner täglichen Slipeinlagen weglassen, viel Wundsekret ist da nicht mehr. Ich nehme die Einlagen nur noch als Schutz zwischen den mit der Iodsalbe eingeschmierten Nähten und meiner schwarzen Unterwäsche ... hatte ich doch bis hierhin einen Verbrauch von 60 Stück pro Monat (also zwei pro Tag).

Meine Neovagina dehne ich nach wie vor konsequent regelmäßig täglich, aber nur mit dem Finger (und Bepanthen), damit kann ich alles im Inneren abtasten bzw. erfühlen und spüre, wann ich das Ende erreiche. Es geht nur noch darum, die Tiefe zu halten - sechs Zentimeter war doch eher ein Wunschgedanke - es bleibt bei den fünf Zentimetern (aber auch nur dann, wenn ich die Schamlippen mitzähle, vier Zentimeter sind es, wenn ich den Meßpunkt an dem unteren Punkt meiner Vulva ansetze, an dem die beiden Schamlippen auseinandergehen). Ich muß endlich anfangen, auch auf Breite zu dehnen, wenn ich das Ganze mal irgendwann wirklich einsetzen will (immerhin, ich habe wenigstens ein "Loch" da unten).

Die schwarzen Nähte außen am Schritt, an der ein Teil für die Erweiterungsplastik innen ausgeschnitten wurde, fallen teilweise aus (daher die tägliche Prozedur mit der Iodsalbe), laut Arztbrief hätten die eigentlich schon längst gezogen werden müssen, ich spare mir das auf für den nächsten Besuch bei meiner Frauenärztin. Die hellen Fäden innen pieksen nicht mehr ganz so stark wie am Anfang ... manchmal kann ich ein Teilstück der ausgefallenen Fäden "herausfingern".

Etwas erfreuliches neben dem Heilungsprozeß, der Ausgang der Harnröhre ist nach der Narbenkorrektur spürbar freier und ein Toilettenbesuch dauert nicht mehr ewig lange (mehrere Minuten). Ich wußte gar nicht, daß das langsame Tröpfeln vor der Korrekturoperation nicht "normal" ist (ich hatte es einfach nur als normal empfunden), das Tempo des Harnstrahls entspricht jetzt dem einer natürlichen Frau.

Vom ästhetischen Standpunkt aus betrachtet, fällt die asymmetrische Schnittführung am Eingang meiner Scheide auf ... so eine Art "Nouvelle Vague" der Operationskunst - ein designtechnisches Kunstwerk? Es sieht nicht schlecht aus, es ist einfach nur ... anders (alles was ich über das weibliche Genital weiß, kenne ich nur aus dem Biologiebuch oder aus Internetpornos, mir fehlt der natürliche Vergleich).

Nach acht Wochen endet jetzt auch die postoperative "Sexualkarenz" (beschrieben in dem Arztbrief) und ich kann mich langsam wieder daran herantrauen, vorsichtig Kontakte zu der Männerwelt zu knüpfen ... und ich habe noch überhaupt keine Ahnung, ob das mit dem Teil da unten, meiner "Problemgrotte", überhaupt funktioniert.

[22.07.19 / 02:59] Unterwegs mit dem Motorrad ... mal etwas im (sehr nah gelegenen) Harzvorland herumräubern - und ja, ich halte da den Sonntag Nachmittag wirklich nur, um eine Tasse Kaffee zu trinken - und ein Stück Kuchen. (Nebenbei bemerkt, ein winziges Detail am Rande, meine Haarklammer hängt jetzt auch am Rückspiegel ... das inoffizielle Erkennungszeichen des "Fanclubs" einer nicht weiter erwähnten Motorradenthusiastin.)

[15.07.19 / 00:02] Zurück in meiner Wohnung, nach dem Marsch eine Dusche nehmen ... der entstandene Sonnenbrand im Gesicht hält sich in Grenzen - Feuchtigkeitscreme. Chanel über meinen Nacken (und den noch nassen, langen Haaren) und das Make-up für die Nacht wird aufgelegt: Den schwarzen Lidstrich nachziehen und dramatisch schwarzer Mascara (tatsächlich sind ein paar schwarze Kleckser Wimperntusche daneben gegangen, ich korrigiere mit einem Stück Toilettenpapier und der Wimpernbürste solange umher, bis das Ergebnis halbwegs passabel aussieht). An meinem Outfit für die Nacht ändere ich nur wenig, der weite, mittellange, schwarze Rock wird durch das kurze Lederröckchen ersetzt, der orientalische Gürtel durch den passenden Nietengürtel. Ich überlege meine Schuhauswahl, die High-Heel-Stiefeletten? Zu nuttig mit dem kurzen Röckchen. Die viktorianischen Stiefeletten? Wirkt nicht mit dem Lederrock. Also doch wieder die absatzlosen, schweren Schnürstiefel, die richtige Entscheidung für meine Füße nach der kilometerlangen Demo-Route den Nachmittag - und außerdem kann ich die beim Autofahren anbehalten und muß nicht extra Schuhe dafür mitnehmen. Ich packe meine Handtasche, ziehe meine Lederjacke / Punkerkutte über, greife mir die Autoschlüssel und mache mich auf den Weg für die Nacht.

Es nieselt weiter, die Scheibenwischer verschmieren, die Sprechstimme meiner Navigationssoftware auf meinem Smartphone ignoriere ich, die Brücke nach Plagwitz ist noch lange gesperrt, ich fahre ein paar Umwege, aus dem Autoradio tönt das Best-Of-Album von "Echo & The Bunnymen". "Bring on the dancing horses...", summe und murmle ich weiter, als ich gegen 23 Uhr mein Auto in der Seitenstraße in der Nähe des Clubs parke und die paar Schritte durch die dunkle Gasse zum Eingang des Clubs laufe ... noch ist keine Schlange vor dem Eingang.

Mein Eintritt als Soli-Spende und ich erkunde das Innere. Ein DJ-Pärchen legt russische Disco-Musik auf? Interessant, habe ich so noch nie gehört. Der zweite Floor im Obergeschoß, ziemlich basslastige Musik zum Tanzen. Den Plakaten der Veranstaltung für diese Nacht soll es irgendwo noch eine dritte Tanzfläche geben - und in der Tat, ein Stück weit hinter den Toiletten ist eine Tür geöffnet, die mir auf meinen alten Besuchen in diesem Gebäude immer verschlossen geblieben ist. Vor mir öffnet sich ein kleiner Raum, die Wände von oben bis unten beklebt mit den Plakaten vergangener Konzerte, nahezu vollständig konserviert durch die Verschlossenheit des Raumes. Eine Zeitreise! Fasziniert betrachte ich immer wieder die Plakate der letzten 20 Jahre ... bin ich hier auch irgendwo? Ein Plakat entdecke ich mit einer Band, die ich vor 10 oder 13 Jahren in Leipzig gesehen habe ... breites Grinsen. Ich verlasse den kleinen Raum wieder und durchstreife den Club mit meiner Flasche Club Mate in der Hand.

Die Tanzfläche unten, ein anders DJ-Set, etwas Musik für mich zum Tanzen in Richtung Italo und Wave - aber meine sentimentalen Gedanken hängen in der Vergangenheit. 2004 war ich das erste Mal in diesem anarchistischen Club, schwarze Underground-Ranger mit Stahlkappe, eine schwarze Levis-Jeans, meine alte Lederjacke, damals mit nur einem einzigen, meinem allerersten "Joy Division"-Button. Bis um halb Acht Uhr morgens den nächsten Tag war ich in dem Club, mit frischen Erfahrungen aus meiner Kurzzeit-Wochenendaffäre mit einer Süditalienerin. Sollte ich auch mal flirten und eine junge Frau ansprechen? Ich habe mir das nie getraut.

Zurück in die Gegenwart und in die obere Etage, den Reißverschluß meines kurzen und engen Lederröckchens ziehe ich jedesmal ein Stück weit auf, bevor ich die Treppe betrete - damit ich es die Stufen halbwegs nach oben schaffe. Ganz oben war ich auch noch nie, eine Galerie mit ein paar Graffiti-Kunstwerken ist geöffnet ... sieht ganz nett aus, aber so richtig wirken die erst auf einer großen Mauer, oder als "Wholetrain".

Der kleine Raum zieht mich weiter magisch an, zu jeder vollen Stunde die Nacht zelebrieren die beiden Hosts des Trucks den Nachmittag zuvor dort eine musikalische Performance - jedenfalls glaube ich das, der kleine Raum ist immer bis zur Türschwelle voll, wenn ich da bin. Ich erforsche die Plakatwände in dem Vorraum, der Flur zu den Toiletten - irgendwo muß doch eins zu finden sein, wo ich auch war. Und wirklich! Ich entdecke es! Ganz unten, teilweise überklebt ... die Bandaufstellung, das kenne ich doch - großer Gott! Das muß über 12 bis 15 Jahre her sein! Zwar nicht Leipzig, aber auf dem Tourplakat steht das soziokulturelle Zentrum in Halberstadt, damals habe ich noch in Wernigerode studiert. Noch breiteres Grinsen, ich fühle mich plötzlich uralt in diesem Club, unter dem ganzen jungen Publikum habe ich nur zwei Menschen gesehen, die älter als ich sein dürften. Jedesmal, wenn ich die zwei Tanzflächen in den Etagen wechsele und daran vorbeilaufe, muß ich auf das Plakat zeigen: "Da war ich schon!"

Nicht allzuviel später die Nacht, unten auf der Tanzfläche Bassmusik, oben auf der Tanzfläche Bassmusik, nichts für was ich tanzbar bin. Ich warte vergeblich auf ein paar eingestreute Hi-NRG-Stücke, dafür hätte ich wohl die große CSD-Abschlußparty besuchen müssen, aber das Großraumdisko-Flair und die prognostizierte Besucheranzahl dort von über 1000 Gästen schreckt mich ab. Ich sitze etwas in meinem kleinen Lieblingsclub herum, bin auch mal draußen vor der Tür, sehe die meterlange Schlange davor: "Ist das schon Eingangsstop?" Die junge Frau an der Kasse bejaht meine Frage. Drinnen ist es für mich noch nicht unangenehm voll, die Tanzfläche oben, da könnte ich die Luft zerschneiden, aber da bin ich nicht.

