morgana81 - gothic transgender

Nachtrag:

[13.03.15 / 22:59] Nachtrag: beim Verlassen der zweiten Bar begegne ich einer groß gewachsenen Frau ganz in schwarz (jedenfalls halte ich sie für eine, aber ich bin mir da nicht ganz so sicher) mit einer Wahnsinns-Ausstrahlung. So unantastbar, so kühl und distanziert und vom dramatischen Leben gezeichnet. Das sind genau die Frauen, die mich faszinieren. So eine wäre ich auch gerne.

[13.03.15 / 22:58] Tag 5 - der letzte Tag in Rom, und ich habe mich gerade erst eingelebt. Tagesziel für diesen Tag, die Katakomben von Rom und die Via Appia (Antica). Es gibt von der Metrostation am Circus Maximus eine Buslinie dorthin. Kurz vor Mittag erreiche ich die Katakombe von San Calisto und schaffe es noch zur letzten Führung kurz vor der zweistündigen Mittagspause. Viele Touristen sind hier, weit abseits von Roms Zentrum, nicht . Gerade mal eine Busladung und eine Schulklasse. Die auf deutsch geführte Gruppe ist daher auch sehr überschaubar klein (3 Personen). Die unterirdischen Grabkammern sind genauso, wie ich sie mir vorgestellt habe - staubig, dunkel und eng. Aber die Leichen, oder was davon noch übrig war, wurden schon vor Jahrzehnten weggeschafft.

Wieder draußen gehe ich zur nächsten Katakombe, die von San Sebastiano. Es ist auf den Weg dorthin angenehm leer, nur alle paar hundert Meter ein paar Menschen in dieser ländlichen Idylle. Genau das habe ich gebraucht nach diesen ganzen Menschenmassen die letzten Tage. In den Katakomben unterhalb der Basilika von San Sebastiano schließe ich mich der englischen Gruppe an (es wird nur diese eine Sprache angeboten). Interessant ist die antike Nekropole, die einst unter freien Himmel lag, später von den Christen benutzt wurde und noch viel später von der Basilika überdeckt wurde und jetzt unterirdisch liegt.

Den weiteren Verlauf des Nachmittages laufe ich noch etwas die Via Appia entlang und mache Fotos von den Ruinen am Wegesrand. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen - die Gelegenheit für eine kleine Fotosession mit Timer-Aufnahme. Am späten Nachmittag mit den Bus und der U-Bahn zurück zum Hotel - es wird Freitag Abend und ich muß mir noch den Kajalstrich dick nachziehen. Diesen Abend gehe ich in den beiden Bars mit der Regenbogenflagge am Kolosseum Essen.

[12.03.15 / 22:03] (Teil 2) Die Sonne geht mittlerweile unter. Mein Outfit für diesen Tag (im Vatikan) ist mein "Exploitation dress" - mein schwarz-weißes, eng geschnittenes Wollkleid und eine knappe, schwarze Leggings, in Kombination mit Schnürstiefeln und einer leichten, schwarzen Baumwolljacke im Bikerstil. Sobald die Sonne weg ist, wird es in der Kombination doch sehr kalt. Zurück zur vollkommen überfüllten U-Bahn und mit einem Umstieg zum Kolosseum. Direkt gegenüber wird mir vor einem Restaurant auf ein "Touristen-Menü" hingewiesen. Ich bestelle dieses und habe nicht das Gefühl, in eine Touristenfalle gestolpert zu sein. Das Ambiente ist ansprechend, der Preis ist ok und die beigestellten Olivenöle und Balsamicoessig sind von edelster Sorte, richtige Flaschen mit Etikett und europäischer Herkunftskennzeichnung. Nur die Olivensorte konnte ich darauf nicht erkennen.

[12.03.15 / 22:02] Tag 4 in Rom. Mit der U-Bahn am Vormittag zur Station in der Nähe des Vatikans. Auf dem Petersplatz das übliche Bild, Unmengen an Touristen und Jugendgruppen. Die Warteschlange für den Einlaß zum Petersdom fängt bei eben diesen an, geht einmal rund um den Petersplatz und endet wieder auf der anderen Seite vom Petersdom. Das Innere hat etwas von einer Bahnhofsatmosphäre, nur das alle alles fotografieren und es nicht so schmuddelig aussieht. Die Gruft unterhalb der Basilika ist auch sehr sauber und hell, nicht so wie ich es mir vorgestellt habe, dunkel und staubig. Weiter zu den vatikanischen Museen. Hier treffe ich auf keine Warteschlange. Die Menge an Besuchern wird zügig durch alle Säle bis zur Sixtinischen Kapelle durchgeschleust. Sehr hell und farbenfroh, das knapp 500 Jahre alte Deckengemälde sieht doch sehr frisch aus.

