morgana81 - gothic transgender AWAY WITH YOU - Covid‑19 pandemic 2020‑2022 🎈

"Niemand hat gesagt, daß es einfach wird." Kurz nach 3 Uhr nachts suche ich wieder den Badezimmerschrank nach Schlaftabletten ab.

[05.11.20 / 14:58] "Niemand hat gesagt, daß es einfach wird." Kurz nach 3 Uhr nachts suche ich wieder den Badezimmerschrank nach Schlaftabletten ab. Die letzten Nächte waren gemischt, einige vollkommen normal - mit um Mitternacht Einschlafen und um 8 oder 9 Uhr wieder Aufwachen - andere hingegen schwer ... mit Alpträumen, stundenlangen "Gedankenrausch-Phasen", langes Wachliegen und Herumdrehen. Ich will von dem Zeug wegkommen, jedes Mal, wenn ich eine von meinen Tabletten einwerfe, für gewöhnlich so zwischen 2 oder 4 Uhr die Nacht, bin ich den nächsten Tag kurz vor Mittag, beim Aufwachen, extrem träge, mürrisch, mies gelaunt - und es dauert noch Stunden bis in den frühen Nachmittag, bis ich wieder halbwegs normal in meinem Kopf bin.
"Die letzte Tablette! Es gibt keine mehr! Da mußt du jetzt durch!" Das letzte Viertel der mit der Rasierklinge gestückelten Antidepressiva- und Schlaftablette werfe ich erneut gegen 2 Uhr nachts, vor dem Badezimmerspiegel stehend, ein. Die Wirkung verpufft geradezu, zurück im Bett liegend, unter dem ganzen Streß, es könnte meine letzte gewesen sein und da ist keine mehr im Medizinschrank im Badezimmer. Was mache ich, wenn ich wirklich mal eine brauche? Panik, Gedanken. Irgendwann schlafe ich trotzdem ein.
Die zweite Runde, etwa 24 Stunden später: "Die Packung ist leer! Es ist alles weg! Da sind jetzt wirklich keine mehr!" Ich lege mich die folgende Nacht schon kurz nach Mitternacht in mein Bett, an meinem Plan, alle Geräte mit Bildschirm schon vor 0 Uhr auszuschalten, halte ich mich - ich habe sogar den Dark Mode auf meinem Smartphone aktiviert, mit Zeitschaltung! (Und ebenso wie auch den Fernseher und den Computer dann ausgeschaltet.)
Hin- und herwälzen, ständig erneut von Null bis Hundert zählen, die Atmung anpassen und verlangsamen, jedes Mal ein "Gedankenstop!" laut denken, sobald die Gedanken wieder anfangen zu kreisen. (Die üblichen Themen, was wird aus mir ohne Arbeit und Beruf, ohne Geld und ohne soziale Kontakte?) 2 Uhr nochwas: Da im Schrank im Badezimmer liegen irgendwo noch solche leichten Tabletten aus der Drogerie, die noch nie gewirkt haben. Ich stehe auf, gehe ins Badezimmer, schalte das Licht vor dem großen Spiegel ein, öffne das Schränkchen neben dem Waschbecken und suche nach der Packung ... alles vollgekramt, irgendwo dahinten ist sogar noch eine - wahrscheinlich leere - Schachtel mit dem anderen, härteren Zeug. Ich breche eine Tablette aus der Packung mit dem leichten Drogerie-Zeugs.
Zurück im Bett ... hin- und herwälzen, ständig erneut von Null bis Hundert zählen - hatte ich das nicht eben gerade schon? 3 Uhr die Nacht: Ist die Packung mit den anderen Schlaftabletten wirklich leer? Das klang nicht so, als ich die vorhin in der Hand hatte und mal geschüttelt habe. Zurück ins Badezimmer, geradezu ein sich seit Jahren festgefahrenes, allnächtliches Ritual. Ich räume mitten in der Nacht das Regal in dem Badezimmerschrank neben dem Spiegel und dem Waschbecken leer. Es ist voller Pappschachteln mit den unterschiedlichsten Tabletten, Pillen und Mittelchen gegen alles was mich so plagt (Erkältungszeugs, Schmerzmittel, leicht und heftig, diverse Cremes gegen alle möglichen Haut-, Nagel- und Schleimhautpilze - mein Immunsystem ist definitiv runter).
Ich öffne die hervorgekramte Packung mit den schlaffördernden Antidepressiva - und da sind wirklich noch zwei Blister drin. Zweimal zehn Stück, umgerechnet auf jede Tablette auf ein Viertel durchgebrochen, könnte ich damit noch die nächsten 80 Tage bzw. Nächte durchkommen. Und so hat sich mein Vorhaben, in den kalten Entzug zu gehen, in Luft aufgelöst. Alles beim alten, keine Veränderung, ich habe nicht mal zwei Nächte durchgehalten.

[01.11.20 / 12:35] Corona Lockdown 2020 #IchBinDieseRisikogruppe - Ich werfe jetzt einfach mal so einen Hashtag in den Raum. Mein Immunsystem ist durch die schweren MS-Medikamente, die ich nehme, ständig auf einem bedenklich (wenn nicht sogar gefährlich) niedrigen Niveau ... keine Ahnung, ob das jetzt vom medizinischen Standpunkt aus für oder gegen ein "erhöhtes" Risiko spricht. (Der Hashtag kann von allen weiterverwendet werden.)

[27.10.20 / 23:13] Ein paar Wochen nach der letzten IPL-Behandlung, das Telefonat den Tag. Ich mache für die nächste Zeit keine weiteren Termine mehr, auf der linken Wange habe ich nur ein einziges, dunkles Haar entdeckt ... und außerdem werde ich für die nächsten Wochen (oder Monate?) wohl nicht mehr aus dem Haus gehen wollen (die Viruspandemie). In spätestens fünf Jahren werden sich wieder genug neue, dunkle Haare "zusammengerottet" haben (die Heilkräfte des eigenen Körpers nicht unterschätzen) und dann kann ich eine weitere, kosmetische Haarentfernung starten.

[21.10.20 / 15:55] ...oder etwa doch nicht? Der Brief mit dem Datum meiner bevorstehenden Reha überrascht mich nicht wirklich - mit einer etwas längeren Wartezeit habe ich gerechnet (es sind noch drei Monate). Aber was sich da gerade herauskristallisiert ... es ist gar keine "psychische" Reha - es ist eine neurologische Rehabilitation. Es geht hier nur um meine kognitiven Beeinträchtigungen - also die MS-typische Fatigue.

Bin ich am Ende vielleicht gar nicht verrückt? Wurde ich nur in diese Richtung gedrängt und abgeschoben? Die letzten Nächte waren wieder sehr intensiv, Mitternacht ins Bett gehen, fünf oder sechs Stunden wach liegen und grübeln, fünf oder sechs Stunden anschließend schlafen - bis Mittag. Zeit genug, um über alles nachzudenken.
Was, wenn ich ganz am Anfang, als ich mit der Arbeitsstelle in der Ingenieur- und Softwarebranche angefangen habe und mir mit meinen neuen, übertragenen Aufgaben viel Zeit gelassen habe - um alles ganz genau und richtig zu machen, die Arbeitsschritte dreimal zu wiederholen, alles noch einmal zu überprüfen - weil ich wußte, ich mache Fehler mit meiner nicht so guten Konzentration ... und das irgendwie vom Management negativ aufgenommen wurde? Das ich MS habe, habe ich lieber als furchtbares Geheimnis für mich behalten [Anm. der Verfasserin, fast bis zum Schluß, aber da war es schon zu spät].
Die Abwärtsspirale setzt sich in Gang: "Frau K. macht zu viele Fehler. Frau K. hält die Termine nicht ein." (Frau K. übertragen wir ab jetzt keine Aufgaben mehr.) In tödlicher Langeweile ziehe ich von da an, frustriert und demotiviert, nur noch "Kreise mit dem Mauszeiger" auf dem leeren Arbeitsbildschirm. Weiter die nächsten Wochen, Monate, Jahre, unzählige schlaflose Nächte, Depressionen, Selbstmordgedanken ... jeden Tag mit dem Auto durch diese gespenstische Baumallee auf dem Weg zur Arbeit fahren. Frau K. muß von ihrem Arbeitsplatz entfernt werden.
Die Geschichte läßt sich in meinen Tagebucheinträgen nachlesen, mir wurde nahegelegt, mich auf unbestimmte Zeit krank schreiben zu lassen, mich in eine psychiatrische Klinik einweisen zu lassen und danach (ein halbes Jahr später), mit enormen psychischen Druck und vollgepumpt mit Psychopharmaka, "freiwillig" den Aufhebungsvertrag zu unterschreiben. Immerhin, ich bin aus diesem Scheiß Laden (ein nicht näher genannter, großer, deutscher Technologiekonzern) raus. Es stört mich nur, daß ich so behandelt wurde, wie Menschen mit MS noch einige Jahrzehnte vorher, abgeschoben in Heilanstalten und Kliniken, zusammen mit all den anderen psychisch Kranken, reduziert auf die Stufe des: "Für die produktive Gesellschaft nicht mehr tragbar." (Oder von keinem Nutzwert.)

Ich verbringe wirklich viele Stunden die Nächte mit Nachdenken. Das ich auch noch eine transsexuelle Frau bin - die in diese ultrakonservative (und in Teilen erschreckend faschistoide) Gesellschaft weder hineingehört, noch in dieser erwünscht wird, ist nur der dritte Pfeiler in meinem ganzen Gedankenkonstrukt.

Die Gesellschaft ist nur so stark, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht.

