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Shoe Unboxing - Made in ?

[04.11.19 / 18:31] Shoe Unboxing - Made in ? Nach Recherche in der Datenbank für Registered Trademarks, eine Eigenmarke eines deutschen Schuhgroßhändlers mit Lieferung an diverse Onlineshops und Schuhläden in ganz Deutschland. Im Idealfall wurde der Schuh auch in Europa hergestellt (wie der italienische Name vermuten läßt). Die schwarzen 3/4-Stiefeletten aus Glattleder mit Maserung füllen die Lücke zwischen meinem Paar hohe Stiefel aus Velourleder und meinen ganzen anderen Stiefeletten.

[31.10.19 / 22:08] Die alljährliche Halloween-Party zu Leipzig - ich probiere den Abend ein paar Kombinationen aus meinem Kleiderschrank an, das karierte Wollröckchen mit beigefarbenen Cardigan? Zusammen mit den schweren Schnürstiefeln und meine Brille? Oder doch lieber "Rocky-Horror-Picture-Style-mäßig"? Ich wähle letzteres ... meine enge schwarze Kunstlederleggings zusammen mit dem schwarzen, tunikalangen Häkeltop - mit viel Blick auf meinen sündhaft teuren BH mit schwarz-weiß-grünem Blumenmuster (Slip entsprechend, aber den sieht ja keiner). Silberschmuck, der Spinnen-Anhänger (passend für diese spezielle, gruselige Nacht), die Ohrhänger und der Ring der letzten Wochenenden. Pikes-Stiefeletten, Kapuzenpullover, Lederjacke, dick aufgetragener, schwarzer Lidstrich und Mascara - und ich bin bereit für die Nacht. Gegen 22 Uhr verlasse ich meine Wohnung und fahre durch den tiefsten Nebel in Richtung Innenstadt (kurzer Stop am Geldautomaten am Hauptbahnhof) und weiter in meinen Lieblings-Anarcho-Club in Plagwitz ... die Adresse der Halloween-Party wird geheim gehalten - aber in dem Club war sie die letzten Jahre auch, so auch diesmal. Die Stimme der Navigationssoftware leitet mich durch den Nebel: "Straight ahead for one kilometer."
Eine dreiviertel Stunde später, ich parke mein Auto wie gewohnt in der Seitenstraße und laufe die bestimmt finsterste Gasse von ganz Leipzig zum Eingang des Clubs, die Musik höre ich schon ein paar Meter entfernt - ich bin richtig. Eintritt an der Abendkasse, Flyer einsammeln, Clubrunde, Himbeerbrause an der Bar. Eine Garderobe gibt es hier nicht, ich lasse meine Jacke und den Pullover noch an - die Besonderheit dieses Clubs liegt in dem riesigen, befeuerten Ofen neben der Tanzfläche. Mit Zunahme der Besucher steigt auch die Temperatur in dem Club, die Tanzfläche unten und die zweite oben.
Die ersten Besucher sind szenetypisch gekleidet: Gothic, Batcave, Post Punk, Deathrock. Beide Tanzflächen haben noch einmal die Dekoration von dem Festival Pfingsten ein halbes Jahr zuvor. Auf der Tanzfläche oben läuft Minimal, Wave, Elektronisches, altes und neues, ich tanze ein paar Titel am Anfang - aber mich zieht es immer wieder die Treppe runter zu der anderen Tanzfläche ... Punk? Horror Punk? Vielleicht sogar Deathrock? Innerhalb kürzester Zeit wird fast die Hälfte der Buttons an meiner Punkerkutte abgedeckt. Ich tanze, singe die Texte mit, stehe manchmal am Rand, hole ein, zwei Getränke an der Bar, drehe ein paar Clubrunden (keine bekannten Gesichter) - es wird richtig voll.
Meinen Kapuzenpullover habe ich schon längst in meiner Handtasche eingerollt, die Lederjacke liegt spätestens gegen 2 oder 3 Uhr nachts neben meiner Handtasche irgendwo in der Ecke in der Nähe der Tanzfläche ... ich tanze allein in meinem sexy Lingerie-Outfit. Zweimal verbrenne ich meinen linken Arm in der Menge an einer Zigarette, zwei- oder dreimal tritt mir jemand auf die Füße - alle entschuldigen sich, sind super nett ... also an Kontaktgelegenheiten mangelt es mir nicht. Zwei Frauen tanzen kurz mit mir ... ich hatte schon den Gedanken, diese Nacht mal ein Gespräch anzufangen: Na Kleine, magst du nachher noch einen Kaffee mit mir trinken gehen? Natürlich entkoffeiniert? Aber in der Situation, wo wirklich mal eine Frau mich ansieht (oder sogar anspricht!) bin ich so perplex und weiß gar nicht, wie ich damit umgehen soll (aber ich hatte doch bis hierhin nur was mit Männern). So schnell diese Situationen für einen Moment entstehen, so schnell sind sie auch wieder vorbei - und ich tanze weiter (keine Halloween-Party ohne DEVO).
Irgendwann so nach ... 4:30 Uhr, mir ist gar nicht bewußt, daß es schon so spät geworden ist. Ich merke es vielleicht daran, daß ich mich nur noch auf die Tanzfläche schleppe, wahlweise die im Obergeschoß oder die untere (auf beiden werden ein paar Minimal Wave Songs gespielt) ... ich schwanke aber nur noch hin und her. Als ich den Blick auf die Uhr auf meinem Telefon in meiner Handtasche riskiere und so leicht wahrnehme, daß es nicht mehr ganz so voll in dem Club ist, beschließe ich auch zu gehen. Ich reiße mich von dem letzten angespielten Titel los (einer meiner Lieblingssongs, rares 80er-Underground-Material), ziehe wieder meinen Kapuzenpullover und meine Lederjacke über und laufe in die eiskalte, sternenklare und doch neblige Nacht durch den Ausgang nach draußen. An meinem Auto ist jetzt weniger angefrorener Nebeldunst auf dem Verdeck wie noch einige Stunden zuvor vor der Hinfahrt (es muß kalt sein). Durch die Straßen von Leipzig wieder zurück zu meiner Wohnung.
Mein optimaler Parkplatz vor dem Weg zum Hauseingang ist zwischenzeitlich natürlich wieder belegt, ich zwänge mich in Millimeterarbeit in eine viel zu enge Parklücke ein paar 50 Meter weiter - mit "Kontakt" (wie ich das immer mache). 10 Zentimeter hinten, 40 Zentimeter vorne (bevor das einer mitkriegt, bin ich den Sonntag Mittag schon wieder weg ... keine Kratzer oder Beulen).
Vor dem Badezimmerspiegel das Augen-Make-up entfernen (das letzte Kosmetiktuch in der Packung nochmal anfeuchten), die schwarzen Sachen über einen Kleiderbügel hängen, bzw. auf meinem Sofa ablegen - das kommt jetzt alles in die Wäsche, es war ein Raucherklub. Die Haare feucht durchkämmen, bis das verbliebene Chanel-Parfüm den restlichen Nikotingeruch überdeckt und anschließend ins Bett fallen. Ich bin so kaputt vom vielen Tanzen, daß ich sofort einschlafe. Gedankenspiele - was wäre, wenn ich nicht doch die Nacht eine Frau kennengelernt hätte, mit Überraschungen: Oh ... das ist gar kein Push-up-BH und ... oh, ich sehe ja untenrum aus wie du! - verschwinden wieder in wenigen Sekunden.

Sonntag Vormittag, 10:15 Uhr (ich sollte mein Telefon nicht neben dem Bett liegen lassen) ... wenn ich um 5:30 Uhr ins Bett gefallen bin, waren das nicht mal fünf Stunden Schlaf. Ich habe die Tablette irgendwann nach Mitternacht in dem Club eingeworfen, das über meine Dachgeschoßfenster einfallende Sonnenlicht mit dem strahlend blauen Himmel wirft mich aus meinem Bett. Kopfschmerzen noch den ganzen Tag - aber ich muß raus und alles für meinen bevorstehenden Wochenendtrip nach Erfurt zusammenpacken und vorbereiten. Das schwarze Wollkleid (das ich schon letztes Jahr in Hamburg anhatte) und die Doc Martens, für die ich mich die letzte Nacht nicht entschieden habe - und meinen Kajal wiederfinden (er war ganz unten in meiner Waschtasche). Mal sehen, wie das kommende Wochenende wird, ich fahre da nur zum Einkaufen hin ... Schuhe.

[27.10.19 / 21:21] Noch ein Sonnabend Abend ... derselbe Club, dasselbe Outfit - wo ist eigentlich mein Kajal? (In meiner Erstwohnung liegen gelassen, etwas schwarzer Mascara am Lidstrichpinsel funktioniert auch.) Den Abend sind zwei Konzerte in Leipzig, ich habe keine Eintrittskarte aus dem Vorverkauf - ich versuche es einfach so, je nachdem, wo ich noch reinkomme. Über das Internet erfahre ich, daß das eine größere Konzert mit drei Bands in Connewitz schon ausverkauft ist - den Weg dahin kann ich mir also sparen - ich probiere es bei dem kleinen Konzert südlich der Innenstadt. Eine kleine Bar, Einlaß ist 18 Uhr, Konzertbeginn gegen 19 Uhr.
Als ich mit der Straßenbahn die Gegend erreiche und die Straße mit der Bar gefunden habe, sehe ich, daß nicht so viele schwarz gekleidete Besucher gekommen sind. Meine Befürchtung, daß ich diesen Abend nirgendwo reingelassen werde, war also unbegründet. Eine gepflegte Weinstube (und andere Spirituosen) und ein kleiner Keller. Ein Künstler diesen Abend an seinem Synthesizer-Tisch. Noch eine Cola an der Theke und der kleine (Wein-)Keller füllt sich mit einer handvoll Menschen, die ersten Töne werden angeschlagen.
Ich stehe in zweiter Reihe und beobachte das beginnende Konzert sehr genau, die Handgriffe des Musikers an seinen Geräten, das Mischpult mit dem Echoeffekt (wahrscheinlich), die in einer kurzen Sequenz am Synthesizer gespielten Noten, seine Bewegungen ... nicht wenige Stunden zuvor, bis 1 Uhr nachts, stand ich genauso vor meinem Synthesizer-Tisch und habe die "Killer-Bassline" für meinen neuen Song eingespielt. Sein Set geht schon in Richtung EBM, mein Set ist ein obskurer Hi-NRG-EBM-Italo-Disco-Mischmasch ("Straight to the floor" für die Tanzfläche produziert). Drei Zugaben von ihm und seine Performance ist gegen 20 Uhr schon wieder zu Ende.
Der Club in der Nähe mit der ursprünglich als Doppelveranstaltung geplanten Aftershow-Party macht erst um 22 Uhr auf. Ich muß die Zeit bis dahin überbrücken. Die erste Stunde sitze ich in einer Pizzeria um die Ecke, die zweite Stunde bin ich wieder in der Bar, bestelle eine zweite Cola, tanze einen Titel im zur Disko umfunktionierten Keller und laufe dann anschließend zu dem größeren Club ein paar Straßenzüge weiter, der vom letzten Wochenende. 22 Uhr und ein paar wenige Minuten - ich bin überpünktlich am Einlaß ... wieder freier Eintritt bis 23 Uhr oder Mitternacht (oder die Kasse war noch gar nicht besetzt, ich laufe einfach durch).
Das Licht in der oberen Bar wird erst gedimmt, als ich meine erste Flasche Wasser für den einen "Garderoben-Euro" bestelle, ich bin wirklich der erste Gast und darf die saubere Toilette als erste benutzen: Juhu! Erstbenutzung! Dafür, daß diese Nacht die Bar oben geöffnet ist, wird die zweite Tanzfläche unten im Keller und die andere kleine Bar gesperrt. Nur die große Tanzfläche ist eröffnet. Ich mache es mir auf dem schwarzen Ledersofa bequem ... mich entspannt durch die Plattensammlung hören. Diese Nacht wird von den DJs nur Vinyl aufgelegt.
Es dauert eine Weile, bis die ersten anderen Gäste kommen und mich aus meinem psychedelischen Trip reißen, wie ich auf dem Sofa liegend den Schein der Lichtampel mit dem Stroboeffekt durch den aufsteigenden Nebel beobachte, bei hypnotischen Beats. Nach und nach kommen weitere Gäste dazu, nicht viele, aber für die Tanzfläche mehr als letztes Wochenende. Ich raffe mich von dem Sofa auf und fange an, die ersten Titel zu tanzen ... Cold Wave, Post Punk - was die Plattensammlung so hergibt.
1:30 Uhr, eine zweite Flasche Koffein- und alkoholfreie Brause ... wie lange ich wohl noch bleibe? Diese Nacht ist die Zeitumstellung von Sommer auf Winter, ich könnte eine Stunde mehr tanzen - oder gehen und eine Stunde mehr schlafen. Tatsächlich bin ich den ganzen Abend schon etwas müde. Die nächsten Titel auf der Tanzfläche wechsele ich mich ab mit tanzen, am Rand stehen, auf meinem Barhocker sitzen ... der Typ da drüben hat sich wirklich eine hübsche Freundin geangelt, so lang waren meine Haare (fast) auch mal.
"2:35 Uhr", Blick auf die Zeitanzeige auf meinem Telefon ... wenig später, ich krame erneut in meiner Handtasche, "2:05 Uhr". OK ... von den nicht allzu vielen Gästen ist die Hälfte schon wieder weg, ich hole meine Jacke und meinen Kapuzenpullover an der Garderobe/Bar ab und beschließe auch zu gehen. Den Abend zuvor in der Bar hatte ich noch überlegt, ob ich mit der Straßenbahn kurz zurück zu meiner Wohnung fahre und mein Auto hole - ich wollte aber den perfekten Parkplatz vor dem Mietshaus nicht aufgeben - also muß ich diese Nacht eben mit Bus, Straßenbahn, oder Taxi zurückfinden.
Eine Straßenbahn fährt nicht um diese Zeit, der Nachtbus ist in dem "Bermudadreieck" der doppelten Stunde auf mysteriöserweise verschollen - ich laufe den Weg zu Fuß durch die Nacht in Richtung Hauptbahnhof. Vorbei an den Arkaden im Innenstadtzentrum (genau denselben Weg bin ich vor exakt 15 Jahren schon gelaufen, meine "erste" Nacht als Frau draußen in Leipzig, mit Ausgehen in einen Club), vorbei an der Oper. Hier stehen zwar auch viele Taxis, aber die werden von Gästen in prunkvollen Abendkleidern belagert (Leipziger Opernball?). Weiter zum Hauptbahnhof ... mysteriöse Angaben an der Anzeigetafel, der Nachtbus steht zur Abfahrt bereit - aber weit und breit ist kein Bus zu sehen, der nächste fährt erst in zweieinhalb Stunden. Mit einem wartenden Taxi innerhalb weniger Minuten zurück zu meiner Wohnung ... Fahrpreis 10 Euro, das wäre auch etwa der Betrag, den ich an der Abendkasse vor dem Club gespart hätte.
Kurz nach 3 Uhr nochwas, wieder zurück in meiner Wohnung, das Übliche ... vor dem Badezimmerspiegel Make-up entfernen, mein schwarzes Spitzenkleid an den Schrank hängen, meine Stiefel beiseite räumen, ins Bett fallen. Gedanken ... hätte ich meinem - jetzt wirklich - Ex-Freund eine Nachricht schreiben können? (Weil ich mich einsam fühle?) Er hätte die Nacht nicht darauf geantwortet, höchstens vielleicht ein "Hi are you at your flat?" den Sonntag Mittag - und dann wäre er wieder sturzbetrunken aufgetaucht, hätte mich in mein Bett gezerrt für einen Blow Job, und wäre danach wieder verschwunden. Ich bin und war für ihn nicht mehr als ein immer sofort verfügbarer Porno.
Mit Tabletten acht Stunden schlafen und das Gedankenkarussell dreht sich den Sonntag Mittag weiter ... dieser heftige Schlag gegen meine Wohnungstür, die (mittlerweile reparierte) Haustür hatte er mit brutaler Gewalt aufgebrochen, hat sich dagegen geworfen und das gleiche auch mit meiner Wohnungstür versucht ... aber die war zu schwer. Dieses Aggressionspotential, hätte ich ihm die Tür geöffnet, hätte er es geschafft - ich bin mir sicher, ich hätte noch mehr von seiner Gewalt abbekommen. Er muß auf Drogen gewesen sein, nur so kann ich mir das erklären.
Keine weiteren Nachrichten von ihm, kein "Sorry", kein: Tut mir leid, ich mach das alles wieder gut, aber ich liebe dich doch! Nichts. Er wird sich auch an nichts erinnern können. Ich bin nur Porno. (Ein zwiespältiges Gefühl, zwischen Angst vor ihm und ihn vermissen.)