Auf den Weg dorthin entdecke ich überraschenderweise nicht nur ein paar Gemälde von bekannten Künstlern der Moderne, sondern kann aus den Fenstern auch einen Blick auf die vatikanischen Gärten erhaschen. Wieder draußen suche ich eine Stunde lang nach den Eingang zu den Gärten, umrunde dabei den Vatikanstaat einmal komplett, bis mir an der Information gesagt wird, daß es für die vatikanischen Gärten nur geführte Touren gibt, welche mindestens eine Woche im Voraus angemeldet werden müssen. Weiter am Nachmittag zur Engelsburg. Hier sind nicht mehr ganz so viele Touristen und Kinder auf Klassenfahrt. Der Weg durch alle Räume im Inneren der Burg ist etwas verzweigt und anfangs unübersichtlich, aber nach zweimal umrunden bekomme ich ein Gespür dafür, wo ich bin.

[11.03.15 / 21:48] Tag 3 - die üblichen Touristen-Hot-Spots in Rom. Ich beginne am späten Vormittag mit der spanischen Treppe. In die teuren Designer-Läden rund um die Via Condotti verirrt sich um diese Zeit niemand. Bei "Bulgari" bleibe ich wieder hängen und schaue mir die Auslage an Diamantringen an. Aus den Laden in Tokio kenne ich noch die Dollarpreise und weiß, daß ich mir das nicht leisten kann (alles vierstellig). Ich besuche noch einige andere Geschäfte (Armani, Versace, noch einmal Coccinelle) bevor ich mich gegen Mittag auf die Suche nach dem Trevi-Brunnen mache. Auf den Weg dorthin komme ich an einem winzigen Laden für Lederhandschuhe vorbei (Lederwaren gibt es in Rom sehr viel) und kaufe mir endlich ein Paar schwarze "Killer Gloves" für Verbrechen, Mord und andere Verwendungszwecke, wirklich todschick.

Wie erwartet ist der Trevi-Brunnen ohne Wasser und in ein Baugerüst eingezäunt. Eine schmale Brücke führt an den Statuen vorbei, auf der sich die Touristen einreihen, um ein Foto zu machen oder eine Münze in das leere Becken zu werfen. Weiter zum Pantheon. Neben der Menge an Touristen sind auffallend viele fremdsprachige Jugendgruppen unterwegs, im Alter so von 12 bis 18. Für die muß Rom wohl ein ganz besonderes Ziel sein. Weiter zur Piazza Navona mit den Brunnen der vier Meeresgötter. Touristen, lärmende Jugendliche in Deutsch und Französisch - ich kann nicht mehr. Ich flüchte am frühen Nachmittag zur Galeria Alberto Sordi mit den kleinen Ableger des Rinascente Kaufhauses, hier bin ich wieder für mich allein. Gegen Nachmittag wieder mit der U-Bahn zurück zum Hotel und Abendessen in einem Ristorante in einer Nebenstraße in der Nähe des Kolosseums.

[10.03.15 / 21:37] Tag 2 - am späten Vormittag zu Fuß zum nahegelegenen Kolosseum - den Touristen-Overkill. Wo kommen nur die ganzen Menschenmengen her? So viele Busladungen voller Touristen gibt es doch gar nicht.

Weiter zu Fuß zum Palatine, nichts als Steine. Nie war ich mehr froh, festes Schuhwerk zu tragen. Die sonnenlichtintensive Mittagsstunde ziehe ich mich zurück in den Schatten rund um und in das Museum am Palatine. Den frühen Nachmittag weiter über das umfangreiche archäologische Gelände. Es werden sichtbar mehr Touristen. Ich entdecke Neros touristenfreien und im Schatten liegenden "Geheimtunnel". Weiter zum Forum Romanum. Noch mehr leblose Steine, Touristen und Jugendgruppen bei denen ich mir nicht sicher bin, ob das eine Strafarbeit oder doch nur ein Klassenausflug ist. Wo ist der Ausgang?