[14.10.20 / 15:59] Ich werde weiter von meinen Dämonen getrieben - habe ich die eine Nacht mit den Gedankenechos noch ohne Tabletten überstanden, sieht es die darauf folgenden zwei Nächte anders aus. Die erste der beiden Nächte hänge ich bis 4 Uhr morgens vor dem Computer, kann mich von der Arbeit nicht trennen. Den Nachmittag habe ich angefangen, ein Offline-Handbuch für ein paar PHP-Funktionen zu schreiben, gegen 22 Uhr wieder alles verworfen, in den Papierkorb auf dem Desktop geschreddert - und alles noch einmal von vorne angefangen ... bis in die frühen Morgenstunden. Ich brauche den schnellen Zugriff zum Nachlesen auf die Verschlüsselungsfunktionen, um bei der Programmierung meines Mailprogramms mit dem nächsten Sprint anzufangen - die Art und Weise, wie ich am Anfang (2013) die Schlüsselverwaltung konzipiert habe, ist einfach nicht mehr tragbar, sicherheitstechnisch stark bedenklich und muß dringend modernisiert werden. Erst dann kann ich mein Programm als Open Source im Internet freigeben, bzw. veröffentlichen. Ich schalte den Computer aus, schirme das kleine Dachbodenfenster mit einem Handtuch vor dem Tageslicht in wenigen Stunden ab und werfe einer meiner auf ein Viertel geteilten Antidepressiva-Tabletten ein. Ich weiß, das Licht des Computermonitors ist nicht wirklich förderlich zum Einschlafen.
Die zweite Nacht ... die beschissene. Nächte, wie diese suchen mich permanent seit letztes Jahr heim. Das Bild in meinem Kopf - ist immer da. Ständig. Eingebrannt. Ich werde es nicht los, sehe es immer wie auf einer Folie vor mir, während ich normal weiterlebe und meine Umwelt wahrnehme. [Vorsicht Trigger!] Er liegt auf mir, zerquetscht mich mit seinem Gewicht, versucht in mich einzudringen, bereitet mir Schmerzen - und ich kann mich nicht wehren. Die ersten zwei Stunden, zwischen 1 und 3 Uhr die Nacht, liege ich auf meiner Grübelcouch vor dem ausgeschalteten Fernseher und versuche die Geschehnisse von diesem Tag im Juli des vergangen Jahres (2019) aufzuarbeiten, das Trauma der Vergewaltigung zu bewältigen. Ich baue meine Gedanken weiter auf ... was wäre, wenn er es doch geschafft hätte, die Wohnungstür mit voller Wucht aufzubrechen, nachdem ich ihn nach seiner Tat rausgeworfen hatte? In früheren Gedankenexkursionen hätte er sich bei mir entschuldigt, weil er mich ja liebt. Aber so in seinem Rausch mit dem ganzen Alkohol und den Drogen - und er war wütend: Er bricht die Wohnungstür auf, sieht mich, stürmt auf mich zu, verpaßt mir ein paar Faustschläge, ich falle zu Boden, er holt aus meiner Küchenecke direkt daneben das kleine, spitze Messer und sticht mehrmals auf mich ein - bis ich blutüberströmt in meiner Wohnung liege ... halbnackt.
Meine Gedankenvorstellung geht weiter, natürlich habe ich das alles überlebt und konnte per Telefon Hilfe suchen. Zurück in die Realität, auf meine Couch mitten in der Nacht ... auf Drogen könnte ich ihm alles zutrauen. Warum hast du nicht einfach auch zu weinen angefangen, als du mich weinen gesehen hast? Das wäre das einzig schöne Ende gewesen. 3 Uhr nach Mitternacht, ich breche meine Gedankenschleife ab und versuche mich von der Couch in mein Bett zu legen ... ich bin so tief drinnen, in meinem realen Alptraum, daß auch das Einschlafen die weitere Nacht nicht richtig funktioniert. Ein neues Viertel der Tablette einwerfen, warten ... im Bett hin- und herwälzen. "Ach, scheiße..." Zurück ins Bad, das Licht vor dem großen Spiegel anschalten, mir neben den weißen Waschbecken mit der Rasierklinge das nächste Viertel der schlaffördernden Antidepressiva herausbrechen und einwerfen. Blick in den Spiegel, die wild zusammengewuschelten, langen, blonden Haare, die dunklen Augenringe ... wenigstens keine Tränen. Es ist 4 Uhr den Morgen und ich klemme erneut, zurück in dem Dachbodenzimmer mit meinem Bett, das große Badehandtuch in die Ritzen rings um das kleine Dachbodenfenster. Das Tageslicht und den Tageslärm in den nächsten Stunden abschirmen.
Der Tag darauf ... wie immer, ich wache zugedröhnt kurz vor 12 Uhr mittags auf. Es ist in meinem Zimmer dunkel (es sind ja auch alle Fenster zugezogen), von draußen dringt nur der omnipräsente und immerwährende, dumpfe Verkehrslärm herein, ständiges Bremsen und Anfahren der schweren LKWs im Sekundentakt an der Ampelkreuzung ein paar Meter neben mir, auf der stark befahrenen Bundesstraße dicht am Haus. Nachts ist die Ampel auf blinkendes Gelblicht umgeschaltet, dann rauschen die Schwerlaster nur im Fünfzig-Sekundentakt an mir vorbei, mich trennt nur ein weiteres Zimmer und die Hauswand.
Ich nehme das Duschhandtuch von dem Dachbodenfenster, ein Blick raus, es ist düstergrau bewölkt, unmittelbar bevor in wenigen Momenten ein naßkalter Regen diesen trüben Herbsttag einsetzt. Ich weiß, ich bin anfällig für Winterdepressionen, das mit dem die Nächte vor dem Computer sitzen, kann ich kontrollieren, darauf habe ich Einfluß und ich war den Sommer schon auf dem besten Weg: Kein Computer oder Fernsehen nach Mitternacht! Die andere Sache, das mit dem Trauma - und es ist so eine richtig echte Gewalterfahrung - dagegen kann ich alleine nichts machen. Das ist eben passiert. Hast du eben Pech gehabt. Damit muß ich jetzt leben. Es wird mich auch die nächsten Jahre immer wieder verfolgen.

Zu etwas Erfreulichem: Mein Reha-Antrag ist durch! Ich darf jetzt eine vierwöchige, psychosomatische Kur machen (klingt auch viel besser als "vier Wochen stationär in der Geschlossenen"). Wie das gerade mit der latent vorhandenen und erneut ausbreitenden Viruspandemie geregelt wird, weiß ich noch nicht. (Und noch etwas Erfreuliches, ich habe neue Leute kennengelernt und war sogar das letzte Wochenende "draußen", gemeinsam etwas essen, ein wenig zusammen unterhalten, Menschen treffen ... aus der selbstauferlegten Isolation ausbrechen!)

Es geht weiter...

[10.10.20 / 02:37] Ich bin ein Kaktus - du kannst mich gießen, du kannst mich ins Fensterbrett stellen, kannst dich an mir erfreuen, vielleicht blühe ich auch mal ... aber ich werde dir nie etwas geben, dich immer nur stechen.

Und so verbringe ich mittlerweile schon Jahrzehnte die Nächte auf meiner Grübelcouch - ich bin das toxische Element in der Beziehung, unfähig, eine einzugehen oder eine aufrechtzuerhalten. Wälzend in Selbstmitleid oder in der Märtyrerrolle, bis ich von mir selbst angewidert bin ... und ich war an diesem Punkt schon vor sechzehn Jahren. Immer wieder falle ich in diese Gedankenschleife, mindestens eine Nacht die Woche - immerhin, das waren mal viel mehr. Die Person, um die es geht, lebt schon lange nicht mehr, sie ist für mich tot ... es fällt mir nur schwer, das zu akzeptieren, langsam zu realisieren.
"Recht auf Vergessen" - Wie gehe ich damit um, wenn jemand vergessen werden will und ich die Erinnerungen nicht einfach so auslöschen kann? Was mache ich, wenn ich zwar konsequent keine Annäherungsmomente an Frauen zulasse, ich aber in meinen Verhältnissen und Liebschaften zu den Männern trotzdem immer wieder in die alten und destruktiven Muster zurückfalle? Männer sind nicht immer so robust, daß sie mich (gefühlsmäßig) aushalten. Bin ich wirklich einfach nur emotional verkrüppelt und stark traumatisiert oder einfach nur ... autistisch? "Kombinierte Persönlichkeitsstörung." (Mit Depressionen und allem drum und dran.)
So viele schlaflose Nächte ... Punkt 1: Die "Grübelcouch" - schon eine Verbesserung, ich halte das Bett gedankenfrei. Punkt 2: Im Bewußtsein klar werden - du kannst die Probleme auch nicht lösen, wenn du die ganze Nacht darüber nachdenkst! (Schreib sie einfach auf! Ja ... geh an den Computer!) Punkt 3: Noch eine Tablette einwerfen...
Die Packung schlaffördernder Antidepressiva neigt sich dem Ende entgegen, ich glaube, das Zeug nehme ich jetzt schon, mehr oder weniger ununterbrochen, seit vier Jahren. Die Dosis ist seit einiger Zeit von mir auf ein Viertel reduziert, ich nehme den letzten Rest auch nur noch jede zweite oder dritte Nacht. Wenn die Schachtel aufgebraucht ist - gehe ich dann in den kalten Entzug? (Immerhin, mein Körpergewicht liegt wieder dauerhaft unter 60 kg, ich habe wieder meine magische "58" auf der Waage erreicht!)

Gedanken ... Gedankenschleife ... Gedankenecho ... immer wieder Nacht für Nacht - ich bin es leid und breche einfach aus.

(Und es geht auch ohne Tabletten ... Nachtrag Sonnabend kurz vor Mittag wieder wach, zwar mies gelaunt, aber ohne den ganzen "Matsch im Gehirn.")

[08.10.20 / 19:48] Ich habe jetzt einen PayPal.Me-Link ... das Jobcenter drückt sich weiter um die Entscheidung, ob mein neuer Hartz-IV-Antrag bewilligt wird, oder nicht - schon seit fünfeinhalb Wochen überfällig! Die Zimmer auf dem Dachboden sind saukalt (19-20°C - zu geizig, um zu Heizen) und ohne Stütze vom Staat kann ich mir keine Designer-Klamotten kaufen und auch nicht meine Musiksammlung um ein paar Alben mehr aufstocken (ich will irgendwann die 500 erreichen, momentan sind es um die 340). Wer spenden will, gerne (vielleicht revanchiere ich mich dafür mal mit einem "Damenbesuch").