12 oder 13 Wochen, 3 Monate später und die Bilder, das Geschehene, gehen mir immer noch nicht aus dem Kopf.

[20.10.19 / 23:54] Sonnabend Abend, Einlaß in dem Club östlich der Innenstadt ist erst ab 22 oder 23 Uhr - Zeit genug, mich in meiner Wohnung vor dem Badezimmerspiegel vorzubereiten. Das schwarze Augen-Make-up sitzt mit ein paar Handbewegungen, zwei Sprühstoße Chanel kopfüber auf den Nacken und den frisch gekämmten Haaren. Das Outfit für die Nacht in der Gothic-Disko ist schon tagelang in Gedanken vorgeplant - mein schwarzes Spitzenkleid aus Wien und meine "Missy-aus-Doctor-Who-Stiefeletten". Silberschmuck? Mein Nietengürtel? Der metallisch glänzende, orientalische Münzgürtel? Ich probiere meine Kombinationen vor dem Ankleidespiegel neben meinem großen Kleiderschrank an. Der orientalische Gürtel sieht zwar bezaubernd aus, aber mit dem Spitzenbesatz an meinem Kleid ist das eine unglückliche Wahl ... der Gürtel bleibt ständig hängen und hakt irgendwo. Also doch mein Nietengürtel - ich brauche etwas, was auf der Tanzfläche funkelt. Die Silberkette lasse ich dieses Mal zu Hause und nehme dafür mein Ganesha-Anhänger (den ich mir auf Ibiza gekauft habe) an einer schwarzen Schnur. Einzig die silbernen Ohrhänger und der Ring aus Goa mit den grünen Steinen bilden den obligatorischen Gothic-Silberschmuck. Fertig angezogen mit Punkerkutte und Kapuzenpullover die paar Schritte draußen zu Fuß zu meinem geparkten Auto und weiter durch die Dunkelheit des Abends zu dem Club im Zentrum von Leipzig.
Ich parke mein Auto wie gewohnt in der Seitenstraße ... fast. Ich irre mich um ein paar hundert Meter und laufe erst in die falsche Richtung auf der Suche nach dem Club. Ein "Hallo" als ich um die Ecke gehe. Erst nach ein paar Schritten bleibe ich stehen und drehe mich um ... "Hallo?" Wer ist das, will er etwas von mir? Die Straßenlaternen sind gefühlt weit weg, sein dunkles Gesicht mit seiner dunklen Haut ist kaum zu erkennen - ein Afrikaner. Er versucht es auf Französisch, ich mit Englisch und Deutsch - er möchte meine Telefonnummer. Ich geb' doch nicht jedem Fremden auf der Straße meine Nummer! Er holt sein Telefon aus seiner Tasche, wechselt die Hände - mit den er gleichzeitig ein Hähnchenschenkel ißt ... es gleitet ihm unglücklich aus seinen Fingern und fällt runter. "Kaputt!" Das Wort, das wir beide sprechen und verstehen (das Display hat jetzt einen Knacks). Er findet mich sehr schön und versucht mich im Gesicht anzufassen - dieselbe Hand, mit der er auch den Hähnchenschenkel gehalten hat? "Bitte nicht anfassen!" Bestimmt und freundlich weise ich ihn zurück. "Ich muß dann mal jetzt weitergehen." Schnellen Schrittes entferne ich mich von ihm (und stelle jetzt erst fest, daß ich eigentlich in die falsche Richtung laufe). Es wird der einzige Mensch bleiben, mit dem ich diese Nacht eine kurze Kontaktaufnahme habe (irgendwie tut er mir ja doch schon leid, mit seinem jetzt kaputten Smartphone).
Weiter zum Eingang des Clubs (ich habe die richtige Straße in der Dunkelheit gefunden). Keine Ahnung, wie spät es ist, aber der Türsteher läßt mich ohne etwas zu zahlen rein: "Freier Eintritt bis 23 Uhr." (Schön für mich, Geld gespart.) Meine Jacke und meinen Kapuzenpullover unten an der Garderobe abgeben und ich erkunde den Club. Die Bar oben bleibt für die ganze Nacht gesperrt, nur die zwei Tanzflächen und die beiden Bars unten im Kellergewölbe sind diese Nacht offen. Ein Getränk an der Bar und ich mache es mir auf einem Barhocker in dem Raum mit der großen Tanzfläche bequem. Ich bin nur für den DJ gekommen, der für diese Nacht gebucht ist - und von dem ich weiß, daß er sehr interessante Sachen auflegt. Leider bleibt die große Tanzfläche in dem großen Keller eher dürftig besucht ... nicht viel los, diese Nacht.
Auf der anderen kleinen Tanzfläche in dem anderen Kellerraum - eine Ü40-Party? Gothic-Musik aus den 90ern? Die fand ich damals schon Scheiße. (Nach den "Sisters" und den "Fields" kam nichts mehr.) Ich bin nur hier, weil die Bar besser beleuchtet ist und ich immer mit dem Finger auf den Eisschrank zeigen kann: "Da, die eine Flasche da oben, mit dem Wasser." (Kein Koffein nach Mitternacht.) Zurück auf der großen Tanzfläche, viel Platz zum Tanzen.
2:30 Uhr, es wird kühl auf der Tanzfläche ... ungewohnt, ich hole meine Lederjacke aus der Garderobe ab und stopfe meinen Kapuzenpullover in meine Handtasche. Zusammen mit der Lederjacke und den Buttons gebe ich ein viel stimmigeres Bild ab, um vereinzelt zu ein paar Gothic- und Post-Punk-Songs zu tanzen ... immer im Wechsel mit am Rand der Tanzfläche stehen und auf "den einen" Song zu warten (aber eigentlich hat der DJ keine Ausfälle, seine Playlist ist makellos). Ich werde gelasert ... am Rande stehend, beobachte ich die tanzenden, roten Laserpunkte auf der Tanzfläche und dem sporadisch eingesprühten Nebel. Mehr passiert auch nicht ... einfach nur (ungestört) gute Musik hören.
Gegen 3:30 Uhr - ich hatte mich schon auf das schwarze Ledersofa niedergelassen, als ich beschließe, noch die letzten Titel zu tanzen und danach zu gehen. Wirklich voll ist es die ganze Nacht nicht geworden, ich wurde auch von niemandem angequatscht - genauso, wie auch all die ganzen Diskonächte passiert sind, als ich noch (mehr oder weniger) als Mann unterwegs war. Nur als Frau ergaben sich ab und zu ein paar Kontaktgelegenheiten. Habe ich momentan wieder einen zu hohen Testosteronspiegel? (Doppelt so hoch wie meine weiblichen Hormone?) Sehe ich wieder aus, wie ein Mann? Im Kleid? In den letzten Wochen hatte ich immer wieder die Befürchtung, daß meine ganze Wandlung wieder rückwärts in die andere Richtung geht. Etwa eine Stunde später bin ich wieder zurück in meiner Wohnung, bevor ich vor dem Badezimmerspiegel mein Make-up entferne, werfe ich ein paar kritische Blicke in den Spiegel ... und sehe nur eine attraktive Frau.
5 Uhr nochwas, zurück ins Bett, ein paar Stunden bis zum Sonntag schlafen ... mit Tabletten. Ich muß unbedingt wieder runterkommen von meiner doppelten Dosis die letzten Tage. Ich habe einen furchtbaren Fehler gemacht - aus nicht näher genannten Gründen hatte ich die Angst, das meinem On-Off-Ex-Freund etwas zugestoßen sein könnte. "Are you still alive?" Meine Nachricht an ihn. Ich habe es provoziert ... seine Antwort, vor der ich mich schon die letzten zwei Monate fürchte: "Are you in Leipzig?" Ist die Nutte wieder verfügbar? In ihrer Bordellwohnung? Klar, die hat irgendwie einen Schaden - einfach fest zupacken und ordentlich durchvögeln, ob sie will oder nicht - scheißegal! Würde er nicht exakt genauso abwertend handeln, würde ich an mir zweifeln. Liebster, du bist bis an den einen Punkt im tiefsten Inneren meiner Seele gelangt, hast mit brutaler Gewalt alle Grenzen und Barrieren durchbrochen ... hast dich gegen meinen Willen körperlich in mich hineingezwängt, hast diesen einen Punkt berührt, den du niemals hättest treffen dürfen - den kein Mensch jemals hätte berühren dürfen! Diese eine Barriere, den intimsten Kern meiner Seele ... unausprechbar, nicht in Worte zu fassen. Du hast mich - mit deinem Akt der Vergewaltigung - daran zweifeln lassen, ob ich noch ... oder jemals wieder, eine Frau sein kann ... oder sein will. Ohne Psychopharmaka ist das kaum auszuhalten.

