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Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[01.01.70 / 00:00] Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[29.01.20 / 16:02] Dinge kündigen sich an ... ich habe gerade einen Anruf von der Hausverwaltung erhalten - ich muß zum Juni aus meiner schönen Dachgeschoßwohnung in Leipzig ausziehen. Das Dach wird neu gemacht, die komplette Etage neu- und umgebaut, die Wohnungen vergrößert oder zusammengelegt. Die umfangreichen Baumaßnahmen gehen mindestens ein dreiviertel Jahr und es wäre doch schön, wenn ich sowieso gerade den Mietvertrag kündigen wollte (und ich habe mich schon gewundert, warum ich da oben quasi noch als Einzige lebe ... also nur ich und der Andere in der anderen Wohnung, zwei von vier stehen leer).
Ich spiele seit einiger Zeit mit dem Gedanken, da auszuziehen ... auszuziehen zu müssen. Mit dem Wechsel von Mai auf Juni diesen Jahres läuft mein Arbeitslosengeld aus, ich habe dann kein Geld mehr, mir eine teure Zweitwohnung leisten zu können. Meinen Kram und meine Möbel kann ich bei meinen Eltern unterstellen, für meine Wochenenden in Leipzig lebe ich dann wieder in einem Hotel, oder in meinem Auto, oder auf der Straße.
Die Hausverwaltung ist noch so kulant und läßt mich die Wohnung noch für das komplette Pfingstwochenende nutzen, auf alle Arbeiten wie Wände streichen, kann ich verzichten - bis dahin muß nur alles raus sein und ich penne im Schlafsack auf einer Isomatte. Grundreinigung fällt bestimmt auch weg.
Meine schöne Wohnung, mit dem schönen Licht, Süd- und Ostseite, der Blick auf die Häuserdächer in der Umgebung und das ganze Grün ... jetzt kommen mir die Tränen. (Mir bleiben aber noch vier Monate.)

Auch den heutigen Tag passiert: Nach einem halben Jahr erreicht mich per Post das "vernichtende" Arbeitszeugnis meines alten Arbeitgebers: Arbeitsbereitschaft war gut ... zeigte eine zufriedenstellende Arbeitsweise ... dem Durchschnitt entsprechende Arbeitsqualität ... Arbeitsmenge und Arbeitstempo entsprachen den Erwartungen. Die Arbeiten, die sie annahm [sic!], hat sie zu unserer Zufriedenheit bewältigt. Das Arbeitsverhältnis endet [...] im gegenseitigen Einvernehmen. Wir danken für ihre Leistung und bedauern ihr Ausscheiden. Damit kann ich mich auch nicht bewerben ... und will ich das überhaupt?

Keine Arbeit, kein Geld, keine Wohnung. (Letzte Nachricht von meinem Ex-Freund: er ist mittlerweile auch obdachlos.)

[28.01.20 / 17:14] 8 Monate Post-Korrektur-OP ... mal ein Update. Das mit dem Bougieren, ich bin wieder nachlässig geworden, so alle paar Tage oder ein- oder zweimal die Woche gehe ich mit meiner, auf vier Finger erweiterten Technik da hinein. Ich weiß, ich sollte das häufiger machen. Meine Vaginaltrainer liegen seit Wochen unbenutzt in der kleinen Aufbewahrungstasche im Badezimmer. Die Estriol-Vaginalcreme habe ich schon seit der Korrekturoperation nicht mehr angewendet. Wenigstens das Fett muß regelmäßig sein, sonst wird es in dem kleinen Loch da unten zu trocken und zu stumpf.
Die Tiefe ... ist es überhaupt eine nennenswerte Tiefe? Am unteren Ende des Ansatzes sind es drei Zentimeter, am oberen Ansatz, die Schamlippen mitgezählt, zwischen viereinhalb und fünf Zentimeter. Ob es mehr wären, würde ich das konsequent trainieren? Wozu ... paßt sowieso keiner rein.
Was mich stört, ist der Rest des Schwellkörpers - bei Erregung drückt er alles mit ab und in das winzige Loch darunter paßt dann gar nichts mehr. Wenigstens verliere ich meine Scheu, mich da unten auch etwas fester anzufassen, die Klitoris ist sensibel* - aber für einen finalen Orgasmus reicht es immer noch nicht. Ich bin mir absolut sicher, daß das nur noch eine reine Kopfsache ist - es ist so wie bei meinen vergangenen Schlafproblemen, wenn ich es erzwinge, kommt es nicht.
Was ich aber erwähnen muß: Nach der ersten Operation 2018 war die Ästhetik der ganzen Vulva und der Schamlippen einfach überragend - nach der Korrekturoperation 2019 und der Entfernung eines Hauttransplantats von einer Seite der Leistengegend, welches zur Verbreiterung (und minimalen Vertiefung) an anderer Stelle wieder eingenäht wurde (die Fäden sind weg), stimmt die ganze Symmetrie nicht mehr. Die eine Schamlippe ist normal groß, die andere ist verkürzt und das Volumen fehlt - hier aber nur der untere und hintere Teil, von vorne sieht man nichts (also nur von ganz unten, mit dem Spiegel, wenn ich meine Beine spreize). Form folgt Funktion. Bestimmt ist auch jede geborene Bio-Frau mit irgend etwas da unten nicht zufrieden.

Noch eine Korrekturoperation? Verschlimmbesserung? Die Erweiterung der Neovagina mit dem Sigma-Darm-Abschnitt oder ein Stück Bauchfell auf eine endlich funktionale Tiefe? Gerade gelesen ... die Wangenschleimhaut ist auch dafür geeignet - aber die kann ich mir nun wirklich nicht noch entfernen lassen.

(* Ich wollte es genau wissen und habe da mal mit einem stumpfen Bleistift hineingepiekst.)

