morgana81 - gothic transgender AWAY WITH YOU - Covid‑19 pandemic 2020‑2022 🎈

Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[01.01.70 / 00:00] Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[29.09.19 / 01:15] 4 Monate Post-Korrektur-OP - Mit meiner speziellen "Drei-Finger-Technik" (tägliches Dehnen und Einfetten) bin ich bei einer "technischen" Tiefe von bis zu viereinhalb Zentimeter da unten ... die Spitze bzw. Eichel eines Penis könnte vielleicht, unter Umständen, gerade so noch reinpassen. Ich habe immer noch nicht den Termin bei dem anderen Arzt 2021 in München abgesagt - dabei habe ich überhaupt keine Ahnung, wie da jemals mehr Tiefe gezaubert werden könnte. Mein eigenes Hautmaterial ist aufgebraucht, die Leistengegend verschnitten, der Darm unbrauchbar ... ein speziell gezüchtetes Hauttransplantat aus einer Nährlösung? Gib es auf, da ist nichts mehr zu retten. Wenigstens funktioniert meine Klitoris ... und das mit dem Feucht werden.
Vor meinem Urlaub stand ich wochenlang auf der Waage, meine Bikini-Figur, fällt es noch auf die 59 kg, sehe ich diesen Wert nach langer Zeit wieder? Bis knapp auf die 60 kg schaffe ich es, dann pendelt sich mein Gewicht ein - immerhin, vier Kilo in vier Monaten. Ich nehme nach der Operation letztes Jahr keine Testosteronblocker mehr - das, was von dem Testosteron noch an anderen Stellen in meinem Körper produziert wird, kann sich jetzt ungebremst entfalten und für einen besseren, männlichen Stoffwechsel sorgen. Das wieder mehr von dem Sexualhormon in meinem Körper ist, sehe ich an meiner Körperbehaarung ... wieder soviel wie vorher (nur eben blonder und viel feiner, mehr femininer).
Nur eine kurze Randnotiz, nicht mehr - nach fünf Jahren ist jetzt auch der letzte, kleine Rest Männersachen unbemerkt aus meinem Kleiderschrank geflogen* (ich brauchte mehr Platz für meine Röcke und Kleider) ... der Stapel ganz hinten, der nur noch da war, um meine Familienangehörigen zu beruhigen, falls ich es mir ja nicht doch noch anders überlegen könnte. Keine Chance, keine Rückkehr (die haben das wahrscheinlich auch schon längst vergessen).

(* Jemand in der Altkleidersammlung freut sich jetzt über eine echte Levi's 501.)

[23.09.19 / 20:44] 260 Kilometer - so eine lange Tour hatte ich schon ewig nicht mehr. Mit dem Motorrad einmal quer durch den Ostharz, Erbsensuppe an der Köhlerhütte, Kaffee und Kuchen (Cappuccino und Torte) auf einem Schloß im Mansfelder Land. Ein schönes Bild, wie sich in den Kurven im Harz den Sonntag eine lange Schlange von Autos und Motorrädern bildet ... ganz vorne ich, wie ich jede Kurve mit "Blümchen-pflück-Geschwindigkeit" nehme. Sieht doch jeder, daß da 'ne Lady auf 'nem Bike fährt! (Dummerweise passen meine schulterlangen Haare nicht mehr unter die Motorradjacke und flattern wild umher - das dauert ewig, die den Abend wieder zu entwirren.)