Sonntag Mittag, eine Dusche, ein paar schwarze Klamotten, ein Frühstück außer Haus - Kaffee und Croissants bei dem Konditor um die Ecke - und weiter mit der Straßenbahn in den Süden von Leipzig, nach Connewitz. Ein großer Musik- und Trödelmarkt. Ich weiß nicht, was mich dort erwarten wird - Musikinstrumente? (Brauche ich wirklich noch ein paar Bühnenmonitore für mein Heimstudio?) Ich packe nur meinen schwarzen Stoffbeutel in meine Handtasche - für Schallplatten. Als ich den kleinen Markt in der großen Halle des Werk 2 am Connewitzer Kreuz betrete, wird mir sehr schnell klar - das ist eigentlich auch nur eine reine Schallplatten- und CD-Börse ... mehr wollte ich auch gar nicht vorfinden. Ich stürze mich voller Vorfreude auf die ganzen Kisten mit den Musikalben, Singles und Maxis, arbeite mich systematisch im Uhrzeigersinn durch die ganzen Stände der Händler. Die CDs lasse ich unbeachtet, ich habe es nur auf die Schallplatten abgesehen. Punk, Wave, Achtziger ... hier zwei Schallplatten in meinen Beutel, und dort ziehe ich ein paar (ramponierte) Singles raus, schiebe sie aber wieder zurück: So toll fand ich die Band jetzt auch nicht. Bis zu dem letzten Stand des letzten Händlers wieder zurück in der Nähe des Ausgangs ... ich ziehe immer wieder ein paar obskure Raritäten aus den Plattenkisten: "Hi-NRG! ... Italo Disco! ... Wow!" Ich zähle mein Geld, die letzten Münzen, krame das Portemonnaie aus meiner Handtasche - es reicht bei weitem nicht! In eiligen Schritten laufe ich raus aus der Halle zu der Bank mit dem Geldautomaten in der Nähe und komme mit einem Bündel Scheine wieder zurück. Wahnsinnige zehn Schallplatten wechseln den Besitzer. Zusätzlich zu den anderen zwei von dem anderen Händler, habe ich meine Plattensammlung damit auf einen Schlag verdoppelt, wen nicht sogar verdreifacht! Zufrieden sitze ich danach den Nachmittag in der Straßenbahn und bringe meine Ausbeute zurück in meine Wohnung ... Noch ein paar Singles und 12"-Maxis mehr und ich könnte schon mein erstes Vinyl-Set auflegen! (All die Sachen, die ich als MP3-DJ viele Jahre zuvor nur mühsam aus dubiosen Sharehostern zusammenklauben mußte ... falls mal jemand seine Raritätensammlung digitalisiert in irgendeinem Blog irgendwo zur Verfügung gestellt hatte.)
Später den Nachmittag und den frühen Abend wieder zurück in der Innenstadt von Leipzig. Die Temperaturen an diesem Oktobertag sind sprunghaft ins Sommerliche angestiegen, ein blauer Himmel - Assoziation: Ich muß ein Eis essen! Der Eisverkauf an einem der beiden italienischen Restaurants in der Fußgängerzone hat sich schon vom Straßenverkauf in das Lokal verschoben ... wer rechnet schon damit, daß es den einen Sonntag noch mal so warm sein könnte. Viele Touristen und Besuchergruppen durchziehen die Leipziger Innenstadt, ich bin mit meiner Kugel Stracciatella-Eis in der Waffel auf der Suche nach dem Abendessen für diesen Tag - Italienisch? Indisch? Es gibt da noch dieses eine indische Restaurant etwas abseits der Menschenströme, in dem ich noch nie gegessen habe ... mal antesten.
Wie immer, ein Tisch für eine Person in dem Restaurant, der Kellner zeigt mir ein paar freie Tische, ich wähle den in der Ecke. Menükarte lesen ... Biryani und Ruti-Brot. "Kann ich davor noch einen Chai bestellen?" Der Kellner bringt mir den Gewürztee und wenig später das Essen. Er erkundet sich immer wieder, ob alles zu meiner Zufriedenheit ist ... er muß das tun, ich könnte sonst das gesamte Restaurant "verfluchen". (Ich mag meine Macht als "Hijara".) Ich bin wohlwollend und das Essen ist wirklich gut, selbst an dem Chai gab es nichts auszusetzen. Ich gebe noch etwas mehr Trinkgeld und verlasse hinterher den frühen Abend das Restaurant, auf dem Weg zurück zu meinem Auto in dem Parkhaus am Hauptbahnhof. Zurück auf der Autobahn zu meiner Erstwohnung - in der mein Plattenspieler steht (ich habe noch eine Menge Neugekauftes durchzuhören).

[13.10.19 / 18:34] Da sind Regentropfen auf meinem Visier ... fängt es die letzten paar Kilometer auf meiner Saisonabschlußfahrt tatsächlich noch an, zu regnen. Ich habe es geschafft - die 1000 Kilometer in einer Motorradsaison! (Für mich ist das sehr viel.) Ein paar Bikertreffen das Frühjahr und den Sommer, eine Harztour (die letzten Wochen) - erledigt. Motorrad abgestellt, abgetrocknet und vollgetankt - auch erledigt (die Kette kommt erst das Frühjahr dran). Bleibt nur weiterhin ein unerfüllter Punkt auf meiner Wunschliste ... endlich mal mit dem Motorrad ans Meer fahren. Das habe ich schon die letzten zehn Jahre vor - und bin auch dieses Jahr nicht dazu gekommen. Aber ganz bestimmt nächstes Jahr! (Irgendwann...)

[10.10.19 / 13:46] IPL-Nachbehandlung #7 (#24) - Nach einer frischen Grippeschutzimpfung wird (aus Sicherheitsgründen) nicht behandelt? Terminverschiebung um zwei Wochen, Anfahrt umsonst (und die paar Minuten auf dem Parkticket reichen nicht, um schnell noch shoppen zu gehen).

[07.10.19 / 19:51] Sonnabend Mittag, Frühstück, Kaffeesatzlesen - die eine Seite der Tasse zeigt Emotionen, Empörung und Gewalt, ich bin nicht direkt betroffen - die andere Seite, ein Känguru ... und ein Wolf? Der Wolf ist nicht per se böse, er bewacht das Känguru, verteidigt es, es ist seine Beute. Bin ich das Känguru? Bin ich der Wolf? Es sind beides Aspekte meiner Persönlichkeit. (Kaffeesatzlesen ist psychologisch sehr interessant, so wie die Bilder vom Rorschachtest.)
Später den Abend, ich mache mich ausgehfertig, die Sachen vom Donnerstag liegen verstreut in meiner Wohnung, die Leggings mit dem Minirock hängt über dem Bistrostuhl neben dem Sofa, das Top hängt über einen Bügel am Kleiderschrank. Einziger Unterschied zu Donnerstag Abend - ich habe mehr Zeit für das Make-up und den Mascara vor dem Badezimmerspiegel. Ich kombiniere den Silberschmuck mit meinen Ohrhängern. Mit dem Auto danach in die Innenstadt, etwas Essen (das japanische Nudelrestaurant, und noch den einen Euro mehr an Trinkgeld zahlen, bei dem ich mich das letzte Mal verrechnet hatte.)
23 Uhr, ich parke mein Auto vor dem Club im Süden von Leipzig, die 80er-Jahre-Party für diese Nacht geht nahtlos von einer privaten Geburtstagsfeier in diese über ... ich habe es mehr auf den kleinen, zweiten Underground-Floor abgesehen. Meinen schwarzen Kapuzenpullover und meine Lederjacke an der Garderobe abgeben, an der Bar eine Flasche Cola zum Trinken bestellen und ich habe die große (kleine) Tanzfläche für mich alleine ... meine Bewegungen unter der Discokugel zu New Romantic.
Es wird voll, so zwischen 1 und 2 Uhr die Nacht gibt es kaum mehr Platz für mich zum Tanzen, ich pendele zwischen den beiden Kellerräumen hin und her. Auf der zweiten kleinen Tanzfläche werde ich von einem Gast angesprochen - bei der Lautstärke verstehe ich aber kaum ein Wort, wir ziehen uns auf die Nebenräume und in die Nähe der Bar zurück. Er bestellt mir was zum Trinken, ich erfahre, daß er aus Malta kommt ... gemischte Familiengeschichte, sein Vater stammt ursprünglich aus dem Senegal (Malta ist kulturell sehr interessant, halb sizilianisch, halb arabisch, und englisch). Ich erzähle ihm, was ich so mache, mein Webdesign-Projekt, meine Musik, Wave und Italo (für genau die ich diese Nacht in dem Club bin). Ich will tanzen ... Laß uns in Richtung der zweiten Tanzfläche gehen!
Die zweite kleine Tanzfläche ... ich weiß, daß der DJ immer gegen drei Uhr nachts ein kleines Italo-Set auflegt - auch diese Nacht. Die Tanzfläche ist voll, gefühlt 35 Grad, die Luft läßt sich in dem Nebel und Laserschein (nur ein normales, blaues Licht) zerschneiden. Ich traue mich nicht hinein und tanze meine Bewegungen im Vorraum - mit viel mehr Platz. Nach wenigen Titeln bin ich auch da schon kaputt und muß mich hinsetzen, ich erzähle meiner neuen Bekanntschaft von meiner alten DJ-Tätigkeit und erkläre ihm, wie die Dance-Tracks aufgebaut sind, die 12"-Vinyl-Singles: "Warte... Moment... Jetzt! Das ist die Bridge!" Der DJ fügt in den mir bestens bekannten Italo-Disco-Song nahtlos die nächste Single zum Tanzen ein.
Wir unterhalten uns noch weiter über Musik (meine Lieblingsband ist auch seine Lieblingsband), ich bestelle mir noch ein Glas Wasser an der Bar ... kippe es runter und verschwinde kurz auf die Damentoilette, mich frisch machen - 4 Uhr. Wollen wir nicht gehen? "Wie lange möchtest du noch bleiben?" Ich hole meine Lederjacke und meinen schwarzen Kapuzenpullover an der Garderobe ab.
Auf dem Weg nach draußen verliere ich ihn kurz aus den Augen, suche noch einmal im Inneren des Clubs nach ihm, stehe wieder wartend draußen in der frischen Kälte (es ist sternenklar) als ich ihn wieder treffe ... nochmal Glück gehabt. Vielleicht geht ja noch etwas diese Nacht ... ich habe extra das Gleitgel in meiner Handtasche mit eingepackt. Wir gehen zu meinem geparkten Auto.
"Hast du vielleicht Lust, die Nacht noch etwas zu machen?" Normalerweise werde ich das immer gefragt, diesmal ergreife ich die Initiative.
Er ist sich nicht ganz sicher.
"Ich muß nur noch mein Auto aus dieser winzigen Parklücke bekommen", die Entscheidung Zu mir oder zu dir? fällt auf meine Wohnung, "Steig ruhig ein."
Ich stehe an meiner halbgeöffneten Autotür, er daneben auf der Straße.
"Bist du trans?"
Ich fühle mich für einen kurzen Moment so merkwürdig zurückgesetzt.
"Ja, ich bin trans."
Ein schwieriger Moment, erzähle ich es vorher, oder hinterher, oder lieber gar nicht? Ich war fest entschlossen, es dieses Mal für mich zu behalten. Für ihn ist es jetzt zu spät die Nacht, er ist zu müde, möchte lieber (alleine) nach Hause gehen ... läßt aber die Option offen, auf ein weiteres Treffen mit mir. Nicht jeder Mensch ist so promiskuitiv wie ich und springt gleich beim ersten Treffen mit ins Bett. Wir verabschieden uns, er hat meine Nummer, ich fahre alleine mit meinem Auto zurück zu meiner Wohnung.
Kurz vor 5 Uhr den Sonntag Morgen bin ich da, die Heizung runterdrehen, die Wohnung kühl durchlüften, ins Badezimmer verschwinden, das Make-up entfernen, die Haare durchkämmen, zurück am Bett mich ausziehen und nackt in meinem Kleiderspiegel betrachten: "Aber, aber ich bin doch eine hübsche Frau." Was hat mich verraten? Meine grazilen Bewegungen sind es nicht, die sind durch und durch weiblich, mein femininer Körperbau auch nicht ... die Stimme ist eher wahrscheinlich. Es dauert noch eine ganze Weile (und eine Tablette, wieder nichts mit Absetzen) bis ich nach 6 Uhr den Morgen einschlafe. Erst den frühen Sonntag Nachmittag werde ich wieder aufwachen.
Sonntag Abend in einer Bar irgendwo am Marktplatz in der Leipziger Innenstadt - trinke ich meinen Ipanema (den es dort auch gibt) eben alleine. Mein Telefon liegt ständig bewacht neben mir auf dem Bartisch ... keine konkreten Anfragen oder Treffen mit ihm (vielleicht hat er es sich einfach nochmal anders überlegt, steht ja nicht jeder auf mich). Nummer Fünf für dieses Jahr? (Sollte ich in einem Jahr wirklich mehr Sexpartner haben, als andere in ihrem ganzen Leben? Aber er kommt aus Malta! Irgendwann muß ich doch endlich mal jemanden finden, zu dem ich ins Ausland - speziell ans Mittelmeer - wegziehen kann.) (Ende Teil 2/2)