PayPal.Me-Link über eMail anfragen

Update am 13.11.2020: "Grundgütiger! Das macht ja wirklich jemand." Vielen Dank an die unbekannte Spenderin. Der Betrag geht zur einen Hälfte in ein Soli-Ticket für die Clubs in Leipzig und zur anderen in ein oder zwei Musikalben für meine Sammlung - aber erst nach meinem Geburtstag in anderthalb Wochen.

[02.10.20 / 15:40] Ich habe vielleicht das Mysterium gelöst, warum ich seit über einem Jahr keine Mails mehr vom root bekomme und auch sonst keine Server-internen Mails. Die letzten zwei Wochen habe ich etwas an meiner Mail-Software gearbeitet und u.a. eine "Alias-Funktion" eingebaut - die Benutzer auf meinem Mailserver können jetzt ihre Alias-Adresse auch zum Senden verwenden (sie wird nur als Bestandteil des persönlichen Namens neben der eigentlichen Mailadresse aufgeführt). Sechs Tage programmieren, drei Tage ausgiebiges Testen - ich bin als ausgebildete Systemtesterin vom Fach.

SMTP connect() failed. https://github.com/PHPMailer/PHPMailer/wiki/Troubleshooting

Die Testmail wurde nicht versendet ... kann es sein, daß ich seit längerer Zeit auf meinem Server überhaupt gar keine Mails mehr versenden kann? Die über die Fehlerausgabe angegebene Internetadresse des PHPMailer-Projektes und die zusätzlich eingeschaltete Debug-Ausgabe im PHP-Skript hilft mir auch nicht unbedingt weiter:

$mailer->SMTPDebug = SMTP::DEBUG_SERVER;

SMTP Error: Could not connect to SMTP host.

Zwei Computermonitore, der linke mit der Webmail-Oberfläche im Browser, der rechte mit einem Fenster des Texteditors (für die PHP-Skripte) und ein offenes Terminalfenster für die SSH-Sitzung als root auf meinem Mailserver. Ein Blick in die laufenden Logfiles des Exim als verwendeter MTA bringt mehr Erkenntnis:

# less /var/log/exim4/mainlog
[...]
2020-10-01 20:16:15 TLS error on connection from mail.oNsOcSmPaAiMl.net (www.oNsOcSmPaAiMl.net) [212.227.193.212] (gnutls_handshake): A TLS fatal alert has been received.

Aha ... ein Fehler im GnuTLS Handshake ... was immer das auch zu bedeuten hat. Ich bin jetzt wenigstens auf der richtigen Spur. Den Exim hatte ich letztes Jahr so konfiguriert, daß er für die TLS-Verschlüsselung einfach die Zertifikate vom Apache übernimmt ... aus dem profanen Grund, die für den Webserver sind die einzigen "nicht selbst signierten" Schlüssel, die ich besitze.

# nano /etc/exim4/conf.d/main/00_exim4-config_localmacros
[...]
MAIN_TLS_ENABLE = yes
MAIN_TLS_CERTIFICATE = /etc/apache2/ssl/oNsOcSmPaAiMl.net_ssl_certificate.cer
MAIN_TLS_PRIVATEKEY = /etc/apache2/ssl/oNsOcSmPaAiMl.net_private_key.key

Ich könnte jetzt einfach die TLS-Verschlüsselung deaktivieren - wozu brauche ich die, wenn der SMTP-Dienst und der Webserver mit dem Webmail auf derselben Maschine laufen? Aber ich weiß, konfiguriere ich mein Webmail so, daß zum Senden der Mails ein fremder SMTP-Server verwendet wird, läuft alles problemlos, auch die TLS-Verschlüsselung. Nur bei mir nicht, auf meinem Server. So schnell gebe ich nicht auf...

Recherche im Internet, das GnuTLS-Projekt. Ich installiere auf meinem Mailserver die passenden Pakete, die auch ein Testprogramm enthalten und starte anschließend einen neuen Verbindungsversuch zum SMTP-Dienst (hier noch auf dem internen Port 25, Port 587 für STARTTLS wird in meiner Konfiguration für externe Mailprogramme, wie dem Thunderbird verwendet).

# apt-get install gnutls-bin
# gnutls-cli -s -p 25 smtp.oNsOcSmPaAiMl.net
Processed 126 CA certificate(s).
Resolving 'smtp.oNsOcSmPaAiMl.net:25'...
Connecting to '212.227.193.212:25'...

- Simple Client Mode:

220 mail.oNsOcSmPaAiMl.net ESMTP Exim 4.92 Thu, 01 Oct 2020 18:25:29 +0200
ehlo boo
250-mail.oNsOcSmPaAiMl.net Hello mail.oNsOcSmPaAiMl.net [212.227.193.212]
250-SIZE 52428800
250-8BITMIME
250-PIPELINING
250-AUTH LOGIN PLAIN
250-CHUNKING
250-STARTTLS
250-PRDR
250 HELP
starttls
220 TLS go ahead
*** Starting TLS handshake
- Certificate type: X.509
- Got a certificate list of 1 certificates.
- Certificate[0] info:
- subject `CN=*.oNsOcSmPaAiMl.net', issuer `CN=Encryption Everywhere DV TLS CA - G1,OU=www.digicert.com,O=DigiCert Inc,C=US', serial 0x0d3a7ce1dde5597fa9b415bf288cc097, RSA key 2048 bits, signed using RSA-SHA256, activated `2020-03-07 00:00:00 UTC', expires `2021-03-07 12:00:00 UTC', [...]

- Status: The certificate is NOT trusted. The certificate issuer is unknown.
*** PKI verification of server certificate failed...
*** Fatal error: Error in the certificate.
*** Handshake has failed

Und wieder ein kleines Stück weiter ... zumindest weiß ich jetzt, woran das Ganze hängt: der Herausgeber des Zertifikats ist unbekannt. Es fehlt möglicherweise nur das Wurzelzertifikat der Zertifizierungsstelle - auf Englisch: "CA - Certificate Authority." [Anm. der Verfasserin: die aufmerksame Leserin erkennt an dem Zeitstempel, daß ich diese Vermutung schon fast zwei Stunden vorher hatte.]

Ich suche auf der Internetseite des Anbieters für die Zertifikate (https://www.digicert.com/kb/digicert-root-certificates.htm) nach dem passenden Wurzelzertifikat mit dem Titel "Encryption Everywhere DV TLS CA - G1" - warum dieses Zertifikat nicht in dem Debian-Paket ca-certificates enthalten ist, weiß ich nicht. Vielleicht ist es zu alt, vielleicht ist die Schlüssellänge nicht ausreichend, vielleicht wurde es kompromittiert oder steht irgendwo auf einer ominösen certificate revocation list. Egal, jetzt ist es auf meinem Server (ich quelle geradezu über vor "Selbstexpertise", ohne wirklich Ahnung zu haben ... ich hab' studiert).

# mv /home/andrea/EncryptionEverywhereDVTLSCA-G1.pem /usr/share/ca-certificates/
# mv EncryptionEverywhereDVTLSCA-G1.pem EncryptionEverywhereDVTLSCA-G1.crt
# chown root:root EncryptionEverywhereDVTLSCA-G1.crt
# dpkg-reconfigure ca-certificates

Letzterer Befehl macht irgendwie dasselbe wie der Befehl: "update-ca-certificates" - nur muß das Zertifikat mit dem öffentlichen Schlüssel im lesbaren PEM-Format vorliegen und die Dateiendung ".crt" besitzen, um in die Gemeinde aufgenommen zu werden. Ein Blick in das Verzeichnis auf dem Mailserver und die Überprüfung der Konfigurationsdatei bestätigt die erfolgreiche Installation:

# ls -l /etc/ssl/certs/
[...]
lrwxrwxrwx 1 root root 34 Oct 1 22:11 44a62f50.0 -> EncryptionEverywhereDVTLSCA-G1.pem
lrwxrwxrwx 1 root root 61 Oct 1 22:11 EncryptionEverywhereDVTLSCA-G1.pem -> /usr/share/ca-certificates/EncryptionEverywhereDVTLSCA-G1.crt

# nano /etc/ca-certificates.conf
[...]
EncryptionEverywhereDVTLSCA-G1.crt

(Zertifikat in der Datei ohne '!' am Zeilenanfang.)

Wird es funktionieren? Ich bin aufgeregt und starte den zweiten Versuch mit dem Testprogramm für die verschlüsselte Verbindung zum SMTP-Dienst auf meinem Mailserver:

# gnutls-cli -s -p 25 smtp.oNsOcSmPaAiMl.net
Processed 127 CA certificate(s).
Resolving 'smtp.oNsOcSmPaAiMl.net:25'...
Connecting to '212.227.193.212:25'...

- Simple Client Mode:

220 mail.oNsOcSmPaAiMl.net ESMTP Exim 4.92 Thu, 01 Oct 2020 22:18:55 +0200
ehlo boo
250-mail.oNsOcSmPaAiMl.net Hello mail.oNsOcSmPaAiMl.net [212.227.193.212]
250-SIZE 52428800
250-8BITMIME
250-PIPELINING
250-AUTH LOGIN PLAIN
250-CHUNKING
250-STARTTLS
250-PRDR
250 HELP
starttls
220 TLS go ahead
*** Starting TLS handshake
- Certificate type: X.509
- Got a certificate list of 1 certificates.
- Certificate[0] info:
- subject `CN=*.oNsOcSmPaAiMl.net', issuer `CN=Encryption Everywhere DV TLS CA - G1,OU=www.digicert.com,O=DigiCert Inc,C=US', serial 0x0d3a7ce1dde5597fa9b415bf288cc097, RSA key 2048 bits, signed using RSA-SHA256, activated `2020-03-07 00:00:00 UTC', expires `2021-03-07 12:00:00 UTC', [...]

- Status: The certificate is trusted.
- Description: (TLS1.3)-(ECDHE-SECP256R1)-(RSA-PSS-RSAE-SHA256)-(AES-256-GCM)
- Options:
quit
221 mail.oNsOcSmPaAiMl.net closing connection
- Peer has closed the GnuTLS connection

Es hat funktioniert ... darauf erst mal zu kommen, daß es nur an dem fehlenden Wurzelzertifikat liegt! Gespannt verfolge ich im Terminalfenster die Ausgabe der Logfiles des Exim und sende erneut über mein Webmail eine Nachricht an mein anderes, externes Mail-Konto und "cc" eine Kopie an mich auf meinem Mailserver ... mit der Alias-Adresse als persönlicher Name.