[17.09.19 / 23:02] Noch ein letztes Foto von der Bucht vor dem Abflug. Frühstück im Hotel, auf die schwere Kakaocreme verzichte ich erneut und fülle die bäuchlings aufgeschnittenen Croissants mit Honig und Rosinen. Auch auf meinen Kaffee in meinem Becher - der liegt schon längst zusammengepackt im Koffer - muß ich verzichten, den Vormittag laufe ich noch einmal in den kleinen Supermarkt, Briefmarken für die altmodische Ansichtskarte kaufen.
Die Zeit zwischen dem Check-out, die Rechnung aller meiner Drinks aus der Hotelbar und dem Warten auf den Transferbus sitze ich in der Lobby. Meinem neuen Freund sende ich eine Nachricht: "You've got now a contact in Germany!" (Schade, daß das mit den zweiten Treffen, auch die letzte Nacht, nicht mehr geklappt hat.) Er hat wahrscheinlich gedacht, jetzt trifft er endlich ein German Girl mit ganz viel Geld ... ich auch. Ich hatte darauf gehofft, auf Ibiza einen reichen Engländer mit einer Finca oder einer Yacht kennenzulernen ... so irren wir beide unseren Träumen hinterher.
Der Bus holt mich pünktlich gegen 12 Uhr Mittag vor dem Hotel ab, ein Riesen-Touristenbus, in dem ich ganz alleine sitze ... bis zur Hauptstadt von Ibiza, dann steigen am Hafen eine ganze Menge Passagiere mit dazu, möglicherweise Kreuzfahrtgäste.
Ich habe das Gefühl, ich reise gar nicht ab, ich bin gerade erst angekommen und beginne die spröde Schönheit von Ibiza kennenzulernen. Kurz nach Deutschland, über das Internet ein Apartment für knapp 1000 Euro den Monat irgendwo auf dieser Insel anmieten, meinen Kofferraum voll packen und dann mit der nächsten Autofähre wieder zurück? Ich plane schon seit einiger Zeit, der Finsternis in Deutschland zu entkommen und für ein oder zwei Monate irgendwo am Mittelmeer zu überwintern. Wenn ich diese Idee umsetzen will, muß ich das nur drehen mit den Terminen beim Arbeitsamt (und allen meinen Arztterminen). Nichts hält mich in Deutschland, kein Job, keine Arbeit, keine Beziehung.
Mit dem netten Steward am Gate flirten: einfach beim Boarding die Reisedokumente nicht bereit halten und ewig lang im Handgepäck kramen.
Die zweieinhalb Stunden zurück sitze ich im Flugzeug am Fensterplatz und navigiere auf meinem Smartphone mit GPS und Offline-Kartenmaterial die Flugroute: über Marseille von Frankreich über ein Stück Italien nach Lausanne in der Schweiz und weiter in einer Linie nach Deutschland. Was auffällt: sobald wir die Grenze zu Deutschland passieren, verblassen alle Farben und es wird düster-grau - das Licht ist hier einfach anders.
Ankunft in Hannover am Abend (und erneut gebe ich eine "Performance" in der Toilette des Hauptbahnhofes, als ich mich für den Zug zurück nach Leipzig umziehe ... wärmere Sachen, für den Herbst).

[17.09.19 / 00:59] "Where no coffee cup has ever been before", ich kombiniere mein allmorgendliches Kaffeeritual mit den Coffee-Cup-Selfies. Auch den letzten Tag bricht die Sonne nicht wirklich durch die Wolkendecke, es bleibt blau-grau - perfekt für einen Strandtag. Nachdem ich mir, wieder zurück auf dem Hotelzimmer, meine Beine nachrasiert habe, ziehe ich meinen schwarzen Strandbikini an und werfe mein buntes Regenbogenhandtuch in meine große Strandtasche. Kurz nach Mittag, auf zum Strand in der großen Bucht in Portinatx.
Im Schatten zweier Pinien lege ich mein Strandtuch aus ... dezent die anderen Strandgäste beobachten. Unter dem dicht bedeckten Wolkenhimmel ziehe ich mein Bräunungsprogramm durch: fünf Minuten Vorderseite, fünf Minuten Rückseite, je fünf Minuten Seitenlage ... einmal baden gehen und Wiederholung.
Das türkisblaue Wasser ist glasklar, mit mir schwimmt ein Schwarm Fische. Immer wieder lasse ich mich rücklings treiben und beobachte die dunklen Wolken an den Berghängen in der Bucht ... wird es noch zu regnen anfangen? Bis auf ein paar Tropfen den Nachmittag zurück auf meinem Strandtuch, bleibt es trocken ... ein wunderbares Urlaubswetter - keine Sonnencreme, kein Sonnenbrand.
Ein Kuchen und ein Cappuccino an einer Strandbar und ich entdecke auf dem Rückweg die aufgestellten Hinweisschilder für den kleinen Hippiemarkt - Beginn ist 17 Uhr. (Tatsächlich folge ich schon dem Pfad und sehe, wie die Stände aufgebaut werden.) Zurück zum Hotel und den nassen Bikini ausziehen, für eine Dusche ist auch noch Zeit.

Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Der Hippiemarkt montags in Portinatx - ein Dutzend Stände, die üblichen verdächtigen Afrikaner mit ihren Gu###- und Cha###-Taschen, ein paar Einheimische mit selbstproduzierten Schmuck und Kunstwerk, eine Modedesignerin. Nachdem ich meinen Becher mit grünen Tee an einem Stand ausgetrunken habe, schaue ich mir die Modekollektion genauer an, zwei Teile probiere ich an (ein Glück, daß ich unter meiner weißen Tunika ausnahmsweise diesen Tag einen BH trage). Noch ein schwarzer Fummel wechselt gegen Plastikgeld (Bares habe ich aufgebraucht) die Besitzerin. "And this nice, beautiful bag - is it for free?" Der kleine, bunte Einkaufsbeutel aus Nylon, den sie mir zusammen mit meinen neuen, schwarzen Top überreicht, sieht wirklich bezaubernd aus. Erst jetzt fange ich an, Ibiza zu genießen. Schade, daß das mein letzter Tag auf der Insel ist.
Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Abendessen in einem Restaurant gegenüber dem großen Strand - mit atemberaubenden Meerblick von der oberen Terrasse. Es gibt Thunfischsalat und Tintenfischringe ... bessere als die in dem anderen Restaurant.
Bleibe ich auf der Insel? Nehme ich den nächsten Tag das Flugzeug zurück? Sinnvoller ist es. Mit meiner neuen Bekanntschaft vor ein paar Tagen ist leider kein weiteres Treffen zustande gekommen ... er hat auch keine Wohnung, in der ich mich einnisten könnte. (Möglicherweise denkt er sogar, ich bezahle uns eine größere Wohnung - aber so reich bin ich nicht, ich habe das ganze Geld in meinen Körper gesteckt!)
Später den Abend, zurück im Hotel, packe ich teilweise meinen Koffer, Schmutzwäsche zuerst und alles, was ich morgen nicht mehr brauche. Check-out ist um 12 Uhr, der Transferbus zum Flughafen auch. Kurz vor 1 Uhr schalte ich mein Telefon offline, er hat sich doch nicht mehr gemeldet.

[15.09.19 / 19:22] Der Kaffee den Morgen fällt aus, ich laufe den Vormittag zu dem kleinen Stand gegenüber der großen Bucht, an dem die Tickets für die Bootstouren, u.a. zum Hippiestrand Benirras Beach, verkauft werden. Ich bin zu früh, der Stand (eine "Ein-Personen-Holzkiste") macht erst um 10:30 Uhr auf.
Nochmal zurück zum Hotel, das Frühstück (mit weniger Kakaocreme und mehr Obst), und wieder zurück zum Verkaufsstand. Die nette, ältere (blonde) Verkäuferin erklärt mir, daß es noch nicht klar ist, ob das Boot auch wirklich den Abend am Strand mit den Trommlern an Land geht - ich soll einfach gegen 17:30 Uhr wiederkommen, dann macht der Stand / Ticketschalter erneut auf.
Wieder zurück zum Hotel. Mittlerweile ist es Sonntag Mittag und ich lege mich einfach in meinem olivgrünen Bikini an den Pool ... im Schatten, Moppedzeitschrift weiterlesen ... vielleicht auch mal schwimmen gehen.
Etwa ein oder zwei Stunden später mache ich auf der Liege meinen Sonnentest, tippe mit meinen Fingern auf meinen Armen - zeigt sich ein heller Fleck umrandet von einer Rötung, ist das für mich ein klares Zeichen, in den Schatten des Hotelzimmers zu verschwinden. Der Platz unter dem Sonnensegel hat auch nicht meinen anderen Test bestanden: zeigt sich über der ausgestreckten Hand über meinen Körper ein Schatten, ist das keine gute Stelle, ohne Sonnencreme (der lichtdurchlässige Stoff des Sonnensegels / Markise gaukelt nur einen scheinbaren Schutz vor). Die Zeit bis nach 16 Uhr ziehe ich mich auf mein Hotelbett zurück.
Den späten Nachmittag bin ich wieder in der Nähe des Ticketschalters. "Will be back at 17:30" steht auf dem Pappschild auf dem Tresen. Von einem benachbarten Bistro aus beobachte ich, bei einer Pizza, wann der Stand wieder besetzt wird. Die ältere Dame kommt ein paar Minuten nach 17:30 Uhr wieder zurück, ich bezahle meine Pizza (stehe schon drängelnd auf das Wechselgeld wartend neben dem Tisch) und laufe die paar Meter zum Stand mit den begehrten Bootstickets. Portinatx - Benirras and back. Sie zeigt mir noch die Stelle, an der das Ausflugsboot kurz vor 19 Uhr anlegen wird. Die eine Stunde bis dahin verschwende ich nah am Strand und in ein oder zwei Souvenirshops (eine altmodische Postkarte kaufen).
Es geht los, das Boot legt an, freudig und mit höchsten Erwartungen steige ich die Klippen runter zu der Anlegestelle - ein Punkt mehr auf meiner To-Do-Liste für Ibiza - auf dem Mittelmeer herumschippern und den Hippiestrand sehen, den mit den Trommlern jeden Sonntag zum Sonnenuntergang (und idealerweise auch noch kurz nach Vollmond).
Die Fahrt geht nur zwei oder drei Buchten weiter, der Seegang ist auszuhalten. Ich mußte mir ja auch noch vorher die vegetarische Pizza reindrücken. Die Augen auf den Horizont und die Küstenlinie fixieren, unten ist da wo meine Füße sind! (Meinen Gleichgewichtssinn habe ich schon vor langer Zeit verloren.) Den Sonnenuntergang über dem Meer fotografieren und das alte Boot (aus Holz!) schwenkt ein in die Bucht von Benirras ... die Trommler sind schon von weitem zu hören.
Landgang: "Ten past eight!" Die Zeit für das Ablegen muß ich mir merken, will ich hier nicht stranden. Der Strand ist erwartungsgemäß voll ... die Party-People-Szene von Ibiza? Die Trommler sehe ich nur durch meine "Periskopfunktion" (das schräg nach unten aufgeklappte Display) meiner Fotokamera. Die Sonne verschwindet hinter den Bergen der Bucht, es wird weitergetrommelt.