[27.01.20 / 00:21] Sonnabend Abend, nach meinem Essen kochen und dem obligatorischem Abwasch mache ich mich gegen 20 oder 21 Uhr wieder ausgehfertig, Beine rasieren, duschen, "KMPC" - ich kann mir genug Zeit lassen, der Club in Plagwitz für die heutige Nacht macht sowieso erst kurz vor Mitternacht auf. Meine Kleiderwahl ist absolut identisch mit der vom letzten Wochenende, das Leopardenkleid habe ich dann dreimal getragen, das kann dann danach in die Wäsche (die schwarze Leggings auch). Bereit für die Nacht lege ich vor dem Badezimmerspiegel noch meine indischen Ohrhänger an, ziehe meinen schwarzen Mantel und meine Unterziehjacke an, meine Stiefel, mein Schal und greife meine Handtasche. 23:15 Uhr, zu Fuß zu meinem geparkten Auto.
Das Navigationssystem kennt immer noch nicht die gesperrte Brücke nach Plagwitz, ich ignoriere die auf leise gestellten Anweisungen und folge der Route in meinem Kopf, die ich sonst auch immer fahre ... nur die Richtung, wie ich in die Straße mit dem Club fahre, überrascht mich immer wieder: "Ah, da ist ja der Parkplatz ... ich hatte Sex auf diesem Parkplatz!"
Präzise 23:45 Uhr betrete ich das Eingangsareal des Clubs, die Taschenkontrollen sind nichts ungewöhnliches, aber daß jeder Gast nach seinem Ausweis gefragt wird? (Es muß jeder gefragt werden, damit sich jeweils die Alten und die Jungen nicht diskriminiert fühlen.) Das mit dem Aufkleber auf die Handykamera ist mir auch neu.
Diese Nacht sind wieder beide Tanzflächen geöffnet, die eine kleine Halle im Erdgeschoß und der Keller einmal nach draußen über den Innenhof. An der Garderobe neben der Halle mit der größeren Tanzfläche gebe ich meine beiden Jacken ab (und zahle nur einmal - das ist ein Innenfutter!), eine Cola an der Bar holen, kurz auf die Tanzfläche schauen, mich in der Ecke auf einem Barhocker setzen, alles entspannt beobachten. Für kurz vor Mitternacht sind schon ziemlich viele Gäste anwesend, es kommen immer mehr ... noch ist der Andrang an der Bar "moderat".
Draußen vor dem Eingang haben ein paar ehrenamtliche Mitarbeiter der Aids-Hilfe einen Stand aufgebaut, mit Spendendose und verteilen Kondome, ich werfe eine Zwei-Euro Münze ein: "Weil ich mich bei euch immer kostenlos testen lassen kann." [Nur während des alljährlichen CSD, Anm. der Verfasserin.] Auf ein Kondom verzichte ich vorerst: "Vielleicht später, wer weiß, was die Nacht noch so passiert?" Ich bin zuversichtlich und habe meine Tube Gleitgel wieder mit eingepackt - aber eigentlich sollte ich wegen dieser hartnäckigen Pilzinfektion da unten bei mir für die nächste Zeit auf Sex verzichten ... jeder der so mit mir was hat, steckt sich mit Garantie auch an. (Von wem ich das habe, weiß ich nicht, aber "Mister Senegal" gehört als letzter Kontakt zu dem engen Kreis der Verdächtigen.
Ich trinke meine Flasche Cola aus, rutsche vom Barhocker, löse an der Bar den Pfand ein und wechsele über zu der anderen Tanzfläche. "Jetzt wird es kalt!" Meinen Schal ziehe ich noch etwas enger und sprinte die paar Meter über den Innenhof draußen zu der Tür mit dem Eingang zu der zweiten Tanzfläche unten in dem Keller. Während auf der ersten Tanzfläche die DJs die Nacht House und Disco auflegen, wird hier unten in dem Keller Gothic und Artverwandtes gespielt ... eigentlich genau richtig für mich.
Ich schiebe mich durch die immer mehr werdenden Mengen an Gäste bis ich das hintere Ende des Kellers erreicht habe, alles dunkel, düster, Nebel, aufblitzende Lichter, tanzende Menschen in Schwarz ... sollte hier nicht noch eine zweite Bar sein? Ich glaube mich zu erinnern, daß hier noch eine war. Die Tür ist verschlossen, dieser Bereich ist für diese Nacht nicht zugänglich ... Mist. Und ich habe extra meine Flasche an der anderen Bar in dem anderen Gebäude, quer über den Innenhof zurück, abgegeben. Ich bleibe eine Weile hier stehen und fange an, die ersten Titel zu tanzen.
Irgendwann muß ich doch noch nach draußen zu der für diesen Abend einzigen Bar in dem Gebäude mit der großen Tanzfläche. Erst als ich den Andrang von Partygästen dort sehe, wird mir richtig bewußt, wie voll das alles geworden ist. Es dauert ewig, bis ich auch an der Reihe bin und mir meine zweite Flasche Cola bestellen kann.
Wieder zurück in dem Keller ... je mehr Menschen, desto weniger meine Stimmung. Die Ecke ganz hinten reklamiere ich als mein Rückzugsort. Ich beobachte die anderen Gäste ... Trainingshosen? Trainingsjacken? Habe ich irgendwie einen Trend verpaßt? Ich drehe mich um zu der Wand bzw. der Tür zu der verlorenen Bar hinter mir, schließe meine Augen und tanze für mich selbst. Letzter Blick auf mein Telefon, 2:30 Uhr, wenn ich bis drei Uhr von niemanden angesprochen werde, läuft erfahrungsgemäß nichts mehr und ich kann auch gehen.
Ein Gast schlängelt sich durch die Mengen zu mir nach ganz hinten in dem Keller, legt seinen schweren Rucksack neben mir ab und fragt mich, ob ich mal kurz darauf aufpassen könnte. "Na klar", ich bin sowieso die ganze Zeit hier hinten in der dunkelsten Ecke. Im Gegenzug bringt er mir auch etwas von der Bar mit: "Eine Cola wäre nett." Meine zweite Flasche ist schon längst ausgetrunken.
Als er zurückkommt, leuchte ich ihm mit meiner Handykamera auf seinen Rucksack, er kramt darin herum und er hat mehrere merkwürdige Sachen darin ... ein Ball, eine Tüte Mehl (?), mindestens zwei Flaschen Whisky oder Rum. Wie bist du damit nur durch die Taschenkontrollen am Eingang des Clubs gekommen? Seinen Angaben nach, kommt er gerade von einem Kindergeburtstag. Um drei Uhr nachts?
Er versucht sich mit mir zu unterhalten, aber die Lautstärke verhindert das meiste. Gelegentlich tanze ich ein paar Titel für mich, während er neben mir in der Ecke sitzt, seine ausgestreckten Beine als Stolperfalle für alle anderen, tanzenden Gäste. Ab und zu steht er auch mal auf.
"Willst du noch etwas von der Bar?"
"Ja, aber jetzt nur noch Wasser, bitte nichts mit Alkohol."
"Whisky-Cola?"
"Nein, nur eine Flasche Wasser, nichts mit Alkohol!"
"OK, zwei Flaschen Wasser ... und finde ich ja total supernett von dir, daß du hier auf mein Zeug aufpaßt."
Er verschwindet wieder für ein paar Minuten und kommt tatsächlich mit zwei Flaschen Wasser für mich zurück.
Das geht noch so eine ganze Weile, er verschwindet auch mal auf Toilette, ich habe seinen Rucksack in der Ecke mehr oder weniger im Blick. Nach und nach sammeln sich dort mit ihm seine ganzen Pfandbecher Rum-Cola oder Whisky und seine Flaschen Fusel aus seinem Rucksack.
Jetzt wird von dem DJ richtig gute Musik aufgelegt - alles was ich mag: Italo, Wave, Post Punk, ein Kracher nach dem anderen, ich muß einfach tanzen. Meine Füße und meine Wirbelsäule schmerzen, ich habe mich seit Stunden nirgendwo hinsetzen können (auch nicht auf der Toilette, speziell die Klobrille). Er tanzt mit mir, exzessiv, rempelt andere Leute an, versucht andere Partygäste mit einzubeziehen ... die das irgendwie nicht so richtig finden. Der Alkohol wirkt in ihm, er wird zunehmend stärker betrunken. Bis er dann nur noch in der Ecke liegt.
"Du kannst dich hier nicht hinlegen und pennen! Die Security schmeißt dich raus."
Ich beuge mich zu ihm herunter, hocke mich neben ihm, er fängt an, mich vollzuquatschen.
"Wirklich echt supernett von dir ... du siehst heiß aus ... egal ob du jetzt ein Mann bist."
Hey, Moment!
"Ich bin eine Frau!"
"Ja ... klar ... Frau ... Mann ... ist mir egal. Ich liebe transsexuelle Frauen!"
Von dem nächsten Zeug, das er mir ins Ohr quatscht, verstehe ich überhaupt nichts.
Irgendwann rappelt er sich doch auf und gibt mir zu verstehen, daß er so langsam gehen möchte. Der Club ist spürbar leerer geworden, ich habe überhaupt keine Ahnung, wie spät es geworden ist - aber ich will eigentlich auch gehen. Ich gehe über den Innenhof in den anderen Teil des Clubs mit der Garderobe und der Bar. Die Bar selbst ist jetzt wieder sehr gut zu erreichen, ich bin der einzige Gast an der Theke (Flaschenpfand). Auch auf der Tanzfläche sind nicht mehr viele tanzenden Gäste anwesend.
Dick angezogen mit meinem Wollmantel und meinem Schal (den ich fast die ganze Nacht umhatte) gehe ich noch einmal die Treppe runter in den Keller, ich will mich wenigstens von ihm verabschieden. Er kommt mir entgegen und wir gehen beide nach draußen. Er legt seinen Rucksack auf eine Bank, der Reißverschluß ist weit offen.
"Alles wichtige fehlt!"
Er läßt mich mit seinem Rucksack stehen und geht noch einmal zurück in den Club.
Ein Security-Mitarbeiter fragt mich: "War der Kerl da gerade an deinem Rucksack?"
"Nein, das ist seiner."
Eine zweite Security-Mitarbeiterin kommt hinzu, die beiden unterhalten sich: "Wenn er nicht wollte, daß da was geklaut wird, hätte er den wie alle anderen auch an der Garderobe abgeben sollen."
"Es fehlen zumindest die zwei oder drei Flaschen Schnaps, die da drinnen waren. Die hat er alle ausgetrunken." (Ich weiß es.)
Er kommt zurück aus dem Kellereingang, was da drinnen passiert ist, ich habe keine Ahnung. Die Brille, die er bis eben noch trug, trägt er jetzt nicht mehr. Er wird von dem stämmigen Security-Mitarbeiter nach draußen befördert.
"Das passiert, wenn du da drinnen Streß machst, die anderen Gäste anpöbelst!"
Als stille Beobachterin trage ich ihm seinen Rucksack hinterher.
Und ich bin noch so nett...
"Verpiß dich!"
Er wird jetzt von der Security (ein echter Ledernacken) mit Schwung den Innenhof in Richtung der Straße nach draußen geworfen, taumelnd und stolpernd über ein Absperrgitter.
Der Rucksack wird mir abgenommen.
"Und vergiß deinen Scheiß Rucksack nicht!"
Hach, ich verschwinde dann mal...
Mit den Händen tief in meinem Wollmantel, gehe ich um das Ganze drumherum und würdige ihm keines weiteren Blickes. Ich bin davon nicht betroffen, mich geht das nichts an, ich kenne nicht mal seinen Namen - aber schön, daß du mir während der Nacht drei Getränke ausgegeben hast. Hättest du dich nicht so voll laufen lassen ... ich gerate immer wieder an die falschen Männer.
Zurück zu meinem Auto, 6:15 Uhr den Sonntag Morgen. Es ist leicht neblig und irgendwie kalt. Während ich gut eingepackt bin, hatte er am Ende, als er auf die Straße geworfen wurde, nur noch sein weißes T-Shirt an. Zurück in meine Wohnung, innerhalb einer Stunde liege ich in meinem warmen Bett. Ob er jetzt wohl mich verdächtigt, ihm alles aus seinem Rucksack geklaut zu haben? Die diebische Transsexuelle? Ich hatte auch keine Gelegenheit, ihm meinen Namen zu nennen, oder überhaupt irgendwelche Details über mich.