# tail -f /var/log/exim4/mainlog
2020-10-01 22:37:34 1kO5KW-000U05-Ks <= andrea@oNsOcSmPaAiMl.net H=mail.oNsOcSmPaAiMl.net (www.oNsOcSmPaAiMl.net) [212.227.193.212] [...] id=lcyTg2P3RiTxy0u5wNB60kheQe5hOsXZLWXWCQKzx0@www.oNsOcSmPaAiMl.net
2020-10-01 22:37:34 1kO5KW-000U05-Ks => morgana@oscilloworld.de R=dnslookup T=remote_smtp [...] C="250 Requested mail action okay, completed: id=1MMX5T-1k5Att2ldf-00JlLB"
2020-10-01 22:37:34 1kO5KW-000U05-Ks Completed

"Juhu! Die Webmistress hat mir eine Mail geschickt!" In der Absenderadresse der eingegangen Mail taucht tatsächlich der Alias auf (was im übrigen vollkommen irrelevant für den SMTP ist):

"webmistress@oNsOcSmPaAiMl.net" <andrea@oNsOcSmPaAiMl.net>

Jetzt muß ich nur noch beobachten, ob die nächsten Tage und Wochen wieder neue Statusmeldungen intern über den Mailserver an mich gesendet werden (mit ganz viel "hochinteressanten" Lesestoff, so etwas wie exim paniclog und alles, was an root gesendet wurde).

Eine spannende Detektivgeschichte...

(Update zwei Wochen später, um 3 Uhr nachts: Ich glaube, jetzt habe ich es wirklich herausgefunden. Ich hatte letztes Jahr unbedarft die system_aliases aus der exim4-config herausgeschmissen ... natürlich konnte dann die Datei /etc/aliases nicht mehr gelesen werden und die systeminternen Nachrichten an root wurden seitdem nie wieder an meine Mailadresse weitergeleitet.)

[01.10.20 / 13:03] IPL-Nachbehandlung #14 (#31) - Es wird schwer, ein dunkles Haar zu finden. Die hellen Haare unter der Unterlippe sind gerade in einer optimalen Wachstumsphase und werden mitbehandelt, die hellen Haare am Kinn und die störenden am Mundwinkel sowieso. Noch spüre ich die Schmerzen, noch riecht es nach jedem Blitz nach verbrannten Haaren - aber für die nächste Behandlung habe ich noch keinen Termin. Die nächsten Wochen kann ich entscheiden, ob ich noch zwei oder drei weitere Behandlungen will (und ob ich die mir überhaupt noch leisten kann), dafür muß ich die nächsten 14 Tage mein Gesicht beobachten ... nach der letzten Behandlung waren da noch eine Vielzahl an kurzen und feinen, weißen Haaren - und fünf bis zehn dicke und lange helle Haare an der Wange und auf dem Kinn (die zum Entfernen).

[21.09.20 / 21:48] "Das Modell filmt sich selbst"

Kamera: Morgana LaGoth
Schnitt: Morgana LaGoth

www.oscilloworld.de/morgana81/

CC BY-NC-SA/4.0
MMXX

Laufzeit: eine Minute und fünfzig Sekunden.
Bildfrequenz: zwölf Bilder pro Sekunde.

Ich mache aus Pornos Kunst...

[17.09.20 / 20:07] "Die Vulva - eine kunsthistorische Betrachtung." Benutzte Werkzeuge und Techniken: Photoshop Version 6.0 aus dem Jahr 2000 mit dem Kunstfilter "Fresko" (Pinselgröße: 2 / Details: 8 / Struktur: 1) und der Bildeinstellung "Farbton/Sättigung" (Bearbeitungsmodus: Standard / Farbton: +15 von +180 / Sättigung: -50 von -100 / Lab-Helligkeit: -5 von -100). Schön zu sehen in der Bildkomposition ist die Anomalie. Der operativ verbliebene Rest des Schwellkörpers drückt bei sexueller Erregung das untere Ende der inneren Schamlippen zwischen dem Vorhof mit dem im dunklen gelegenen Harnröhrenausgang und dem in der darunterliegenden Falte verborgenen Eingang zur Neovagina, erhaben nach außen. Entstehungszeitraum des Bildes, etwa Spätsommer 2020. Das Modell filmt sich selbst während einer nächtlichen Erforschung der inneren Lüste.

Ich weiß immer noch nicht so recht, was ich mit dem Video von vor zwei Wochen machen möchte, vielleicht eine kleine Sequenz, Schwarz-Weiß und mit Rotoskopie - auf jeden Fall verfremdet. Die Idee mit dem Bildausschnitt und dem Blickwinkel auf meine Intimzone, im Stile des französischen Malers Courbet aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, habe ich schon länger ... ich stand auch schon vor dem Originalgemälde im Musée d'Orsay in Paris (und war da genauso fasziniert, wie jetzt).

Ich habe es getan ... ich habe ein Bild von ihr veröffentlicht!

[14.09.20 / 23:06] Habe ich eine non-binary Komponente? Auch wenn ich meinem Alter Ego den ganzen Mist, den ich erlebe, in meinen Tagebüchern abgeben kann, so sind dennoch Morgana und Andrea ein und dieselbe Person. Aber was ist mit meinen anderen Eigenarten? Die, die so gar nicht in das feminine Bild einer Transfrau passen wollen. Wenige Stunden den späten Sonntag Vormittag zuvor, waren meine Hände noch total beschmiert von dem dunklen Kettenfett, welches ich mühsam von den Speichenfelgen am Hinterrad mit der Zahnbürste (halbwegs) bereinigt habe. Ich müßte auch mal an meinem Motorrad die Zündkerzen wechseln, oder zumindest ausbauen und die Kontaktstellen abbürsten - wie das geht, steht alles in meinem Wartungshandbuch ... auf Englisch, für das amerikanische Modell.
Meine Gedanken gehen noch weiter ... seit einiger Zeit, irgendwann das letzte oder vorletzte Jahr, stelle ich mir folgende Situation vor (nur ein Gedankenexperiment): Was wäre, wenn ich meine Brüste abbinden würde - die so klein sind, daß es sehr einfach wäre - und meine alte Lederjacke anziehen würde - die aus meiner männlichen Vorzeit, die Jacke, die ich als einzige noch behalten habe, die ich nicht weggeben konnte oder wollte (zu viele Erinnerungen an 2004) - und wie ich dann so die Nacht, mit diesem männlichen Erscheinungsbild, einfach in einen Club ausgehe? Flirtend mit anderen Frauen (habe ich noch nie gemacht) und mit dem Wissen, ich bin eine postoperative Transfrau? Ich sehe da unten jetzt nicht so aus, wie du dir das vielleicht vorstellst...
Viele Gedanken dieser Art gehen mir durch den Kopf, als ich den Sonntag Abend mit meinem Motorrad durch die anbrechende Nacht und den Lichtern der Großstadt, und weiter auf der dunklen Landstraße, zurück nach Hause fahre.

Wer bin ich?

[08.09.20 / 16:01] Ein Bewerbungsgespräch in einer nicht näher genannten Behörde für eine nicht näher spezifizierte Teilzeitstelle im öffentlichen Dienst ... das erste nach neun Monaten. Wie immer, ich bin viel zu spät. Meine Kleiderwahl ist dieselbe, wie bei meinem allerersten Bewerbungsgespräch im letzten Jahr, eine schwarze Jeans, die Hexenschuhe und das schwarze Spitzentop - nur auf den silbernen Schmuck mit den grünen Steinen verzichte ich dieses Mal. Etwas Mascara und mein Ganesha-Anhänger. Brauche ich eine Jacke? Es scheint kühl zu sein, ich greife die einzige Jacke, die ich für den Spätsommer habe - meine Punkerkutte, die schwarze Lederjacke mit den Buttons und Aufnäher: Wird schon nicht auffallen. (Spätestens die Metall-Pins bei der Sicherheitskontrolle mit dem Metalldetektor.)
Die Fahrt im Auto dahin ... nicht auf die Uhr sehen, durch den zähen Verkehr um die Mittagszeit, ich werde garantiert nicht pünktlich erscheinen. "Scheiß drauf ... ihr könnt mich mal ... das ist eh nur eine Farce!" Bestimmt ist die Stelle in der Behörde schon längst intern vergeben und es werden nur noch für den Schein ein paar Kandidaten eingeladen, die niemals den Stellenanforderungen standhalten könnten, das kenne ich schon. Ein paar Ultra-Langzeitarbeitslose, vielleicht ein paar Ausländer - die gar nicht erst auftauchen - und so etwas wie mich, ewig krank, beschissenes Arbeitszeugnis, null Erfahrung.
Ich bin doch gar nicht so spät, die Sicherheitskontrolle in dem Gebäude geht schnell, den Korridor mit dem Zimmer habe ich auch in kürzester Zeit gefunden. Wie viele Minuten ich mich verspätet habe, weiß ich nicht (ich vermeide den Blick auf die Uhr), es sind bestimmt nur wenige Minuten.
Das Gespräch ... so wie ich es erwartet habe, "behördentypisch" ein Casting - die Gruppe sitzt zu fünft in einer Linie frontal mir gegenüber, ich nehme den Stuhl in der Mitte (meine Lederjacke habe ich so ausgezogen, daß sie nicht gleich auffällt). Aus meiner ersten Hartz-IV-Zeit 2009 bis 2012 kenne ich viele solcher Situation, nur stehe ich dieses Mal unter keinem Druck. Es ist mir egal, ob es etwas wird oder nicht (ich habe sowieso die Idee, mit meinen Servern in das Darknet umzuziehen und mir dort etwas eigenes aufzubauen).
Kurze Einleitung mit der ausgeschriebenen Stelle, das Monetäre und dann die Fachfragen: sie kommen überraschend und vielleicht unvorbereitet, aber meine Antworten sind ebenso schnell und ohne großes Nachdenken. Die Frage, welche PHP-Version ich nutze, ist interessant - natürlich weiß ich das, ich habe erst wenige Stunden zuvor den späten Abend an meiner Software etwas herumprogrammiert - und das Serverupgrade auf eine Versionsstufe höher ist auch noch nicht lange her.
Die Beteiligten wechseln sich ab, mal übernimmt der eine das Gespräch, mal die anderen - jetzt wieder der Hauptwortführer: "Hatten Sie eine Geschlechtsumwandlung?"
Was? Echt jetzt?
Zugegeben, vielleicht hat er auch das Wort Geschlechtsangleichung verwendet, aber das fragt doch keiner in so einem höchst seriösen Umfeld! Mental bin ich auf diese Sache immer vorbereitet, ich mache daraus kein Geheimnis, ich stehe dazu ... kein Problem. Aber was wäre, wenn er diese Frage einer anderen gestellt hätte? Nicht jede ist so defensiv und diplomatisch wie ich, jemand anders hätte sich in so einer Situation brutal angegriffen gefühlt und das Wort Diskriminierung geschrien (oder zumindest gedacht). Ich nicht, mir geht das alles am Arsch vorbei.
Weiter das Gespräch ... der Inhalt der Stellenbeschreibung ist unmöglich in Teilzeit zu schaffen, derjenige, der die dringende Arbeitskraft braucht, weiß das, ich weiß das. Die Personalverantwortlichen sind da eher taub oder blind oder beides ... alltägliches Arbeitsgeschehen. Ich kann spüren, daß sie mir die Komplexität der Arbeitsaufgabe nicht zutrauen ... vielleicht, weil ich eine Frau bin, vielleicht, weil ich niemals an so etwas gearbeitet habe. Mein Arbeitszeugnis fällt mir auf die Füße, besonders die eine Passage, die mich als totale Arbeitsverweigerin brandmarkt: "... die Arbeiten, die sie annahm."
Ich fühle mich wie in der Schlüsselszene in einer der letzten Folgen der vierten Staffel von "Better Call Saul", als Jimmy McGill der einen jungen Kandidatin nach einem Bewerbungsgespräch genau das sagt: "Du hattest nie eine Chance! Du kannst noch so gut qualifiziert sein, sie werden dich immer auf diesen einen Makel reduzieren und sich niemals für dich entscheiden!" Die Aussage trifft auf die Serienfigur zu, die Aussage trifft auch auf mich zu, ich drifte einfach weiter in die Unterwelt ab.
Wieder draußen, die Punkerkutte offen, die schwarze Sonnenbrille auf, ein Stück weit in die Innenstadt, Einkaufen gehen. Vielleicht ein paar nuttige Schuhe, vielleicht ein Duschbad passend zu dem Parfüm, um "den Freiern eine Geschichte zu erzählen." Ich habe in dieser Arbeitswelt nichts mehr zu suchen, gedanklich bin ich wieder in der Prostitution und der Halb-Illegalität angekommen.