[07.10.19 / 19:50] Die Woche im Rückblick: Sonntag Abend kommt mich mein franko-algerischer Freund besuchen, sein Auto parkt in zweiter Reihe, er bleibt nur für eine Dreiviertelstunde ... für Oralsex. Was habe ich falsch gemacht? Warum bin ich wieder nur eine "Nutte" für ihn? Ich kann noch so viel mehr als Sex (Kuchen backen). "Aber du bist gerade erst gekommen?" Wollen wir nicht erst mal ein bißchen reden und zusammensitzen? Nachdem er wieder gegangen ist, probiere ich meine Rotlichtbeleuchtung in meiner Wohnung / Stundenhotel aus ... der schwarze Morgenmantel zum Empfang meiner Gäste an der Wohnungstür hängt auch schon bereit. Gedanken verwerfen.
Montag Nachmittag, eigentlich bin ich nur in der südlichen Innenstadt unterwegs, um eine Eintrittskarte für das Konzert am Donnerstag in Connewitz zu kaufen. Eine große Drogeriekette, an der ich in der Fußgängerzone vorbei gehe, wirbt mit einem großen Verkauf an Schallplatten - jetzt nur diese Woche! Ich gehe neugierig hinein. Die Rolltreppe hoch in der dritten Etage stehen an die zwanzig oder dreißig Kisten mit Vinyl, überwiegend Neupressungen mit 180 Gramm, einige interessierte Käufer durchforsten die Platten, ich auch. "Iggy Pop", "Billy Idol", Oh! "Grateful Dead" im bunten, psychedelischem Cover. Die wahren jahrzehntealten Schätze ziehe ich hier natürlich nicht raus, aber zum Aufstocken einer neuen Sammlung reichen die Neupressungen auch aus. Weiter in den nächsten Plattenladen...
Das Ticket kaufe ich an einer Vorverkaufsstelle, ein paar Hausnummern daneben südlich des Zentrums von Leipzig befindet sich ein Musikgeschäft. Ich blättere wieder in den Plattenkisten, durchsuche die ganzen 12" Singles für DJs ... nichts dabei, was meinem Stil zum Auflegen entspricht (Italo, Wave und Hi-NRG) - so wird das nichts mit meiner neuen DJ-Karriere auf Ibiza. Einzig bei den CDs finde ich ein (gebrauchtes?) Exemplar, alle gesammelten 12" Singles einer französischen Coldwave-Band aus den Achtzigern digitalisiert auf einer Scheibe. Zurück zu meiner Wohnung, schnell noch was am Hauptbahnhof für das Frühstück kaufen, damit ich bis zum nächsten Morgen durchhalten kann (denn eigentlich war ich nur unterwegs, um neben dem Ticket, etwas zum Essen einzukaufen, bei leerem Kühlschrank).
Mittwoch ... ein Rezept nachkochen (ich habe den Dienstag eingekauft): Tomaten würfeln, Knoblauch kleinschneiden, alles mit Olivenöl in einer Schüssel vermengen, arabische Gewürze und Pfeffer dazu, durchrühren und die Schüssel beiseite stellen, alles ziehen lassen. Eine Aubergine halbieren und in Streifen schneiden, auf einem Teller auslegen und salzen, auch beiseite stellen und ziehen lassen. In einem Topf zwei Eier kochen (und die muß man doch anpieksen!), sechs Minuten, bis sie innen fest sind. Eier ungeschält aus dem Topf fischen, beiseite legen. In einer Pfanne Olivenöl erwärmen, die Streifen Aubergine unter klarem Wasser vom Salz befreien, abtupfen (ich quetsche sie einfach mit der Hand aus), in die Pfanne geben und anbraten, Chili mit dazu, bis sie goldbraun und weich sind. Währenddessen den Ofen vorheizen, Weizentortillas, Pita- oder Fladenbrot aufbacken (in meinem Fall Tortillas), Eier schälen und halbieren. Die Auberginenstreifen vom Herd nehmen, zusammen mit den Eiern und dem Tomatensalat aus der Schüssel auf einem Teller anrichten, mit dem aufgebackenen Brot und Hummus servieren. Sabich ... Tel-Aviv-Streetfood.
Donnerstag - das Konzert. Ich bin viel zu spät und halte mich den Abend mit dem Beine rasieren auf, Blick auf die Uhr - nach meiner Zeitplanung 45 Minuten im Verzug. Kein Make-up, kein Mascara, nur schwarzer Kajal, die Sachen liegen griffbereit im Schrank - mein schwarzes Netz-Top zusammen mit dem Nietengürtel, die blickdichte Leggings, der Leder-Mini mit den viktorianischen Stiefeletten. Kapuzenpullover, Lederjacke ... Silberschmuck vergessen, schnell noch die Kette umhängen und raus in die Dunkelheit des Abends zu der Straßenbahnhaltestelle. Die Bahn kommt in einer Minute, der Fahrkartenautomat wird von ortsfremden Menschen belagert - keine Zeit! Jede Minute zählt! (Die nächste Bahn kommt erst wieder in 15 Minuten.) Ich fahre (wie so oft) schwarz.
Umsteigen am Hauptbahnhof, am Connewitzer Kreuz auf den Bus die nächsten zwei Haltestellen warten (jetzt habe ich eine Fahrkarte) und weiter zu Fuß (aus dem Bus) rüber zu dem Konzertgelände - kurz nach 21 Uhr, ich betrete die kleine Halle, die Solokünstlerin an ihrem Synthesizer-Tisch als Vorband spielt bereits ihren ersten Titel. Ein Getränk an der Bar holen und ich bin angekommen.
Viele Gäste in schwarzen Sachen, meine Szene. Die Hauptband des Abends kenne ich nur aus ihren Internetvideos, ein Konzert von denen mal zu sehen, liegt schon länger auf meinem imaginären To-Do-Stapel. Die Band, die zwei Musiker aus Los Angeles nehmen sich in der Umbaupause sehr viel Zeit, lassen das Publikum warten, einen Kult um sie aufbauen ... Voll die Divas! Schnell noch den Kajal hinter der Bühne nachziehen. Dann betreten sie die Bühne ... ihre Erscheinung, Präsenz, mystische Aura irgendwo zwischen Liberace und Elvis! Ich tanze jeden Titel mit, den ich schon kenne, meine Bewunderung für die beiden Männer (in ihren Glitzerkostümen). Wenn ich es endlich mal schaffe, meine vierte Single aufzunehmen und mein Album zu vervollständigen und einen einzigen Auftritt zu haben - dann will ich das auch genau so machen! Eine Zugabe und ein ganz klassischer Abgang von der Bühne während die Feedback-Schleife (am Synthesizer!) vor sich hin dröhnt ... "L.A. Deathrock style!" (Kenne ich schon von den anderen Bands dort ... die Helden meiner Jugend, sechs von elf Buttons an meiner Kutte sind aus Kalifornien.)
Auf zum Merchandising-Stand! Die kleine Halle wird sehr schnell leer, nachdem das Konzert gegen Mitternacht zu Ende ist ... werktags, andere Menschen müssen den nächsten Tag zur Arbeit gehen. Ich habe nur noch 20 Euro für das Debut-Album auf Vinyl übrig (die anderen Alben muß ich nachkaufen), sorgsam schiebe ich die Schallplatte in meine große Handtasche, deren Maße exakt passen. Meinen Pullover überziehen, Reißverschluß an meiner Lederjacke zumachen (Buttons verdeckt tragen), weitere Flyer einstecken und zu Fuß zurück zu der Straßenbahnhaltestelle am Connewitzer Kreuz ... es nieselt, der Bus die zwei Haltestellen überholt mich. In der Straßenbahn an der Haltestelle investiere ich meine letzten paar Münzen in eine Fahrkarte und bin kurz vor 0:45 Uhr mit der letzten Linie wieder zurück in der Gegend um meine Wohnung. Sachen ablegen, schnell ins Bad verschwinden, Kajal aus den Augen waschen, ins Bett fallen und einschlafen.
Freitag, den Auberginen-Tomaten-Nudelauflauf mit Oliven im Backofen mache ich mit einem rohen Ei (alles im Topf durchgerührt und in die Auflaufform gegossen), damit es diesmal besser zusammenhält (nach 25-30 Minuten Backzeit). Ansonsten passiert den Tag nicht viel, bei einer Tasse Tee den Nachmittag weiter an meinem Webmail-Projekt arbeiten, das CSS auf HTML5 anpassen. (Ende Teil 1/2)

[29.09.19 / 01:15] 4 Monate Post-Korrektur-OP - Mit meiner speziellen "Drei-Finger-Technik" (tägliches Dehnen und Einfetten) bin ich bei einer "technischen" Tiefe von bis zu viereinhalb Zentimeter da unten ... die Spitze bzw. Eichel eines Penis könnte vielleicht, unter Umständen, gerade so noch reinpassen. Ich habe immer noch nicht den Termin bei dem anderen Arzt 2021 in München abgesagt - dabei habe ich überhaupt keine Ahnung, wie da jemals mehr Tiefe gezaubert werden könnte. Mein eigenes Hautmaterial ist aufgebraucht, die Leistengegend verschnitten, der Darm unbrauchbar ... ein speziell gezüchtetes Hauttransplantat aus einer Nährlösung? Gib es auf, da ist nichts mehr zu retten. Wenigstens funktioniert meine Klitoris ... und das mit dem Feucht werden.
Vor meinem Urlaub stand ich wochenlang auf der Waage, meine Bikini-Figur, fällt es noch auf die 59 kg, sehe ich diesen Wert nach langer Zeit wieder? Bis knapp auf die 60 kg schaffe ich es, dann pendelt sich mein Gewicht ein - immerhin, vier Kilo in vier Monaten. Ich nehme nach der Operation letztes Jahr keine Testosteronblocker mehr - das, was von dem Testosteron noch an anderen Stellen in meinem Körper produziert wird, kann sich jetzt ungebremst entfalten und für einen besseren, männlichen Stoffwechsel sorgen. Das wieder mehr von dem Sexualhormon in meinem Körper ist, sehe ich an meiner Körperbehaarung ... wieder soviel wie vorher (nur eben blonder und viel feiner, mehr femininer).
Nur eine kurze Randnotiz, nicht mehr - nach fünf Jahren ist jetzt auch der letzte, kleine Rest Männersachen unbemerkt aus meinem Kleiderschrank geflogen* (ich brauchte mehr Platz für meine Röcke und Kleider) ... der Stapel ganz hinten, der nur noch da war, um meine Familienangehörigen zu beruhigen, falls ich es mir ja nicht doch noch anders überlegen könnte. Keine Chance, keine Rückkehr (die haben das wahrscheinlich auch schon längst vergessen).

(* Jemand in der Altkleidersammlung freut sich jetzt über eine echte Levi's 501.)

[23.09.19 / 20:44] 260 Kilometer - so eine lange Tour hatte ich schon ewig nicht mehr. Mit dem Motorrad einmal quer durch den Ostharz, Erbsensuppe an der Köhlerhütte, Kaffee und Kuchen (Cappuccino und Torte) auf einem Schloß im Mansfelder Land. Ein schönes Bild, wie sich in den Kurven im Harz den Sonntag eine lange Schlange von Autos und Motorrädern bildet ... ganz vorne ich, wie ich jede Kurve mit "Blümchen-pflück-Geschwindigkeit" nehme. Sieht doch jeder, daß da 'ne Lady auf 'nem Bike fährt! (Dummerweise passen meine schulterlangen Haare nicht mehr unter die Motorradjacke und flattern wild umher - das dauert ewig, die den Abend wieder zu entwirren.)

[17.09.19 / 23:02] Noch ein letztes Foto von der Bucht vor dem Abflug. Frühstück im Hotel, auf die schwere Kakaocreme verzichte ich erneut und fülle die bäuchlings aufgeschnittenen Croissants mit Honig und Rosinen. Auch auf meinen Kaffee in meinem Becher - der liegt schon längst zusammengepackt im Koffer - muß ich verzichten, den Vormittag laufe ich noch einmal in den kleinen Supermarkt, Briefmarken für die altmodische Ansichtskarte kaufen.
Die Zeit zwischen dem Check-out, die Rechnung aller meiner Drinks aus der Hotelbar und dem Warten auf den Transferbus sitze ich in der Lobby. Meinem neuen Freund sende ich eine Nachricht: "You've got now a contact in Germany!" (Schade, daß das mit den zweiten Treffen, auch die letzte Nacht, nicht mehr geklappt hat.) Er hat wahrscheinlich gedacht, jetzt trifft er endlich ein German Girl mit ganz viel Geld ... ich auch. Ich hatte darauf gehofft, auf Ibiza einen reichen Engländer mit einer Finca oder einer Yacht kennenzulernen ... so irren wir beide unseren Träumen hinterher.
Der Bus holt mich pünktlich gegen 12 Uhr Mittag vor dem Hotel ab, ein Riesen-Touristenbus, in dem ich ganz alleine sitze ... bis zur Hauptstadt von Ibiza, dann steigen am Hafen eine ganze Menge Passagiere mit dazu, möglicherweise Kreuzfahrtgäste.
Ich habe das Gefühl, ich reise gar nicht ab, ich bin gerade erst angekommen und beginne die spröde Schönheit von Ibiza kennenzulernen. Kurz nach Deutschland, über das Internet ein Apartment für knapp 1000 Euro den Monat irgendwo auf dieser Insel anmieten, meinen Kofferraum voll packen und dann mit der nächsten Autofähre wieder zurück? Ich plane schon seit einiger Zeit, der Finsternis in Deutschland zu entkommen und für ein oder zwei Monate irgendwo am Mittelmeer zu überwintern. Wenn ich diese Idee umsetzen will, muß ich das nur drehen mit den Terminen beim Arbeitsamt (und allen meinen Arztterminen). Nichts hält mich in Deutschland, kein Job, keine Arbeit, keine Beziehung.
Mit dem netten Steward am Gate flirten: einfach beim Boarding die Reisedokumente nicht bereit halten und ewig lang im Handgepäck kramen.
Die zweieinhalb Stunden zurück sitze ich im Flugzeug am Fensterplatz und navigiere auf meinem Smartphone mit GPS und Offline-Kartenmaterial die Flugroute: über Marseille von Frankreich über ein Stück Italien nach Lausanne in der Schweiz und weiter in einer Linie nach Deutschland. Was auffällt: sobald wir die Grenze zu Deutschland passieren, verblassen alle Farben und es wird düster-grau - das Licht ist hier einfach anders.
Ankunft in Hannover am Abend (und erneut gebe ich eine "Performance" in der Toilette des Hauptbahnhofes, als ich mich für den Zug zurück nach Leipzig umziehe ... wärmere Sachen, für den Herbst).