Sonntag ... Croissants aus dem Backofen, Kaffee, zwei Stück Kuchen von dem Bäcker, eine Tasse Tee - und mein Rezept den Abend (der Tomaten-Zucchini-Oliven-Kapern-Nudelauflauf) noch einmal kochen, jetzt aber mit Couscous, der orientalischen Gewürzpalette und, der Einfachheit halber, ohne Überbacken im Ofen. Diese Variante des sizilianischen Rezepts, mit "tunesisch" viel Chili, gefällt mir sogar noch etwas besser. (Ende Teil 2/2)

[27.01.20 / 00:20] Nudelauflauf mit Tomaten, Zucchini, Oliven und Kapern: In einem Topf Wasser aufsetzen, eine große Tomate in kleine Stücke zerteilen, eine halbe Zucchini erst in Scheiben, danach in schmale Streifen, Knoblauch und Schalotten kleinschneiden. In dem Topf die Nudeln kochen, währenddessen in einer zweiten Pfanne Olivenöl mit Chilipulver erhitzen, die Tomaten und die Zucchini dazugeben, alles mit Salz, Pfeffer, Oregano, Basilikum und Thymian würzen, die Soße in der Pfanne lange, auf mittlerer Stufe, auf dem Herd köcheln lassen. Aus dem ersten Topf die Nudeln abgießen, eine handvoll Oliven entsteinen (mit einer speziellen Zange / Olivenentsteiner - was für ein Wunderwerk der Technik, wie konnte ich nur so lange ohne damit leben?), die Oliven in kleinen Scheiben mit in die Pfanne geben, einen Teelöffel Kapern dazu, alles weiterköcheln lassen und gelegentlich umrühren. Den Backofen vorheizen, ein Stück Ziegenkäse halbieren, die erste Hälfte in kleine Würfel zerteilen, die fertigen Nudeln mit der Tomaten-Zucchini-Oliven-Kapern-Soße aus der Pfanne in dem Nudeltopf mischen, umrühren und die erste Hälfte des Ziegenkäses dazugeben und unterrühren. Eine Auflaufform einölen, alles aus dem Topf in die Auflaufform geben, mit einer zweiten, kleinen Tomate, in Scheiben geschnitten, dekorieren, die zweite Hälfte des Ziegenkäses in Streifen darüber legen. Den Auflauf im Ofen mit Umluft bei 200 Grad 20 bis 25 Minuten backen, bis der Ziegenkäse anfängt, braun zu werden (der besondere Ziegenkäse vom Wochenmarkt zerläuft tatsächlich), alles fertig in der Auflaufform heiß servieren.

[27.01.20 / 00:19] Fortsetzung der Shopping-Tour von vor zwei Wochen - nachdem ich meinen kleinen Lebensmitteleinkauf in der nahen Kaufhalle beendet habe (es wird wieder gekocht!) und alles kurz in meiner Wohnung abgelegt habe, gehe ich den frühen Freitag Nachmittag wieder zurück zu der Straßenbahnhaltestelle und fahre in das Zentrum von Leipzig. Die Rabattcoupons von dem teuren Kaufhaus am Marktplatz sind noch bis Sonntag gültig ... ich muß sie noch ein zweites Mal einsetzen und irgend etwas kaufen! Alle Kleiderständer mit dem großen, gelben Schild "Sale" abgrasen.
Angekommen in der Innenstadt und der Fußgängerzone, gehe ich durch die engen Gassen und überdachten Passagen (ich habe mir extra den Freitag ausgesucht, weniger Touristen). Mein arabischer Kaffee aus Damaskus ist alle - der versteckt liegende, kleine orientalische Markt ist jetzt ein "Co-Working-Space", der asiatische Laden in der Nähe hat nur Tee in seinen Regalen. Zu Fuß weiter Richtung Marktplatz.
Es ist Wochenmarkt, viele Obststände, Verkaufsfahrzeuge in abwechselnder Reihenfolge mit Fleisch und Wurst, Fisch, Backwaren, Fleisch und Wurst, Fisch ... usw. Ein Markthändler verkauft Käse aus biologischer Herstellung. "Ich suche einen Ziegenkäse der im Backofen zerläuft", also den einen Weich- oder Frischkäse der dem sagenumwobenen "goat cheese from Nablus" nahekommt. Tatsächlich hat der Händler einen dieser Art in seinem Angebot und schneidet mir eine kleine Ecke für ein paar Euro ab. Er landet, sorgsam abgelegt, tief unten in meiner Handtasche - die Außentemperaturen sind kühl genug. (Mal sehen, ob sich der Käse wirklich so gut macht bei meinem nächsten Auflauf aus dem Backofen.)
Ein paar Meter weiter, in einer anderen Reihe, Cannabis ... Hanf ... CBD-Öl. Ich gehe interessiert darauf zu. Mit meiner Begleitung war ich 2016 in Amsterdam, gezielt um dort Hasch-Brownies zu essen, allerlei Kosmetikprodukte aus Hanf zu kaufen und eben dieses CBD-Öl ... wegen seiner Heilkräfte (in meinem Fall: MS). Ich glaube, in einer nicht näher erwähnten Zeitschrift, auch umgangssprachlich die "Rentner-Bravo" genannt, eine Anzeige gesehen zu haben, wo das Hanföl als Heilmittel für alles zu einem vollkommen überteuerten Preis angeboten wurde ... das kaltgepresste Hanföl, aus den Hanfsamen? Totale Verarsche? Als ... ambitionierte Botanikerin weiß ich, daß in den Hanfsamen von Natur aus kein THC oder CBD mehr drin ist, es ist ein sehr schönes Salatöl, aromatisch - mehr aber auch nicht.
Die beiden jungen Menschen am Stand verkaufen beides, das Hanföl und das aufwendig aus den Blütenständen destillierte CBD-Öl in verschieden Anreicherungsstufen, alles legal aus speziellen Nutzhanfsorten, ohne THC, hergestellt ... schön, daß das jetzt auch in Deutschland möglich ist. Aus eigener Erfahrung kann ich den Effekt bestätigen, daß ich nach einer Tasse Hanftee (aus den Blüten, eigentlich sind die besonderen Inhaltsstoffe nicht wasserlöslich) für ein oder zwei Stunden viel konzentrierter und fokussierter am Computer arbeiten kann (ich bin MS-Patientin mit Fatigue, ich darf das). Ich lasse mir von den beiden noch einen Flyer mit ihrer Internetadresse geben, sie sind jeden Freitag auf dem Markt - aber eigentlich war ich da nur, um nach "Hanfschokolade" zu fragen.
Weiter in das Kaffeehaus gegenüber der Kirche "die irgendwas mit Bach zu tun hat", einen "Café Melange" bestellen (mit viel Sahne) und ein Stück Kuchen. Der Kaffee ist mehr als großzügig bedeckt mit einer dicken Sahneschicht, ich schaufle das meiste mit dem Löffel ab und streiche es über das Stück Kuchen, den Rest der Sahne kann ich in dem Kaffee verrühren. Es muß so kurz nach 16 Uhr sein, draußen ist es immer noch hell, eine kurze Pause bevor ich, nachdem ich die Rechnung bezahlt habe, in das eine Kaufhaus gegenüber in Sichtweite laufe und meine Shopping-Tour starte.