[06.09.20 / 17:09] Der CSD in Magdeburg - als einer der letzten CSDs dieses Jahr, die trotz der Pandemie noch durchgeführt werden. Ich bin spät dran, mein Outfit habe ich mir zwar Tage zuvor schon gedanklich zurechtgelegt, aber bei der Entscheidung: "Handtasche oder Gürteltasche", hänge ich bestimmt 20 Minuten fest, probiere hin und her. "Ich bin eine Transe, die brauchen dabei etwas länger ... sind nie pünktlich und kommen immer zu spät!" Demobeginn ist 13 Uhr Sonnabend auf dem Alten Markt im Zentrum von Magdeburg, am Ortseingang drücke ich das Gaspedal runter und ärgere mich über den schlafmützigen Verkehr vor mir ... und gerate in eine Radarkontrolle, mit Blitz, knapp 60 km/h innerorts, präzise um 12:54 Uhr.
Mein Auto parke ich wenig später im Parkhaus des Einkaufszentrums in der Magdeburger Innenstadt (nicht, daß ich das Tempo weggenommen hätte), zu Fuß die paar Schritte zu dem Alten Markt mit dem Rathaus. Die ziemlich jungen Menschen mit den Regenbogenflaggen sind auch schon zu sehen ... geschätztes Durchschnittsalter ungefähr 20 Jahre (oder jünger). Ich laufe zu der Stelle, an der sich die Demotrucks sammeln, der CSD in Magdeburg in seinem zehnten Jahr ist eher überschaubar, vier oder fünf Trucks und bis zu 1000 Teilnehmer (es wurde von überall her mobilisiert).
Mein Outfit: mit der Jeggings und den Schnürstiefeln war ich mir schon lange sicher (ich nehme die Docs ohne Absatz, zum Latschen - aber mit purpurfarbenen Schnürsenkeln), alles oberhalb aber nicht. Bei Sonnenschein und warmen Temperaturen, das neue, grüne Kleid vom Frühjahr mit dem schwarzen Schlapphut - bei regnerischem und kühlen Wetter, mein "Trans Lives Matter" T-Shirt, die tarnfarbene Regenjacke und das schwarze Barett ... in Kombination mit dem kurzen Lederröckchen, irgend etwas zwischen militantes Auftreten und sexy Outfit (es wird dieses). Trans Liberation Army!
Die Demo startet verspätet, die paar Euro am Ortseingang hätte ich mir sparen können. Das Wetter ist bewölkt und ab und zu Nieselregen - aber die Stimmung ist top. Ich suche mir - wie immer - den letzten Demotruck in der Parade aus, den mit der besten Musik, mit DJ und Techno-Set. Der Zug setzt sich in Bewegung und kreuzt durch die Straßen von Magdeburg, die Crowd am hintersten Ende zieht ravend hinterher. Wie sehr habe ich das vermißt - endlich wieder tanzen!
Auf den Zwischenkundgebungen wird nochmal darauf hingewiesen: "Bitte alle mit Maske und Abstand." Aber der 1,50 Meter zwischen den Demoteilnehmern ist nur schwer einzuhalten, das mit der Maske sehe ich eher als Bonus - wann hat man schon die einmalige Gelegenheit, die ganze Demo vollkommen vermummt durchzuziehen? Ich unterstreiche mein militantes Auftreten mit der dicken Sonnenbrille und dem schwarz-weißen Baumwollschal unter dem Barett. Die Demo zieht weiter durch das Kneipenviertel, ein willkommener Stop, um in einem kleinen Geschäft noch schnell die nächste Ration Wasser / die nächste 0,3 l Wasserflasche zu kaufen.
15 oder 16 Uhr nochwas, der CSD ist zum Startpunkt wieder zurückgekehrt, es sind immer noch haufenweise junge Menschen dabei, auch dieses Jahr gibt es wieder ein Anschlußprogramm mit Bühne auf dem Alten Markt von Magdeburg ... nur sind es dieses Mal etwas weniger Stände - und der Stand mit den "Süßkartoffelpommes in Erdnußsoße" fehlt auch (auf den ich mich so sehr gefreut habe). Ab jetzt passiert alles zu zweit (nur meine männlichen Ex-Freunde schaffen es detailliert in meinen Blog).
Als Ersatz für die Süßkartoffelpommes muß eine Waffel mit dicker Kakao-Nougat-Creme herhalten. Das Programm auf der Bühne amüsiert mit zwei Dragqueens als Hosts (die mag ich), die Musik ist eher grenzwertig ... der eine Auftritt, den ich noch mitbekomme, ist zwar ganz OK, aber die dazwischen angespielte Musik - falsches Publikum (alle unter zwanzig). Wir verziehen uns in das nächste Kaufhaus.
In Leipzig würde ich auch gleich parallel dazu Einkaufen gehen, in Magdeburg versuche ich dasselbe, ich bin auf der Suche nach einer neuen Flasche Haarwäsche - die von meiner französischen Lieblingsmarke, zwar überteuert aber dafür Naturkosmetik und exquisit ausgewählte Inhalts- und Duftstoffe. Wiederum falsche Käuferstruktur in Magdeburg, weder das Kaufhaus mit der kleinen Parfümabteilung, noch die Drogeriekette (die es auch in Leipzig gibt) haben diese Marke im Sortiment. Abbruch der Einkaufstour, ehe wir hier noch lange herumsuchen.
Wir gehen zu dem arabischen Bistro am anderen Ende der Fußgängerzone, nicht weit von hier habe ich mal zwei oder drei Monate gewohnt, als ich 2018/19 in Therapie in der Tagesklinik war (die Wohnung meines Bruders). Sie kennt dieses Bistro auch. Mit abgesetzten Barett und Sonnenbrille (es ist total bewölkt) offenbare ich auch mehr von meiner Erscheinung ... ein bißchen Mascara in den Wimpern. Während des Essens drehen sich unsere Gespräche um das Thema Transsexualität, die Stimme, Hormone, die Operation, die Wahl des Chirurgen.
Auf meinen bestellten, arabischen Kaffee warte ich sehr lange, auf der Herdplatte neben dem Dönerspieß kann ich aber schon das kleine und dunkel gebrannte Kännchen sehen. Als mir das kleine Täßchen mit dem Kaffee endlich serviert wird, kann ich mit meinem Ritual anfangen. Der Kaffeesatz dieser Mischung mit Kardamom ist sehr dick, das Umdrehen des ausgetrunkenen Kaffees mit der abgedeckten Untertasse gelingt erst beim zweiten Versuch. Minutenlang versuche ich dann, an dem Innenrand der Tasse die Zeichen zu erkennen ... "Mein Leben, wird eine Wendung nehmen, zum Positiven hin." Ihre Tasse lese ich nicht, jemand anderen die Zukunft zu lesen, dafür habe ich noch keine Erfahrung (und auch gar nicht den Mut).
Irgendwann nach 18 oder 19 Uhr den Abend, wieder draußen. Wir gehen zurück zu dem Marktplatz, das Stadtfest des CSDs ist immer noch im Gang ... die Musik hat sich nicht wirklich verbessert. "Sei einmal im Jahr an einem Ort, an dem du vorher noch nicht warst." Sie zeigt mir den Wein- oder Biergarten um die Ecke oder hinter dem Rathaus, das kenne ich noch nicht (nur eine aufgebaute Bude mit Ausschank und ein paar Bierbänken). Ich bestelle weiterhin nur eine Flasche Wasser für mich.
Die Gespräche gehen weiter, nehmen fast schon philosophische Züge an, die Risiken einer geschlechtsangleichenden Operation, was alles dabei schiefgehen kann - und warum es doch jede von uns macht ... was wäre schon die Alternative? Tod durch Suizid. (Ich denke es nur.) Schön, wenn ich meine Erfahrungen weitergeben kann, alles zählt, um die Erwartungshaltung an das Ergebnis oder die Mystifizierung der OP etwas zu dämpfen. Über das Stichwort GaOP kommen die meisten Besucher auf meine Internetseite. Trotzdem ... das endlich operierte Areal dann im Spiegel zu sehen, ist ein wunderschönes, fast magisches Erlebnis.
Später den Abend: "Wann macht das Parkhaus zu?" Es ist schon dunkel geworden, über einen vergitterten aber noch offenen Seiteneingang irren wir über das fast leere Parkdeck. Mein Auto steht in der Tiefgarage eine Ebene nach unten. Keine Treppe, kein funktionierender Aufzug (nur einer nach oben), über die Ausfahrt zu Fuß zum Ausgang des Parkhauses. "Ich hätte doch lieber eine Toilette suchen sollen", mit zusammengekniffener Hand hinten an meinem Röckchen eile ich nach draußen. "Ach, scheiße..." Die Böschung nach oben, eine dunkle Ecke leicht abseits. Es ist noch nicht komplett zu spät, nur "teilweise" ... das kurze Lederröckchen hochgeschoben und die elastische Jeggings sind in dem Moment wahrscheinlich meine Rettung, bzw. die günstigste Kleiderwahl. Den verbliebenen "braunen Streifen" an der Unterhose decke ich mit etwas Taschentüchern aus meiner "Batman-gleichen" Multifunktionsgürteltasche ab.
"Das könnte jetzt etwas müffeln", wieder zurück in der Einfahrt des Parkhauses, wie erkläre ich so eine peinliche Situation? "Das nennt sich 'Multiple Sklerose', Harn- und Stuhlinkontinenz", mein aufmunterndes, ewig wiederholendes Mantra: "Bis zu fünfmal im Jahr in die Hose machen, hat keinen Krankheitswert!" Mir ist das aber auch peinlich. Wir gehen weiter runter in die Tiefgarage, zum Glück ist hier an der Schranke zur Einfahrt das Gitter noch nicht unten.
Mein Auto steht ganz weit woanders, auf der Suche nach der Nachtkasse mit den Automaten entdecke ich es idealerweise gleich daneben ... die Stelle mit dem Parkplatz muß ich mir merken. Ich bezahle mein Parkticket. Zurück am Auto: "Soll ich dich ein Stück mitnehmen? Ich will ja nicht, daß du (Vorsicht Fäkalhumor) da irgendwo in etwas hineintrittst." Wirklich tiefschwarzer Humor. Die Schranke nach oben, wie immer den Asphaltweg hochheizend, ich habe ihr beim Einsteigen in meinem Auto schon die ganzen Schrammen von diesem Parkhaus gezeigt: "Noch vor ein paar Jahren habe ich mich mit (und über die) transsexuellen Frauen darüber lustig gemacht - hey das passiert, wenn du Hormone nimmst!" Kratzer überall an meinem Auto von diversen und mit purer Willenskraft durchgeführten Ein- und Ausparkaktionen.
Ich lasse sie ein oder zwei Kilometer weiter wieder aussteigen, auf einem gut beleuchteten Parkplatz eines Einkaufsmarktes. Wir tauschen die Telefonnummern aus, nichts Amouröses - das ist keine von meinen Männergeschichten - im Autoradio laufen währenddessen leise die aufgenommen DJ-Sets aus dem Internet, die mit dem orientalischen Einschlag. Zurück die Nacht auf der Landstraße zu meinem Wohnort.