Benirras Beach, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Nach ein paar obligatorischen Selfies mache ich mich wieder zurück auf den Weg durch die Menschenmenge durch den beengten Strandabschnitt ... für ein paar kurze Momente spüre ich die "Vibes", die emotionale Aura, für die ich eigentlich hierher gekommen bin ... aber das mit dem nackt tanzen und Mantras singen paßt hier nicht (mehr) rein.
Benirras Beach, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Rückfahrt mit dem Boot durch die einsetzende Dunkelheit der Nacht ... im Dunkeln in der kleinen "Nußschale" den Wellen ausgesetzt zu sein, ist noch etwas ganz anderes, als bei Licht tagsüber. Auf Fischfang fahren, das Netz auslegen. Entgegengesetzt dieser Romantik kann es mir gar nicht schnell genug gehen, den Leuchtturm von Portinatx zu erspähen und wieder einen festen Fuß über die Anlegeplanke an Land zu setzen. So seetüchtig bin ich jetzt nicht ... jedenfalls mitten im Dunkeln.
Später den Abend, kurz vor Mitternacht, trinke ich noch einen "Virgin Mojito" an der Bar in dem teuren Restaurant gegenüber von meinem Hotel, mit Blick auf die kleine Bucht. Meine Gedanken kreisen um meine nächtliche Begegnung zwei Abende zuvor, er versucht mich über Textnachrichten wiederzusehen, eine Verabredung nach 0 Uhr? Da beginne ich immer schwer müde zu werden (meine Antidepressiva-Tabletten) und falle ins Bett, leider keine Chance für ihn. (Natürlich führe ich eine Strichliste - bis jetzt 18 Männer, eine Frau und eine transsexuelle Frau ohne Operation ... aber sie zählt eigentlich nicht, sie war eine "Professionelle".)