Ich habe kein Ziel, ich lasse mich treiben, suche in den Kleiderständern nach etwas, das mir gefallen könnte. Mein Blick schweift beim Gehen über die ganzen Modeartikel. Zwei schwarze Pullover aus Cashmere-Wolle, ich probiere sie in der Kabine an. Nummer Eins, locker geschnitten, mit dem V-Ausschnitt, gefällt mir sofort - ich mag das grobe Strickmuster und den Kuschelfaktor. Nummer Zwei geht wieder zurück ... sah nicht "sexy" genug aus (bei Nummer Eins kam meine kleine Oberweite deutlicher hervor). Das erste Teil wird von einer Verkäuferin zur Kasse transportiert und dort für mich hinterlegt.
Weiter in die obere Etage, alles ablaufen, die mit "Sale" gekennzeichneten Kleiderbügel absuchen. Finde ich noch etwas? Etwas was ich schon lange Zeit suche? Das schwarze Top mit dem geschnürten und tiefen Dekolleté? Ein paar Designer, meine Marken, ein oder zwei Kleider - die ich schon habe, deren Schnitt nur für die letzte Saison verändert wurde. Ich bleibe immer wieder bei meinen Rundgängen an einem schwarzen Rock mit Leopardenmuster stehen. Er ist runtergesetzt. Anprobieren? Ich überlege es mir gut - ja, der sieht hübsch aus - aber ich kann ihn mit nichts kombinieren! Es würde ein Fehlkauf werden, würde für immer ungetragen in meinem Schrank liegen, für die Doc Martens in Kombination mit der Lederjacke ist er zu kurz - und außerdem bin ich schon viel zu alt, mit kurz vor 40, für diesen Girlie-Look, eine Zwanzigjährige sieht darin viel besser aus ... und schließlich habe ich immer noch für den nächsten Sommer den einen ungetragenen (und längeren) schwarz-weißen Rock mit dem wunderschönen Blumenmuster im Schrank liegen, den, der mir in Wien so gefallen hat und den ich dann sofort im Internet nachbestellt habe.
Ich drehe noch weitere Runden in dem teuren Kaufhaus, die Lederhose im Jeansschnitt von dem einen Label (von dem ich auch mein bezauberndes One-Shoulder-Kleid habe) liegt immer noch im gehobenen, dreistelligen Preissegment ... ich warte vergeblich darauf, daß die mal runtergesetzt wird. Zurück zur Kasse ... nicht ohne die hübschen - und sauteuren - italienischen Handtaschen zu bewundern. Mein Exemplar, das ich immer bei mir trage, habe ich in dem einen kleinen Laden 2015 in Rom gekauft, ein Model aus einer früheren Saison, hinten aus dem Lager - für den halben Preis.
Zurück in die Fußgängerzone, es muß so gegen 18 Uhr sein und es ist schon dunkel geworden. Kurzer Abstecher in die Parfümerie, eine kleine Dose meiner Gesichtscreme kaufen (es könnte wohl noch etwas dauern, bis ich wieder in einem Duty-Free-Shop in irgendeinem Flughafen irgendwo in der Welt lande), die eine kleine Probe, die ich gerade verwende (von einem anderen Hersteller), riecht mir etwas zuviel nach Gurkenmaske. Ein paar Minuten später, weiter in das andere Kaufhaus.
Auch hier laufe ich kreuz und quer, ich entdecke ein schwarz-grünes Kleid mit Blümchenmuster von dem Label, von dem ich auch alle meine bunten Tunikas habe. Es hängt an der Kleiderstange mit anderen Kleidern in der Größe "S". Ich probiere es in einer Kabine an ... manchmal paßt mir die Größe (der vorhin gekaufte schwarze Pullover war auch in der Größe), doch dieses Kleid entspricht tatsächlich eher einer echten 36. Es ist auf Taille geschnitten, mit einem Stretch-Bund - dieser sitzt bei mir zwei, drei Zentimeter über dem Bauchnabel. Ein Kleid im "Baby-Doll-Schnitt?" (Welches eigentlich nur schwangere Frauen tragen können.) Ich überprüfe den Sitz genau mit kritischem Blick in den Spiegeln, es sieht deutlich danach aus, daß es mir nicht paßt ... als ob ich ein Kleid in Kindergröße tragen würde. Schweren Herzens muß ich mich von dem Kleid trennen und es zurückhängen, nachdem ich die Kabine verlassen habe und minutenlang und gefühlt ewig die anderen Kleiderständer mit den reduzierten Artikeln in allen Größen abgesucht habe, um vielleicht noch ein Exemplar eine Nummer größer für mich zu finden ... vergebens.
Zurück nach draußen in die Dunkelheit des Abends, meine Füße geben mir die Rückmeldung, eine Pause einzulegen oder die Shopping-Tour zu beenden - ich laufe zu dem nächsten Kaufhaus. Mein Blick schweift hier nur über alle Auslagen, ich weiß, daß die hier diese Marke nicht führen. Ohne eine gezielte Suche und Stöbern befinde ich mich wenig später wieder draußen.
Ich bin im Shopping-Rausch, der eine Outlet-Schuhladen hat jetzt wieder eine Filiale in der Leipziger Innenstadt ... die zwei beschäftigten Verkäuferinnen räumen gerade das Schild von draußen in das Innere des Ladens. Bei meinem Versuch ein anderes Modegeschäft zu betreten, merke ich, daß dieses bereits abgeschlossen ist ... die Verkäuferin dort hinter dem Glas der Tür deutet auf ihren Arm und gibt mir zu verstehen, daß der Laden schon geschlossen ist. Mein Blick schwenkt weiter auf eine der großen Uhren überall in der Leipziger Innenstadt - es ist Punkt 20 Uhr! Aber ich wollte doch noch so viel einkaufen! Schuhe, Taschen, Kleider, Röcke, Tops.
Ich muß meine Shopping-Tour abbrechen und laufe ohne Unterbrechung die paar Meter weiter in das erste italienische Restaurant in der Straße zwischen der Fußgängerzone und dem Hauptbahnhof. Ich kann mich frei irgendwo hinsetzen, der Kellner informiert mich mit Bedauern darüber, daß es heute Abend keine Pasta mehr gibt, nur Pizza. Tatsächlich hatte ich vor, diesen Abend eine Pizza zu essen und mir deswegen auch keine aus der Tiefkühltheke in der Kaufhalle ein paar Stunden zuvor gekauft. Ich überschätze wieder maßlos meinen Appetit, bestelle eine übergroße Portion Bruschetta als Vorspeise und für danach, als Hauptgang, eine vegetarische Spinatpizza, deren gigantische Ausmaße in keinem Verhältnis zu dem kleinen Teller stehen, der mir gegen Ende des Einkaufsabends serviert wird. Erst kurz nach 21 Uhr werde ich mich in meiner Wohnung wiederfinden, ausgehen wollte ich den Freitag Abend sowieso nicht.