Weiter am späten Nachmittag zur Tiber-Insel und den "Brunnen der Wahrheit". Nichts mehr als ein Foto-Stop auf der "To-see-Liste". Die letzten paar Meter vom Circus Maximus zurück zum Kolosseum nehme ich die U-Bahn. Die untergehende Sonne und das Kolosseum im Hintergrund werden für eine ausgiebige "Selfie-Orgie" genutzt. (Merke: Selfies nur in der aufgehenden oder untergehenden Sonne machen, niemals in der Mittagssonne, das sieht sonst scheiße aus.) Abendessen in einer Pizzeria in der Nähe. Mir passiert etwas unverzeihliches - ich habe zu wenig Geld dabei, um mein Essen vollständig zu bezahlen. Schnell laufe ich zurück in das Hotel, hole das Geld, das ich eigentlich für das Abendessen zurückgelegt habe und laufe wieder zur Pizzeria, bestelle noch einmal etwas und lasse ein üppiges Trinkgeld liegen. Diese Schulden könnte ich mir sonst nie verzeihen.

[09.03.15 / 20:49] Endlich ein Upgrade auf Business-Class, aber das Flugzeug nach Rom ist so klein (88 Sitzplätze), daß mir kein Unterschied zur Economy auffällt, vielleicht ein paar wenige Zentimeter mehr Platz.

Tag 1 in Rom (nur ein halber Tag) - ich habe mir vorher im Internet die Adressen von Geschäften in Rom herausgesucht, die "Coccinelle"-Handtaschen verkaufen - genau da fahre ich mit der U-Bahn zuerst hin und kaufe mir so eine schicke Schultertasche um gleich ab den ersten Tag modisch todschick durch Rom zu laufen. Nebenbei erwähnt, das römische Pflaster ist wirklich so besch... wie beschrieben, mit meinen "Doc's" (schwere Schnürstiefel) aber kein Problem. Zurück zum Hotel und Abendessen im Freien in einem Ristorante in der Nähe mit Blick auf das Kolosseum (sobald die Sonne weg ist, wird es aber für Anfang März doch noch sehr kalt in Rom).

[27.02.15 / 21:43] Noch ein "lost picture" aus meinem Road Movie von 2011. Auf halber Strecke irgendwo zwischen San Francisco und Los Angeles - der Pazifik ist mein Lieblings-Ozean.

[16.02.15 / 22:14] Aktueller Stand der Therapie - mein neues, durchgehendes Auftreten als Frau in allen Lebensbereichen ist der Grundstein für die Hormonindikation als transsexuelle Patientin. Geplant für die nächsten ein oder zwei Termine, erscheint diese wieder in greifbarer Nähe. Derweil bereite ich schon den Antrag auf Vornamens- und Personenstandsänderung für das Amtsgericht vor, ich muß nur noch meinen 8-Seiten-Lebenslauf auf ein vernünftiges Format zusammenkürzen.

[05.02.15 / 23:50] Andrea die Blondine geht zur Arbeit - und keinem fällt es auf. Schwarze Damenjeans, schwarzer Damenpullover, die Haare streng nach hinten gebunden, keine Röcke, keine High-Heels, kein Make-up (wozu habe ich sonst so viel Geld in mein Gesicht investiert?). Der Alltagstest funktioniert einfach nicht bei so Menschen wie ich, die schon IMMER mit langen Haaren und androgyner Kleidung herumlaufen und von zierlicher Statur sind. Das Ganze fällt erst auf, wenn ich meine flache Brust auf Doppel-D aufpumpe und ein Kilo Make-up in das Gesicht kleistere, aber das wäre weder authentisch noch würde ich mich dabei wohl fühlen - soll das etwa Alltagstest sein?

[01.02.15 / 18:28] Ich bringe mich um ... (symbolisch). Den Typen, der jeden Morgen zur Arbeit fährt und stumm an seinem Schreibtisch sitzt, den vielleicht gar nicht so unattraktiven jungen Mann, in den sich eine Italienerin verguckt hat (was immer sie auch in mich hinein interpretierte) - und den Sohn meiner Eltern. Dieser Mensch ist tot. Er ist schon mehrfach gestorben, er hat sich im Zimmer seines Studentenwohnheims erhängt und er ist in Genua im Hotel vom Balkon gesprungen. Es gibt von nun an nur noch Andrea. Ein gelegentlicher "Urlaubstest" ist eben kein vollwertiger Alltagstest.

[25.01.15 / 17:54] Ein Blick in den Beipackzettel der beiden Medikamente, die ich nehme. Cyproteronacetat: "Nebenwirkungen ... häufig (1 von 10 Behandelten) ... Depression, Angst". Interferon beta: "Nebenwirkungen ... häufig (1 von 10 Behandelten) ... Depression, Selbstmordgedanken ... Selten: Suizidversuch".