[17.09.19 / 00:59] "Where no coffee cup has ever been before", ich kombiniere mein allmorgendliches Kaffeeritual mit den Coffee-Cup-Selfies. Auch den letzten Tag bricht die Sonne nicht wirklich durch die Wolkendecke, es bleibt blau-grau - perfekt für einen Strandtag. Nachdem ich mir, wieder zurück auf dem Hotelzimmer, meine Beine nachrasiert habe, ziehe ich meinen schwarzen Strandbikini an und werfe mein buntes Regenbogenhandtuch in meine große Strandtasche. Kurz nach Mittag, auf zum Strand in der großen Bucht in Portinatx.
Im Schatten zweier Pinien lege ich mein Strandtuch aus ... dezent die anderen Strandgäste beobachten. Unter dem dicht bedeckten Wolkenhimmel ziehe ich mein Bräunungsprogramm durch: fünf Minuten Vorderseite, fünf Minuten Rückseite, je fünf Minuten Seitenlage ... einmal baden gehen und Wiederholung.
Das türkisblaue Wasser ist glasklar, mit mir schwimmt ein Schwarm Fische. Immer wieder lasse ich mich rücklings treiben und beobachte die dunklen Wolken an den Berghängen in der Bucht ... wird es noch zu regnen anfangen? Bis auf ein paar Tropfen den Nachmittag zurück auf meinem Strandtuch, bleibt es trocken ... ein wunderbares Urlaubswetter - keine Sonnencreme, kein Sonnenbrand.
Ein Kuchen und ein Cappuccino an einer Strandbar und ich entdecke auf dem Rückweg die aufgestellten Hinweisschilder für den kleinen Hippiemarkt - Beginn ist 17 Uhr. (Tatsächlich folge ich schon dem Pfad und sehe, wie die Stände aufgebaut werden.) Zurück zum Hotel und den nassen Bikini ausziehen, für eine Dusche ist auch noch Zeit.

Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Der Hippiemarkt montags in Portinatx - ein Dutzend Stände, die üblichen verdächtigen Afrikaner mit ihren Gu###- und Cha###-Taschen, ein paar Einheimische mit selbstproduzierten Schmuck und Kunstwerk, eine Modedesignerin. Nachdem ich meinen Becher mit grünen Tee an einem Stand ausgetrunken habe, schaue ich mir die Modekollektion genauer an, zwei Teile probiere ich an (ein Glück, daß ich unter meiner weißen Tunika ausnahmsweise diesen Tag einen BH trage). Noch ein schwarzer Fummel wechselt gegen Plastikgeld (Bares habe ich aufgebraucht) die Besitzerin. "And this nice, beautiful bag - is it for free?" Der kleine, bunte Einkaufsbeutel aus Nylon, den sie mir zusammen mit meinen neuen, schwarzen Top überreicht, sieht wirklich bezaubernd aus. Erst jetzt fange ich an, Ibiza zu genießen. Schade, daß das mein letzter Tag auf der Insel ist.
Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Abendessen in einem Restaurant gegenüber dem großen Strand - mit atemberaubenden Meerblick von der oberen Terrasse. Es gibt Thunfischsalat und Tintenfischringe ... bessere als die in dem anderen Restaurant.
Bleibe ich auf der Insel? Nehme ich den nächsten Tag das Flugzeug zurück? Sinnvoller ist es. Mit meiner neuen Bekanntschaft vor ein paar Tagen ist leider kein weiteres Treffen zustande gekommen ... er hat auch keine Wohnung, in der ich mich einnisten könnte. (Möglicherweise denkt er sogar, ich bezahle uns eine größere Wohnung - aber so reich bin ich nicht, ich habe das ganze Geld in meinen Körper gesteckt!)
Später den Abend, zurück im Hotel, packe ich teilweise meinen Koffer, Schmutzwäsche zuerst und alles, was ich morgen nicht mehr brauche. Check-out ist um 12 Uhr, der Transferbus zum Flughafen auch. Kurz vor 1 Uhr schalte ich mein Telefon offline, er hat sich doch nicht mehr gemeldet.

[15.09.19 / 19:22] Der Kaffee den Morgen fällt aus, ich laufe den Vormittag zu dem kleinen Stand gegenüber der großen Bucht, an dem die Tickets für die Bootstouren, u.a. zum Hippiestrand Benirras Beach, verkauft werden. Ich bin zu früh, der Stand (eine "Ein-Personen-Holzkiste") macht erst um 10:30 Uhr auf.
Nochmal zurück zum Hotel, das Frühstück (mit weniger Kakaocreme und mehr Obst), und wieder zurück zum Verkaufsstand. Die nette, ältere (blonde) Verkäuferin erklärt mir, daß es noch nicht klar ist, ob das Boot auch wirklich den Abend am Strand mit den Trommlern an Land geht - ich soll einfach gegen 17:30 Uhr wiederkommen, dann macht der Stand / Ticketschalter erneut auf.
Wieder zurück zum Hotel. Mittlerweile ist es Sonntag Mittag und ich lege mich einfach in meinem olivgrünen Bikini an den Pool ... im Schatten, Moppedzeitschrift weiterlesen ... vielleicht auch mal schwimmen gehen.
Etwa ein oder zwei Stunden später mache ich auf der Liege meinen Sonnentest, tippe mit meinen Fingern auf meinen Armen - zeigt sich ein heller Fleck umrandet von einer Rötung, ist das für mich ein klares Zeichen, in den Schatten des Hotelzimmers zu verschwinden. Der Platz unter dem Sonnensegel hat auch nicht meinen anderen Test bestanden: zeigt sich über der ausgestreckten Hand über meinen Körper ein Schatten, ist das keine gute Stelle, ohne Sonnencreme (der lichtdurchlässige Stoff des Sonnensegels / Markise gaukelt nur einen scheinbaren Schutz vor). Die Zeit bis nach 16 Uhr ziehe ich mich auf mein Hotelbett zurück.
Den späten Nachmittag bin ich wieder in der Nähe des Ticketschalters. "Will be back at 17:30" steht auf dem Pappschild auf dem Tresen. Von einem benachbarten Bistro aus beobachte ich, bei einer Pizza, wann der Stand wieder besetzt wird. Die ältere Dame kommt ein paar Minuten nach 17:30 Uhr wieder zurück, ich bezahle meine Pizza (stehe schon drängelnd auf das Wechselgeld wartend neben dem Tisch) und laufe die paar Meter zum Stand mit den begehrten Bootstickets. Portinatx - Benirras and back. Sie zeigt mir noch die Stelle, an der das Ausflugsboot kurz vor 19 Uhr anlegen wird. Die eine Stunde bis dahin verschwende ich nah am Strand und in ein oder zwei Souvenirshops (eine altmodische Postkarte kaufen).
Es geht los, das Boot legt an, freudig und mit höchsten Erwartungen steige ich die Klippen runter zu der Anlegestelle - ein Punkt mehr auf meiner To-Do-Liste für Ibiza - auf dem Mittelmeer herumschippern und den Hippiestrand sehen, den mit den Trommlern jeden Sonntag zum Sonnenuntergang (und idealerweise auch noch kurz nach Vollmond).
Die Fahrt geht nur zwei oder drei Buchten weiter, der Seegang ist auszuhalten. Ich mußte mir ja auch noch vorher die vegetarische Pizza reindrücken. Die Augen auf den Horizont und die Küstenlinie fixieren, unten ist da wo meine Füße sind! (Meinen Gleichgewichtssinn habe ich schon vor langer Zeit verloren.) Den Sonnenuntergang über dem Meer fotografieren und das alte Boot (aus Holz!) schwenkt ein in die Bucht von Benirras ... die Trommler sind schon von weitem zu hören.
Landgang: "Ten past eight!" Die Zeit für das Ablegen muß ich mir merken, will ich hier nicht stranden. Der Strand ist erwartungsgemäß voll ... die Party-People-Szene von Ibiza? Die Trommler sehe ich nur durch meine "Periskopfunktion" (das schräg nach unten aufgeklappte Display) meiner Fotokamera. Die Sonne verschwindet hinter den Bergen der Bucht, es wird weitergetrommelt.

Benirras Beach, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Nach ein paar obligatorischen Selfies mache ich mich wieder zurück auf den Weg durch die Menschenmenge durch den beengten Strandabschnitt ... für ein paar kurze Momente spüre ich die "Vibes", die emotionale Aura, für die ich eigentlich hierher gekommen bin ... aber das mit dem nackt tanzen und Mantras singen paßt hier nicht (mehr) rein.
Benirras Beach, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Rückfahrt mit dem Boot durch die einsetzende Dunkelheit der Nacht ... im Dunkeln in der kleinen "Nußschale" den Wellen ausgesetzt zu sein, ist noch etwas ganz anderes, als bei Licht tagsüber. Auf Fischfang fahren, das Netz auslegen. Entgegengesetzt dieser Romantik kann es mir gar nicht schnell genug gehen, den Leuchtturm von Portinatx zu erspähen und wieder einen festen Fuß über die Anlegeplanke an Land zu setzen. So seetüchtig bin ich jetzt nicht ... jedenfalls mitten im Dunkeln.
Später den Abend, kurz vor Mitternacht, trinke ich noch einen "Virgin Mojito" an der Bar in dem teuren Restaurant gegenüber von meinem Hotel, mit Blick auf die kleine Bucht. Meine Gedanken kreisen um meine nächtliche Begegnung zwei Abende zuvor, er versucht mich über Textnachrichten wiederzusehen, eine Verabredung nach 0 Uhr? Da beginne ich immer schwer müde zu werden (meine Antidepressiva-Tabletten) und falle ins Bett, leider keine Chance für ihn. (Natürlich führe ich eine Strichliste - bis jetzt 18 Männer, eine Frau und eine transsexuelle Frau ohne Operation ... aber sie zählt eigentlich nicht, sie war eine "Professionelle".)