(Ein interessantes Detail am Rande, neuerdings ziehe ich mir die beim Abschneiden und Portionieren der Antidepressiva-Schmelztablette auftretenden, weißen Pulverkrümmel - wie Koks durch die Nase. OK ... bin ich jetzt damit endlich ein Junkie?) (Ende Teil 1/2)

[19.01.20 / 21:19] Die Wochenenden im Januar sind voller Veranstaltungen in Leipzig für mich, so auch dieses - ein Konzertabend in dem linksalternativen Zentrum von Connewitz. Den Sonnabend Abend mache ich mich in meiner Wohnung wieder ausgehfertig - ich kürze das jetzt einfach mal ab: "K-M-P-C" - Kajal, Mascara, Parfüm, Creme (wobei die Reihenfolge eigentlich andersrum ist, die Creme trage ich vor dem Make-up auf). Klamottentechnisch ziehe ich einfach dasselbe Outfit an, wie letztes Wochenende - mein Leopardenkleid hängt über einen Bügel an meinem Schrank, die Leggings liegt noch genauso über dem Bistrostuhl in meiner Sitzecke, wie ich sie die letzte Nacht vom letzten Wochenende da abgelegt hatte, sowie meine 3/4-Stiefel. Neu an meinem Outfit ist die olivgrüne Steppjacke, die ich jetzt unter meinem schwarzen Wollmantel trage, als ich die Wohnung, fertig für die Nacht, in Richtung der nächsten Straßenbahnhaltestelle verlasse ... es ist saukalt, die leichte Jacke als Innenfutter macht sich auf den ersten Metern mehr als bezahlt. (Wie konnte ich das die letzten Winter in meinem dünnen Mäntelchen nur so lange aushalten?)
20 Uhr ist Einlaß auf dem Gelände mit der kleinen Halle für Konzerte, 20:30 Uhr Beginn, steht jedenfalls so auf dem Ticket, das ich mir vor ein paar Tagen im Vorverkauf geholt habe. Die Zeitanzeige an der Straßenbahnhaltestelle zeigt irgend etwas mit 19 Uhr nochwas, gemäß meiner straffen Planung bin ich schon viel zu spät, wenn ich beim Umsteigen am Hauptbahnhof noch eine Tüte Brötchen für den Sonntag Morgen einkaufen will und noch etwas Geld am Automaten abhebe (für den Fall, daß ich nach dem Konzert noch ein Album kaufe oder mit dem Taxi zurück fahre) - und essen muß ich auch noch irgendwo unterwegs.
Der Einkauf bei dem Bäcker im Untergeschoß des Bahnhofs geht sehr schnell, das Abheben am Geldautomaten ist fix erledigt, das Umsteigen auf die Linie in Richtung Süden von Leipzig verläuft ohne lange Wartezeiten. Angekommen am Connewitzer Kreuz - ich kenne die Gegend - laufe ich zielgerichtet zu dem einen orientalischen Bistro, stopfe mir in kürzester Zeit einen Teller Falafel mit Salat und Extra-Pommes rein und gehe danach weiter in schnellen Schritten zu dem Gelände mit dem Jugendzentrum. Tatsächlich erreiche ich dieses kurz nach 20:30 Uhr ... Zeit wieder eingeholt.
Es sind schon viele Gäste da, entweder ist die Halle ziemlich dunkel beleuchtet oder die überwiegende Mehrheit des Publikums trägt schwarz. Ich gebe meine beiden Jacken an der Garderobe ab (aber das ist doch ein Innenfutter, warum muß ich dafür zweimal bezahlen?), hole mir eine Flasche Mate-Brause an der Bar und erklimme die kleine Sitzecke ganz oben in dem hintersten Winkel der Halle mit den treppenförmigen Podesten. Von hier oben habe ich einen ziemlich guten Überblick auf die Bühne da unten, aber bin viel zu weit entfernt, um etwas von der Stimmung einzufangen. Meinen Schal habe ich nicht mit abgegeben oder in meine Handtasche gesteckt, ich trage ihn weiter eng um meinen Hals ... mit einer leichten Erkältung die letzten Tage (eigentlich bin ich hier hoch geklettert, weil ich dachte, physikalisch strömt die warme Luft nach oben). Ich krame mein Telefon aus der Handtasche ... ich bewundere die Ausdauer meines On-Off-Ex-Freundes, er schreibt mir schon seit dem Mittag Nachrichten, ob wir uns treffen können und wann er zu mir kommen kann. Ich habe ihm schon geantwortet, daß ich ihn nicht in meiner Wohnung haben möchte, "was too traumatic for me" und daß ich ihn lieber an einem neutralen Ort treffen möchte.
Es tut sich was unten auf der Bühne, Nebel wird eingeblasen, ich klettere vorsichtig die großen Treppenstufen / Sitzmöglichkeiten wieder herunter und positioniere mich ein oder zwei Meter vor der Bühne, in größter Vorfreude auf den Auftritt - ich habe keine Ahnung, wer die erste Band ist. Sie betreten die Bühne ... ein Typ am Schlagzeug oder Trommel, ein Typ am Synthesizer und eine junge Sängerin in mystischer Aura. Und dann legen sie los ... "Wow!" Nach den ersten Titeln wird mir bewußt, wenn die als Vorband schon so der Kracher sind? Ich kann meine Augen nicht von der jungen Sängerin lassen ... ich sah bestimmt auch mal so hübsch aus, als ich noch so jung war - Anfang / Mitte Zwanzig? In ihrem Live-Auftritt der Band steckt so viel Energie, das können die niemals auf eine Albumaufnahme übertragen.
Die Band gibt noch eine Zugabe, während der Umbaupause danach bewege ich mich nicht weg von der Bühne, die kleine Veranstaltungshalle ist richtig voll geworden. Es ist sowieso kaum Bewegung im Publikum, alle stehen eng, hier und da die Lichter der Smartphones ... ich auch. Ich hole erneut mein Telefon aus der Handtasche, eine weitere Nachricht von ihm, er fragt, wo ich bin. "Two bands and DJs the night", ich glaube, 2015 waren wir das letzte Mal zusammen hier. Ob er jetzt vorbei kommt? Ob ich ihn hier wieder treffe? Wie werde ich reagieren?
Die zwei Musiker der Hauptband betreten die Bühne ... auf diesen einen Auftritt warte ich schon, seit ich 2012 die Band bei dem kleinen Underground-Festival in Leipzig verpaßt hatte, weil ich draußen vor dem verfallenen Fabrikgebäude am Imbißstand ewig lange auf meinen veganen Burger warten mußte. Endlich ... das Publikum quetscht sich vor die Bühne, sie spielen ihre ersten Titel, Wave, Disco-Einflüsse, tanzbar. Irgendwie hat sich das Publikum die letzten Jahre verändert, so junge Menschen, überhaupt nicht schwarz, tanzen gleich exzessiv ab dem ersten Titel, so junge Mädchen, grölen ständig dazwischen ... bin ich noch in der düsteren Gothic- und Waver-Szene? Ich bewege mich allerhöchstens, wenn ich ein paar der alten Songs höre. Ständig treten mir die vor mir Tanzenden auf meine Füße ... ich sollte wirklich meine alten Stahlkappenstiefel reparieren lassen und wieder auf Konzerte tragen.
Die Band gibt keine Zugabe, die Halle wird wieder etwas leerer, die ganzen, jungen, "bunten" Menschen gehen weg und nur der schwarze Rest bleibt für die Aftershowparty noch da. Die DJs legen wirklich gute Sachen auf. Noch ein Blick auf mein Telefon in dem tiefsten Inneren meiner Handtasche ... er deutet an, vorbeikommen zu wollen. Ich verschwinde auf die Damentoilette, mache mich frisch, etwas Deo unter die Achseln, kämme meine Haare, ziehe den Pflegelippenstift neu nach, gehe mir ständig mit den Händen durch meine Haare, kontrolliere alles in diesem winzigen Spiegel über den einem (defekten) Waschbecken - er kommt! Sehe ich gut aus?
Ich bin anfangs noch aufgeregt, fast schon wieder verliebt - aber meine Stimmung stürzt sehr schnell wieder ab und ich bleibe wieder gefangen in dem qualvollen Moment, als er mich erniedrigt hatte. Ich ziehe mich von der Tanzfläche zurück in die hinterste und dunkelste Ecke ganz oben, die Sitzecke von vorhin. Welche meiner zwei Persönlichkeiten bin ich? Die naive Verliebte voller Gefühle oder die rationale Schutzpersönlichkeit? Welche der beiden hat in dem Moment der Vergewaltigung die andere ausgesperrt und alles ertragen? Seine beiden weiteren Nachrichten erreichen mich kurz vor Mitternacht, er hatte nie vor, zu mir auf die Aftershowparty, die Disko, zu kommen - er fragt, wann ich wieder in meiner Wohnung bin, er will mich nur dort treffen. Sex ... in mir verkrampft sich alles: "No! You're not welcome in my flat. How much did you understand from my last message? How much do you remember from the last Sunday in July? You even made me split my personality!" Ich kann und will ihn nicht in meiner Wohnung empfangen. "Du bist ein Arschloch, Ammar!" Letzteres schreibe ich ihm nicht mehr, er antwortet auch nicht mehr.
Es dauert etwas, ehe ich mich aus meiner Schockstarre erhole, ich werfe meinen Schal um meinen Hals, so wie es die indischen Frauen tun, und gehe wieder hinunter auf die Tanzfläche, ein paar Titel tanzen. Eigentlich wollte ich auf meine Gesundheit achten (meine Erkältung) und gleich nach dem Konzert nach Hause fahren - aber wenn ich schon einmal hier bin? Wenigstens die eine Stunde. Gegen 1 Uhr gebe ich meine leere Flasche an der Bar ab und hole meine beiden Jacken von der Garderobe ab. Zurück nach draußen in die Kälte, zu Fuß zu der Haltestelle und dem Taxistand am Connewitzer Kreuz. Bin ich so dick angezogen, daß ich schwitze oder ist es schon Fieber? Ich habe einen Infekt nach dem anderen, Condylome, Pilze, Erkältungsviren - mein Immunsystem ist durch die Immunsupressiva wahrscheinlich schon irgendwo auf Aids-Niveau gefallen.
Ein Taxi bringt mich gegen 1:30 Uhr nach Hause (mein Geld gut angelegt, CD der Band gekauft und Taxi bezahlt), bevor ich im Bad die Prozedur des Abschminkens starte, betrachte ich mich einige Zeit in meine Spiegel: "Und du siehst überhaupt nicht aus, wie ein Transvestit!" Ich habe überhaupt nichts männliches mehr an mir, ich sehe nur die eine Frau, die ich bin, wunderschön in ihrem kurzen Lepardendress und ihrem orientalischen Schal und dem Silberschmuck aus Indien. Ich ziehe mich ins Bad zurück, wische mir die schwarze Wimperntusche aus den Augen, kämme meine langen, blonden Haare durch, werfe die Antidepressiva ein und lege mich, zurück in meinem Zimmer, in mein Bett ... und schlafe wenig später ein. Auf die Suche nach Monstern in meinem Kleiderschrank verzichte ich dieses Mal.

Ich bin und war nur eine Persönlichkeit, die, die geweint hat, die, die alles ertragen hat - nur für den einen, kurzen Moment, hat sich mein Bewußtsein von meinem Körper ausgeklinkt ... sonst hätte ich das physisch, psychisch und seelisch nicht ertragen. Ich hänge nach wie vor fest in diesem einen Bild, wie ich ihm ausgeliefert bin, wie er auf meinem Bett mich mit seinem Gewicht erdrückt - und sich mit aller Macht da unten versucht hineinzuzwängen. Mein Schrei: "There is no vagina!" (Es hat trotzdem sehr wehgetan.)

[14.01.20 / 18:42] Es gibt doch Aufzeichnungen aus der Pre-Blog-Ära:

29.09.2005
- Besuch beim Hausarzt
- Ansprechen des Themas "Transsexualität"
- Adresse nach Magdeburg

06.10.05
- 1. Termin beim "Psychiater"
- keine klare Antwort (wie erwartet)
- TS weder bestätigt, noch ausgeschlossen

11.10.05
- 2. Termin
- Bericht Körperkonflikt
- Weg frei für Psychotherapie?