Auf meinem Sitzplatz auf der Bank in der Nähe des Einganges lasse ich meine kreativen Gedanken schweifen. Die kubanischen Stiefeletten, die viktorianischen, die sommerlichen mit den hohen Stilettos, meine Doc Martens und die Pikes - so langsam wird es voll auf dem kleinen Abtreter. Den Schuhturm mit meinen anderen Trittchen kann ich nicht erweitern, am Wohnungseingang ist wegen der aufklappenden Tür auch kein Platz, meinen Abtreter möchte ich nicht nach oben verbauen und es fehlt auch ein Platz für Gästeschuhe. Einzig der Bereich neben der Tür zum Bad, auf dem ich immer meinen Getränkeeinkauf ablade, wäre frei. Dort hätte ich am liebsten ein Weinregal (auch wenn es während des Sommers und der hohen Temperaturen in meiner Dachgeschoßwohnung keinen Sinn macht, da Weinflaschen zu lagern). Ich kombiniere ... ein Schuhregal ... ein Weinregal ... "Ein Schuh-Wein-Regal!" Der Geistesblitz. Unten Schuhe, oben Wein, oder umgekehrt. Ob sich das realisieren läßt, sehe ich beim nächsten Besuch der Möbelmärkte und -discounter.

Gegen 3 Uhr die Nacht, die Musik auf den beiden Tanzflächen wird nicht besser und ich habe meine zweite Flasche Club Mate ausgetrunken - zurück zum Auto, ich verlasse den Club und mache mich auf den Heimweg. Gegen 4 Uhr den Morgen befinde ich mich wieder vor meinem Badezimmerspiegel, das schwarze Augen-Make-up wische ich mir mit einem Kosmetiktuch weg, meine Sachen hänge ich über das Zimmer verteilt über alle Sitzgelegenheiten. Noch kann ich nicht einschlafen, ich betrachte die Stelle neben dem Badezimmer, an der mein zukünftiges "Zauberregal" stehen soll. Erst eine Stunde später um 5 Uhr den Morgen, draußen bricht die Morgendämmerung an, bin ich weg und schlafe ein. Ich habe mein Telefon im Auto liegen lassen, wenn mich jetzt jemand anrufen sollte oder mir eine Nachricht schreibt, bekomme ich davon nichts mit. Das Telefon klingelt dann im Auto.

Erst den frühen Sonntag Nachmittag, auf dem Weg zu dem kleinen Café an der Straßenecke meines Wohnquartiers, zwei Stück Kuchen* für den späten Nachmittag kaufen, werde ich mein Telefon wieder abholen. Nur eine Nachricht an mich als "Personal shopper" von meiner Auftraggeberin, hoffentlich war es die richtige Größe.

(* Der Kuchen ist so dermaßen gut, eine lange Schlange bildet sich den Nachmittag vor dem Bäcker, daß ich vermute, die beziehen ihren Kuchen jeden Sonntag von einer Kooperative oder einem Netzwerk an backenden Omas rund um Leipzig.) (Ende Teil 2/2)

[15.07.19 / 00:01] Der alljährliche CSD in Leipzig, letztes Jahr konnte ich nicht mitmachen (wegen meiner Operation), dieses Jahr bin ich wieder mit dabei. Die Woche davor war ich noch einmal im Süden von Leipzig einkaufen, auf der Suche nach einem orientalischen Münzgürtel in Silber oder Metall - tatsächlich habe ich südlich der Innenstadt genau den einen Laden gefunden, in dem sich vielleicht die arabischen Hochzeitsgesellschaften einkleiden, zumindest für angehende Bauchtänzerinnen gibt es in dem Geschäft die ganzen Accessoires. Die Frage der Verkäuferin, ob ich den Gürtel für den Bauchtanz brauche, muß ich aber verneinen - ich nähere mich dem von der indischen Seite aus und plane mein Hijara-Outfit für den kommenden CSD.

Der Sonnabend des CSD in Leipzig - entspannt spätvormittags aufstehen und für das Event vorbereiten, das schwarze Top mit den durchsichtigen Ärmeln in Spitze, der schwarze, mediterrane Faltenrock, die schwarze Netzstrumpfhose (die mit dem Rosenmuster), schwarzer Kajal und die schwarzen Doc Martens (absatzlos, zum Latschen), mein Silberschmuck und die großen Creolen. Ich habe meinen schwarzen Schal aus Indien vom letzten Winter wieder hervorgekramt, das Wetter ist den Mittag noch zu grau und kalt, ich werfe den großen Schal modisch elegant über meine Schultern ... "Gothica" geht aus. In meine Handtasche stopfe ich alles für jede Wettersituation hinein: Regenschirm, Sonnenbrille und Sonnencreme (von letzteres mache ich wieder leider keinen Gebrauch) - und meinen neuen, metallisch glänzenden (und klimpernden) Münzgürtel, noch eingerollt und verpackt in einer nach Räucherstäbchen duftenden Tüte.

Weiter zur nächsten Straßenbahnhaltestelle, es ist noch genug Zeit, bis der Demozug nach 14 Uhr vom Marktplatz aus startet. Eigentlich wollte ich den Gürtel erst vor Ort am Marktplatz umhängen, ich nutze aber schon die bequeme Situation auf dem Sitzplatz in der Straßenbahn und befestige die Kette mit dem Karabinerhaken an die beidseitigen Schlaufen meines weiten Rocks ... vor den Fenstern der Straßenbahn sehe ich schon die immer mehr zunehmende Menge an jungen Menschen mit Regenbogenfahnen in die Innenstadt ziehen. Am Hauptbahnhof aussteigen, noch eine Flasche Wasser kaufen (ich bin gut vorbereitet) und ich bewege mich auch in Richtung des heutigen "LGBT-Epizentrums".

Dort angekommen, eine kurze Runde über den Platz, die Stände abchecken (platze ich da wieder in eine laufende Fernsehaufnahme?), die anwesenden Demoteilnehmer mustern (äußerst viele junge Menschen, die können gar nicht alle schwul sein), hier und da 'ne Drag Queen (der Rest der Trans-Community ist, wenn überhaupt vorhanden, unsichtbar) und ich stehe wieder neben meinem favorisierten Demo-LKW mit den antifaschistischen und queer- und linksalternativen Transparenten ... ich bin zu Hause, meine Szene. Schwarze Sonnenbrille aufsetzen (den Kapuzenpullover habe ich zurück in der Wohnung gelassen, der hat nicht zu meinem indisch-orientalischen Outfit für den Tag gepaßt).

Irgendwann nach 14 Uhr, der Demozug fängt langsam an, sich in Bewegung zu setzen, laute Musik von den LKW, viele Menschen dahinter, mein Block befindet sich wie immer wieder am Ende des Zuges (ob dieser von mehr Polizisten eskortiert wird?) ... die Sonne scheint gnadenlos. Eigentlich hatte ich auf Regen und dunkle Wolken gehofft, weder meinen Regenschirm, noch meine Sonnencreme (!) hole ich aus meiner Handtasche. Ich wechsele während der Demo immer wieder die optimale Straßenseite im Schatten.

Erster Haltepunkt ist der Augustusplatz an der Oper, die Redebeiträge der großen Parteien und Verbände interessieren mich nicht, ich bin nur empfänglich für die Kampfreden meines anarchistischen Blocks, die ab und zu von dem kleinen LKW schallen. Die große Haltepause nutze ich viel lieber dazu, mir in dem einen italienischen Café an dem einen Ende der angrenzenden Fußgängerzone ein Eis zu kaufen. Bevor ich die Schritte zu Fuß zurück zur CSD-Demo laufe, ist es bereits so gut wie weggeschmolzen und aufgegessen ... es ist sommerlich heiß in der Sonne, mein großer schwarzer Kaschmir-Baumwollschal liegt längst sorgsam zusammengefaltet in meiner Handtasche.

Der Demozug zieht durch die Innenstadt weiter, vorbei an den blockierten Kreuzungen, vorbei an den kleinen Parkanlagen an der Moritzbastei, deren schattige Bäume ich sofort nutze, ein oder zwei weitere Haltepunkte, von denen ich nicht viel mitbekomme, streift kurz das Stück zur Südstadt (und den arabischen Laden) und zieht wieder zurück in das Zentrum der Innenstadt. So viele junge Menschen, mein Szene-LKW am hintersten Ende sammelt besonders viele schöne und alternative Menschen, die paar "Parteien-Wägelchen" davor ziehen fast gar keine Menschen an (soweit ich das vom hintersten Ende aus sehen konnte) - definitiv der "coolste" Demo-LKW in der ganzen Parade.

Zurück am Marktplatz verläuft sich dann alles, von der großen Bühne wird ein Programm abgespielt, dem ich nicht weiter Beachtung schenke (laut Programmheft nichts, was mich irgendwie interessieren könnte). Ich verschwinde für einen Auftragseinkauf in dem angrenzenden, teuren Kaufhaus, in dem ich schon Stammkunde bin, mit Mitgliedskarte und Rabatt-Coupons (es wird eine indisch angehauchte Stoffhose, einmal in einer 38 für mich und eine weitere Größe für meine Auftraggeberin ... "Personal shopper").

Gegen 18 Uhr wieder zurück auf dem Marktplatz, das Programm ist noch im vollen Gang, auf dem Platz vor der Bühne tummeln sich noch eine Menge junger Menschen ... eher Party-Jugendliche als ernsthaftes LGBT-Szenepublikum, die Stände der Verbände rund um den Marktplatz sind dementsprechend auch nicht so gut frequentiert (könnte mehr sein). Ich habe mir vorgenommen, den Stand der Aids-Hilfe zu besuchen, die bieten immer wieder einen kostenlosen HIV-Test an ... mein letztes Risiko liegt etwas mehr als 11 Wochen zurück - und ich will die Narbe des Pieksers auf der Fingerkuppe des rechten Zeigefingers vom letzten Test symmetrisch auf den linken Zeigefinger erweitern. Ein paar Minuten warten und ich betrete das abgeschirmte Zelt neben dem Stand der Aids-Hilfe.

Der nette, ehrenamtliche Mitarbeiter erklärt mir den Selbsttest, den es für etwas mehr als 20 Euro auch aus der Apotheke gibt. Dieses Mal muß ich alles selbst durchführen: Die Tüte auspacken, Alkoholtupfer, ein kleines Wattetuch, Piekser, Kanüle, das Testplättchen selbst und die Testflüssigkeit, sowie ein Pflaster, das ich aber nicht brauchen werde. Ich desinfiziere die linke Fingerkuppe (als Rechtshänderin), wische den Alkohol mit dem Stück Wattetuch ab (als ehemalige "Spritzerin" weiß ich, daß ich das eigentlich nicht brauche, der Alkohol brennt nur ganz leicht an der Einstichstelle), setze den Piekser ... und warte. In der Theorie sollte sich ein Blutstropfen bilden, aber bei mir sind noch zwei weitere Piekser notwendig, bis ich endlich genug Tropfen Blut mit der Kanüle in das kleine Plättchen für den Test geben kann, ein paar Tropfen der Testlösung darauf (bzw. daneben). Nach einiger Zeit bildet sich der erste Kontrollstreifen ... 10 Minuten warten, der zweite Streifen? Nein, ich bin immer noch HIV negativ - Glück gehabt! Erleichterung, mit dem ehrenamtlichen Helfer unterhalte ich mich noch kurz über meine letzte Risikosituation: "Was mache ich, wenn der Typ mittendrin einfach sein Kondom abzieht, nur weil er Schwierigkeiten hat, eine Erektion zu bekommen?" Es gibt noch mehr als Kondome, sogenannte PrEP-Tabletten. "Ich habe ihm dann erzählt, daß er sich bei mir zwar nicht mit HIV, aber HPV infiziert hat. Feigwarzen. Tja, selbst schuld, wenn du das Kondom mittendrin abziehst!" Immer noch erleichtert / erheitert verlasse ich das kleine Zelt und hinterlasse noch eine kleine Spende für die Aids-Hilfe in der bereitgestellten Dose.