[29.08.20 / 23:14] Was macht die Isolation mit mir? Ich hatte seit Mitte Februar - also seit 6 Monaten - keinen sexuellen Kontakt mehr. Keine körperliche Nähe, keine intimen Berührungen. Brauche ich das? Der asexuelle Teil in mir kann Jahrzehnte ohne so etwas auskommen, der feminine Teil in mir - schreit verzweifelt danach. Internetpornos. Funktioniert das noch? Es gab mal eine Zeit, vor vielen, vielen Jahren, in meinem alten Leben, in der ich diese Videoplattformen, speziell die Nächte zum Wochenende, sporadisch besucht habe. Ich hatte mein favorisiertes Suchmuster: "big breasted latina and solo girl masturbating in front of webcam." Nicht unbedingt, um mir dabei "einen runterzuholen" (das ist ein ganz anderes Thema, wie ich dieses "Teil" an mir abgelehnt habe), sondern viel mehr, um eine sympathisch wirkende (und hübsch aussehende) junge Frau dabei zu beobachten, wie sehr sie dabei Freude empfinden kann ... bis zum Orgasmus. Nur die Videos, in denen die Frau wirklich alleine ist, ohne daß ein Mann die Kamera hält, ohne den Pornodruck, ohne Dildos und anderer Hilfsmittel ... einfach natürlich und authentisch. Ich wünschte immer, ich wäre genauso.
So ungefähr 10 oder 15 Jahre später ... in der Gegenwart, die letzte Nacht. Kann ich das auch? Nach stundenlangem Suchen (übertrieben gesagt) finde ich wieder so ein Video von damals. Ich masturbiere dabei. Die flimmernden Bildchen am Computerbildschirm lenken mich von all meinen schrecklichen Gedanken ab (die Flashbacks von dem Trauma der Vergewaltigung). Es funktioniert tatsächlich ... ich taste mich immer weiter an einen Orgasmus heran - ich muß dabei nur richtig fest aufdrücken. Wie in dem Video mit der bezaubernden, spanisch sprechenden Schönheit, lasse ich den Ring- und den Mittelfinger zwischen meiner Klitoris reiben. Mein eigenes Feuchtigkeitssekret zieht durch das Massieren sehr schnell ein, was mir an Gleitfähigkeit fehlt, hole ich durch etwas Speichel von meiner Zunge und meinen Lippen wieder nach.
Wie sehe ich in so einem Video aus? Ich bin experimentierfreudig, irgendwann so gegen zwei oder drei Uhr nachts, der Computer ist schon wieder ausgeschaltet, mache ich auf meinem Bett liegend weiter - und filme mich dabei mit meinem Smartphone. Nur das kleine Nachttischlämpchen als Beleuchtung. Meine Hand spielt an meinen Brüsten und den Nippel, die Kamera fängt den Blickwinkel der persönlichen Betrachterin ein. Meine Hand gleitet weiter den Bauch nach unten, die Kamera folgt. Meine total feuchte Vulva glitzert im Schein der kleinen Lampe, daß ich meinen Venushügel nicht rasiert habe, fällt bei meinen blonden Schamhaaren gar nicht so sehr auf. Die Beine gespreizt, die Schamlippen öffnen sich, die zwei inneren Finger meiner rechten Hand gleiten hinein, gleiten an meiner Klitoris vorbei, gleiten tiefer...
Nimm mich. Fick mich! (Mir fehlt ein Partner.)
Fasziniert betrachte ich danach das fertige 10-Minuten-Video, zweimal, pornotauglich ist es nicht, es ist zu dunkel ... aber die Details sind da. Die Kurven, die nackte Haut, der weibliche Körper, die spürbare Erregung. Ich kann nur jeder (Trans-)Frau empfehlen, auch so ein eigenes Video zu machen - es ergibt einen ganz anderen Blick auf den eigenen Körper, der doch gar nicht so häßlich ist. Speziell bei mir als operierte Transfrau, was bei mir die inneren Schamlippen sind (oder was ich dafür halte), sitzt genau da, wo sie sein sollen ... sie treten dunkelrosa leuchtend erhoben hervor. Meine Klitoris darüber blitzt wie ein kleiner, wunderschöner Edelstein. Nur die Stelle, an der der Eingang zu der Vagina sein sollte - das Herzstück - sieht bei mir anders aus. Es ist kein Loch, keine Grotte, kein Eingang in die höheren Sphären der Ekstase ... es ist bei mir nur ein kleiner Schlitz, eine horizontale Hautfalte am untersten Ende der Schamlippen, kaum ausmachbar (jetzt wird mir das erst klar, warum da nie einer reingepaßt hat).

Das Video teile ich nicht mit der Öffentlichkeit, das ist privat. Vielleicht lösche ich es auch bald wieder...

[29.08.20 / 20:33] Blog Typographie:

normal Text
kursiv gefühlsmäßige Betonung, Umgangssprache, Gedanke, Eigenname, technischer Begriff, (ferner) Zitat
fett (selten) wichtig oder Produktname, Überschrift
"normal" wörtliche Rede oder Sarkasmus, (ferner) Titel
"kursiv" Titel, Zitat
... Gedankensprünge einer Verrückten

(Schriftauszeichnung in meinen Texten, an die ich mich mehr oder weniger versuche, zu halten ... zur besseren Lesbarkeit.)

[26.08.20 / 15:25] IPL-Nachbehandlung #13 (#30) - Liegt es an der Wetteränderung, kühl, stürmisch und regnerisch, oder daran, daß ich den Tag bzw. Abend vor der Behandlung bewußt viel mehr Wasser trinke? Jedenfalls war diese Behandlung viel erträglicher als die letzten Male. Wie weit will ich noch gehen? (Wieviel Geld habe ich noch auf meinem Konto?) Ich finde kaum noch dunkle Haare in meinem Gesicht, bis auf die paar lästigen am innersten Mundwinkel ... der Rest ist alles weiß (so viele sind es auch nicht mehr).
... noch eine weitere Behandlung. Mit einem neuen Termin verlasse ich das Haarentfernungsstudio, bis dahin findet sich noch irgendwo ein dunkles Haar. Ich muß einen Abschluß finden, wieder eine mehrjährige Pause einlegen, bis sich die Haare im Gesicht regeneriert haben und neue, dunkle Stellen mit dem verdächtigen Schatten auftreten (den ich "leider" um jeden Preis verhindern will).