29.10.05
- (in)offizieller Anfang des Alltagstests

02.11.05
- 3. Termin
- Gespräch über Beginn Psychotherapie

04.11.05
- ich oute mich als Frau vor meinen Eltern
- nach nur 6 Tagen Abbruch des Alltagstests

[13.01.20 / 22:04] Für eine Shopping-Tour bin ich den Sonnabend Nachmittag wieder zurück in Leipzig, ich parke mein Auto wie gewohnt in dem Parkhaus an der Oper. Von der Tiefgarage aus an der Oberfläche werde ich nahezu überrannt von einem Menschenstrom. Was wollen die alle hier? Fotos machen von irgendwelchen Gebäuden, herumstehen. "Menschen ... zu viele Menschen ... überall Menschen!" Im Slalom laufe ich so schnell wie ich kann durch die Fußgängerzone, vorbei an den Geschäften und Kaufhäusern. Ich habe ein klares Ziel, was ich kaufen will und wo ich es kaufen will - alles andere links und rechts neben mir, blende ich aus.
Erste Station, der Outlet-Store eines Internet-Versandhändlers, ich suche eine einfache, schwarze Stoffhose, aus Baumwolle, eine Freizeithose, vielleicht auch eine Yogahose - aber für mich muß die nur so stabil sein, damit ich damit stundenlang vor dem Computer sitzen kann ... oder auf der Couch. Ein neues Paar vorne offene Hausschuhe oder Latschen suche ich auch noch. In dem Outlet-Store werde ich nicht fündig ... Suche nach ein paar Minuten abbrechen und strukturiert zum nächsten Ziel gehen! (Ich spüre schon das ganze Testosteron in mir, Einkaufen nach Männerart.)
Nächste Station - das teure Kaufhaus am Marktplatz. Ich habe die Rabattcoupons und meine "Mitgliedskarte" dabei, auf alle Artikel im Winterschlußverkauf gibt es noch einmal einen Preisnachlaß. Ich drehe meine Runde durch die Etagen des Warenhauses, laufe meine Lieblingsmarken ab. Eine schwarze Baumwollhose mit Stretchbund in der Größe "S" hängt noch an der mit "Sale" gekennzeichneten Kleiderstange eines nicht näher genannten Labels, das mit dem weißen Reiterlogo (von der ich schon mein Polohemd habe). Der dreistellige Preis ist um die Hälfte reduziert - in der Umkleidekabine anprobiert, paßt, weiter zur Kasse ... mit der "Edel-Jogginghose" kann ich mich auch von dem anderen "Armuts-Pöbel" abgrenzen, wenn ich demnächst, langzeitarbeitslos, wieder bei einem Discounter Einkaufen gehe.
Weiter durch die Innenstadt, auf dem Weg zurück zum Parkhaus, es ist bereits Abend und dunkel geworden ... immer noch alles voller Menschen. Mit meinem Wunsch nach einfachen Latschen werde ich auch in den nächsten zwei Schuhläden nicht fündig, es ist gerade keine Saison für offene Schuhe oder Sandalen (mitten im Winter). In dem zweiten großen Schuhladen fallen mir stattdessen diese Pumps in Leopardprint auf - ich kann mich von dem Anblick nicht lösen, ich muß sie anprobieren. Von meinen anderen Pumps weiß ich, daß ich in der Größe 41 mit der Ferse ständig herausrutsche und ich damit nicht mal das Stück zwischen Disko und Parkplatz zu meinem Auto schaffe, ohne den Schuh zu verlieren - also quetsche ich mich in eine 40 ... entspricht ja auch meiner Schuhgröße: "Vierzig breit!"
Die Zehen werden extrem zusammengequetscht, der Stiletto-Absatz gehört mit zu den höchsten in meiner Schuhsammlung, ich probiere beide Seiten an und laufe (etwas unbeholfen) ein paar Schritte ... Schmerzen. Aber ich muß sie haben! Sie sind runtergesetzt! Ein neues Paar reine Sitzschuhe wechselt die Besitzerin, nur weiß ich bereits vorher, daß ich damit niemals große Strecken laufen werde ... höchstens die paar Meter bis zum nächsten Barhocker.
Noch schnell bei der Bäckerei am Ausgang der Fußgängerzone vier Brötchen kaufen, zwei für den Abend, zwei morgen zum Frühstück, weiter zum Parkhaus und zurück in meine Wohnung. Dort angekommen - hatte ich nicht eine Tüte Brötchen dabei? Mist ... beim Bäcker vergessen, der hat jetzt bestimmt schon zu. Passiert mir öfters, vor ein paar Tagen hatte ich sogar wiederholt hintereinander meine ganzen Sachen ohne Waschmittel in der Waschmaschine gewaschen.
Ich packe meine Handtasche aus - mit einem Krachen zersplittert mein Schminkspiegel auf dem Parkettboden: "Scheiße!" Das ändert alles! Was mache ich jetzt? Gehe ich die Nacht doch nicht aus, wie ich es eigentlich vorhatte? Es sind nur sieben Stunden Pech, wenn ich die scharfkantigen Splitter sofort aufsammle, damit niemand hineintritt.
Ich ziehe meinen Mantel wieder an, nehme ein paar Euro aus der Geldbörse, lasse mein Telefon und alles nicht notwendige in der Wohnung - falls ich in einen Überfall gerate - und verlasse diese für einen kurzen Einkauf in der nächsten Kaufhalle, nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt ... nicht ohne mich ständig zu vergewissern, daß ich auch wirklich meinen Wohnungsschlüssel in der Hand halte und diesen auch nicht vergesse und mich - unglücklicherweise - aussperre! Draußen in der Kälte, der Vollmond steht oben am sternenklaren Himmel ... verstärkt das jetzt die Pechwirkung oder mildert das ab? Die nächsten sieben Stunden bin ich übervorsichtig, ich habe für mich schon entschieden, daß ich trotzdem ausgehen werde. Meine vergessenen Brötchen ersetze ich in der Kaufhalle durch Aufback-Croissants.
Wieder zurück in meiner Wohnung, mein Telefon zeigt haufenweise unbeantworteter Nachrichten seit heute Mittag von meinem Ex-Freund (damit es übersichtlich bleibt, der mit dem ich die letzten Jahre zusammen war, mein On-Off-Ex). Er hat angenommen, daß wir uns heute endlich treffen und auf mich gewartet - ziemlich schroff weise ich ihn ab: Ich habe dir gesagt, daß ich erst den Abend wieder in Leipzig bin und außerdem ... "Stay away from me!" Letzteres bezieht sich auf die Sache mit dem zerbrochenen Spiegel, ich kann mit ihm jetzt wirklich nichts anfangen.
21 Uhr nochwas, Beine rasieren, eine Dusche nehmen, mich mit Parfüm einsprühen und die kleine Dose Gesichtscreme. Kajal, Mascara, Standard-Make-up ... und mich dann, aus dem Bad kommend, nackt vor den geöffneten Kleiderschrank stellen: "Was ziehe ich denn heute Abend an?" So viele Kleider ... ich brauche eine Weile, bis ich mein Outfit für die Nacht zusammengestellt habe: Das schwarz-grüne Minikleid mit Leopardenmuster, eine schwarze Leggings und die 3/4-Stiefel. Tatsächlich ist es das kürzeste Kleid, das in meinem Schrank hängt und der Abstand zwischen Schaftende und Rockansatz entspricht ziemlich genau der Höhe der Stiefel - ein optimales Verhältnis (ich habe mir vorher Fotos auf meinem Smartphone angesehen mit den Sechzigerjahre-Uniformen der Star-Trek-Originalserie).
Kurz nach 22:30 Uhr bin ich bereit für die Disko, ziehe meinen schwarzen Wollmantel über und laufe zu meinem Auto. Weiter durch die Innenstadt zu dem Club östlich davon ... heute wieder eine "Gothic-szeneinterne Tanzveranstaltung". Vielleicht treffe ich wieder den einen Typen, mit dem ich mal was hatte (der bei mir sogar übernachten durfte) oder mein Kontakt nach Malta - ihm hatte ich vor drei Wochen schon mitgeteilt, daß er mich hier heute treffen kann.
Meinen Mantel gebe ich wie immer unten an der Garderobe ab, meinen grün-braun gemusterten Schal behalte ich noch um. Es sind schon genug Gäste da, viele unterhalten sich, alte Freunde, alte Kontakte ... ich drehe ein paar Runden über die zwei Tanzflächen im Keller und der Bar oben, aber von meinen beiden Männerkontakten sehe ich keinen.
Einmal auf die Tanzfläche, der erste Tanz (die Band aus L.A.), oben an der Bar ein (alkoholfreies) Getränk holen, mich auf ein Sofa in der Lounge setzen. Kurz vor Mitternacht ... tue ich es? Tue ich es nicht? Ich tue es! Und schreibe meinem Ex-Freund eine Nachricht, wo er mich finden kann, wo ich bin ... nur falls er interessiert ist.
Ich habe ihn abgewiesen, nachdem er den ganzen Tag auf mich gewartet hat - warum sollte er jetzt noch was von mir wollen? Die Verrückte, die ihn vor fünf Monaten aus der Wohnung geworfen hat. Er schafft es, in mir ein schlechtes Gewissen zu wecken - und Frauen haben doch das Recht, Nein zu sagen!
Anfangs hatte ich noch die Phantasie, was wäre, wenn alle meine drei Männer in diesem Club zusammentreffen? Das wäre bestimmt irgendwie amüsant. (Ich bin so eine Bitch!) Währenddessen werde ich von der gegenüberliegenden Ecke der Lounge beobachtet, ein einzelner Gast, schon ziemlich angetrunken. Ein Punk-Song wird gespielt, er steht auf, kommt zu mir herüber und reicht mir seine Hand. Tanzen? Meine Vorfreude wird schnell gedämpft, er nimmt mich nur mit auf sein gegenüberliegendes Sofa. Er spricht kein Wort, an seinem glasigen Blick kann ich erkennen, wie viel er schon getrunken haben muß.
Ich bin niemals aggressiv, lasse vieles mit mir machen, seine "Fummelversuche" sind mir zwar unangenehm, aber ich nehme Rücksicht auf seinen betrunkenen Zustand, weise ihn aber auch mit der Hand zurück. Bei der nächsten Gelegenheit, bei der er mich für einen Weg zur Toilette allein auf dem Sofa zurückläßt, packe ich meine Handtasche und mein Getränk und verschwinde in die tiefen, dunklen Nebelschwaden hinunter in den Keller mit den zwei Tanzflächen.
Ab und zu ein paar Songs tanzen, am Rand stehen, die Tanzflächen wechseln, das aufgebaute Gürkchenbuffet plündern, die Grabsteindeko bewundern. Nur vereinzelt schaue ich noch auf mein Telefon, ob mir einer meiner Kontakte etwas geschrieben hat ... nichts. Ich vergesse die Zeit, spätestens nach 2 Uhr nach Mitternacht müßte meine siebenstündige Pechphase vorbei sein. Kurz vor 4 Uhr krame ich doch noch mein Telefon aus der Handtasche und werfe einen Blick auf die Uhr. Der die Nacht gut besuchte Kellerklub wird wieder etwas leerer. Noch zwei, drei Songs anhören und ich gehe wieder zurück zu der Garderobe und hole meinen schwarzen Mantel ab. Die Treppe hoch an der Bar, meinen Schal umwickeln, den Mantel zumachen und den Club verlassen und zurück zu meinem geparkten Auto gehen. Diese Nacht hat wirklich niemand ein Wort mit mir gewechselt.
Zurück in meiner Wohnung ... Make-up im Bad entfernen, vorher ein paar kritische Blicke in meine Spiegel. Wie sehe ich aus? Eine Frau? Ein Mann? Wenn jeder in mir einen "Transvestiten" erkennt, einen Freak, einen Kerl in einem Kleid - wer würde sich denn da mit mir unterhalten wollen? Zurück in mein Bett, wenigstens nackt und ohne Schminke sehe ich aus wie eine Frau. Ich habe Angst, daß meine ganze Verwandlung wieder rückwärts geht, daß meine Brüste wieder schrumpfen und kleiner werden, daß die weiblichen Hormone nicht mehr wirken, daß mein Gesicht wieder männlicher und kantiger wirkt - daß das Testosteron aus der Nebenniere meinen ganzen Körper überflutet und alles wieder zunichte macht! Meine Frauenärztin hält das für eher unwahrscheinlich.
Sonntag Mittag, Croissants aus dem Backofen, zwei Tassen Espresso aus meinem Bialetti-Kocher vom Herd ... keine weiteren Nachrichten auf meinem Telefon. Den Nachmittag mit dem Auto zurück in die Innenstadt, die vergessene Tüte Brötchen von dem Bäcker holen (der sonntags in der Fußgängerzone auch geöffnet hat und geradezu von alten Omis überrannt wird).

