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Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[01.01.70 / 00:00] Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[14.05.22 / 20:10] Zurück die Nacht aus Leipzig. Ein kleines Konzert mit drei Bands, als Probelauf für das kommende Gothic-Wochenende in drei Wochen an Pfingsten. Ich stehe zwischen den Auftritten den dunkel werdenden Abend draußen vor dem kleinen Club, mein Blick schweift auf die andere Straßenseite quer über die Kreuzung mit den alten Fabrikgebäuden im Westen von Leipzig … ich war hier schon einmal? Hier hat alles angefangen, da drüben habe ich mal mein altes Auto geparkt, Pfingsten 2003 – vor 19 Jahren. Ich war noch richtig jung, neu in der schwarzen Szene, unverbraucht … und wurde beim Aussteigen aus meinem Auto von einer vermeintlichen Transfrau angequatscht (die Stimme), ob ich: „Mal 'ne Zigrette habe.“
Ach so? Das geht? Ich kann einfach mit einem schwarzen Röckchen nachts auf die Straße gehen, Ausgehen, in Clubs Tanzen gehen – als Frau? Danke für den Mut, den du mir damit gegeben hast (und leider nein, ich bin Nichtraucher).
Viele, viele Jahre später, in der Jetzt-Zeit – ich stehe den frühen Freitag Abend noch vor dem Spiegel und will mal wieder so richtig dick Kajal auftragen, so dunkel und tiefschwarz, wie schon lange nicht mehr. Outfit für die Nacht: das neue schwarze Oberteil für ein paar Euro mit dem tiefen Ausschnitt, kurz geschnitten und fast bauchfrei, passend zum dem ultrakurzen Leder-Mini, der ebenso oben herum auf Bauchnabelhöhe abschließt. Die Leggings, die Stiefel, die ich auch in Paris anhatte (frisch abgebürstet und vom Kiesstaub des Jardin befreit) … und die dichte Chanel-Wolke um mich herum.

Nicht wenige Stunden später um 3 Uhr nachts stehe ich schon wieder zurück vor dem Spiegel in meinem Badezimmer, das Make-up entfernen. Die Nacht auf der Autobahn verbracht, Impressionen aus dem kleinen Konzert in Leipzig gesammelt. Eine junge Frau hat mich angesprochen, ob ich auch alleine da bin. Antwort: „Ich bin eigentlich immer alleine.“ Für einen kurzen Moment dringt jemand in meine autistische Blase ein. Schweigen. Weggucken. Den klaren Himmel anstarren … ich habe hier mal vor ein paar Jahren (noch so ein anderes Fabrikgebäude mit Underground-Konzerten) in der Abenddämmerung ein Schwarm Fledermäuse beobachtet. Die einzigen Lebewesen, mit denen ich mich sonst unterhalte, sind Spinnen, die sich unerwartet kurz vor meinem Gesicht abseilen oder irgendwo anders an meinem Körper herumkrabbeln, welche ich dann behutsam auf einen anderen Weg lenke. Mit Menschen kann ich nichts anfangen.

Vielleicht sollte ich mich irgendwie zu erkennen geben? Ein Sticker oder eine Plakette mit dem Hinweis: „Autist Bubble“ an mir anbringen? Um solche Situationen und Missverständnisse zu vermeiden. Bitte nicht ansprechen – und wenn doch, bitte nicht irritiert sein, wenn ich außer ein paar wenige Wörter keine weitere Reaktion zeige und meine Augen überall anders wohin zeigen, nur nicht in die Richtung dieser Konversation. Ich bin so … war schon immer so.

Kurz vor 3 Uhr nachts, schnell noch eine Fotoserie vor dem Abschminken machen … nur authentisch mit den Zahnpastaflecken am Badezimmerspiegel – als künstlerisch wertvoller Bokeh-Effekt!

[12.05.22 / 21:37] Diese Situation hatte ich noch nie, mich (theoretisch) zwischen mehreren Stellenangeboten zu entscheiden. Ich dachte, ich bin wieder jahrelang arbeitslos – und jetzt, gerade mal sechs Wochen später, schon die nächste Unterschrift auf einen Arbeitsvertrag? Die, die ich hingehalten habe, haben sich wieder zurückgezogen (den Bogen überspannt), die eine Firma, bei der ich demnächst anheuere (die, die mich mit Schokolade geködert haben), konnte ich noch zu etwas mehr Gehalt überreden (und es ist immer noch weit unter dem, was als „statistischer Durchschnitt“ gilt). Und die andere Firma, bei der ich zuletzt noch ein ziemlich gutes Bewerbungsgespräch hatte – nachdem ich bei der einen Firma schon unterschrieben habe? Ghosting … (Aber das wäre nicht nett.)

Es bleibt, wie es ist. Die neue Firma sitzt in Braunschweig, ich fahre von meiner Zweitwohnung in SZ-XXX nur zehn Minuten und die Branche ist auch dieselbe (in unmittelbarer Entfernung zu dem anderen, großen, namenlosen, deutschen Konzern, der nicht mehr an mich geglaubt hatte).

Das kommende Monatsgehalt ist schon für die nächsten elf Monate verplant … und geht wieder zur Hälfte in mein aggressives Aktieninvestment! Nächster Meilenstein: „Die oberen 30-Prozent.“

[11.05.22 / 20:14] Shoe Unboxing (und Eintragen) – Kurz vor meiner Paris-Reise angekommen, trage ich jetzt jeden Abend auf der Couch meine neuen italienischen Velourleder-Plateaupumps … um sie auf meine breiten Füße zu weiten. Größe „40,5“ – endlich mal eine Zwischengröße. In meinen anderen schwarzen Pumps in der Größe „41“ (die nie offene Straße gesehen haben) rutsche ich hinten immer raus und in die bisher ungetragenen Leo-Pumps in der Größe „40“ traue ich mich nicht rein, in schmerzhafter Sorge um meine „Problemfüße“.
Diese neuen Pumps sind dazu da, sie jeden möglichen Tag zu tragen, daher das Weiten und das noch kommende Einlaufen. Ob ich damit für Pfingsten schon bereit bin? Ich muss noch die passenden schwarzen Kleider aus meinem großen Schrank dafür heraussuchen … für das „aristokratische“ Outfit zum „Flanieren“ im Park.

[07.05.22 / 18:26] Endlich wieder 'ne Runde „schüsseln“ – 22 Kilometer durch den Wald geradeaus, bis zur nächsten Tanke, und wieder zurück. Ich bin noch ganz tüddelig unterwegs, die ersten Kilometer nach der Tankstelle mit offenen Helm im „GI-Modus“ – Huch, ich habe vergessen, meinen Helm am Kinn zu verschließen. (Nicht das einzige, die Kombi flattert auch mit offenen Reißverschluss rings um die Taille.)
Das Benzin im halbleeren Tank gammelte schon anderthalb Jahre vor sich hin, das Motorrad stand auch anderthalb Jahre in der Garage, die alte Batterie war schon letztes Jahr tot (die neue lag bereits ein halbes Jahr bei mir rum). Eine ganze Saison ausgesetzt … kann ich es noch? Das Selbstvertrauen steigt mit schnurrendem Motor mit dem frischen Benzin und zurückkommender Routine, mit einer guten Figur auf dem Sattel gepflegt geradeauszufahren. Nächste Tour dann mit leichten Kurven (es darf nur nicht regnen, die einseitig abgefahrenen Reifen sollten dringend bei der nächsten Untersuchung gewechselt werden).

In zwei Wochen muss ich wieder topfit sein, da ist das nächste Bikertreffen (das erste nach zwei Jahren).

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Kommentar:

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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