Weiter ein paar Schritte durch die Innenstadt auf der Suche nach dem Abendessen, indisch oder japanisch? Ich entscheide mich für zweites, es hat leicht angefangen, zu regnen, dunkle Wolken türmen sich am Himmel auf, aber der große Gewitterschauer bleibt aus und ich kann den Schirm auf dem Weg zu dem kleinen, japanischen Restaurant wieder zusammenfalten (interessanterweise ist das auch derselbe Schirm, den ich in Tokio gekauft habe).

Ich nehme in dem Außenbereich des kleinen Nudelrestaurants Platz, ich will die dunklen Nudeln aus Buchweizen essen, leider sind sie nicht mehr auf der Menükarte. In der Ausstattung des Außenbereichs befinden sich auch nicht mehr die großen, roten Lampions, die ich an jeder kleinsten Nudelküche in Shinjuku gesehen habe ... das Flair hat für mich damit etwas nachgelassen. Dafür werde ich von der mir servierten Speise nicht enttäuscht - in der Menükarte wurde die vegetarische Nudelsuppe mit dem Saitan als "so gut wie gebratene Ente, kaum zu unterscheiden" angepriesen, es schmeckt tatsächlich so. Ich schlürfe die Nudelsuppe laut, hänge mit dem Kopf über der Schüssel, nach ein paar Minuten habe ich das mit den Stäbchen wieder drauf und lasse die Nudeln zwischen den beiden Hölzchen in meinen Mund gleiten - genau so, wie ich das in Tokio gelernt bzw. gesehen habe ... Japaner machen das auch so.

Auf den Nachtisch muß ich aber verzichten, ein spürbar kalter Wind kommt auf, es nieselt stärker, ich sitze unter dem Vordach und werfe meinen wärmenden Schal wieder um meinen Oberkörper. Beim Bezahlen verrechne ich mich mit dem Trinkgeld, beim nächsten Mal muß ich einen Euro mehr dazu geben. Zurück zum Hauptbahnhof, gegen 21 Uhr vom Bäcker in den Passagen im Untergrund noch ein paar Brötchen für den nächsten Tag holen und mit der Straßenbahn weiter zurück in Richtung meiner Wohnung. An dem kleinen LKW war ein Plakat befestigt für die Soli-Party heute Nacht ... in dem linksalternativen Zentrum von Plagwitz, mein Lieblingsclub dort. (Ende Teil 1/2)

[10.07.19 / 22:25] Bewerbungsgespräch ... und Absage. In dem Moment, in dem ich nervös meinen Zettel mit der Gleichstellung aus meiner Bewerbermappe herausgekramt hatte und meine Behinderung mit der kognitiven Beeinträchtigung erklären mußte: "Ich habe da Probleme mit der Konzentration, ich bin etwas langsam, muß alles doppelt und dreifach überprüfen, um Fehler auszuschließen...", da spürte ich schon, wie das eigentlich bis hierhin ganz gut verlaufende Bewerbungsgespräch in eine emotional düstere Richtung abdriftet, die ich nicht mehr kontrollieren konnte. Die Stelle war sowieso zu hoch gegriffen für mich, so gut und perfekt bin ich nicht.

Oder ist alles ganz anders? Ich bin ... eine transsexuelle Frau? Die will keiner, die gehört auf den Strich. Während ich diese Zeilen schreibe, läuft parallel ein Upgrade auf meinem anderen Unix-Rechner, ich hab mir damit den Kernel zerschossen und unglücklicherweise den alten überschrieben ... tief im Boot-Prozeß versuche ich das ganze Betriebssystem wieder zum Laufen zu bekommen. Aus den Boxen schallt währenddessen die laute Hi-NRG-Disco-Musik aus Tel Aviv. (Ihr könnt mich mal.)

Nachtrag: Über 24 Stunden später, der Server läuft jetzt wieder. Falls es jemanden interessiert, hier mein mühsam erarbeitetes Vorgehen:

USB-Stick mit FreeBSD memstick.img (alter Kernel)

F10 Boot von USB

Single User (System vom Stick)

# sysctl kern.geom.part.check_integrity=0
# gmirror load
# gmirror status

syncing...

# gpart show mirror/gm0s1
# fsck -y /dev/mirror/gm0s1a
# fsck -y /dev/mirror/gm0s1b
# fsck -y /dev/mirror/gm0s1d
# fsck -y /dev/mirror/gm0s1e
# fsck -y /dev/mirror/gm0s1f
# mount /dev/mirror/gm0s1a /mnt
# cp -r /boot/kernel /mnt/boot/kernel.good/
# cd /mnt/boot/
# mv kernel kernel.bad
# mv kernel.good kernel
# reboot

Multi User (System vom RAID Mirror)

# freebsd-update fetch
# freebsd-update install
# shutdown -r now
# rm -r /boot/kernel.bad

Alter Kernel wieder gerettet.

[01.07.19 / 23:58] Die Bar, in der ich immer meinen "Ipanema" getrunken habe, gibt es nicht mehr. Die Hotelbar, die da jetzt in dem Gebäude gleich neben der mexikanischen Bar ist, hat zwar auch eine alkoholfreie Cocktailvariante mit Ingwer bzw. "Ginger" und Limetten im Angebot, doch der Teil mit dem Rohrzucker als Bodensatz und diesem leicht trüben, sahnig-cremigen Etwas fehlt mir einfach. Der Internetrecherche nach auf meinem Smartphone, im Sessel in der Lobby des City-Hotels sitzend und die andere Cocktailvariante schlürfend, ist der "Ipanema" wohl nur ein "Caipirinha" ohne Alkohol. Ginger Ale, Rohrzuckersirup, Limetten, sahnig-cremiges Vanille-Dings - so in etwa das Rezept für meinen nächsten Eigenversuch. Sonnabend Abend im Süden von Leipzig (aber eigentlich wollte ich nur meine neuen, schwarzen Leder-Flipflops mit Absatz einlaufen).

Sonntag Mittag, Frühstück in meiner Wohnung und Kaffeesatzlesen, nach einem kurzen Moment wird mir das Bild in der Tasse klar - das bin ich, wie ich Dinge oder kleine Fetzen in das Feuer werfe, ich trenne mich von etwas aus meiner Vergangenheit. Ist es das Bewerbungsgespräch den nächsten Tag? Schließe ich mit meiner alten Arbeit ab? Fange ich mit etwas Neuem an? Gedanken: "Vermassle das morgen bloß nicht! Die suchen einen richtigen Hacker!" Wenn es komplett schief läuft, setze ich mir eine neue Deadline - spätestens nach einem Jahr erfolglosen Bewerbens schließe ich das Thema "Softwareingenieur" komplett ab und mache beruflich etwas ganz Anderes, Neues.

"Break", ich hatte für das Wochenende eine Einladungsanfrage für eine Bikerparty eines - mutmaßlich - durch Neonazis unterwanderten MCs, die wären geschockt, wo ich den Sonntag Nachmittag wirklich bin: bei dem Multikulturellen Sommerfest in Leipzig-Connewitz! So richtig echt mit afrikanischer Trommelgruppe zum Abschluß! Ich als initiierte Hijara muß natürlich auch mal im Inneren des Tanzkreises tanzen. Extra für diesen sehr heißen Sommertag habe ich meinen schwarzen Strandrock angezogen ... aber die "Moves" der mexikanischen Sängerin der Band davor oder der afrikanischen Tänzerin der Trommelgruppe danach bekomme ich nicht so ganz hin. Egal, dieses kleine Festival - auch wieder im Werk 2 - hat mir sehr viel Spaß gemacht. Schade, daß mein Freund nicht dabei war, ihm hätte die syrische Musik den Nachmittag bestimmt gefallen.

Den Sonntag Abend mit der Straßenbahn wieder zurück in meine Wohnung, bis Mitternacht sind es immer noch über 28°C in dem Dachgeschoß - nur gut, daß der Termin morgen auf dem frühen Nachmittag liegt (da reicht es aus, wenn ich erst um 5 Uhr morgens einschlafe, wenn die Vögel draußen anfangen und die Wohnung mit den weit geöffneten Fenstern wieder gut kühl durchgelüftet ist). Ich lese noch etwas in meiner alten Diplomarbeit [Anm. d. Verfasserin: Rückwirkend betrachtet, genau die richtige Entscheidung ... es werden Fragen dazu kommen].

Montag, der Tag des Bewerbungsgesprächs. Ich habe alles zeitlich durchgeplant, wann ich was mache, Frühstück, duschen, Kajal ... den Silberschmuck oder doch lieber Diamanten? Zu overdressed, ich nehme den Schmuck mit den Peridot-Steinen, mein "Sailor-Moon-Armband" unter dem Ärmel des schwarzen Spitzentops, das ich schon in Wien anhatte. Eine dünne, schwarze Jeans den Sommertemperaturen entsprechend. Passende Schuhe? Das Outfit ist lange durchdacht, ich nehme meine schwarzen Hexen-Schnürschuhe zusammen mit den Nylon-Söckchen. Beim Zubinden bzw. Einfädeln rennt mir die Zeit davon: "Beeil dich!" Ich stopfe meine Bewerbungsmappe in meine Handtasche, der Reißverschluß geht nicht zu, verlasse meine Wohnung und laufe zur nächstgelegenen Straßenbahnhaltestelle. "Scheiß Automat! Gestern hat er noch meinen 5-Euro-Schein geschluckt", ich bezahle mit der Geldkarte ... die Bahn kommt, ein Blick auf die Uhr in der Anzeigentafel, wieder 10 Minuten eingeholt.

Weiter zum großen "Zahntempel" am Augustusplatz, das markante Hochhaus in der Mitte von Leipzig, den Eingang finden, die Portiersfrau schickt mich mit dem Fahrstuhl in die richtige Etage - ich bin exakt 15 Minuten vor meinem Termin da ... und ich dachte schon, ich wäre viel zu spät. Glück gehabt, noch viel früher und es wäre als unhöflich aufgenommen worden. Ich bereite mich die Wartezeit mental auf das Gespräch vor, trinke eine Flasche des bereitgestellten Wassers in dem Konferenzraum, lasse meinen Blick über die Dächer in Leipzig aus dem Fenster schweifen. Mein erstes Bewerbungsgespräch nach über sieben Jahren ... etwas ist anders, ich trete als Frau auf - mit viel mehr Selbstbewußtsein (so eine Art Mischung aus Ex-Escort-Girl und "Hacktrice").