Nach Recherche im Internet, auf diversen Esoterikseiten (meine aktive Hexenzeit in Wernigerode liegt schon 17 bis 12 Jahre zurück), ich muß die Teile des zerbrochenen Spiegels noch bis zum nächsten Vollmond aufbewahren - die liegen aber schon längst zusammengekehrt in dem Eimer für Kosmetikabfall in meinem Badezimmer ... wenn der jetzt anfängt zu müffeln? Als initiierte Hijara und Fluchexpertin vertraue ich schon längst meinem Ganesha-Anhänger, den ich immer bei mir trage.

[08.01.20 / 20:44] IPL-Nachbehandlung #9 (#26) - Die Behandlung geht mit unveränderter Intensität weiter ... so schmerzhaft wie die allererste Behandlung? Jedenfalls nicht so stark auf Fläche (um alles breit "wegzubrutzeln"), dafür aber gezielt die Problemstellen - knapp unter der Unterlippe, die Mundwinkel, vielleicht noch an der Nasenwurzel. Das Kinn bleibt weiterhin übersät mit weißen Haarstoppeln - es ging mir von Anfang an nur um die Entfernung des lästigen Bartschattens (ich muß mir das immer wieder schönreden).
Zwischen den Rasuren liegen meistens mehrere Tage, durch das verminderte Wachstum könnte ich ohne Probleme auch mal über Nacht in einem fremden Bett aufwachen - ohne daß sich da etwas ertasten läßt. Ein störendes und dunkles Haar habe ich vor einigen Tagen noch an der Wange entdeckt (und mit der Nagelschere weggeschnitten, nicht gezupft) ... ich hoffe, es wurde bei der Behandlung noch eingekreist und mit entfernt.

[06.01.20 / 00:48] Freitag Abend - ein Punk-Konzert in Connewitz, die Band mit den deutschen Texten, bei der ich noch nie so hundert Prozent textsicher war. Ich stehe in der kleinen Halle des Werk 2 wie gewohnt in der rechten Ecke vor der Bühne. Die Halle ist voll, links von mir die Pogo-Masse (mit zwei Reihen Puffer). Die Band spielt ein paar Stücke von ihrem neuen Album und als Zugabe die alten "Klassiker" aus Ende der 80er und Anfang/Mitte der 90er ... ob sie ihre eigenen Auftritte zählen? Ich habe jedenfalls nicht mitgezählt, wie oft ich diese Band schon live gesehen habe - seit Mitte der 2000er bin ich dabei.
Nach dem Konzert zum Merchandising-Stand, es dauert noch 10 oder 20 Minuten, bis der Sänger der Band die Platten verkauft, ich kaufe währenddessen die kleine Split-Single der Vorband. Als er endlich auftaucht, bildet sich eine große Menschentraube vor dem Stand, viele Autogrammjäger, alte Fans, persönlicher Kontakt. Ab und zu kann ich schon mal einen Blick auf die ausgelegten Alben werfen, das eine, das ich für meine Sammlung noch suche, ist nicht mit dabei - dafür aber die allererste Platte von 1988 als Neupressung auf Vinyl und auf CD. Es dauert noch eine ganze Weile - die Security bittet die Gäste (und mich) schon zu gehen - bis ich auch ganz vorne an den Stand gelange und endlich das fehlende Erstalbum für meine Sammlung kaufen kann ... bestimmt das mit den alten Punk-Krachern.
23:30 Uhr vor Mitternacht, ein Blick auf mein Telefon - mein Kontakt nach Malta hat mir eine Nachricht geschrieben und fragt nach einem spontanen Treffen: "Klar!" Es folgt ein Austausch von Ortsangaben und Vorschlägen für die Nacht, während ich meinen Mantel von der Garderobe abgeholt habe und an der Bar kurz vor dem Ausgang anziehe, mein Telefon auf dem Tresen. Sein Standpunkt ist irgendwo in der Innenstadt, er erwartet mich in 20 Minuten ... das müßte ich mit dem Auto schaffen.
Die Adresse erreiche ich ... aber einen Parkplatz finde ich nicht. Auf der gegenüberliegenden Seite ist einer, aber der ist durch die Straßenbahngleise von mir getrennt. Ich fahre weiter geradeaus, in der Hoffnung auf eine Parklücke ... und noch weiter geradeaus. Ich biege ab - wo bin ich hier überhaupt? Auf einer großen Straße erkenne ich, das ist schon ein ganz anderes Viertel von Leipzig. Das Navigationssystem hat sich in den Stand-by-Modus versetzt, ich starte es an einer Ampel erneut und kurve wieder durch die Innenstadt zurück ... bis ich erneut an der Zieladresse vorbeifahre. Harte Wendung, quer über die Straße, über die Gleise (kein Gleisbett) und in die Parklücke auf der anderen Seite. Ich bin mindestens 15 Minuten zu spät (im Nachhinein betrachtet, hat er wohl hier auf die letzte Straßenbahn gewartet), ich steige aus und suche nach der Hausnummer.
Er begegnet mir ein paar Minuten später und erzählt mir, daß er hier gar nicht wohnt (jetzt ergibt das mit der Straßenbahn auch einen Sinn), seine Wohnung ist irgendwo außerhalb des Zentrums. Er fragt an, ob wir was zusammen in meinem Auto machen wollen. "Nein", das ist zu klein, zu eng ... und ich bin auch gar nicht für irgend etwas in diese Richtung vorbereitet - ich habe meine Beine nicht fertig rasieren können, kein Gleitgel in der Handtasche und weder er noch ich (ich sowieso nicht) haben Kondome dabei. 0:40 Uhr nach Mitternacht (in der Nähe steht eine dieser großen Uhren), es ist saukalt, ich schiebe meinen Schal vor das Kinn, meine Hände tief in den Taschen meines schwarzen Wollmantels. "Laß uns morgen treffen, 22 Uhr? Die Bar in der Innenstadt am Marktplatz? Ich lade dich ein!" Ich stimme ihm zu, das paßt mir auch viel besser. Er geht zu der Straßenbahnhaltestelle, ich zu meinem Auto auf der anderen Straßenseite. Zurück zu meiner Wohnung.