[22.08.20 / 18:52] Freitag Vormittag mein Termin, ich muß mal wieder beim Jobcenter antanzen - zur Identitätsprüfung für meinen neugestellten Antrag auf Hartz IV. (Déjà-vu?) Wartend vor dem Eingang an der Straße, flirte ich mit zwei afrikanischen Männern ... meine Telefonnummer gebe ich nicht raus, ich bin vorsichtig geworden. Aber darum geht es in diesem Blogeintrag nicht.
Zurück zu Hause, kurz nach Mittag baue ich im Garten mein Fotoset auf. Ich will neue Fotos von mir im Bikini machen, die Selfies, die ich sonst jetzt auf irgendeiner Urlaubsreise am Strand von irgendeinem exotischen Land machen würde. Nur dieses Mal mit Vorbereitung und sogar etwas Mascara in den Wimpern (total authentisch, als ob ich so Schwimmen gehen würde).
Laut Wetterbericht wird die Sonne die nächste Stunde verschwinden ... noch scheint sie, bevor es sich langsam zuzieht. Zur Ausleuchtung des überdachten Sitzplatzes unten im Garten hinter dem Haus, hänge ich zwei von den Aluminiumfolien-Sonnenblenden auf, die für die Windschutzscheiben in den Autos (obsolet geworden bei mir und meinem Roadster). Testaufnahmen ... stimmt die Richtung des reflektierten Sonnenlichts? Ich fotografiere gegen Süden, ein zu starker Kontrast könnte die Stimmung in dem Selbstportrait zerstören.
Ich ziehe mich um, den olivgrünen Bikini und mache die ersten Fotos mit dem Selbstauslöser auf meiner Kamera am Smartphone. Es ist schwülwarm ... so sehr das auch paßt, zu der in Szene gesetzten Bananenpflanze im Hintergrund, so lästig wird es in kürzester Zeit für mich. Die langen, blonden Haare kleben ständig an dem in Schweiß gebadeten, nackten Körper ... ich kann so nicht arbeiten (bzw. streßfrei posieren).
Die Haare werfe ich immer wieder über die Schulter nach vorne, versuche ein paar Tricks. Vor jedem Shot mit dem Handtuch abreiben, alles neu durchkämmen. Irgendwann verliere ich die Geduld und hole eine Haarspange aus meiner Wohnung.
Ich probiere etwas Neues aus und frisiere meine Haare: den Scheitel setze ich weit seitlich, die Haare auf der weniger voluminösen Seite kämme ich an der Schläfe nach hinten, ähnlich einem Undercut. Alle anderen Haare werfe ich auf die andere Seite und klemme sie mit der Haarspange seitlich über der Schulter fest, das Ohr ist verdeckt, der lockere Zopf hängt nach vorne über die Schulter. Eine Strähne am Vorderkopf lasse ich lose, mit der wie als Haarreif hoch gesteckten Sonnenbrille und der darüber hervorhängenden Strähne wirkt das ganze etwas "peppiger" ... ähnlich der modischen Frisuren der Cybergoths (nur eben nicht bunt).
Sporadisch kontrolliere ich einige der aufgenommenen Fotos während kurzer Pausen ... ist mein Bikini irgendwie eingelaufen oder kleiner geworden? Nur in der Breite und nicht in der Körbchengröße? (Schön wär's...) Mein Bauch fällt mir auf - aber den lasse ich jetzt einfach so, ich stehe zu meiner Figur und bezeichne mich von nun an als Curvy Model.
Nach einer Stunde Fotosession im Garten ist die Sonne weg und kommt auch nicht mehr durch, es fängt sogar ganz leicht an, zu tröpfeln ... bei unverändert schwülwarmen Temperaturen und nahezu tropischem Klima. Ich habe den frühen Freitag Nachmittag genug Fotos für eine weitere Serie auf der kleinen Speicherkarte und kann die Arbeit beenden. (Selfies machen ist anstrengend!) Alles wieder zusammenräumen, das Set abbauen. Vor mir liegen noch ein paar schlaflose (und hoffentlich kühle) Nächte, um die 70 Bilder am Computer zu sichten und nachzubearbeiten (und genau "das Eine" zu finden, gegenüber den 69 "für die Tonne").

Den tropischen Garten, den ich nur "parasitär" nutze...

[22.08.20 / 18:51] Unterwegs in Magdeburg - eigentlich brauche ich nur ein neues Rezept für meine Hormone, aber ich habe über das Internet mitbekommen, daß zeitgleich auch die nächsten Wochen eine Fotoausstellung über transsexuelle Menschen im Landtag von Sachsen-Anhalt läuft - da will ich hin!
Die Frauenarztpraxis liegt praktischerweise gleich über dem Einkaufszentrum in der Magdeburger Innenstadt. Wo ich sonst meine Rezeptabholung mit einem kleinen Einkaufsbummel verbinde, nehme ich dieses Mal gleich den Fahrstuhl von der Tiefgarage aus direkt zu den Praxen und Büroräumen.
Das mit dem Rezept ist schnell erledigt ... ich habe in der Frauenarztpraxis nur immer so ein merkwürdiges Gefühl, wenn ich da warte. Ich fühle mich immer als Fremdkörper zwischen den ganzen schwangeren Frauen und denen mit Baby und Kinderwagen - das kann ich nicht, das betrifft mich nicht, das ist nicht Teil von mir oder meines Körpers. In der Sache bin ich unvollständig.
Den Donnerstag Mittag kurz darauf wieder draußen, ich nehme den Seitenausgang und vermeide es weiter, die Ladenzeile des Einkaufszentrums zu betreten. Ich komme gerade aus der Tür und sehe schon gleich die Pizzeria daneben. Hungrig? Es ist Mittag, sommerlich warm und ich wollte sowieso irgendwann die nächsten zwei Tage Pizza essen ... warum nicht gleich hier? Ich setze mich an einen kleinen Tisch im Außenbereich, schön weit abseits von den anderen Menschen.
Wenig später, anhand dem großen Platzdeckchen, das mir der Kellner auf den Tisch legt, erkenne ich sofort, das ist dieselbe Restaurantkette wie die letztes Jahr in Wien! Die darauf übergroße, servierte Pizza (40 cm?) überrascht mich nicht wirklich.
Ich esse erst Stück für Stück das untere Drittel ab, bevor ich dann die Pizza umklappen kann und sie auf den normal großen Teller paßt. Weiteressen... Ich will auf keinen Fall vor den anderen Gästen und dem Servicepersonal wie so ein kleines Girlie wirken, das die Hälfte auf dem Teller zurückläßt. Ich stopfe mir die trockene Weizenmehlpizza bis zum letzten Rest rein. Ein Tip aus Italien: erst danach wieder trinken, die zusätzlich während des Essens aufgenommene Flüssigkeit würde nur unnötig den Magen aufblähen.
Nachdem der Teller leer ist, bezahle ich die Rechnung, nehme meine Sachen - und gehe auf die Toilette ... alles auskotzen? (Nicht wirklich, so extrem bin ich nicht, ich halte mein Gewicht nach wie vor bei knapp unter 60 kg.)
Zu Fuß den frühen Nachmittag weiter bis zu dem Landtagsgebäude im Herzen von Magdeburg ... das letzte Mal war ich hier bestimmt vor 25 Jahren mit einem Schulausflug. Die Landtagssitzungen sind aktuell für Besucher gesperrt, am Eingang erkläre ich dem Pförtner, was ich will und wohin ich will. Ich fülle den "Corona-Zettel" aus und schreibe meinen Grund des Besuches darauf: Besichtigung der Fotoausstellung. Danach werde ich durch das gläserne Eingangsportal durchgelassen (mit obligatorischer Maske im Gesicht).
Die Ausstellung "Max ist Marie" kenne ich schon etwas länger aus dem Internet und anderen Medien und wollte sie schon immer mal besuchen. Zur Zeit zu finden in dem Geschäftsstellenflur einer nicht näher genannten Partei im Landtag von Sachsen-Anhalt (die ich zwar so gut wie nie wähle, die aber wenigstens meinem "politischen Spektrum" entspricht). Leider bin ich etwas enttäuscht.
Ich hatte eine riesige Fotogalerie erwartet, mit mindestens fünfzig oder hundert Fotos von den transsexuellen Frauen (und ein Transmann) für das Projekt. Entweder ist in dem kleinen Flur dafür kein Platz oder das ist tatsächlich nur als so eine kleine Miniausstellung konzipiert. Von den Projektteilnehmern hängen auch nicht alle mit großen Schwarz-Weiß-Bildern an den Wänden ... Schade. Die ausgelegte Broschüre im A4-Format mit der Beschreibung der interessanten Menschen (und den ausgestellten Fotos) stecke ich einfach mit in meine Handtasche. Es liegen noch mehr davon in dem Regal - und wer wenn nicht ich, als einzelne transsexuelle Frau, ist die beste Empfängerin dafür?
Nach kurzem Aufenthalt in den Räumen, bin ich den Nachmittag schon wieder draußen vor dem Landtagsgebäude. Meinen Besucherausweis habe ich beim Pförtner abgegeben. Wohin jetzt? Direkt gegenüber, quer über den großen Platz, liegt der Dom von Magdeburg. Den habe ich zuletzt bestimmt auch vor 25 bis 30 Jahren gesehen.
Ich tue jetzt einfach mal so, als wäre ich in Florenz im Urlaub und mache von allen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten Fotos! Der Italienurlaub und alle anderen Reisen fallen für mich dieses Jahr aus.
Der Dom ... irgendwie ist er da, ständig fahre oder laufe ich daran vorbei (wenn ich in Magdeburg bin). Nie wird er von mir beachtet. Dabei ist das imposante Gebäude die einzig große Touristenattraktion hier in der Gegend. Vielleicht sogar ein "Juwel der Gotik." Ich mache zuerst Fotos von außen ... so wie ich auch den Dom in Florenz oder in irgendeiner anderen Stadt in Italien fotografieren würde. Sehe ich dabei irgendwie merkwürdig aus? So viele Touristen sind hier nicht. Spektakulärer wird es erst im Inneren ... allein der Kreuzgang. Ich liebe Kreuzgänge.

