morgana81 - gothic transgender AWAY WITH YOU - Covid‑19 pandemic 2020‑2022 🎈

Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[01.01.70 / 00:00] Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[31.12.21 / 15:54] Das Jahr geht genauso unspektakulär zu Ende, wie es begonnen hat. Die letzte Woche als Spiegelbild des gesamten Jahres: Arbeiten am Computer, arbeiten an meiner eigenen Software, nebenbei Börsenkurse ansehen, abwarten, zögern, doch kein Kauf absetzen. Die eigene Gesundheit beobachten, meinen Körper, die dritte Impfung generalstabsmäßig geplant und in der lokalen Verwaltungsbehörde mit Hilfe der Armeesoldaten in olivgrüner Uniform durchgeführt (sehr effizient). Meinen eigenen Körper pumpe ich mit noch mehr Medikamenten und Hormonen voll (ich will endlich wieder ein volles A-Körbchen erreichen, wie damals vor ein paar Jahren, zur Beginn der Hormontherapie, als ich fast "scheinschwanger" war).

Die vielen Silvesterabende, die ich allein vor dem Computer verbracht habe, mein ganzes Leben, es scheint, als wären die wenigen kurzen Jahre zwischen 2015 und 2019 nur eine Ausnahme gewesen. Eine Packung Tiefkühl-Toast-Hawaii und ein paar Kroketten im Backofen ... vielleicht höre ich später noch einmal in ein Online- und Live-DJ-Set hinein, während ich weiter an meinem Computer programmiere und mich wie immer wegen dem Lärm da draußen vor meinen Dachbodenfenstern aufrege (der bis jetzt noch ziemlich verhalten ist).

Das nächste Jahr: Träume, Wünsche! Das Motorrad nach einer kompletten Saisonpause wieder flottmachen, Reisen planen, all die Ziele mit dem Zug und dem Flugzeug, die noch offen sind, immer um ein Jahr verschoben, aber niemals aufgegeben! Die Bikinifigur für den Strand halten, hatte ich mich so gefreut, daß ich wieder die magische "57 kg" erreicht hatte, kratze ich jetzt, schokoladenbedingt, wieder an der "Neunundfünfzig-Komma-nochwas". Dranbleiben...

(Ein komisches Gefühl, wenn mich der Impfarzt fragt, wie alt ich bin und mir nach einer Momentsekunde ein "Vierzig" über die Lippen läuft ... gleich die vor mir liegende Schokolade aufessen, während ich diese Zeile in mein Tagebuch schreibe.)

[24.12.21 / 22:22] "Jetzt kommt eine ganz neue Gruppe, nicht die der Impfgegner und Impfverweigerer, sondern die der Nichtwähler - die, die für sich aufgegeben haben und einfach nicht mehr Teil des Systems sind."

Geschrieben drei Tage zuvor in mein Notizbüchlein als Idee für einen Tagebucheintrag - und doch habe ich mich dazu überreden lassen, einen dritten Impftermin zu buchen, dabei hatte ich meine sechs Monate noch gar nicht um, es sind erst "fünfeinhalb". (Wie viele Impfungen da noch kommen?)

Zu etwas vollkommen, vollkommen anderem:

"Nach vierzig Jahren ist der Lack ab!"

Nicht mein Zitat - aber ein nicht ganz ernst gemeinter, liebevoller und doch in treffender Weise zynischer Spruch aus dem engsten Personenkreis zur Festtagszeit unterm Tannenbaum. Ist halt so, mußt du so nehmen. Leb damit und schmunzel weiter.

[17.12.21 / 23:42] Wer bin ich noch, im zweiten Jahr des Viruskrieges? Ohne Ausgehen, Konzerte, Festivals, durch die Welt reisen, Menschen treffen und kennenlernen. Ich bin das asexuelle, nonbinäre Etwas, das in seiner autistischen Wesensart nichts anderes kennt, als die tägliche Arbeit am Computer im Softwaretesten. Das auch in diesem Konzern demnächst "die Hütte brennt" (Streiktonnen), bekomme ich nicht mit. Die Menschen, die an mir vorbeigehen, bekomme ich nicht mit. Die Schreckensnachrichten in den Medien, die angeblich radikalen, aufrührerischen und spaltenden Kräfte, die ganze Politik drumherum, bekomme ich nicht mit. Es betrifft mich nicht, berührt mich nicht, ich schaue es mir nur manchmal verwundert an. Die ganzen verwahrlosten, sich gehenlassenden, ziellos umherirrenden Jugendlichen auf der Straße, die von allen Vergessenen ... No Future? Ich hatte wenigstens meine Zeit.
Arbeit, Kohle scheffeln, das Monatsgehalt 1:1 ins Aktiendepot reinvestieren, etwas zu essen kaufe ich mir vom Ersparten, Rücklagen der "Arbeitslosenstütze" der letzten beiden Jahre, Miete für die Wohnung zahlt die Entleihfirma (Ingenieurdienstleister). Alles, was ich darin stehen habe, ist gebraucht, geborgt, war doppelt vorhanden (Leipzig) oder ist improvisiert - so wie mein Fernseher auf einem Pappkarton steht, in einem kahlen Wohnzimmer, in dem sich sonst nichts findet, als ein Bett, ein Klapptisch und meine beiden, leichten Bistrostühle aus Aluminium ... vielleicht noch ein aufgebautes, klappriges Regal mit drei, vier Kleiderbügeln auf der Stange, mitten im Raum. Die Küche macht's mit meinem einzig investierten, neuen Kaffeevollautomaten, jeden Morgen. Direkt gegenüber zur Tür des Wohn- und Schlafzimmers hängt als Deko das Poster von dem Gothic- und Post-Punk-Konzert von vor ein paar Wochen, das einzige Konzert, das es dieses Jahr gab, für mich.

Wie lange halten die Menschen das durch? Werde ich bald auch wieder als ungeimpft gelten? Dreht sich der Kreis? Neues Jahr, neue Mutation, neuer Impfstoffmangel, Kampagne, Floskeln, Phrasen, Slogans, Propaganda und Parolen? Ich verliere das Interesse, ich kapsel mich ein, es betrifft mich nicht mehr, ihr habt mich verloren. Ich schau lieber dabei zu, wie jeden Morgen der Kaffee in meine zwei darunter positionierten, kleinen Espressotassen läuft. Arbeiten gehen, Einkaufen, Wohnung saubermachen, Fernsehen, Bett - Arbeiten gehen, Einkaufen, Wohnung...

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Kommentar:

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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