Ungefähr eine Stunde später ... Details über dieses Gespräch verbieten sich mir, über meine alte Firma bin ich auf Prävention von Wirtschaftsspionage gedrillt, die neue Firma ist noch einen Tick schärfer: "erweiterte Sicherheitsüberprüfung?" Wenn die wüßten ... die Beziehung zu meinem syrisch-arabischen On-Off-Ex-Freund mit seinem "Salafisten-Bart" erwähne ich lieber nicht. Wie mich die Polizei vor ein paar Monaten in die geschlossene Akut-Psychiatrie begleitet hat, fällt vielleicht auch unter den Tisch. Das ich beim alljährlichen CSD immer in dem schwarzen Block mitlaufe, der vielleicht der Antifa nahesteht, ist unter Umständen auch nicht so günstig. Die Angabe aller meiner Internetprofile und meiner Webseiten? Sollte das hier beschriebene gegen mich verwendet werden ... oh, ich habe es immer noch nicht offline gestellt. Keine Geheimnisse, ich mache mich nackig.

Weiter den Montag Nachmittag in der Leipziger Innenstadt, ich hoffe, ich habe mein technisches Wissen und meine fachliche Expertise in dem Bewerbungsgespräch erfolgreich rüberbringen können - das muß belohnt werden! Eis Nummer Eins in dem italienischen Restaurant an dem einen Ende der Fußgängerzone, "Stracciatella". Ich schlendere weiter, von einem italienischem Restaurant zum anderen. Nach meinem gerechten Verteilungsprinzip setze ich mich in den Außenbereich des Restaurants gegenüber des vom letzten Mal (das mit der unglücklich ersäuften Lasagne), eine Pizza mit Walnüssen? Das kenne ich noch nicht, das bestelle ich auf der Karte. Nach dem Verzehr der interessanten Pizza kommt noch eine Tasse Cappuccino dazu ... und Eis Nummer Zwei, "Amaretto-Kirsche" (ich konnte das mit dem mickrigen Trinkgeld nicht einfach so stehen lassen und mußte den Wechselgeld-Euro noch in einen Nachtisch investieren).

Weiter in Richtung Haltestelle am Bahnhof, vorbei an einem Modegeschäft mit Batikkleidern auf der Stange vor dem Laden: "Das weiß-grüne gefällt mir, das muß ich noch mitnehmen!" Ich esse schnell mein Eis auf, probiere das Kleid in der Kabine im Geschäft an und verlasse kurz darauf wieder jene Boutique mit einer neuen Einkaufstüte in der Hand bzw. unter dem Arm ... innerlich möchte ich mich vor einer drohenden Absage und die Enttäuschung nach dem Bewerbungsgespräch bewahren (so beschissen lief es doch gar nicht: "Alles kann, nichts muß", meine lockere Einstellung vor dem Gespräch). Später den frühen Abend bin ich wieder zurück in meiner Wohnung und mache noch einen kurzen Einkauf im Lebensmitteldiscounter ... ich fühle mich beobachtet - paranoid, die Überprüfung läuft doch noch gar nicht.

[24.06.19 / 01:33] "Ride, Sleep, Eat, Repeat", den frühen Morgen von einem Bikertreffen zurückkommen, bis spätmittags schlafen und dann (nach einem Frühstück) erneut wieder auf den Sattel schwingen und auf dem Motorrad weitere 190 km abreißen bis zum frühen Abend (mit Zwischenstop an der Tanke und einem Eis aus der Tiefkühltruhe den Sonntag Nachmittag).

[15.06.19 / 19:03] Post-Korrektur-OP Update #1 - Zweieinhalb Wochen und es sieht da unten aus ... wie die "Rolling Stones?" (Was hat sich der Chirurg wohl dabei gedacht?) Mit dem Finger, eingehüllt in Bepanthen-Salbe, geht es, vorbei an den stacheligen Nähten, bis zu 5 cm tief. Später dann täglich mit Fettcreme einbalsamiert (damit es geschmeidig wird) immerhin eine Basis zum Bougieren, damit kann ich arbeiten (und hoffentlich noch einen Zentimeter mehr rausholen).

[13.06.19 / 00:27] IPL-Nachbehandlung #4 (#21) - Der kleine, dunkle Fleck unterhalb des Mundwinkels, der mich so sehr gestört hat, ist jetzt nicht mehr ganz so groß (also noch kleiner). Für den Behandlungstermin in dem Haarentfernungsstudio bin ich 30 Minuten zu spät, totales Chaos auf den Straßen, ich werde aber doch noch dran genommen. Die Prozedur geht auch sehr schnell ... so viele Haare habe ich da nicht mehr im Gesicht.

[11.06.19 / 17:43] Dienstag später Mittag, der Tag danach, zum Frühstück habe ich nur noch ein paar Scheiben Knäckebrot mit Nuß-Nougat-Creme. Mein Auto parkt irgendwo weit abseits, jetzt ist wieder alles voll von diesen Menschen, die während der Woche arbeiten gehen, so mit Geld verdienen und so, und Kinder, und Familie ... komische Menschen. Ich existiere nur für die Nacht. Mein On-Off-Ex-Freund, der sich das ganze Wochenende nicht gemeldet hat, schreibt mir kurz nach halb Eins eine Nachricht (bzw. da schalte ich mein Telefon erst online). Ich antworte ihm, daß ich von den fünf Tagen Party ziemlich fertig bin und das er nicht zuviel von mir erwarten soll ... eine Absage von mir? Hoffentlich kam das nicht so rüber ... ich würde ihn schon gerne wieder sehen.

15 Uhr nochwas den Nachmittag, meine Dusche liegt längst hinter mir, ich schalte gerade meinen Laptop auf meinem Minibartisch ein (um das Wochenende in diesen Zeilen Revue passieren zu lassen) - da klingelt es unten an meiner Haustür, ich gehe an die Gegensprechanlage. Ich erkenne seine Stimme nicht auf Anhieb: "Wer ist da?" Seine Antwort: "Andrea?" Er ist es! Wer sollte sonst meinen Namen kennen. Ich öffne ihm wenig später meine Wohnungstür.

Er sieht wie immer gut aus, sommerlich und den Temperaturen entsprechend gekleidet (er ist das Klima gewohnt), in bunten Farben (nach so viel Schwarz das ganze Wochenende). Gepflegt und leicht abgenommen. Ich dagegen stehe in meiner schwarzen Unterwäsche vor meiner Wohnungstür in meiner aufgeheizten Dachgeschoßwohnung, den Ventilator wollte ich gerade eben erst anschalten.

Wir setzen uns auf mein Bambussofa, er schaut sich interessiert meine Flyersammlung der letzten fünf Tage auf meinem Couchtisch an, ich erzähle ihm von dem Gothic-Festival. In seinem neuen Job muß er auch die ganzen Veranstaltungsbühnen auf- und abbauen ... er ist jetzt "Roadie". Ich bin so dermaßen von ihm angezogen ... ein paar Küsse, ich streiche ihm über seinen Fünf-Tage-Bart (sorry, daß ich mich noch nicht im Bad rasiert habe). Wir wechseln kurz darauf auf mein Bett.

Mein Spaghettiträgertop werfe ich beiseite, mein Unterhöschen lasse ich an - den Blick auf die Operationsnähte möchte ich ihm ersparen (in Indien wäre der Blick auf mein brutal verstümmeltes Geschlecht einem Fluch gleichbedeutend). Er drückt meinen Kopf in die gewünschte Richtung, ich gebe mein Bestes ... oral, tief - ein Quickie! Innerhalb kürzester Zeit schmecke ich sein Sperma. Ich springe mit einer entschuldigenden Geste auf und verschwinde kurz in mein Badezimmer, ich schlucke es nur selten.

Wieder zurück an meinen Bett sehe ich ihn schon aufstehend und seine Hose zumachend: "But we have just started? Ready for part two?" Er muß gehen, der Bus in ein paar Minuten, seine Arbeit. Auf meinem Sofa kann ich ihn noch einmal umarmen, mein Kopf auf seine Schulter legen, ihn mit meinen Fingern über seine Brust streichen. Wer weiß, wann ich ihn das nächste Mal wiedersehe. Nur schwer verabschiede ich mich von ihm und lasse ihn anschließend durch meine Wohnungstür wieder gehen: "See you ... later." Das later bekomme ich nur zögerlich über meine Lippen. Wenn er da ist, bin ich ihm hingebungsvoll ergeben - ist er nicht da, ist er mein "Ex". Sein Geruch haftet noch die nächsten zwei Stunden an meinen Fingern und meinem Mund ... ich liebe ihn, total.

Den Abend bin ich wieder in der Leipziger Innenstadt unterwegs, ein Eis und etwas essen in einem italienischen Restaurant ... endlich ist die Stadt wieder frei von diesen "Grufties" zu Pfingsten (alle weg, bis auf mir).

[11.06.19 / 16:57] Pfingstmontag, der letzte Tag des Festivals, irgendwann den frühen Nachmittag werde ich wach und stehe auf. Meinen schwarzen Morgenmantel anziehen und zwei Croissants in der Alu-Schale in den Backofen legen, auf meinem Herd faucht währenddessen der kleine Bialetti-Kocher mit dem italienischen Kaffee. Erst zwei oder drei Stunden später den frühen Abend beginne ich mit der Vorbereitung des Essens - es ist auch der letzte und vierte Tag meines Kochmarathons, es gibt den Couscous mit Kidneybohnen (mein Versuch, das Rezept vom Street Food Festival nachzukochen).

Den Couscous mit gelben Kurkuma nach Anleitung in einem Kochtopf mit heißem Wasser aufquellen lassen, den Kochtopf mit einer kleinen Schüssel (zum Verzehr später, hält die Schüssel warm) abdecken. Währenddessen in einer Pfanne mit Chili-Olivenöl eine kleingeschnittene Knoblauchzehe andünsten, eine Dose Kidneybohnen dazu und - die hatte ich noch vom Vortag über - aus einer Avocadohälfte einige Fetzen des cremigen Inneren herausschneiden und mit in die Pfanne geben, alles würzen (der Couscous quellt schon im leicht gesalzenen Wasser, ich nehme für die Pfanne nur Pfeffer und die orientalische Baharat-Gewürzmischung), alles weiter anbraten. Die dunklen Kidneybohnen und die gelb-grüne Avocado ergänzen sich ästhetisch und geschmacklich wunderbar. Den gelben Couscous in die kleine Schale zum Verzehr geben, alles aus der Pfanne (das Öl, die Bohnen, die Avocado) darüber geben und mit Saté-Soße (fertig aus der Kaufhalle) servieren.