Sonnabend Mittag, ich stehe auf, Frühstück, Brötchen von gestern und eine Flasche Wasser. Gegen Nachmittag fange ich an, mir meine Beine fertig zu rasieren, die Achselhöhlen ("German women don't shave their armpits!") und die anderen Stellen ... wo Frauen in natura behaart sind (die nie ein Mann so sieht). Bevor die Sonne untergeht, will ich mein Badezimmer auch noch gründlich durchwischen (schon allein wegen den ganzen Haarstoppeln, ich rasiere trocken) - damit ich, wenn ich dann Besuch habe, sagen kann: "Bei mir ist es aber nicht so sauber, ich hatte da jetzt keine Zeit für." Heißt übersetzt von Frau zu Mann: Ich habe wie verrückt alles klinisch sauber gewischt, wenn dir doch etwas auffällt, dann ist das nicht mein Problem.
19 Uhr nochwas, Zeit mich ausgehfertig zu machen. Eine Dusche, das Parfüm, die neue Gesichtscreme ... und ich rasiere weiter. Meine Augenbrauen - jetzt bloß den Schlußpunkt finden, sonst sind sie ganz weg (und ich muß sie mir mit Kajal neu aufmalen). Ich versuche sie auszudünnen, den natürlichen Schwung beizubehalten, keine "Mono-Braue". Mit schwarzen Kajal und Mascara kommen meine grünen Augen noch besser zur Geltung. Ich will umwerfend schön aussehen, wenn ich ihn diesen Abend in der Bar treffe.
Meine Klamottenwahl - die letzte Nacht hatte ich noch die schwarze Jeans im Straight-Cut und die flachen Stiefeletten für den Winter - diese Nacht wähle ich wieder die anthrazitgraue Strech-Jeans und die 3/4-Stiefel (mit Nietenband). Mein neuer, schwarzer "Schlamperpullover", ultrabequem und mit Rollkragen (und hinten nicht ganz so lang, in Kastenform, damit jeder, wenn ich auf dem Barhocker sitze, meinen Nietengürtel aufblitzen sieht). Fertig angezogen, packe ich meine Handtasche - genug Bargeld (damit es für ein Taxi zurück reicht, ich könnte ja Alkohol trinken), ein paar Make-up-Utensilien, den Kamm, den kleinen Spiegel, Tempos ... und die Tube Gleitcreme. Schon vor dem Badezimmerspiegel: "Ich will heute Nacht flachgelegt werden!"
20 Uhr nochwas, zu Fuß in der dunklen Kälte zur Straßenbahnhaltestelle in der Nähe meiner Wohnung und weiter die Kurzstrecke, vier Stationen, zum Hauptbahnhof ... erst mal etwas Essen gehen. Das erste italienische Restaurant in der Straße zwischen Bahnhof und Fußgängerzone hat wahrscheinlich dicht gemacht oder hat sich nicht rentiert - die drei anderen alteingesessenen Italiener sind aber immer noch da. Ich wähle das, in dem ich zuletzt nicht gegessen habe - um alle drei gleich zu behandeln. Ich habe Appetit auf Pasta: "Ein Tisch für eine Person, Bruschetta als Vorspeise und ... die überbackenen Penne-Nudeln." Eine ausgezeichnete Wahl, allein die riesigen Knoblauchstücke in dem mir kurze Zeit später servierten Auflauf: Da mußt du jetzt durch! Du kommst aus Malta, dir ist das bestimmt nicht fremd. Der Auflauf hat etwas sizilianisches mit den schwarzen Oliven und den Kapern, das muß ich mir für mein nächstes Rezept merken.
Kurz nach 22 Uhr erreiche ich dann die beliebte Bar am Marktplatz in der Innenstadt von Leipzig. Die Bar ist voll, ich finde nicht mal einen freien Hocker vor dem Tresen - ich bestelle dennoch meine erste Cola und beobachte die Gäste. Ist er schon hier? Kommt er noch? Blick auf das Telefon ... keine Nachricht. Eine Stunde später, die zweite Cola, ein Barhocker wird endlich frei. Ich setze mich an den Tresen (an den ich mich bis dahin gelehnt habe, meinen Mantel und meine Tasche im Arm), aber so langsam wird mir bewußt: Ich glaube, er kommt nicht mehr. Die "arabische Stunde" (oder italienische, oder maltesische) ist schon längst vorbei, ich ziehe mein Telefon erneut aus der Handtasche ... eine Nachricht? Er fragt, wo ich bin und ob ich alleine in der Bar bin.
Die nächste Stunde lasse ich mein Telefon keinen einzigen Augenblick aus den Augen, achte darauf, ob der schwarze Bildschirm endlich aufleuchtet und mir eine Nachricht von ihm anzeigt. "Und wo bist du? Unterwegs?" Er antwortet mir darauf nicht ... noch so ein Kerl. Es ist kurz nach Mitternacht und ich wechsele von der Cola auf koffeinfreies Mineralwasser. Auf meine Arme gebeugt, meinen Kopf abstützend, hänge ich vor meinem Telefon an der Bartheke, die Bar selbst wird spürbar leerer. Einer der gehenden Gäste zwickt mich in die Seite: War er es? Nein, ich drehe mich um, von wo das kam, kann ich auch nicht mehr orten.
Ich sitze weiter auf meinem Barhocker ... 1 Uhr nach Mitternacht, eine Straßenbahn fährt jetzt bestimmt nicht mehr. "Alle Männer sind Arschlöcher!" Es hat 20 Begegnungen bei mir gebraucht, um zu diesen Gedanken zu kommen. Er taucht hier bestimmt nicht mehr auf, nach drei Stunden Warten bezahle ich meine Rechnung und gehe. Meinen Schal wickele ich noch einmal ganz dick um meinen Hals, doch die paar Meter quer über den Marktplatz zu dem Taxistand um die Ecke sind doch nicht so kalt wie erwartet. Ich steige in ein bereitstehendes Taxi und lasse mich zu meiner Wohnadresse fahren. Der Taxifahrer ist so flott unterwegs, daß der Endpreis unter die 10-Euro-Marke fällt - angekommen vor dem Mietshaus ziehe ich ein 2-Euro-Stück als Trinkgeld aus meiner Geldbörse. Zurück in meiner Wohnung ... alleine, doch niemanden mitgebracht.
Meine Sachen ausziehen, meinen Mantel, meinen Schal, den Silberschmuck ablegen. Ein Blick in meine Spiegel an den Schranktüren - in meiner Vorstellung saß da eine heiße Blondine einsam an der Bar und hat auf einen Liebhaber gewartet, der sie am Ende versetzt hat ... in Wirklichkeit saß da nur eine potthäßliche Transe, ein Männerschreck. Zurück ins Bad, Make-up entfernen, das schwarze Zeug aus meinen Augen wischen, ein extra großes Stück Antidepressiva von der Tablette abschneiden (ich wollte eigentlich von dem Zeug runterkommen) und mich in mein Bett legen. Lange liege ich nicht wach.

Sonntag, noch später Vormittag, eine Dusche nehmen und mich halbwegs ansehlich straßenfertig machen. Zu Fuß zu der Ecke mit dem Sonntagscafé, zwei Stück Kuchen für mich kaufen ... und Brötchen für Frühstück. Zurück in meiner Wohnung setze ich den arabischen Kaffee auf ... ein klares Bild kann ich in der ausgetrunken Tasse im Kaffeesatz nicht erkennen, nur eine Vielzahl Dämonen und Chaos. Die nächsten zwei Stunden sitze ich an meinen Laptop an der Minibar. Mein Ex-Freund (nach der letzten, kurzen Liaison mit dem Biker, eigentlich mein "Ex-Ex-Freund", in Zählrichtung) hat mir eine Nachricht geschrieben - ich hatte ihn vor ein paar Tagen wieder kontaktiert. Von allen Arschlöchern ist er vielleicht der Einzige, der wenigstens etwas, ein kleines bißchen, für mich empfunden hat. Er kommt vielleicht den späten Nachmittag wieder vorbei. "Don't expect too much", ich bin nicht ganz so in der Stimmung.
Später den Nachmittag, kurz vor halb Sechs, die zwei Stück Kuchen sind schon längst weg, zusammen mit einem Kännchen schwarzen Ceylon, dann eine weitere Nachricht von ihm ... er deutet an, doch nicht vorbeikommen zu wollen. Vielleicht das nächste Wochenende, vielleicht bin ich dann in besserer Stimmung ... oder vielleicht doch noch heute? Dann aber nur ganz kurz? Ein kurzer Nachrichtenaustausch, ich brauche mehr Zeit mit ihm, will über vergangene Dinge reden (also speziell unsere letzte, fatale Begegnung) und außerdem habe ich da unten gerade so eine (Pilz-)Infektion, die ich nicht in den Griff bekomme. Spätestens jetzt verschiebt er definitiv unser Treffen auf das kommende Wochenende ... irgend etwas mache ich falsch.

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Kommentar:

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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