[14.09.19 / 23:36] Ein ganzer Tag, in dem es bedeckt bleibt. Kurz nach 9 Uhr den Vormittag werde ich wieder wach, aus dem reichhaltigen Frühstück wenig später, lasse ich die Waffeln weg, die Croissants sind schon mit Kakaocreme gefüllt, die muß ich nicht noch extra füllen. Ich ziehe den Tag mein neues Hippiekleid an (das mit dem Batikmuster), zusammen mit meiner olivgrünen Umhängetasche und meinem Kaffeebecher stehe ich danach wieder an meinem Stammplatz und starre in die Weite des Mittelmeeres. Was habe ich die letzte Nacht nur getan? Ein böses Erwachen, ich falle immer wieder in alte Verhaltensmuster zurück. Mir wird bewußt, die Sache mit meinem Ex-Freund hat weitaus mehr Schaden in mir angerichtet, als ich vermutet hätte.
Eine Eidechse kreuzt meinen steinigen Weg, ich verliere mich in endlose Nahaufnahmen mit diesem kleinen Reptil und meiner Kamera: Lizard and coffee? Dieses Exemplar scheint besonders fotogen zu sein und klettert über meinen abgestellten Thermobecher.
Zurück ins Hotel, im Außenbereich an einen Tisch setzen (mit Lounge-Möbel), die letzte Nacht aufarbeiten, alles auf Papier bringen, bewaffnet mit Bleistift und Notizbuch. Gedanken sortieren. Es ist Sonnabend, die Straße neben dem Hotel und meinem Sitzplatz in der Nähe der kleinen (und pittoresken) Bucht wird zunehmend zur Hauptverkehrsstraße: "Ich kann so nicht arbeiten!" Und ungestört mein Reise- und Therapietagebuch schreiben, alles Ausflugstouristen, vielleicht sogar Mietwagen (fehlt nur noch ein Reisebus).
Den Sonnabend ist der Hippiemarkt in Las Dalias. Einer von zwei oder drei Programmpunkten auf meiner To-Do-Liste für den Norden von Ibiza. Der ältere Herr an der Rezeption hat mir den Tag vorher einen Busfahrplan ausgedruckt - ein Bus fährt um 9 Uhr morgens hin, ein anderer um 19 Uhr zurück ... ich weiß in dem Moment schon, daß ich sehr wahrscheinlich ein Taxi nehmen werde. Ein gecharterter Shuttlebus wäre nicht schlecht.
Schlecht ist das Stichwort - kurz nach 14 Uhr den frühen Nachmittag fährt mich ein Taxi durch die Serpentinenstraße in den Nordosten der Insel. Mir geht es nicht gut, ich habe entweder etwas Falsches gegessen, die Shrimps in Mayo zwei Abende zuvor waren mir von Anfang an suspekt ... Kühlkette (die bei Gewitter und Stromausfall mal aussetzen kann), oder ich habe mir eine Entzündung im Unterleib eingefangen (String-Tangas, zu kühl, der Sex - Frauenprobleme). Ich überstehe die Fahrt, ohne den Taxifahrer zu bitten, etwas langsamer zu fahren, damit ich das Fenster weit aufmachen und meinen Kopf raushängen kann.
Den Parkplatz für den Markt habe ich auf der Hinfahrt vom Flughafen zum Hotel schon gesehen ... er ist voll, hunderte Touristen quetschen sich durch die schmalen Gassen mit den Ständen. Das Taxi setzt mich neben dem Eingang auf das Gelände ab. Keine Fotos - vor lauter Touristen sehe ich die Stände nicht.
Meine Einkaufsliste: eine bunte Tasche für mein Smartphone, ein geflochtener Ledergürtel passend zu meinem Kleid, und vielleicht noch ein Häkeltop. Ich schiebe mich mit den Massen und Busladungen an Touristen an den Marktständen vorbei. Mein 5 Euro Hippiekleid aus Leipzig, Made in India, entdecke ich für 35 Euro wieder ... soviel zu den Preisen dort. Das bunte Täschchen kaufe ich gleich am Eingang, das schwarze Häkeltop an einem Stand mit der Aufschrift "Outlet" (eine Modedesignerin aus Ibiza), den Gürtel an einem anderen Stand wieder zurück am Ausgang. Eigentlich hatte ich an einem weiteren Stand eine Auswahl an farbigen Gürteln an meinem weiß-grünen Kleid minutenlang ausprobiert - aber die Verkäuferin hat mich entnervt fortgejagt? Irritiert suche ich einen anderen Stand. Zurück nach draußen, zurück zum Taxistand, zurück nach Portinatx (oder "Portinaxt"), so viele Menschen auf einem Haufen bin ich nicht (mehr) gewohnt.
"Wo ist meine Full-Moon-Beach-Party?" Es gibt keine Clubszene in diesem beschaulichen Örtchen (außer angeblich eine Bar mit Elvis-Imitator und Bingo-Abende). Nur ein paar gepflegte Restaurants, und die Beach Bar macht nach Sonnenuntergang zu und räumt die Stühle und Liegen weg. Ich wechsle in mein weißes, neues Häkeltop (das aus Kassel) und bleibe für das Abendessen in der Gegend um das Hotel (ich möchte mich nicht allzuweit von einer Toilette entfernen - und im Umfeld des WLAN bleiben). Noch einmal das teure Restaurant, Tagliatelle in Trüffelsoße.
Den Abend entspanne ich, zunehmend müde werdend, bei einer Live-Musikshow im Hotel. Die Getränke an der Bar gehen auf meine Zimmernummer, die Sängerin benutzt dasselbe portable Mischpult wie ich, für die Echoeffekte am Mikro. Eine Nachricht an meine Begegnung von letzter Nacht: "In only one night you got the whole compressed experience of my past relationships." Er versteht meinen Text nicht, schreibt, daß er sein Verhalten bereut (Warum?), würde mich aber gern nach Mitternacht wieder treffen. Ich bin zu müde und zu kaputt, darauf einzugehen.
Über die weit geöffnete Terrassentür die Nacht, plätschert das Meer in der Ferne vor sich hin.