[14.09.19 / 23:36] Ein ganzer Tag, in dem es bedeckt bleibt. Kurz nach 9 Uhr den Vormittag werde ich wieder wach, aus dem reichhaltigen Frühstück wenig später, lasse ich die Waffeln weg, die Croissants sind schon mit Kakaocreme gefüllt, die muß ich nicht noch extra füllen. Ich ziehe den Tag mein neues Hippiekleid an (das mit dem Batikmuster), zusammen mit meiner olivgrünen Umhängetasche und meinem Kaffeebecher stehe ich danach wieder an meinem Stammplatz und starre in die Weite des Mittelmeeres. Was habe ich die letzte Nacht nur getan? Ein böses Erwachen, ich falle immer wieder in alte Verhaltensmuster zurück. Mir wird bewußt, die Sache mit meinem Ex-Freund hat weitaus mehr Schaden in mir angerichtet, als ich vermutet hätte.
Eine Eidechse kreuzt meinen steinigen Weg, ich verliere mich in endlose Nahaufnahmen mit diesem kleinen Reptil und meiner Kamera: Lizard and coffee? Dieses Exemplar scheint besonders fotogen zu sein und klettert über meinen abgestellten Thermobecher.
Zurück ins Hotel, im Außenbereich an einen Tisch setzen (mit Lounge-Möbel), die letzte Nacht aufarbeiten, alles auf Papier bringen, bewaffnet mit Bleistift und Notizbuch. Gedanken sortieren. Es ist Sonnabend, die Straße neben dem Hotel und meinem Sitzplatz in der Nähe der kleinen (und pittoresken) Bucht wird zunehmend zur Hauptverkehrsstraße: "Ich kann so nicht arbeiten!" Und ungestört mein Reise- und Therapietagebuch schreiben, alles Ausflugstouristen, vielleicht sogar Mietwagen (fehlt nur noch ein Reisebus).
Den Sonnabend ist der Hippiemarkt in Las Dalias. Einer von zwei oder drei Programmpunkten auf meiner To-Do-Liste für den Norden von Ibiza. Der ältere Herr an der Rezeption hat mir den Tag vorher einen Busfahrplan ausgedruckt - ein Bus fährt um 9 Uhr morgens hin, ein anderer um 19 Uhr zurück ... ich weiß in dem Moment schon, daß ich sehr wahrscheinlich ein Taxi nehmen werde. Ein gecharterter Shuttlebus wäre nicht schlecht.
Schlecht ist das Stichwort - kurz nach 14 Uhr den frühen Nachmittag fährt mich ein Taxi durch die Serpentinenstraße in den Nordosten der Insel. Mir geht es nicht gut, ich habe entweder etwas Falsches gegessen, die Shrimps in Mayo zwei Abende zuvor waren mir von Anfang an suspekt ... Kühlkette (die bei Gewitter und Stromausfall mal aussetzen kann), oder ich habe mir eine Entzündung im Unterleib eingefangen (String-Tangas, zu kühl, der Sex - Frauenprobleme). Ich überstehe die Fahrt, ohne den Taxifahrer zu bitten, etwas langsamer zu fahren, damit ich das Fenster weit aufmachen und meinen Kopf raushängen kann.
Den Parkplatz für den Markt habe ich auf der Hinfahrt vom Flughafen zum Hotel schon gesehen ... er ist voll, hunderte Touristen quetschen sich durch die schmalen Gassen mit den Ständen. Das Taxi setzt mich neben dem Eingang auf das Gelände ab. Keine Fotos - vor lauter Touristen sehe ich die Stände nicht.
Meine Einkaufsliste: eine bunte Tasche für mein Smartphone, ein geflochtener Ledergürtel passend zu meinem Kleid, und vielleicht noch ein Häkeltop. Ich schiebe mich mit den Massen und Busladungen an Touristen an den Marktständen vorbei. Mein 5 Euro Hippiekleid aus Leipzig, Made in India, entdecke ich für 35 Euro wieder ... soviel zu den Preisen dort. Das bunte Täschchen kaufe ich gleich am Eingang, das schwarze Häkeltop an einem Stand mit der Aufschrift "Outlet" (eine Modedesignerin aus Ibiza), den Gürtel an einem anderen Stand wieder zurück am Ausgang. Eigentlich hatte ich an einem weiteren Stand eine Auswahl an farbigen Gürteln an meinem weiß-grünen Kleid minutenlang ausprobiert - aber die Verkäuferin hat mich entnervt fortgejagt? Irritiert suche ich einen anderen Stand. Zurück nach draußen, zurück zum Taxistand, zurück nach Portinatx (oder "Portinaxt"), so viele Menschen auf einem Haufen bin ich nicht (mehr) gewohnt.
"Wo ist meine Full-Moon-Beach-Party?" Es gibt keine Clubszene in diesem beschaulichen Örtchen (außer angeblich eine Bar mit Elvis-Imitator und Bingo-Abende). Nur ein paar gepflegte Restaurants, und die Beach Bar macht nach Sonnenuntergang zu und räumt die Stühle und Liegen weg. Ich wechsle in mein weißes, neues Häkeltop (das aus Kassel) und bleibe für das Abendessen in der Gegend um das Hotel (ich möchte mich nicht allzuweit von einer Toilette entfernen - und im Umfeld des WLAN bleiben). Noch einmal das teure Restaurant, Tagliatelle in Trüffelsoße.
Den Abend entspanne ich, zunehmend müde werdend, bei einer Live-Musikshow im Hotel. Die Getränke an der Bar gehen auf meine Zimmernummer, die Sängerin benutzt dasselbe portable Mischpult wie ich, für die Echoeffekte am Mikro. Eine Nachricht an meine Begegnung von letzter Nacht: "In only one night you got the whole compressed experience of my past relationships." Er versteht meinen Text nicht, schreibt, daß er sein Verhalten bereut (Warum?), würde mich aber gern nach Mitternacht wieder treffen. Ich bin zu müde und zu kaputt, darauf einzugehen.
Über die weit geöffnete Terrassentür die Nacht, plätschert das Meer in der Ferne vor sich hin.

[14.09.19 / 11:33] Ein Regentag, da passiert nicht viel, ich stehe mit meiner Lederjacke, meinem olivgrünen Wickelkleidchen und meinen Flipflops (die ich später wechseln werde) an der kleinen Bucht mit den Felsen und praktiziere mein tägliches Kaffeeritual den Vormittag. Ein paar Fotos von der dunkelblauen Wolkendecke.

Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Den Mittag zurück im Hotel, ein gebuchter Musiker spielt auf seinem elektrischen Synthesizer-Saxophon ein paar Songs im Atrium, es sind nur eine handvoll Hotelgäste anwesend ... ich versuche eigentlich auch nur die Zeit rumzukriegen, bis vielleicht die Sonne durch die Wolkendecke bricht. Es bleibt bedeckt (auch gut für meine sonnengestreßte Haut).
Sein Solokonzert geht bis nach 15 Uhr den Nachmittag, ich möchte ihn nicht alleine spielen lassen - aber eigentlich hatte ich den Nachmittag vor, den anderen Felsen gegenüber der Bucht zu erklettern. Ich beobachte schon die ganze Zeit (von meinem Sitzplatz im offenen Atrium des Hotels aus), wie immer wieder ein paar junge Menschen vorsichtig wagemutig den Felsen erklimmen und posieren - auf der Jagd nach dem besten Selfie - das will ich auch! Nicht allzuviel später, klettere ich auch da oben herum.
Hinter dem Felsen ergeben sich mit den Wellen und der Meeresbrandung auf den Klippen beeindruckende Fotomotive. Am Horizont in den dunklen Wolken zieht ein Seegewitter auf. Ein paar Blitze ... hoffentlich zieht das nicht rüber - die feuchten und scharfkantigen Felsen sind so schon rutschig genug. Ich kehre nach ein paar Fotos wieder um und suche meinen schmalen Pfad, der am Strand neben der Beach Bar aus der rauen Wildnis herausführt. (Eigentlich sollten da nicht so viele Touristen herumtrampeln, die zarten Flechten und kleinen Gewächs, die dort vereinzelt zwischen den Felsen den rauen Meeresklima trotzen.) Zurück an der Beach Bar, ein Orangensaft, eine Pause ... immer noch keine Sonne, es bleibt bedeckt.
Für das Abendessen wechsle ich von meiner Lederjacke in mein Strickjäckchen und von meinen festen Schuhen in meine Flipflops. In meiner kleinen Handtasche ist nur Platz für einen Schirm - und mein ganzes Arsenal an Anti-Mücken-Gift! Ich habe den Plan, etwas früher essen zu gehen, bevor diese Viecher auftauchen. Zu den Restaurants und Bistros in der Nähe des großen Strandes (S'Arenal gran) von Portinatx.
Was sind Tapas? Der Kellner in dem Restaurant erklärt es mir, ich verstehe das als so eine Art spanisches Sushi mit vielen kleinen Portionen und Tellern. Zu viel als Starter - ich entscheide mich wieder für die Fischplatte, im Ofen gebackene Dorade (mein bevorzugter Fisch, die ist einfach zu essen, mit ihren dicken Gräten).
Es wird dunkel, sehr dunkel, tiefschwarz - pünktlich zum (gefühlten) Sonnenuntergang zieht ein schweres Unwetter auf. Der Himmel zuckt in wenigen Millisekunden hell auf ... in einer Blitzfrequenz, wie ich das noch nie zuvor gesehen habe (und ich war schon in der Nähe des Äquators in Sri Lanka und Südindien). Die Blitze ziehen über den Wolken. Ist das ungefährlich? Mit dem Gedanken fängt es stark an, zu regnen ... ein paar Minuten, zu hageln. Die paar Gäste flüchten von den Tischen im Außenbereich (überdacht und mit Blick auf den in der Dunkelheit verschwindenden Strand) in das Innere des Restaurants. Mit meinem Abendessen war ich glücklicherweise schon fertig und nehme nur mein Glas Wasser mit hinein. Ich beobachte von einem Barhocker an der Eingangstür aus, wie der starke Regen nach und nach nachläßt (ich hätte keine Chance mit meinem kleinen Regenschirmchen gehabt).
Das Übliche ... ich zähle in Gedanken schon mit meinen Fingern meine letzten Reisen auf und die Männer, die ich immer wieder kennengelernt habe. Es ist Freitag Abend, kurz vor Vollmond und in diesem winzigen Ort am nördlichsten Zipfel von ganz Ibiza gibt es so gut wie keine Partyszene. Ein Bargast spricht mich an ... er ist schwarz, kommt aus Afrika. Ich bin so rassistisch!
Ein nettes Gespräch eröffnet sich, ich erfahre, daß er ursprünglich aus dem Senegal kommt und die letzten zehn Jahre in Spanien und Europa gearbeitet hat. Ich erzähle ihm von meinem Leben, gebe ihm ein paar Einblicke, mein Job als Ingenieur, das teure Hotel da hinten (das ich mir gerade so noch leisten kann) und meine getrennte Beziehung zu meinem Ex-Freund ... zu viel? Er lädt mich ein, noch etwas an einer Bar auf der gegenüberliegenden Seite des großen Strandes zu trinken ... seine Unterkunft / Wohnung ist nicht allzuweit davon entfernt. Warum nicht? "Let's go!"
Quer über den Strand, der Regen hat nachgelassen, durch die Wolken bricht der strahlend weiße Vollmond. "Actually I come to Ibiza to join a Full Moon Beach Party ... I want to dance naked across the beach!" (Ob ich das überhaupt in die Tat umsetzen kann, bin ich mir gar nicht mehr so sicher ... schon allein wegen der Mücken, und der Kälte und dem Strickjäckchen.) Die kleine Bar, in die er mich führt, ist verbunden mit der "Orangensaftbar" eine Etage weiter unten zum Strand ... ich glaube, den Barkeeper wiederzuerkennen. Auch hier ist den Freitag Abend nicht viel los.
Ein Coconut-Mocktail (ohne Alkohol) für mich, unsere Gespräche drehen sich um Afrika, das eigentlich ein sehr reiches Land (bzw. Kontinent) ist - aber von allen nur bestohlen und ausgeplündert wurde, bzw. wird ... erst die Imperialisten, jetzt die oberen Eliten. Der Armut und Hoffnungslosigkeit zu entkommen, ist sehr schwer geworden, "Residence Cards" für Europa gibt es nicht mehr so einfach. Laß uns das Getränk bezahlen und zu dir gehen. (Also zu ihm ... es würde merkwürdig aussehen, würde ich ihn mit in mein Hotelzimmer nehmen.)
Seine Unterkunft, ein paar Minuten zu Fuß entfernt, eine winzige Abstellkammer, ich kann mit beiden ausgestreckten Armen die Wände ertasten. Das Zimmer kaum größer, als das Etagenbett, das darin steht. Ich mache ein paar Einrichtungsvorschläge, wie man den beengten Wohnraum noch optimaler nutzen könnte. Er schlägt vor, zu einem Freund zu gehen, dieser hat eine größere Wohnung (und sogar ein Bad).
Über einen großen Umweg über mein Hotel, schnell noch die Gleitcreme in die Handtasche packen, noch etwas frisch machen, Kleidung wechseln (von der Hippie-Hose in die schwarze Jeans) ... er wartet geduldig draußen vor dem Hotel. Blick auf die Uhr ... 0 Uhr nach Mitternacht. Das teure Restaurant gegenüber vom Hotel (das vom ersten Abend) schließt gerade, die Angestellten und der Boss gehen zu ihren Autos. Er möchte nicht gesehen werden ... meine neue Bekanntschaft hätte dort eigentlich den Abend arbeiten sollen (kommt mir sehr bekannt vor).
Die Wohnung seines Freundes - ein Palast verglichen mit seiner Abstellkammer, eine offene Miniküche, zwei Betten, ein Bad. Eigentlich ein nicht genutztes Apartment für Touristen ... 700 Euro den Monat die Miete. Seinen Freund lerne ich nur kurz kennen, er überläßt uns das Apartment für ein paar Stunden ... alles was jetzt kommt, kenne ich irgendwie schon.
Wir legen uns auf das Bett, ziehen uns aus, ein paar Scherze ... flirten, küssen. "Unfortunately I just have a Two-Inch-Vagina", ich gebe ihm ein paar Puzzleteile über das, was ich wirklich bin ... ich bin vorsichtig, weiß nicht, wie er reagieren könnte, wenn er alles erfährt. Der Analsex ist für ihn eine neue Erfahrung, ich weite mit etwas Gleitcreme an meinen Fingern professionell meinen Anus. Er findet noch ein Kondom und zieht es über seinen - beachtlichen - Penis. Ja, das ist auch für mich das erste Mal mit einem Afrikaner. Aber mit genug Gleitgel fühlt sich das mehr als angenehm an. Schade nur, daß er in kurzer Zeit in mir kommt. "Where are my multiple orgasms?"
Die weiteren Momente die Nacht ... er wünscht sich wahrscheinlich, daß ich bis zum Morgen bleibe, neben ihm schlafe. Ein Problem für mich, ich hänge neben ihm liegend in einer Gedankenschleife fest. Ich kann mich nicht fallen lassen, habe immer wieder den Wunsch, zu fliehen. "I have a secret", ich erzähle ihm von meiner transsexuellen Vergangenheit - wenn er mich jetzt rausschmeißt, kann ich der ganzen innerlichen Konfliktsituation entkommen. Er bleibt ruhig und gelassen ... aber so richtig glücklich ist er damit jetzt auch nicht, ich sehe es ihm an.
Minuten später, er schläft ein. Ich steige aus dem Bett, tapse im Dunkeln umher, suche meine Unterwäsche, meinen schwarzen String-Tanga - und stolpere laut scheppernd über einen gläsernen Aschenbecher neben dem Bett. Soviel zu meinem Plan, leise zu verschwinden. Er wird wach, macht das Licht an ... ich möchte gehen.
Ich ziehe mich an, er zieht sich an. "Sorry, I'm Miss Complicated", meine gescheiterte Beziehungsgeschichte zu meinem Ex-Freund kennt er schon. "I'm talking too much, destroying everything again and again (you're not the first one). Keep away from insane people", der allseits bekannte Ratschlag.
Wenig später begleitet er mich den frühen Morgen zurück zu meinem Hotel, ich erzähle nicht mehr viel, ich notiere seine Telefonnummer auf meinem Smartphone ... vielleicht gibt es noch eine zweite Nacht, eine zweite Chance?
4:30 Uhr zurück alleine in meinem großen, weißen Bett in meinem Zimmer.