Die letzte Therapiestunde konfrontiert mich mit meinen Ängsten und wirft mich in den dunklen Abgrund. Von der Euphorie der ersten Wochen ist nichts mehr vorhanden. Finsternis und Einsamkeit herrschen hier unten. Sie sind mir vertraut. Es ist meine natürliche Lebensumgebung.

Ich muß erst am Boden angekommen sein, um aufzustehen.

[13.01.15 / 22:31] Gedanken: Ich bin gefangen in einer Zeitschleife oder in einem Alptraum, ich müßte nur laut schreien um daraus aufzuwachen ... ich kann mich aus meinem männlichen Leben nicht befreien, ohne extreme Maßnahmen anzuwenden ... ich steuere auf eine riesige emotionale Katastrophe zu.

24 Stunden nach der Therapie-Sitzung bin ich emotional immer noch sehr stark aufgewühlt. Mein Innerstes schreit ... nach außen bin ich stumm.

[12.01.15 / 22:09] Meine aktuelle Stimmung steigt und fällt mit der Aussicht auf einen baldigen Start der Hormon-Therapie in naher Zukunft (die zweite Phase mit den Estrogenen). Nach der Lektüre meines Lebenslaufes und all den darin vorkommenden Suizid-Gedanken agiert der Therapeut sehr vorsichtig und macht mir nicht so viele Hoffnungen. Momentan ist alles daran gebunden, meine weibliche Existenz auf alle meine Lebensbereiche auszuweiten (Familie, Arbeit usw.). Wenn das schief läuft - und das ist schon einmal passiert, das steht in meinem Lebenslauf - bin ich akut selbstmordgefährdet, das macht mir Angst.

Ich will von hier weg ... ich will meine neue Jacke in Rom bei einer Einkaufstour tragen ... Flug und Hotel gebucht. (Déjà-vu?)

[02.01.15 / 22:29] Fashion-Unboxing - Die schwarze Baumwoll-Jacke "Leni Cotton Black" Von tigha mußte es sein ... ein Online-Shop hat sie noch in M verkauft.

[31.12.14 / 18:03] Ich feiere schon seit über 10 Jahren kein Silvester mehr, ich hasse diesen Tag und all die Erinnerungen die daran verknüpft sind (beschissene Diagnose & traumatische Beziehung).

[26.12.14 / 00:06] Weiter zurück in der Vergangenheit: Seit 2002 versuche ich mehr und mehr das Frau-Sein in mein Leben zu integrieren, bestelle Sachen im Internet (Farbe ausschließlich Schwarz) und fülle meinen Kleiderschrank (das eigenständige Leben außerhalb des Elternhaus erweist sich hier als Vorteil). Erster Kontakt zur Außenwelt als Frau ist im Sommer 2003. Mit Make-up und entsprechend weiblich angezogen fahre ich etwas mit dem Auto umher.

Diesen Auszug aus meinem Lebenslauf für den Therapeuten geht ein Textabsatz vorher, in dem es um die Konfrontation mit einer schicksalhaften medizinischen Diagnose und Suizid geht, jenen düsteren Teil meiner Vergangenheit möchte ich in meinem Blog nicht mehr veröffentlichen.