Das einfache Rezept geht sehr schnell, nach dem Abwasch widme ich mich wieder meiner Vorbereitung für die Nacht. Der Einlaß auf das Gelände des alten Werks ist erst gegen 22 Uhr, für das Wetter den Abend in Leipzig sind schwere Gewitter angekündigt. Ich nehme eine Dusche, trage anschließend das Make-up auf ... vor den Fenstern in meiner Dachgeschoßwohnung wird es dunkel und es beginnt zu donnern. In dem strömenden Gewitterschauer gehe ich nicht raus. Ich lasse mir Zeit ... viel Zeit, kombiniere vor dem Ankleidespiegel das schwarze Spitzenkleid aus Wien, der vierte Tag meiner Modekollektion, mit meinen Schuhen. Eigentlich wollte ich die High-Heel-Schaftsandaletten zu dem Kleid anziehen, aber meine Füße sind bei der drückenden Schwüle dieses Junitages so stark angeschwollen ... und außerdem sehen die in dem superkurzen Kleid irgendwie nuttig aus. Meine Pikes, die mit den kleinen Absatz? Die hatte ich den Donnerstag und den Freitag schon an. Konsequenterweise wähle ich aus meiner Schuhsammlung wieder die viktorianischen Stiefeletten, die ich schon in Wien anhatte - und zu dem anderen schwarzen Spitzenkleid zwei Nächte zuvor. Das Gewitter geht langsam zurück, ich lege vor dem Spiegel den Silberschmuck an: "Ich gehe kaputt bei dem Wetter!" Ob es draußen regnet oder es in meiner Wohnung total heiß und drückend schwül ist ... ich könnte wieder erneut duschen. 22 Uhr sitze ich wieder draußen in meinem Auto, der Gewitterschauer hat nachgelassen.

Die Blitze am tiefschwarzen Horizont, auf dem Weg in den Süden von Leipzig, nach Connewitz. Mein Auto lasse ich genau da stehen, wo ich die letzten Tage auch geparkt habe, zu Fuß von der Seitenstraße um die Ecke in die Straße mit dem Werk 2. Dort am Eingang angekommen, fällt mir ein, ich habe ja gar kein Geld mehr! Alles die letzte Nacht ausgegeben. Der nette Türsteher zeigt mir die Richtung, in der ich etwa 200 Meter weiter den nächsten Geldautomaten finden kann. Wenig später bin ich wieder zurück am Einlaß.

Die letzte Nacht des Festivals ist, wie auch die letzten Jahre, nur die kleine Halle mit der Tanzfläche geöffnet und keine Konzertauftritte. Ich gebe meine Jacke an der Garderobe ab, hole mir an der Bar das erste Getränk für den Abend, laufe etwas umher, stehe an einem Bartisch. Die kleine Halle füllt sich nach und nach und wenig später befinde ich mich auch auf der Tanzfläche. Im Wechsel zwischen tanzen, am Rand stehen, auf meine Songs warten, an der Bar Nachschub holen, vergeht die Zeit bis nach Mitternacht. Draußen auf dem Innenhof ist schon das ganze Wochenende ein Essensstand mit einem Grill und einer Fritteuse ... ich investiere ein paar Euro in einen Mitternachtssnack (die Kartoffelspalten).

Zurück am Rande der Tanzfläche, mein Stammplatz auf dem Barhocker, oder ohne an dem Bartisch ... "Hi-NRG!" Ich stürme die Tanzfläche, exzessiv bewege ich mich zu den schnellen Beats. "Jetzt nicht übertreiben", ich muß mich stellenweise bremsen und mal einen Gang herunterschalten ... keine Chance, das DJ-Team legt nach. Erst bei dem nächsten Stilwechsel kann ich mich am Rand wieder ausruhen. Noch ein Getränk von der Bar, im Wechsel eine Flasche Wasser oder diese Holunderbrause.

Wenig später auf der Damentoilette beim nachträglichen Händewaschen vor den gut beleuchteten, großen Spiegeln: "Hätte ich doch eine weitere Slipeinlage zum Wechseln mit in die Handtasche gepackt." Aber du wolltest ja das volle Programm, die Vlieskompressen sind mir schon den Abend zuvor ausgegangen, das restliche Blut und das Wundsekret fange ich mit ganz normalen Slipeinlagen auf ... genau dafür sind die gemacht. Frauenkram.

Zurück auf meinem Barhocker lasse ich die Nacht ausklingen, beobachte das Publikum auf der Tanzfläche: "Jetzt ist es wieder die Party mit den coolen Leuten!" Lange möchte ich die letzte Nacht nicht bleiben, kurz nach 3 Uhr nach Mitternacht hole ich meine Lederjacke aus der Garderobe. Auf dem (teilweise überdachten) Innenhof draußen vor dem Eingang zu der kleinen Halle und dem Essensstand gegenüber schaue ich mich noch einmal um, bevor ich gehe - weil es so schön ist, nochmal: "...die Party, auf der die coolen Leute sind." In der Dunkelheit der Nacht zurück zu meinem geparkten Auto.

[10.06.19 / 17:22] Sonntag Mittag, den schwarzen Morgenmantel umwerfen, Croissants in den Backofen, das Kännchen mit dem Damaszenerkaffee auf dem Herd. Das Bild in meiner kleinen Klimt-Mokka-Tasse ergibt sich mir noch nicht auf Anhieb. Nur in einer winzigen Ecke am Rand entsteht vor meinen Augen in dem Kaffeesatz ein episches Drehbuch einer arabischen Telenovela oder eines Bollywood Films. "Du wirst jemanden kennenlernen, er liebt dich hingebungsvoll, abgöttisch, wirft dir die Rosenblüten vor die Füße ... ein Herzchen? Nicht jetzt, nicht heute, nicht diese Woche, ja vielleicht noch nicht einmal in diesem Jahr. Aber es wird passieren, irgendwann in naher oder ferner Zukunft ... und du bist noch genauso hübsch und jung und anbetungswürdig, wie am ersten Tag."

Weiter den Mittag, draußen wird es es wieder den Tag sonnig und heiß (nur die letzten zwei Nächte waren kühl). Die Dusche verschiebe ich auf später den Abend. Schnell im Bad meine Haare kämmen, mit der noch immer nach Iod müffelnden Unterhose und der schlabbrig schwarz-neongrünen Stoffhose und dem einfachen schwarzen Top mit V-Ausschnitt und kurzen Ärmeln sowie einer Sonnenbrille bekleidet, in der beginnenden Hitze des Sommertages mit dem Auto und offenen Fenstern (und lauter Musik, "45 Grave", wenn es interessiert) die paar 100 Meter zu dem Bäcker, der sonntags offen hat, ein paar Brötchen für den Abend holen - und Kuchen! (Und dann noch weiter zu der "Tanke" in der Nähe, für ein paar Flaschen Mineralwasser.)

Meine zwei Stück Kuchen, Rhabarber und Quark, esse ich den Nachmittag vor meinem Fernseher, das Abendessen für den heutigen Tag bereite ich später, nach 18 Uhr, in meiner Küchenecke vor - es gibt "Tel Aviv Street Food". Die Falafel nach Packungsanweisung zubereiten, das Instant-Pulver mit heißem Wasser aufgießen und zu matschigen Brei verrühren, in einer Pfanne mit Olivenöl mit dem "Falafel Maker" (so ein Schiebeding, ähnlich einer Eiskelle) die Falafel anbraten (oder anfrittieren) - ich mag sie, wenn sie knusprig bis fast schwarz sind. (Ausversehen rutscht mir eine Falafel beim Wenden aus der Pfanne, ich greife sie mit zwei Fingern und werfe sie wieder zurück ... ich Dummkopf - das ist doch kochendes Öl an der Falafel! Die nächsten Wendegriffe mache ich wieder einhändig mit dem Pfannenwender, während die andere Hand mit den Fingern unter fließend kaltem Wasser rechts neben mir an der Spüle hängen.) Die nach und nach fertigen Falafel auf einen Teller schieben. Eine Avocado halbieren, eine Dose Thunfisch aufmachen, Brötchen aufschneiden. Mit einem Löffel das cremige Innere der Falafel ausnehmen, auf den Brötchen verteilen, etwas Thunfisch dazu und mit den Falafel als Beigabe essen. Eigentlich ist das ein ganz profanes Rezept, aber so als Alternative für einen Grillabend oder ein Picknick draußen sind die belegten Brötchen mit Falafel (kann auch kalt gegessen werden) ideal - und einfach zuzubereiten (eine Avocadohälfte entspricht etwa drei Brötchen, 100g Instant-Falafel-Puder sind 12 Falafel). Nach dem Abwasch beginne ich wieder daran, mich ausgehfertig für die Nacht zu machen.

21 Uhr ist Einlaß ... die Uhrzeit kann ich nicht halten, eine drückende schwüle Wetterlage entsteht draußen vor meinem Fenster in meiner aufgeheizten Dachwohnung - Konzentration gleich Null. Das Make-up ist routiniert, instinktiv, nach einer Dusche (davor) widme ich mich meinem Kleiderschrank. Ich will das Tiki-Kleid tragen. Das schwarz-grüne Neckholder mit dem Kokosnußmotiv. Ich kombiniere die BHs ... trage ich es ohne einen? Nehme ich den BH von letzter Nacht? Er ist angenehm zu tragen - aber das Kleid ist hinten tief ausgeschnitten und die BH-Träger sehen auf dem Rücken doof aus, auf den Schultern mit dem Neckholder-Dress sowieso. Der andere schwarze Balcony-BH ist extra für solche schulterfreien Kleider gemacht, aber er sitzt nicht richtig (ein Fehlkauf?), auf dem Etikett steht zwar 75 A, aber ich fülle bei weitem nicht das Körbchen aus. Ich wechsele mit meiner Unterwäsche hin und her ... draußen wird es langsam dunkel und es fängt leicht an, zu nieseln. Erst gegen 22 Uhr (Transfrauen brauchen eben etwas länger) habe ich mich dazu entschieden, das Kleid ohne BH anzuziehen, einfach nur meine flachen Brüste in dem Neckholder (also auch superbequem). Für die passenden Schuhe für diesen dritten Tag meiner Modekollektion wähle ich - dem 50er und 60er Jahre Vintagekleid entsprechend, die schwarzen Pumps (zum Autofahren wechsele ich aber in meine schwarzen Schaftsandaletten, im römischen "Legionärs-Stil"). Zurück zu meinem, vor dem Hauseingang geparkten Auto.