[12.09.19 / 23:35] Selfie-Fotoreihe - wo mein Kaffeebecher schon alles war. Erneut stehe ich mit meinem Thermobecher nach dem Frühstück an den Klippen und schlürfe meinen Kaffee. Die Nacht und den Morgen hat es geregnet (mit Blitz und Donner), den Vormittag trage ich noch meine Jeans und meine Lederjacke / Punkerkutte ... wenn es so kühl bleibt, kann ich den Weg zum Leuchtturm in Angriff nehmen. Zurück ins Hotel, die Lederjacke gegen das Strickjäckchen tauschen (könnte ja kühl und windig da oben sein), die festen Schuhe behalte ich an.
Wenig später vor dem Taxistand in der Nähe des Strandes von Portinatx, ein Taxi hält. "To the lighthouse and back, if it is possible", ich habe den Leuchtturm in einer Reisereportage über Ibiza im Fernsehen gesehen. "It is a rough road", nur für Allradfahrzeuge befahrbar - und ganz sicher kein normales Taxi. Mir wird gleich bewußt, daß das gar nicht geht und ich irgendwie anders dahin kommen muß, der Taxifahrer erzählt mir etwas über nur ein paar Minuten zu Fuß. Zurück am Hotel und den Klippen starte ich meine Wandertour.
Der "Lighthouse Trail" ist ausgeschildert und mit Farbe auf dem steinigen Weg markiert. Stellenweise teilt sich der schmale Weg und führt dann wieder zusammen. Nur wenige Zentimeter vorbei an der Steilküste ergibt sich immer wieder ein atemberaubendes Fotomotiv. "Jetzt fall da bloß nicht runter!" Ahh... Ich paß auf und setze vorsichtig ein Schritt nach dem anderen - den Weg lesen (wie beim Motorrad die Straße). Ab und zu kommen mir andere Wanderer entgegen - auch ein oder zwei Mädels mit Flipflops.
Auf halber Strecke merke ich, daß ich mit den ganzen Fotos machen zu viel Zeit vertrödle - die Wolken sind weg, die Sonne brennt, es wird heiß. Ich krame aus meiner alten Gasmaskentasche (aka die "Indiana-Jones-Abenteuer-Umhängetasche") die kleine Packung Sonnencreme heraus ... später werde ich sehen, wo ich mich nicht richtig damit eingerieben habe.

Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Die Steilküste und die felsigen Hänge entlang klettern - irgendwann den Mittag erreiche ich den Leuchtturm ... Selfiepoint! Die Stelle wird rege von anderen kleinen Besuchergrüppchen genutzt. Ich bin schon ziemlich fertig (hätte ich eine Flasche Wasser mitgenommen), vor mir liegt noch der ganze Weg wieder zurück.
Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Nach einer langen Fotopause mache ich mich auf den Rückweg, setze weiter instinktiv, automatisch und prüfend ein Schritt nach dem anderen, wenn ich auf diese scharfkantigen Felsen ausrutsche, ganz alleine, in der verlassenen Wildnis im Nirgendwo ... noch bevor die brennende Sonne 14 Uhr im Zenit steht, bin ich wieder zurück im Hotelzimmer. Das olivgrüne Top ist komplett durchgeschwitzt. Eine Dusche nehmen und ich bin erst mal für die nächsten Stunden raus aus der Sonne!
Den Nachmittag meine Beine rasieren und meinen schwarzen Bikini anziehen - den für das Meereswasser. Kurz vor 17 Uhr bin ich wieder draußen und auf dem Weg zum Stadtstrand von Portinatx - mit dabei in meiner Strandtasche in Häkeloptik - mein neues Regenbogenhandtuch in den LGBT-Farben. "The only gay on the beach", an den belebten Strand angekommen, lege ich mich demonstrativ und ein Statement setzend auf mein Handtuch im Schatten einiger Bäume (wenig später gehe ich auch mal kurz baden).
Die Sonne sinkt in weniger intensive Sphären, ich bleibe bis zum Abend. Dadurch, daß Spanien am westlichsten Rand der mitteleuropäischen Zeitzone liegt, verschiebt sich der ganze geregelte Tagesablauf um ein, zwei Stunden nach hinten. Noch zwei Flaschen Wasser aus dem kleinen Supermarkt gegenüber vom Strand und ich bin den Abend wieder zurück auf mein Hotelzimmer, Dusche Nummer Zwei und umziehen für das Abendessen.
Nach Anbruch der Dunkelheit befinde ich mich in einem Restaurant nur unweit meiner letzten Badestelle. Die Preise sind moderat, das Essen - Shrimps in Mayo, Calamares-Tintenfischringe mit Chips und Salat - eher auf Bistroniveau, kein Vergleich zu dem exquisiten Restaurant vom ersten Tag (aber auch hier wird gerne vorreserviert). Wenn nur nicht diese Mücken wären ... verdammte Viecher! Die aggressive Sorte, stechen gezielt in alles, was nicht vorsorglich (durch lange Hosen und Strickjäckchen) verhüllt wurde - Ohrläppchen, Hals, Wangen, Stirn, Mundwinkel. In kürzester Zeit werde ich an dem Außentisch mit Meerblick übel zugerichtet. Noch bevor der Kellner mit der Rechnung kommt, flüchte ich zum Bezahlen in das Innere des Restaurants.
Den späten Abend wieder zurück zum Hotel, einen alkoholfreien Mojito an der Hotelbar bestellen. Es ist ein gehobenes Hotel nur für Erwachsene mit Erwachsenenunterhaltung - zwei Musiker spielen im Außenbereich kubanische Lieder. Ich schlürfe meinen "Mocktail" und fingere gegen Ende (des Auftritts und meines Getränks) die Minzblätter aus dem Glas.

[11.09.19 / 22:50] Meine Lieblingsecke - die Klippen hinter dem Strand, den späten Vormittag erst mal einen Kaffee aus meinem Thermobecher trinken (ein American Coffee aus dem Automaten beim Frühstück im Hotel). Danach ... die Klippen raufklettern - aber nicht mit den Flipflops! "Be careful, Honey!" Ich war extra nochmal zurück im Hotel, um festes Schuhwerk anzuziehen. Spektakuläre Wellenbrandungen, spektakuläre Klippen, spektakuläre Selfies? Mach nicht den Fehler und geh zu weit an den Rand.

Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Im weiteren Verlauf des Vormittages und frühen Nachmittags erkunde ich die anderen beiden Badebuchten und die zwei (kleinen) Strände ... und muß immer wieder stehenbleiben für ein neues Fotomotiv, der erste Orangensaft an einer Strandbar. Entgegengesetzt den schlimmsten Vorhersagen des Wetterberichts vor einigen Tagen, knallt die Sonne von oben herab durch den blauen Himmel und ein paar Quellwolken (bleibt aber angenehm kühl) ... gut, daß ich meinen ecuadorianischen Strohhut aus Wien mit eingepackt habe.
Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Den Nachmittag die beiden Pools im Hotel antesten - während alle Gäste knusprig braun in der Sonne liegen, werfe ich mit meiner noblen Blässe und meinem olivgrünen Bikini mein Pool-Handtuch (vom Hotel) auf eine Liege im Schatten der Bar. Ein paar Runden im Wasser drehen, zurück auf der Liege eine Moppedzeitschrift lesen ... dezent die anderen Hotelgäste mustern ... Sehen und Gesehen werden. (Welches von den Pärchen könnte wohl schwul sein?)
Im weiteren Verlauf des späten Nachmittags ziehe ich mich in mein Hotelzimmer zurück (ich habe meine Beine nicht ordentlich rasiert) und wechsle für den bevorstehenden Abend die Kleidung: von dem olivgrünen Wickelkleid mit den Spaghettiträgern (H&M) zur Hippie-Stoffhose und einem olivgrünen, ämellosen Top. Abendessen in einem der Restaurants gegenüber dem Hotel. Aber vorher sitze ich noch gefühlt ein, zwei Stunden an der Strandbar der kleinen Bucht zur Westseite hinaus und beobachte bei einem zweiten Glas frisch gepreßten Orangensaft, wie die Sonne langsam den Himmel bis zum Horizont nach unten zieht. Wird sie es schaffen? Sie liefert sich ein Wettrennen mit den über das Meer aufziehenden Regenwolken. (Sie schafft es und das Ganze wird von den anwesenden Besuchern zelebriert ... zu Goa-Trance-Musik aus der Bar - "Tel-Aviv-Feeling", ich allein habe schon über 30 Fotos vom Sonnenuntergang gemacht).
Zum Abendessen gibt es wieder Dorade - aber diesmal echt fangfrisch und mit dicken Gräten. Leider läßt das Dessert für hinterher auf sich warten und ich muß die Zeit bis nach 22 Uhr an dem Tisch neben dem Meereswasser und den Wellen aushalten, werde von fiesen Moskitos belästigt - zum Glück kann ich das Meiste mit meiner langen Hose und meinem Strickjäckchen abhalten, und muß dann durch den einsetzenden Regen über die Straße zurück zum Hotel ... mein Bikini hängt zum Trocknen auf der Terrasse - der ist jetzt wieder naß.

[10.09.19 / 21:55] Ich wollte ja die Intensiv-Durchsuchung und mußte unbedingt für den Security-Check am Flughafen Hannover mein grünes Bob-Marley-T-Shirt anziehen - Ergebnis: mein verschachteltes Tasche-in-Tasche-Handgepäck wurde solange durchsucht, bis das kleine Tütchen Trockenpulver in meiner Smartphone-Tasche entdeckt wurde ... hätte ja auch Crystal sein können (auf dem Röntgenbild). Unterwegs nach Ibiza - Tag 1. (Natürlich hat der Bummelzug den frühen Morgen Verspätung und ich verpasse alle meine Anschlußzüge, aber der afrikanische Taxifahrer am Hannover Hauptbahnhof holt das wieder raus.)
Ankunft mit dem Flugzeug (Holzklasse ohne Entertainment) auf Ibiza den Nachmittag, eine aufregende Landung mit den ganzen Sturm- und Regenwolken. Weiter mit dem Minibus durch die überraschend grüne Insel (Sri-Lanka-Feeling, mit den Regen). Das wahrscheinlich nördlichste Hotel auf der ganzen Insel.
Vor vier oder fünf Wochen habe ich mich von meinem Ex-Freund getrennt und mußte mir erst mal eine Reise für mich alleine buchen. Das Adults-only-Hotel in Portinatx entspricht meinen Erwartungen - ruhig und weit abgelegen (ich hatte schon die Befürchtung, Ibiza wäre eine Senioreninsel, bei den ganzen Grauhaarigen im Flugzeug).

Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Zimmer beziehen ... Meerblick ... Sachen auspacken, die Hotelanlage und die Umgebung erkunden - es ist kalt! Ein Glück, daß ich vorher den Wetterbericht gelesen und ein Strickjäckchen mit eingepackt habe. Auf der Terrasse eines gegenüberliegenden Restaurants die ersten Selfies machen.
Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Das Restaurant selber - ich bin gezielt in den Norden gereist wegen dem Hippie-Flair - sehr hübsch eingerichtet, aber wahnsinnig teure Preise. Wenn ich wie diesen Abend jeden Abend für eine Person für 50 Euro esse, komme ich mit meinem Budget nicht weit ... trotzdem, der Couscous-Salat mit Feigen und die marokkanische Tajine mit Dorade sowie die Kugel Eis in der Kokosnuß mußte einfach sein.
Später den Abend, zum Strand laufen, einen Supermarkt finden, zurück in das Restaurant an der Bar etwas trinken, das Gewitter über dem Meer beobachten, das Gewitter zurück auf der Zimmerterrasse (bei Lounge-Musik) weiter beobachten (und diese Zeilen schreiben ... in meiner Strickjacke frierend, im Koffer war nur noch Platz für die Flipflops).

[05.09.19 / 16:54] IPL-Nachbehandlung #6 (#23) - An der unteren Kante am Kinn befinden sich jetzt zwei bis drei weiße Haare, zwar unsichtbar aber eben gefühlt dicker, diese lassen sich mit der Blitzlichtmethode nur sehr schwer entfernen (der Blitz verpufft ins Schmerzlose). Anders dagegen die noch einzeln vorhandenen Härchen an der Oberlippe und dem Mundwinkel ... bei dem nächsten Behandlungstermin im regelmäßigen Rhythmus tauchen wieder ein paar neue auf (gemäß dem Wachstumszyklus).