Die hinterste Stuhlreihe im Magdeburger Dom / August 2020
Im Dom selbst sind etwas mehr Besucher anwesend, alle tragen brav ihre Maske. Ich laufe eine Runde das Kirchenschiff entlang, beachte kurz die Gräber irgendeiner wichtigen, historischen Person und setze mich dann in die hinterste und äußerste Ecke der Stuhlreihen. Den Platz, den ich immer bewußt in einer Kirche einnehme ... mit größtmöglicher Distanz.
Fragen an Gott. Das mit dem Glauben und dem Göttlichen wurde eigentlich nur vom Menschen erfunden, um die Sinnlosigkeit der irdischen Existenz mehr oder weniger emotional zu verarbeiten. (Und doch bin ich, mit meinem Ganesha-Anhänger um den Hals, empfänglich dafür.)
Ich stehe wieder auf, die Orgelpfeifen werden entlüftet (glaube ich jedenfalls) und brummen vor sich hin. Ich bezahle ein Fototicket am Eingang, nehme mein Smartphone mit der kleinen Kameralinse und gehe zu der Tür zum Kreuzgang nach draußen ... ich weiß, daß sich das Ticket für zwei Euro lohnen wird.
Draußen, angenehmes Klima, erfrischende Luft ... und diese wunderbaren Kreuzgewölbe! Alte Mauern, die Aura der Jahrhunderte, der idyllische, begrünte Innengarten. Genau das ist mir auch in Erinnerung geblieben, als ich nach der Wende zum ersten Mal den Dom besichtigt habe. Schon nach dem Schließen der schweren Tür mit dem riesigen Türknauf mache ich das erste Foto.
Efeu am Kreuzgang, Magdeburger Dom / August 2020
Ich laufe den überdachten Gang mit den Arkaden entlang, bleibe immer wieder stehen, hier ein Foto, da ein Foto. Efeu! Auf alten Mauern! Ich muß das fotografieren, ich bin so fasziniert von allem morbiden. Die Schönheit des Verfalls. Verliere mich im Detail...
Weiter den schattigen Gang, ich vergesse die Zeit, es werden immer mehr Fotos auf der kleinen Speicherkarte. Ich setze die zwei Türme des Doms in Szene, eingerahmt von den Strukturen der Bögen zum Innenhof. Der Organist im Dom setzt zu dem ersten Stück an und haut virtuos in die Tasten ... wahrscheinlich etwas von Bach (aber ich habe da gar keine Ahnung). Berauscht durch das Orgelstück, sprengt meine Kreativität alle Grenzen. Erst als ich das Ende der vier Seiten des Kreuzganges erreiche und wieder an dem Portal zum Innenraum des Doms stehe, schließe ich meinen Besuch ab. Genug Fotos, zurück nach draußen (durch den Dom).
Bestimmt schon später Nachmittag... Die Sonne steht anders, Zeit für eine Tasse Kaffee und ein Eis. Quer über dem Domplatz und neben dem Landtag befindet sich das Gebäude von dem Architekten Hundertwasser ... noch so eine Sehenswürdigkeit, die ich nie beachte. Aber ich weiß, daß dort auch irgendwo ein Café ist. Einen Cappuccino, eine Flasche Wasser und eine Kugel Stracciatella, mit Waffel und ich setze mich kurz darauf an einen Tisch nach draußen.
Ich fühle mich nicht gut. Den späten Nachmittag steigt die Hitze des Sommers in der Stadt ins unerträgliche und die gigantische Pizza liegt mir schwer im Magen. Eine Mücke sticht mir in den Unterarm und ich brenne die Stelle mit der brühend heißen Cappuccino-Tasse aus ... die "Moleküle aufbrechen." Die Tasse Kaffee und das Eis habe ich an der Selbstbedienungstheke geholt und gleich bezahlt, ich bringe mein Geschirr zurück in das Bistro / Biomarkt und mache mich zu Fuß auf, zurück zu dem Einkaufszentrum und der Tiefgarage mit meinem geparkten Auto. Weit komme ich nicht, ich muß mich nach ein paar Schritten schon wieder auf eine Bank setzen.
Corona? Eher ein ganz gewöhnlicher, spätsommerlicher, kleiner Asthmaanfall gepaart mit einer viel größeren, hypochondrischen Panikattacke (nichts Ungewöhnliches für mich). Theatralisch und schwer atmend schleppe ich mich darauf die paar hundert Meter wieder zurück zu der großen Kreuzung mit den Einkaufsgeschäften und Kaufhäusern in der Magdeburger Innenstadt.
Als ich das Einkaufszentrum erreiche, streife ich meine Maske über und laufe in langsamen Schritten durch die in der Ferienzeit gut gefüllte Passage, zu den Aufzügen runter in die Tiefgarage. Ich muß ein schreckliches Bild abgeben, wie ich hyperventiliernd, mit ein paar anderen Menschen die große Fahrstuhlkabine teile ... die Maske ein- und ausbeulend von meinen tiefen Atemzügen.
Zurück zu meinem Auto, elegant geparkt, so daß ich in die Parklücke vorwärts reinfahren und vorwärts wieder rausfahren kann. Etwas benommen hänge ich mich an meinem Roadster und klappe das Verdeck runter. Hoffentlich funktioniert das jetzt, hoffentlich kann ich noch fahren...
Im Sitzen geht es, das Atmen wird gleich einfacher. Ich schiebe mein Parkticket in den Automaten an der Schranke und heize den Asphalt hoch zum Ausgang der Tiefgarage. Wieder draußen an der Oberfläche, es ist kurz vor 18 Uhr und schlagartig gut gelaunt, bereite ich mich darauf vor, direkt in den großen Stau zum Feierabend hineinzufahren. Der tägliche Wahnsinn in Magdeburg auf der B1.
Ich habe Glück, so voll ist es gar nicht. Ich habe sogar in einer Unterführung im Zentrum so viel Platz, daß ich im zweiten Gang den Motor aufheulen lassen kann - um den "Sound zu testen." (Nebenbei erwähnt: Am Windschutz zwischen den Überrollbügeln der beiden Sitze hängt seit neuestem eine kleine Regenbogenflagge ... schwule Männer machen so etwas machohaftes mit dem Motor vielleicht nicht - aber transsexuelle Frauen! Das sind die Schlimmsten! Glauben, sie hätten durch die Operation kein Testosteron mehr - dabei produziert die Nebenniere noch richtig viel von dem Zeug!)
Weiter raus aus der Stadt, mir geht es immer besser. Vorbei an dem Gewerbegebiet des kleinem Dörfchens in der Umgebung und der Kreuzung mit der Straße zu meiner alten Ex-Arbeitsstelle. Gedanklich der Mittelfinger. Zurück auf die Straße, die immer mein täglicher Pendlerweg war ... über die kleinen Serpentinen den Motor bis vier- oder fünftausend Umdrehungen hochjagen und die Kurvenlage ausreizen, schön herausbeschleunigen (noch vor zwei Jahren das einzige Erfreuliche nach dem tristen Arbeitsalltag). Zurück nach Hause den Donnerstag Abend ... auf das Abendessen verzichte ich.

[17.08.20 / 00:29] Der dritte Tag, an dem mein Mailserver nicht so richtig läuft. Den Nachmittag bin ich weiter die ganzen Changelogs durch (mein Platz im Garten), die Aktualisierungen und Bugfixes der letzten Jahre lesen ... soweit hätte ich den Teil abgeschlossen. Den Vormittag sind mir ein paar merkwürdige Dinge in den Logfiles aufgefallen ... eine DDoS-Attacke auf den (noch) fehlerhaft laufenden Exim über eine IP-Adresse irgendwo in Bulgarien? Oder doch ein schlecht konfigurierter Mailserver auf der anderen Seite der Welt, an dem sich mein Server mit offenen Verbindungen aufhängt. (Ich hätte die Dienste noch vor dem Upgrade deaktivieren sollen...)
Den Dovecot IMAP-Server konnte ich durch ein einfaches Neustarten von seinen Problemen befreien, jeweils die SQL-Datenbank sowie die Konfigurationsdateien waren korrekt eingerichtet. Genau dieselbe Prozedur (alle Konfigurationsdateien auf den neusten Softwarestand der Pakete bringen und Neustarten) hat bei dem Exim MTA auch geholfen. Beide arbeiten jetzt wieder zusammen und ich kann mich über ein externes Mailprogramm mit meinem Server verbinden und meine Mails lesen. Sogar das Verschieben der serverseitig verschlüsselten Mails von einem Postfachverzeichnis in das nächste funktioniert problemlos. Das mit meinem Webmail-Client mache ich die nächsten Tage* (ich habe schon eine Idee, wie ich das alles programmiere, damit das mit den neusten eingebundenen PHP-Klassen auch wieder funktioniert).
Zurück zu meinem Computer in meinem Dachbodenzimmer kurz vor Mitternacht. Während ich diese Zeilen schreibe, läuft auf dem zweiten Monitor das Terminalfenster mit der SSH-Sitzung und der gesplitteten Ausgabe von screen auf meinem Server (und natürlich ist der Text hellgrün auf schwarzen Hintergrund). Ein Fensterbereich für die Befehlseingabe für root und in dem anderen die fortlaufende Ausgabe der Logfiles von Fail2ban.
"...verdammte Botnetze!" Alle paar Sekunden beobachte ich die Angriffsversuche auf den SSH-Daemon und meinem (jetzt wieder laufenden) MTA (bzw. über das SMTP). Ich könnte die bantime weiter bis ins unermessliche hochschrauben, aber die wechseln ständig die IP-Adressen und ich hätte dann die halbe Internet-Welt mitsamt allen "Schurkenstaaten" auf einer riesigen Blacklist.

"Fang keinen Hackerkrieg an, den du nicht gewinnen kannst!"

Das mache ich also nachts...

(* Update am 19.08. erneut kurz vor Mitternacht: Jetzt läuft alles wieder, aber ungetestet ... nicht das mir der Server gleich "explodiert".)

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Kommentar:

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[26.07.21 / 12:07] Webmistress (as herself): TODO:

Was ist ein Intermediate-Zertifikat?
Wie funktioniert StartTLS?
Und muß ich das wirklich alles öffentlich machen?

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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