Der dritte Tag mit den Konzerten auf dem kleinen "Gothic Pogo Festival" in Connewitz in Leipzig, meine Lederjacke gebe ich an der Garderobe ab ... Bestandsaufnahme meines Barvermögens wenig später an der Bartheke, für diese Nacht müßte ich noch mit ein paar 0,3l-Flaschen Wasser auskommen - danach wird es eng (sollte mich nicht doch noch ein Kerl ansprechen und mir was ausgeben). Ich setze mich auf einen freien Barhocker an der Wand in der Nähe der Bühne, eine kluge Entscheidung - innerhalb weniger Minuten füllt sich die kleine Halle nach und nach und gegen - vermutlich - 23 Uhr beginnt der erste Konzertauftritt ... schon wieder das Telefon zu Hause liegen lassen. (Wie soll ich denn jetzt präzise wissen, welche Uhrzeit genau ist? Meine "Zwangsneurose", ständig die Zeit wissen zu wollen.) Wie früher ... Ende ist, wenn das Geld für die Getränke alle ist und es draußen hell wird.

Die erste Band, ein Sänger, einer an den Synthesizern ... ab und zu stellt sich jemand vor mir vor dem Barhocker und versperrt den Blick auf die Bühne, mein Blick schweift ab auf das Publikum ... "Leute schauen" (wie in Wien). Zumindest den Sänger (aus Berlin?) habe ich schon einmal live gesehen, bei einem Soloauftritt.

Die zweite Band für den Abend, Synth-Wave mit abwechselnd Gitarren (Bass und Lead) zweier Musiker aus Portugal ... die kenne ich noch nicht. Eine Sängerin, ihr männlicher Begleiter an den Synths ... interessant ist hier seine Gitarre - "headless" und kompakter Korpus. Ich stehe an meinem Stammplatz vor der Bühne, meinen Sitzplatz, mein "bestuhltes Konzert" mußte ich aufgeben, um für die nächste Flasche Wasser an die Bar zu wandern ... dabei habe ich extra die "Sitzschuhe" mit den hohen Stilettos (verdammtes Kopfsteinpflaster) nicht ohne Grund ausgewählt, um mich dazu zu zwingen, nicht übermäßig zu tanzen und immer nach einer Gelegenheit zum Ausruhen zu suchen (für meine Operationsnähte da unten) ... bis hierhin noch ein guter Vorsatz.

Die dritte Band - ein Solokünstler an seinem Synthesizer-Tisch - extrem gut, harte Beats, ein Strobogewitter, ich fühle mich wieder wie in meinem "Phantasie-Beton-Club" - und ich habe wieder den Barhocker ergattern können. Leider auch hier keine Zugabe, die DJs fangen danach an, aufzulegen. Wie in den zwei Konzertpausen zuvor, mache ich auch ein paar Abstecher über den Innenhof des Werk 2 in die andere Halle und die Tanzfläche dort, aber mein Ziel ist, wieder zurück, die Tanzfläche in der kleinen Halle mit dem DJ-Team, das genau die Sachen spielt, die ich hören will ... Synth, Wave, Minimal, Italo: "Oh ein Flyer mit einer Party auf der auch Hi-NRG gepielt wird? Den stecke ich ein, darauf stehe ich!" Die Tanzfläche bleibt noch die nächsten ein, zwei oder drei Stunden voll - nach meiner Berechnung müßten die Konzertauftritte so irgendwann zwischen 1 oder 2 Uhr die Nacht in die Disco-Phase übergegangen sein, haufenweise WGT-Besucher (und andere) fluten jetzt wieder die Aftershow-Parties. Egal ... in meinen Stilettos kann ich mich auf der heißen Tanzfläche sowieso nicht groß bewegen (mein wunderschönes Tiki-Kleid ... es zieht hier und da ein paar Blicke an).

Irgendwann später, ich sitze auf dem Barhocker an der Wand, meine Füße hochgelegt auf eine von diesen Tischkonstruktionen mit Sitzfunktion ... ich kann nicht mehr - aber die DJs legen ständig nach und hauen einen Hit nach dem anderen raus. Ich raffe mich trotzdem auf und bewege mich, minimal tanzend, zur Bar, meine letzten, zusammengekratzten Münzen in eine Flasche Wasser umtauschen. Wenig später ... die Schlange vor der Damentoilette reißt nicht ab, ich hole meine Lederjacke aus der Garderobe und hoffe, daß ich es noch noch bis zu meiner Wohnung durchhalte. Draußen vor dem Eingang und auf dem Innenhof des Festivalgeländes fängt auf dem Wolkenhimmel (und Nieselregen) leicht die Morgendämmerung an. Die paar Schritte zu Fuß zu meinem geparkten Auto wird es immer heller. Ich steige in mein Auto: "Ob ich das jetzt noch schaffe?" - ich kehre um, zu Fuß noch einmal zurück auf das Festivalgelände (verdammtes Kopfsteinpflaster - Stilettos!) und in die kleine Halle mit der Tanzfläche, die Warteschlange vor der Damentoilette durchziehen. (Was machen die da drinnen in der Kabine? Feiern die eine Party? Zu zweit, zu dritt, mit männlichem Partner? Hier stehen ein paar Ladys, die müssen ganz dringend mal!) Ich halte es erfolgreich zurück, bis ich an der Reihe bin, auf der Männertoilette nebenan waren auch alle Kabinen besetzt.

Wieder zurück zu meinem Auto, jetzt ist es wirklich taghell - und frisch, ich muß den Reißverschluß meiner Lederjacke bis ganz nach oben ziehen, kaum zu glauben, daß für den Montag wieder 30°C angekündigt waren. Ich spüre die Kälte an meinen nackten Unterschenkeln unter meinem Kleid - und die gequetschten und durchgetanzten Füße in meinen schwarzen Pumps. Im Auto bekomme ich kaum meine anderen Sandaletten zum Fahren über die angeschwollenen und geschunden Füße gezogen. Zurück zu meiner Wohnung ... es ist 7 Uhr? (Angeblich sollen die DJs noch bis 10 Uhr den Vormittag aufgelegt haben ... Legendenbildung.)

[09.06.19 / 15:24] Sonnabend Mittag, meine Shakshuka ist mir mißlungen, zu wenig Chili, zu wenig arabische Gewürze, zu früh vom Herd genommen ... aber die Rührei-Tomaten-Paprika-Mischung schmeckt immer noch. Den ganzen Nachmittag vertrödele ich damit, ein Statusbildchen von meinen lackierten Fingernägeln und dem Festivalbändchen am Handgelenk für die sozialen Netzwerke auf meinem Smartphone zu machen. Erst den Abend widme ich mich meinem nächsten Kochrezept ... Pilzpfanne mit Kurkumareis? Oder Spanische Paella mit gelben Reis und Meeresfrüchten? Alles was ich in der Kaufhalle finden konnte, ist eine Packung Tigergarnelen, gekocht und geschält.

Eine Paprikaschote (könnten auch Tomaten sein) waschen und in Würfel schneiden, parallel ein Topf mit Wasser und Reis aufsetzen, mit gelbem Kurkuma-Pulver. Knoblauchzehe zerkleinern, Olivenöl in einer Pfanne mit Chilipulver, Knoblauch andünsten, Garnelen anbraten. Die Paprikawürfel mit dazu, Salz, Pfeffer, Gewürzmischung (in meinem Fall arabisch). Den fertig gekochten, gelben Reis mit in die Pfanne und alles, unter rühren, knusprig goldgelb anbraten. Ich werfe noch ein paar kleingeschnittene Tofuwürfel mit hinein, aber damit die knusprig braun werden, hätten die wohl schon früher mit in die Pfanne gemußt. (Beim Thai-Imbiß muß ich mich immer zwischen Tigergarnelen oder Tofu entscheiden, kann ich nicht beides haben? Interessanterweise ist die Paprikaschote eine gezüchtete "Tigerpaprika".) Nach ein paar Minuten alles von der Pfanne auf den Teller servieren.

20:30 Uhr den Abend, der Einlaß für heute auf das Festivalgelände ist erst ab 22 Uhr, die Konzerte fangen erst nach Mitternacht an. Zeit genug, um mich ausgehfertig zu machen (und parallel der Abwasch). Die gleiche Prozedur, wie den Abend zuvor - einzige Variation: das besondere Kleid des Abends. Tag Zwei meiner Modekollektion: das britisch-viktorianisch und spanisch angehauchte schwarze Spitzenkleid, kombiniert mit meinen viktorianischen Stiefeletten (würde ich auch das berüchtigte "Picknick" zu Pfingsten in Leipzig besuchen, wäre das die richtige Kombination - kein Fantasy- oder Cosplay-Kram ... na OK, ich sehe doch irgendwie aus wie "Missy" aus "Doctor Who"). Das Kleid ist doppellagig, mit Unterkleid und Spitzenbesatz über der Brust (und den Rücken), am Bund eng und nach unten hin, bis zu den Waden, in Falten "fluffig" auseinandergehend, mit Spitzenapplikation - halblange Ärmel. In Kombination mit meinen Stiefeletten, die ich in Wien anhatte, sieht es wirklich bezaubernd aus ... leider fehlt mir hier die Nylon-Strumpfhose und ich trage wieder die Baumwoll-Leggings. Mein Silberschmuck (die Kette, die Ohrhänger, der Ring), meine Lederjacke und ich bin bereit für die Nacht - zurück zu meinem Auto.

Das Festivalgelände in Connewitz erreiche ich kurz nach 22 Uhr, ein paar Besucher sind schon da. Die kleine Halle mit der Tanzfläche ist für den heutigen Abend aufwendig in Szene gesetzt, vor der Bühne wurde mit neongelben Klebeband ein perspektivisches Gitternetz auf den Boden geklebt - ich kann gar nicht die Streifen betreten - ich muß in dem Gitternetz einen Fuß nach dem anderen sorgfältig in jedes freie Feld setzen, laufe nur entlang der Linien ... aus Spaß? Oder doch meine "autistische Wesensart". Meine Lederjacke in der Garderobe abgeben (mein Kleid wirkt für sich allein), ein Getränk an der Bar, der DJ legt die ersten Minimal-Sachen auf - und ich bin wieder zurück auf der Tanzfläche: "Glowing in the dark again..." (Einer meiner Lieblingstitel.)

Ich bin nicht allein auf der Tanzfläche, es sind schon genug Gäste da, damit es nicht so einsam aussieht. Die zwei Stunden, bis die beiden Konzertauftritte anfangen, will ich zum Tanzen benutzen.

Ich laufe zwischen den beiden Hallen auf dem Innenhof umher, eine angenehme Anzahl an Gästen, nicht zu voll, nicht zu leer. In der großen Halle mit den Verkaufsständen und der zweiten Tanzfläche (die ich wegen der Akustik meide), durchsuche ich die Plattenkisten eines Labels ... vieles davon kenne ich gar nicht, alles neue Künstler aus dem Synth / Wave Bereich der letzten fünf bis zehn Jahre.