Zu etwas vollkommen, vollkommen anderem ... nach der Trennung von meinem Ex-Boyfriend habe ich mir wieder bei einem Friseurtermin die Haare schneiden lassen, nicht ganz so kurz wie nach einem Beziehungsaus in der Prä-Blog-Ära (siehe Fotos 2007), aber doch wieder auf knapp über schulterlang, vier Faustlängen ... mit dem dicken, stoffummantelten schwarzen Haargummi* sieht der Pferdeschwanz in der Länge ganz hübsch aus. (* Ach, die Dinger heißen "Scrunchies" und waren mal nicht modern?)

[02.09.19 / 01:35] Zurück aus Kassel - ein kleines Gothic-Festival. Freitag Abend das "Penthouse" in dem Hotel am ICE-Bahnhof beziehen, gefühlt mindestens 30-Grad-Dachbodenklima (erst einmal durchlüften), eine Dusche nehmen, Kajal auftragen und Kleidung für die Nacht wechseln, die Zebra-Leggings und mein "tigha"-Shirt. Mit der Straßenbahn den Abend weiter zu dem anderen Bahnhof in der Innenstadt, die dunkelste Gasse um die Ecke, den winzigen, roten Grablichtern folgend, das kleine Festivalgelände betreten. Ein Hinterhof, eine kleine Halle mit der Bühne - und Gerüchten nach die ganze schwarze Szene von Kassel und Umgebung anwesend (die nur aus etwa 20 bis 30 Personen bestehen soll). Egal, die familiäre Stimmung holt es wieder raus.
Den Freitag Abend spielen zwei alte Gothic- und Wave-Bands aus Belgien, erstere haben ein paar kursierende Hits auf uralten Gothic-Samplern (die mich sehr freuen, als sie angespielt werden), zweitere Band (die ich schon Jahre zuvor live gesehen habe) spielen ein interessantes Set aus eigenen Titeln und (wahrscheinlich) Cover-Songs von anderen Bands aus dem Post-Punk-Szeneumfeld, mit großem Rätselraten meinerseits, wo ich das Stück denn schon mal gehört habe (mindestens eine meiner anderen Lieblingsbands erkenne ich wieder).

Kaffee in Kassel
Die Nacht legt noch ein DJ auf, ein "Einheimischer" aus der Gegend. Der extra aus Belgien angereiste zweite DJ - für den auch ich extra angereist bin - muß seine Plattenkiste wieder zumachen, die Techniker auf der Bühne mit dem Mischpult und großen Fragezeichen in ihren Gesichtern haben den Plattenspieler für diese Nacht nicht zum Laufen bekommen ... schade. Kurz vor 4 Uhr den Sonnabend Morgen mit der Nachtbuslinie zurück zum Hotel, zwei Stunden schlafen, bevor ich als erster Gast um 6:30 Uhr das üppig angerichtete (und exquisite) Frühstücksbuffet plündere und auf der Terrasse den Sonnenaufgang beobachte. Danach wieder hinlegen und weiterschlafen, den Kaffee aus der Hotelbar verschiebe ich auf nach dem Aufstehen.

Sonnabend früher Nachmittag, ich starte meine Shopping-Tour durch die Innenstadt von Kassel. Das einzige Warenhaus in Leipzig, in dem ich meine britische Lieblingsmarke mit bunten Tunikas und weißen Blusen finden konnte, hat leider dicht gemacht. Ich suche im Internet nach Bekleidungsgeschäften, die diese Marke noch führen ... ich werde fündig, zwei Läden die ich gezielt ansteuere, bzw. umherirrend in der für mich vollkommen fremden Gegend (bis auf meinen Weihnachtsmarkt-Trip auf Einladung neun Monate zuvor) rein zufällig finde. Eine weiße Bluse für meinen nächsten Strandurlaub, passend zu meiner neuen und bunten Hippie-Stoffhose.
Weiter den Nachmittag die Fuẞgängerzone die Treppen hoch (Kassel ist jetzt doch nicht so groß und relativ gut zu erlaufen), in einem Café eine (fast) Wiener Melange trinken, ein Stück Veganer-Schoko-Kuchen essen und einem Tip folgen: Irgendwo in unmittelbarer Nähe, wenige Minuten zu Fuß entfernt, soll es einen Laden vollgestopft mit gebrauchten und neuen Schallplatten geben ... diesen finde ich tatsächlich auch.
Ein mehr oder weniger gut sortiertes Musikgeschäft mit unzähligen Vinyl-Scheiben, ich kämpfe mich durch die Ecke mit den Indie-, Rock- und Punkplatten aus den Achtzigern, immer auf der Suche wie meinen Zufallsfund auf dem Flohmarkt ein Wochenende zuvor. Die gängigen Gothic-Legenden, aber nichts, was in mein "Coldwave-Suchraster" paßt. Ich verlasse das Geschäft ohne einen Neukauf, vielleicht hätte ich nur tiefer graben müssen, aber dafür fehlt mir die Zeit. Gefühlt 18 Uhr, zurück ins Hotel.
Dasselbe Outfit, wie die Nacht zuvor ... dieses Wochenende mit meinen schwarzen "Hexen-Schuhen". Nach Anbruch der Dunkelheit wieder zurück in die Innenstadt, in einem italienischen Restaurant eine übergroße Pizza essen (40 cm Durchmesser, ich habe es unterschätzt und muß ein ganzes Viertel übrig lassen), weiter zu Fuß in Richtung des alten Kopfbahnhofes und wieder durch die finsterste Gasse zu dem Festivalgelände ... ein leicht mulmiges Gefühl als einsame Frau (mit Absätzen auf dem Kopfsteinpflaster).
Der zweite Abend, die zweite Nacht, zwei neue Bands aus Belgien. Von der ersten verpasse ich den halben Auftritt, ich bin zu spät und setze mich auf einen Barhocker am Eingang der vollkommen überhitzten kleinen Halle. Die zweite Band dagegen ... ich habe den Barhocker gewechselt und sitze jetzt auf der gegenüberliegenden Seite in der Nähe der Toiletten - ich hatte ja keine Ahnung von dem, was mich erwartet! Der Drummer - "Drama Drummer" - ein nervöses Spiel, tief im treibenden Rhythmus. Der Gitarrist, exzellent eingespielte Akzente, sporadisch versunken in Feedback-Orgien. Der Sänger am Bass - der ganzen jungen Band umgibt eine Aura, die mir das Gefühl gibt, an etwas Besonderem, Neuem teilzuhaben. Sie spielen als Zugabe einfach ein Teil ihres Sets nochmal, so viele Titel haben sie noch nicht ... ich stehe nach dem Auftritt vor dem kleinen Merchandising-Stand hinter mir und investiere ein paar Euro in ein Album und die 7" Vinyl-Single mit den beiden Titeln von ihrer Zugabe, die mir so sehr gefallen haben ... ich war "richtig drinnen" (auf meinem Barhocker).
Weiter die Nacht, im Wechsel zwischen der kleinen Konzerthalle, der Bar (nur Wasser für mich) und dem Areal draußen (mit Waffel-Stand), immer noch knapp 30 Grad Spätsommer - aber für die rapide abnehmenden Temperaturen unter dem sternenklaren Himmel habe ich für die zwei Nächte meine Punkerkutte mit dabei. Der DJ aus Belgien bekommt eine zweite Chance (er war doch nicht für umsonst angereist) und spielt gegen 2 Uhr die Nacht für die letzten noch anwesenden Gäste ein aufregendes Set an Italo-Krachern. Ich tanze exzessiv (ich habe ja auch viel Platz auf der Tanzfläche), weit ausschweifende Moves mit meinen Armen, der Zeigefinger folgt den Sprenkeln der glitzernden Discokugel auf dem Floor, viel Nebel, rotes Licht, blaues Licht, grünes Licht, mein sexy Hüftschwung (der besonders auffällt, wurde mir irgendwann mal berichtet), alles gemischt mit orientalisch-indisch anmutenden Gesten. Du hast zu viele Bollywood-Filme gesehen und hältst dich für die Bellydance-Queen! Ich halte diese körperliche Verausgabung nur drei oder vier Titel durch und muß mich danach wieder auf meinen Barhocker zurückziehen, bevor ich zufrieden kurz nach 2 Uhr den frühen Sonntag Morgen den Weg zurück zum Hotel antrete ... Frühstück gibt es sonntags bis 10:30 Uhr, dieses Mal will ich durchschlafen und die Letzte am Buffet sein.

Der Weg durch die wahrscheinlich dunkelste und abseitigste Gasse von ganz Kassel, in einem der Bahnhofsgebäude scheint noch ein anderer Club zu sein, ich höre die Musik. Ein Mann mit "südländischem" Erscheinungsbild [Anm. d. Verfasserin: Ich werde rassistisch?] steht vor der Mauer vor dem Eingang und fummelt eine Zigarette zusammen.
"Hi."
"Hallo", ich beachte ihn im Vorbeigehen nicht weiter, höre aber seine Fußschritte wenig später hinter mir. Mist. Ich hätte ihn ignorieren sollen.
Er stellt sich als "Khalid" vor und blockiert meinen Weg.
Geht da was? Ich erkenne sehr schnell, daß er betrunken ist und will eigentlich nur noch zurück in mein Hotel - alleine.
Er wird sehr schnell sehr aufdringlich, fängt sofort an, mich anzufassen, will mit mir die Nacht verbringen, mich in das Hotel oder wo auch immer begleiten, ich bin für ihn "eine schöne Frau."
Bin ich wirklich nur Freiwild?
Er folgt mir bis zur Bushaltestelle, der Nachtbus ist schon längst weg, ich muß ein Taxi nehmen. Er begleitet mich auch zu dem Taxistand am Hauptbahnhof. Hinter ihm taucht ein zweiter Mann auf. Das ist jetzt der Moment, in dem ich ein leichtes Angstgefühl entwickle. Einen Kerl kann ich alleine ja noch freundlich abwimmeln - zwei oder mehr werden zur Gefahr für mich. Körperliche Gewalterfahrungen sind mir nicht unbekannt. Ich schiebe meine Handtasche noch einmal die Schulter rauf.
Der zweite Mann hinter ihm entpuppt sich als ein älterer Herr auf seinem Weg von einer Feier oder Barbesuch nach Hause, dem meine Situation aufgefallen ist, wie sehr ich von dem einen Kerl bedrängt werde. Er bietet mir seine Hilfe an, eskortiert uns zu dem Taxistand mit den drei bereit stehenden Taxis.
"Du mußt dich auch mal wehren, wenn er dich bedrängt!"
"Ich bin nicht so der Gewalt-Typ."
In dem Moment kommen noch drei schwarz gekleidete Festivalbesucher aus der gegenüberliegenden Richtung dazu, zwei Männer und eine Frau [Anm. d. Verfasserin: Die "Spinnen-Lady" mit dem kleinen Verkaufsstand mit dem hübschen Gothic-Schmuck auf dem Festivalgelände.]
"Die kenne ich! Da steige ich mit ein."
Wir arrangieren uns, das Taxi zu teilen. Khalid hat sich zurückgezogen und ist verschwunden.
"Hat der dich angequatscht?" Wir zwei Frauen sitzen auf der Rücksitzbank des Taxis.
"Ja, aber das kenne ich schon mit dem Anquatschen." Kommt häufiger vor.
Die Gruppe steigt vorher aus, ich ein paar Minuten später zurück vor meinem Hotel. Das Zimmer im Obergeschoß neben der Tür zu der Dachterrasse durchlüften und abkühlen lassen, vor dem Badezimmerspiegel den Kajal aus den Augenlidern waschen, alles bereitlegen für die Nacht (und eventuellen Einbrechern über das weit geöffnete Zimmerfenster zu der Dachterrasse im fünften Stock) und den Alarm am Telefonwecker auf 10 Uhr stellen. Dann werde ich wieder wach, mich in meine schwarze Kluft hüllen (die Jeans und ein Top) und mit dem Fahrstuhl zum Frühstücksbuffet in das Erdgeschoß neben der Lobby und Hotelrezeption fahren, und danach bis 12 Uhr mittags eine Dusche nehmen, alles zusammenpacken und auschecken.

Sonntag Mittag, nach einem weiteren überaus üppigen Frühstück (Pancakes mit Ahornsirup, Croissant mit Nuß-Nougat, Brötchen, Obst, Ananas, Joghurt mit Honig und eine Pudding-Schnecke + zwei Gläser Saft und einem Espresso Doppio), die paar Schritte zum nahe gelegenen ICE-Bahnhof von Kassel und mit einem Regio-Ticket und dem Bummelzug (mehr kann ich mir nicht leisten) zurück Richtung Thüringen und Sachsen-Anhalt. Interessanterweise werden die Regionalexpresszüge von den Fahrgästen als überregionale ICE-Alternative angenommen und sind stellenweise genauso voll und überbelegt (mit allem drum und dran bzw. drin ... Party People und kotzenden Kleinkindern, das dafür jetzt wirklich nichts konnte).

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Kommentar:

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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