[25.12.14 / 01:30] Und noch ein Auszug ... der Intimste von allen, und nie dazu bestimmt, veröffentlicht zu werden: Ende Januar 2004, ich lerne eine Frau im Internet kennen, im Chat-Raum einer Musiktauschbörse. Sie spricht mich an ob ich "Gothic" bin, da ich mich dieser schwarzen Musikszene zugehörig fühle und ich nach der entsprechenden Musik gesucht habe, erwidere ich das Gespräch. Ihr Name ist #### und sie kommt aus Süditalien. Wir unterhalten uns im Internet noch ein paar Wochen und stellen viele Gemeinsamkeiten und gleiche Interessen fest. Während der Semesterferien im März 2004 lädt sie mich für ein langes Wochenende zu sich ein, in ####### bei Bari, Süditalien.
Wir begegnen uns an einem Donnerstag Abend am Bahnhof in Bari. Mir fällt sofort auf, daß sie einen ähnlichen langen schwarzen Damenmantel wie ich trägt - und das sie um die 10 bis 15 Jahre älter ist als ich (ihr wahres Alter hat sie mir nie verraten). Sie weiß nichts von meiner weiblichen Seite und sieht in mir einen jungen Mann mit langen blonden Haaren. Wir sind uns gleich sympathisch. Noch in derselben Nacht kommt es zu meinem ersten sexuellen Kontakt. Ich bin vollkommen überfordert und gelähmt von den neuen Eindrücken und breche das Ganze ab, auch weil wir keine Kondome benutzen. Sie hat sehr schnell mitbekommen, daß das mein erstes Mal ist und war darauf auch nicht vorbereitet.
Dennoch verbringen wir ein paar schöne Tage bei ihr in Süditalien. Ich genieße einige Momente: An einem Strand, der für Partnertausch bekannt ist, sprechen uns zwei Männer an, sie wollen die zwei jungen blonden Frauen kennenlernen. Sie muß ihnen erklären, daß ich keine Frau bin. An einer Ampel halten ein paar junge Männer auf ihren Mopeds neben unserem Auto und bemerken die zwei "Blondinen" darin, #### und ich küssen uns und geben damit vor, ein lesbisches Pärchen zu sein. Abends fährt sie mit mir zu sich nach Hause zurück, sie ist etwas angetrunken und bekifft (auch meine erste, einzige Drogenerfahrung), sie meint, das ist OK, die Polizisten würden im Dunkeln niemals zwei junge Frauen anhalten.
Es kommt die Nächte noch zu weiteren sexuellen Kontakten, aber ich habe immer das Gefühl, das ist nicht das was ich will. Ich muß dabei zwangsweise immer die männliche Rolle annehmen, da die "Steckverbindung" nun mal nur so in die eine Richtung funktioniert. Ich wünschte, wir wären einfach nur ein lesbisches Paar, aber ich habe nicht den Körper dafür - und sie hat bis zu diesen Zeitpunkt auch überhaupt keine Ahnung von meiner wahren Natur.
Ich verlasse sie nach dem Wochenende an einem Montag Mittag am Bahnhof in Bari. Für sie ist es ein Abschied für immer und sie ist fest überzeugt, ich werde sie vergessen. Ich bin der Meinung, ich werde sie bald wiedersehen und habe mich irgendwie in sie verliebt.
Der Kontakt bricht sehr schnell ab, sie ist immer weniger online im Internet und ich habe das Gefühl, sie geht mir aus den Weg. Die Zurückweisung führt zu Kränkungen und bei den wenigen Internet-Chats, die wir noch zusammen führen, werden wirklich sehr verletzende Worte gewechselt. Ich bin enttäuscht von dem Ganzen und dem Ende und bereue, daß ich mich auf das Wochenende mit ihr eingelassen habe.

[24.12.14 / 00:09] Noch ein kurzer Auszug: Im Herbst 2004 lebe ich mehr und mehr an den Wochenenden als Frau und beginne von Wernigerode aus, mit dem Auto in die Discos und Clubs nach Leipzig zu fahren. Der Moment, das erste Mal als Frau am Abend durch die Leipziger Innenstadt zu laufen und mein Spiegelbild in den Schaufenstern zu sehen, ist sehr bedeutend für mich. In der Disco lerne ich (als junge Frau) die ersten Männer kennen (nur harmlose Gespräche).

[22.12.14 / 00:03] Ein weiterer Auszug aus meinem Lebenslauf: Oktober 2005 will ich noch viel mehr offen als Frau leben, gehe als Frau zu den Vorlesungen, kaufe als Frau Sachen zum Anziehen in den Geschäften, nehme meine ersten Therapiestunden bei einem Psychiater in #########. Ich bin transsexuell. An der Hochschule habe ich damit kein Problem, ich habe keinen Kontakt zu den anderen Kommilitonen und lebe mein eigenständiges Leben. Getrieben von dieser neuen Entwicklung, erzähle ich auch erstmals #### (eine alte Freundin, Anmerkung der Redakteurin) in einem unserer seltenen gewordenen Gespräche, von meiner Neigung als Frau leben zu wollen. Für sie bin ich ab jetzt (so gut wie) ein Perverser und der Kontakt bricht vollkommen zusammen. Auf diese extreme Reaktion war ich wirklich nicht vorbereitet - diese tiefe Enttäuschung, dieses Trauma, diesen bitteren Vertrauensverlust werde ich niemals verarbeiten und das begleitet mich bis jetzt. (...) Nach diesen beiden Erlebnissen beende ich mein kurzes Vollzeit-Leben als Frau, breche die Therapie ab und lebe wieder ein Pseudo-Leben als Mann, das sich einfach nicht richtig und leer anfühlt. Ich bin wieder da, wo ich schon mal war und warte auf den biologischen Tod.

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Kommentar:

[05.12.22 / 17:34] Daniele1992: Hallo Morgana

Mail ist heute rausgegangen

LG Daniele

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße

Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße

Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg

Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,

vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.

Herzlich

Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.

Herzlich

Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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