Wieder zurück an der kleinen Halle (Getränkestop an der Bar, Toilette usw.), ich lese eine Zeitschrift aus dem Regal mit den ganzen Flyern und Veranstaltungstips ... eine Zeitschrift für angehende Azubis, soll ich nochmal bei Null anfangen? (Tatsächlich sagt mir fast kein Ausbildungsberuf zu, die mit "IT" und "Technik" überblättere ich ganz schnell, nur das mit "Medien" könnte mich interessieren.) Ich blättere die ganze Zeitschrift durch, ein Besucher fragt mich, ob das die Halle für die Konzerte ist: "Ja, aber erst nach Mitternacht ... ist es schon soweit?" Tatsächlich fängt kurz darauf der erste Solokünstler an seinem Synthesizer-Tisch auf der Bühne an zu spielen, ich schiebe die Zeitschrift wieder zurück in das Gitter der Auslage.

Der erste Solo-Musiker, ich mag seinen Stil - "Disco Noir". Zusammen mit anderen ein oder zwei Musikern, bildet er eine Band aus Berlin, deren Alben in meinem Autoradio hoch und runter laufen. Hier muß er den Gesang selbst übernehmen ... mit einem Vocoder. Ich tanze auf meinem Stammplatz schräg rechts von der Bühne, im mittleren Teil (in unmittelbarer Nähe zu den Barhockern an der Wand, auf denen ich mich sonst immer hinsetze, wenn keine Konzerte sind und nur der DJ auflegt).

Bevor der zweite Solokünstler auf der Bühne seinen Auftritt hat (der aus den Niederlanden, den habe ich in Berlin letztes Jahr live gesehen), gehe ich nochmal zu dem Plattenstand in der anderen, großen Halle. Ein Plattenspieler habe ich zwar nicht, aber ich kenne da jemanden aus der Familie, der einen besitzt und auf dem ich das Vinyl auflegen könnte. Ich krame aus der Plattenkiste die zwei Scheiben mit den Alben der beiden "Mädels" aus Frankreich, die ich vor drei Wochen live in Dresden gesehen habe. Ich bin so konzentriert mit dem Durchsuchen der vier Kisten, daß ich fast die Konzertpause zwischen den beiden Auftritten in der anderen Halle vergesse. Mit einem neuen Beutel und den zwei gekauften Schallplatten laufe ich anschließend schnell zu meinem geparkten Auto um die Ecke, lege meinen Einkauf in den Kofferraum und bin zum ersten Titel des zweiten Auftrittes für diese Nacht wieder zurück in der Konzerthalle.

Ich bin wieder am Tanzen, vor mir im Publikum knutschen ein paar Lesben ... "Voll eklig!" Ich wechsele ein paar Schritte zur Seite und rufe in meinen Gedanken wieder dieses hübsche Bild zurück, wie ich damals in Berlin in einem Club gelandet bin ... kahle Betonwände, Strobolicht, EBM, nur hoch attraktive Männer, schweißgebadet mit nacktem Oberkörper oder einem engen, sexy Unterhemd (na gut ... in meiner Erinnerung verschiebt sich das alles etwas). Der Musiker jetzt, läßt seine elektronische Musik mit den harten Beats auch in einem Strobo-Inferno untergehen (auf den Visuals auf der Beamer-Leinwand im Hintergrund laufen übrigens ein paar Szenen aus "Metropolis"). Leider keine Zugabe ... das DJ-Team fängt nach dem Auftritt mit den ersten Titeln für die Nacht an, ich krame mein Smartphone aus meiner Handtasche - 2:15 Uhr, noch mindestens eine Stunde tanzen, die gesamte Szenerie auf mich wirken lassen, die entspannte - und doch aufgeheizte, knisternde Spannung einfangen.

Ein kurzer Blick auf die Tanzfläche in der anderen, großen Halle, ich laufe an dem Merchandise-Stand der Veranstalter vorbei. Hatte ich mich vor ein paar Tagen noch darüber "echauffiert", daß in dem Satz auf dem Flyer "No homophobia, no bi-, inter-, queerphobia!" das "trans-" fehlt (oder nicht mehr in die Zeile gepaßt hat), bemerke ich erfreut, daß noch eine zweite, korrigierte Version dieses Textauszugs existiert (aufgedruckt auf einem schwarzen Beutel). Kurz zu einem Titel auf der anderen Tanzfläche tanzen (beschissene Akustik) und wieder zurück in die andere, kleine Halle ... weitertanzen - zu dem DJ-Team (das genau die Musik auflegt, die ich gerne höre).

Eine Stunde später, ich sitze auf einem Tisch (oder so etwas in der Art) am Rande der Tanzfläche - die eine Operationsnaht macht sich bemerkbar: "au... au... au...", ich schleppe mich mit jedem Schritt nach draußen. Zeit, zu gehen. Mit dem Auto zurück in meine Wohnung, neue Vlieskompressen auflegen und alles mit Iod-Salbe eincremen.

[08.06.19 / 17:32] Freitag 12 Uhr, ich brauche etwas, um wieder in die Gänge zu kommen. In einem unbeobachteten Moment (ich hänge am Smartphone) brennt mein Shakshuka-Frühstück in der Pfanne auf dem Herd an (ist aber noch eßbar) - den nächsten Morgen gibt es die Paprika-Tomaten-Chili-Mischung wieder mit Rührei. Erst den frühen Nachmittag wechsele ich, nach einer Dusche, von meinem Morgenmantel in mein Alltagsschwarz (tatsächlich trage ich eine sehr bequeme schwarz-neongrüne Stoffhose mit Elefantenmuster).

Für den diesjährigen Kochmarathon habe ich noch eine Dose Nudeln aus Kichererbsenteig vom Vortag im Kühlschrank - diese will ich für die Füllung der Paprikaschote verwenden. Tomaten vierteln, Knoblauch in kleine Stücke schneiden (aus Rücksicht auf die Festivalbesucher nehme ich nur eine halbe Knoblauchzehe). Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Knoblauch und Chilipulver dazu, nach kurzer Zeit die Tomaten mit dazu, breitquetschen, Baharat-Gewürzpulver, etwas Salz und Pfeffer, danach die Nudeln mit in die Pfanne geben. Die Paprikaschote vorbereiten, Stiel mit Deckel entfernen, mit einem Löffel das Innere der Paprika mit der Tomaten-Nudel-Mischung und gewürfelten Tofu-Stückchen füllen. Den Backofen vorheizen, die Auflaufform einölen, alles aus der Pfanne hineingeben, die Paprikaschote in der Mitte plazieren. Bei 200°C Umluft etwa 30 Minuten überbacken lassen, wenn die Nudeln besonders knusprig werden sollen, dann länger. Aus der Auflaufform frisch aus dem Backofen servieren.

Später den Abend mache ich den Abwasch, meine Bedenken, daß meine frisch schwarz (tiefdunkelrot) lackierten Fingernägel in dem Spülwasser wieder verschwinden, sind unbegründet - der Nagellack hält. Die Zeit, in der die Pfanne und die Auflaufform in der Spüle einweichen, nutze ich, um (erneut) meine Beine zu rasieren. Ich will gegen 21 Uhr wieder zurück auf dem Festivalgelände im Werk 2 sein. Der erste Tag meiner Modekollektion: das schwarz-grüne Mini-Kleid mit Leopardenmuster.

Chanel, Kajal, Mascara, Lippenstift - alle Handgriffe sind eingeübt - die Baumwoll-Leggings, schwarze Unterwäsche (kein Unterhemd) und mein neuer Lieblings-BH mit dem schwarz-grünen Blumenmuster (er trägt sich wirklich wunderbar, ich merke ihn kaum - kein Push-up - die 80-Euro-Investition war es wert). Das Leo-Kleid, die Stiefeletten mit den kubanischen Absätzen und meine schwarze Lederjacke. Kurz nach 21 Uhr bin ich ausgehfertig und verlasse meine Wohnung, es ist sogar noch so sonnig und hell, daß ich mein Outfit noch mit meiner großen, schwarzen Sonnenbrille perfektionieren kann. In meinem Roadster mit offenen Verdeck und lauter Musik ("Gary Numan", wenn es interessiert) im Haifischmodus auf der Straße herumräubern, in Richtung Süden von Leipzig.

Connewitz, Werk 2, der Freitag mit den Konzerten auf dem kleinen Festival. Ich parke mein Auto wie gewohnt in der Nebenstraße und erreiche wenig später zu Fuß das Festivalgelände ... noch sind nicht so viele Besucher da. Ich hole mir ein Getränk an der Bar in der kleinen Halle, der DJ legt einen von meinen Lieblingssongs auf: "I want to be, in a tree, watching you, watching trees..." Ziemlich textsicher ziehe ich meine Kreise auf der verlassenen Tanzfläche, außer dem DJ und mir ist wirklich niemand da. Nach und nach kommen die weiteren Gäste.

In der anderen, größeren Halle durchstöbere ich die Verkaufsstände, ein Kleid in grau-weißen Leopardmuster gefällt mir besonders - aber soviel Bargeld, wie auf dem Etikett steht, habe ich nicht dabei ... und außerdem zweifle ich daran, ob ich in die S/M noch hineinpasse. Am gegenüberliegenden Merchandise-Stand der Festivalbetreiber kaufe ich mir nur einen kleinen Button für meine Punkerkutte. Leopard ... als ich die Halle auf dem Weg nach draußen zum Innenhof wieder verlasse, fällt mir an dem zunehmenden Besucherstrom die hohe Leopardendichte an den Kleidern der weiblichen Gäste auf ... vielleicht hätte ich doch "Zebra" tragen sollen.

Zurück in der kleinen Konzerthalle, die Deathrock-Bands für den Abend ... juhu, ein bestuhltes Konzert! Die ersten beiden Bands, eine, die ich aus Frankreich vermutet hätte und eine - in der Szene sehr bekannte - Leipziger Band beobachte ich von meinem Sitzplatz auf einen Barhocker in der Ecke aus. Netterweise steht niemand vor mir und ich habe den vollen Blick auf die Bühne (meine frischen Operationsnarben da unten werden es mir danken). Zwischen der zweiten und der dritten Band stehe ich dann doch mal auf und laufe rüber zu der anderen Halle mit der Tanzfläche, für diese Nacht oder den späten Abend sind auf dem Flyer ein paar "Drag-Performances" angekündigt. Noch tut sich nichts, zurück zu der Halle mit den Konzerten.

Die dritte Band, die belgischen Joy Division, von der Ur-Besetzung aus den 80ern ist wahrscheinlich nur noch der eine Gitarrist übrig (er sieht auch viel älter aus, als die anderen Musiker auf der Bühne). Ein stimmungsvoller Auftritt vor vollem Publikum (noch mehr Besucher), zwei Zugaben, ein paar mir bekannte, uralte Titel von der ersten Platte, ein Joy Division Cover ... 2 Uhr die Nacht, keine weiteren Zugaben mehr (die letzte Zugabe habe ich schon gar nicht mehr bis zum Schluß durchgehalten und stehe schon wieder an der Bar). Nach dem Auftritt zurück zu der anderen Halle, wahrscheinlich die letzte Drag-Performance bekomme ich noch mit, dann ist Schluß und auf beiden Tanzflächen in den beiden Hallen legen die DJs auf.

Soweit bis hierhin ... das Festivalgelände ist mittlerweile übervoll, die ganzen Besucher von dem großen Gothic-Treffen in Leipzig sind auf der Suche nach Aftershow-Parties und fluten die beiden Hallen. Ich finde mich wenig später zurückgedrängt außerhalb des Festivalgeländes vor dem Eingang und auf der Straße wieder - um einer Panikattacke zu entgehen (ich spüre, wenn ich mich unwohl fühle) mußte ich da einfach weg. Minutenlang stehe ich wieder vor dem Einlaß ... besser wird es nicht, die vielen Menschen verschwinden nicht von einfach alleine - außer ich mache die Augen zu. Ich krame meine Sonnenbrille aus der Handtasche, hilft das vielleicht, wenn ich die aufsetze? Meine Angst vor zu vielen Menschen ist nicht echt und eingebildet - zurück auf das Festivalgelände in den Innenhof, ich springe von Blase zu Blase und erreiche wenig später wieder die große Halle mit der Tanzfläche.

Die Musik gefällt mir nicht (kann aber auch an der Akustik der großen Halle im Werk 2 liegen), wieder zurück durch die Menschenmengen in die andere Halle (meine eingebildete Angst hat sich wieder verflogen), ein paar angespielte Titel, Post Punk, gitarrenlastig - aber so richtig in Stimmung komme ich nicht mehr. Schade ... ich wollte doch unbedingt noch einmal in meinem schwarz-grünen Leopardenkleidchen auf der Tanzfläche tanzen. Zu viele Menschen, 3:15 Uhr auf meinem Telefon aus der Handtasche gekramt und und ich bin wieder zurück auf dem Weg zu meinem geparkten Auto nach draußen. Zurück zu meiner Wohnung (und ein schöner Parkplatz vor meinem Hauseingang).

[07.06.19 / 16:24] Das Gothic-Wochenende zu Pfingsten in Leipzig - ich bin den Donnerstag schon in meiner Zweitwohnung, mit dabei: mein Plan, was ich alles das Wochenende noch kochen will. Gegen 19 Uhr den Abend komme ich mit dem schweren Einkaufsbeutel (und ein paar Flaschen Wasser) wieder zurück aus der Kaufhalle in der Nähe meiner Wohnung. Mühsam schleppe ich alles die Treppen hoch in das Dachgeschoß ... war das vielleicht doch keine so gute Idee, nur eine Woche nach der Operation das Festival zu besuchen? Die Nähte sind noch nicht ganz abgeheilt, Wundsekret drückt in die Kompressen, eingeklemmt in meiner sexy schwarzen Unterwäsche. Wenigstens die müffelnde Iod-Salbe schmiere ich mir nur vor dem zu Bett gehen auf. Ich verstaue meinen Einkauf und mache mich für die Nacht ausgehfertig in meinem Badezimmer.

Beine rasieren - Vlieskompressen wechseln - Unterwäsche anziehen, Kontaktlinsen, Make-up, Kajal und Lippenstift. Auf das Parfüm verzichte ich zuerst, das kommt mit dem Mascara die nächsten Tage (Deo muß reichen). Vor meinem Kleiderschrank ... eigentlich wollte ich die Tunika von dem letzten Wochenende noch einmal auftragen - aber sie ist nicht kombinierbar mit dem schwarzen Lederrock (weil zu lang). Und wo ist überhaupt meine schwarze Nylon-Strumpfhose? [Anm. d. Verfasserin: Ich besitze gar keine, ich habe nur halterlose Strümpfe, meine Erinnerung täuscht mich hier.] Ich krame ewig in dem Unterwäsche-Schubfach und entscheide mich dann für die blickdichte, schwarze Baumwoll-Leggings. Die Tunika hänge ich zurück, unter dem bis zur Taille reichenden Rock trage ich nur ein schwarzes Spaghettiträgertop, zusammen mit dem immer noch nach Chanel duftenden schwarzen Kapuzenpullover und der der Lederjacke, sowie den Pikes-Stiefeletten, steht mein Outfit für diese Nacht. Jetzt nur noch schnell den Silberschmuck anlegen, das Festivalticket und den ganzen anderen Kram in die Handtasche werfen und ich bin raus aus meiner Wohnung. 22 Uhr, ich rangiere mein Auto aus der viel zu engen Parklücke vor dem Hauseingang (ich parke grundsätzlich immer "französisch" ein, bis das Auto vor mir oder das hinter mir wackelt ... nur schnell weg, bevor es einer merkt) und fahre den Abend weiter in Richtung Connewitz - das "Gothic Pogo Festival" im Werk 2.

Etwas Parkplatzsuche und ich stehe wenig später, so gegen 23 Uhr an der Kasse am Eingang und tausche mein Papierticket gegen das Festivalbändchen um meinen rechten Arm ... in schwarz-purpur, das kleine Festival hat definitiv die hübscheren Bändchenfarben, als das große "Treffen". Es sind noch nicht so viele Menschen da, aber die kleine Halle füllt sich nach und nach. Die DJs wechseln, der aufgelegte Musikstil ist "erfrischend belebend", ein paar Klassiker - und ein paar mir vollkommen unbekannte Sachen. Ich bestelle eine Cola an der Bar und schaue mir wenig später die eigens aufgebaute "Galerie" (auf dem Weg zu den Toiletten) mit den ganzen Flyern und Konzertplakaten der letzten Jahre an ... es gibt eine DIY-Gothic-Veranstaltung in Tel Aviv? So viele Flyer und ich war nirgends dabei.

Weiter die kurze Disco-Nacht, meinen Kapuzenpullover habe ich wieder platzsparend in meiner Handtasche verstaut. Umherlaufen, Flyer sammeln, Gesichter absuchen, an der Tanzfläche stehen und danach einen frei gewordenen Barhocker (in der dunkelsten Ecke) besetzen ... ich traue mich noch nicht, zu tanzen. Wenig später, irgendwann zwischen 2 und 3 Uhr - ich tanze doch! Keine Schmerzen, das müssen die Nähte im Schritt jetzt aushalten. Wenigstens trage ich keine einengende Hose (und schon gar nicht meine superenge Kunstlederleggings), für die nächsten vier Tage habe ich schon meine Kollektion an vier Kleidern ausgesucht. 3 Uhr die Nacht, ein Blick auf mein Telefon, länger wollte ich für den ersten Abend sowieso nicht bleiben. Zurück zu meinem Auto, zurück in meine Wohnung, im Badezimmer Make-up entfernen - Iod-Salbe auf die Nähte in der Leistengegend auftragen (mit frischen Kompressen abdecken) - und ins Bett legen und schlafen.

[31.05.19 / 15:35] Der dritte und letzte Tag nach der Korrekturoperation. Halb Acht Uhr morgens, der Katheter wird bei der frühen Visite gezogen, ich schaue mir genau an, wie ich danach wieder den Verband mit den drei Kompressen für die nächsten Tage legen muß. Danach den späten Vormittag (nach dem Frühstück und endlich wieder richtig duschen) etwas Zeit auf der Sonnenterrasse der Klinik verbringen (befreit von dem Urinbeutel) und auf meine Abholung warten.

Kurz vor 12 Uhr mittags kann ich das kleine Klinikgebäude / die Villa in Potsdam wieder mit meinem ganzen Gepäck verlassen, die große Tragetasche, meine Lederjacke über den Arm, mit Flipflops und der leichten Stoffhose, meine Wildleder-Pikes in der einen und den Entlassungsbrief in der anderen Hand (die große, schwarze Sonnenbrille habe ich abgenommen). Auf der Autobahn zurück zu meinem Erstwohnsitz ... in der Gegend, in der ich ernsthaft überlege, ob ich nicht endlich mal aus diesem "faschistischen" Dreckskaff (die Europawahl den Sonntag vor meiner Aufnahme in der Klinik) wegziehe, weg zur "Insel" Leipzig (mein Zweitwohnsitz).

(Eigentlich hatte ich geplant, den nächsten Tag gleich wieder zurück nach Berlin zu fahren, für ein restlos ausverkauftes Konzert - aber bei dem Anblick der noch etwas blutigen Nähte, auf Zug genäht in meiner Leistengegend, das eine Pflaster ist beim Duschen schon abgefallen - bleibe ich doch lieber zu Hause, das Konzertticket habe ich sowieso auf Risiko gekauft, da wußte ich den OP-Termin noch nicht.)

[30.05.19 / 19:49] Der zweite Tag nach der Korrekturoperation - 10 Uhr den Vormittag, endlich die lang erwartete Visite des Dr. Bauquis. Er hat die Harnröhre korrigiert (deshalb der Katheter), sie läuft jetzt anatomisch korrekt in die richtige Richtung. Auch die Schamlippen wurden korrigiert, ich habe jetzt kleine Schamlippen (ich bin gespannt, wann ich den ersten Blick darauf werfen kann). Ich habe möglicherweise etwas mehr minimale Tiefe - aber viel Hoffnung muß ich mir dabei nicht machen, aufgrund meines dünnwandigen "Problemdarms" (das Endstück) sieht er davon ab, an der Stelle zu operieren (also auch keine Tamponade da unten). Will ich wirklich mehr Tiefe, geht das nur noch über eine komplexe Darmoperation mit Öffnung des Bauchraums. Mit dem vorsichtigen Bougieren soll ich noch zwei Wochen warten, die Fäden lösen sich irgendwann von alleine auf (ich kann sie auch von meiner Hausärztin oder meiner Frauenärztin kürzen lassen). Der Urinkatheter bleibt noch über die nächste Nacht dran und wird erst morgen entfernt - und dann werde ich auch (wenn alles gut läuft) entlassen. Tiefe gleich Null - aber es sieht jetzt noch schöner aus als vorher.

Ansonsten passiert den Tag nicht viel, nur Langeweile ... wie habe ich das letztes Jahr nur so lange ausgehalten? (Durch eine Tagesstruktur.)

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Kommentar:

[05.12.22 / 17:34] Daniele1992: Hallo Morgana

Mail ist heute rausgegangen

LG Daniele

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße

Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße

Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg

Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,

vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.

Herzlich

Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.

Herzlich

Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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