[14.09.19 / 11:33] Ein Regentag, da passiert nicht viel, ich stehe mit meiner Lederjacke, meinem olivgrünen Wickelkleidchen und meinen Flipflops (die ich später wechseln werde) an der kleinen Bucht mit den Felsen und praktiziere mein tägliches Kaffeeritual den Vormittag. Ein paar Fotos von der dunkelblauen Wolkendecke.

Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Den Mittag zurück im Hotel, ein gebuchter Musiker spielt auf seinem elektrischen Synthesizer-Saxophon ein paar Songs im Atrium, es sind nur eine handvoll Hotelgäste anwesend ... ich versuche eigentlich auch nur die Zeit rumzukriegen, bis vielleicht die Sonne durch die Wolkendecke bricht. Es bleibt bedeckt (auch gut für meine sonnengestreßte Haut).
Sein Solokonzert geht bis nach 15 Uhr den Nachmittag, ich möchte ihn nicht alleine spielen lassen - aber eigentlich hatte ich den Nachmittag vor, den anderen Felsen gegenüber der Bucht zu erklettern. Ich beobachte schon die ganze Zeit (von meinem Sitzplatz im offenen Atrium des Hotels aus), wie immer wieder ein paar junge Menschen vorsichtig wagemutig den Felsen erklimmen und posieren - auf der Jagd nach dem besten Selfie - das will ich auch! Nicht allzuviel später, klettere ich auch da oben herum.
Hinter dem Felsen ergeben sich mit den Wellen und der Meeresbrandung auf den Klippen beeindruckende Fotomotive. Am Horizont in den dunklen Wolken zieht ein Seegewitter auf. Ein paar Blitze ... hoffentlich zieht das nicht rüber - die feuchten und scharfkantigen Felsen sind so schon rutschig genug. Ich kehre nach ein paar Fotos wieder um und suche meinen schmalen Pfad, der am Strand neben der Beach Bar aus der rauen Wildnis herausführt. (Eigentlich sollten da nicht so viele Touristen herumtrampeln, die zarten Flechten und kleinen Gewächs, die dort vereinzelt zwischen den Felsen den rauen Meeresklima trotzen.) Zurück an der Beach Bar, ein Orangensaft, eine Pause ... immer noch keine Sonne, es bleibt bedeckt.
Für das Abendessen wechsle ich von meiner Lederjacke in mein Strickjäckchen und von meinen festen Schuhen in meine Flipflops. In meiner kleinen Handtasche ist nur Platz für einen Schirm - und mein ganzes Arsenal an Anti-Mücken-Gift! Ich habe den Plan, etwas früher essen zu gehen, bevor diese Viecher auftauchen. Zu den Restaurants und Bistros in der Nähe des großen Strandes (S'Arenal gran) von Portinatx.
Was sind Tapas? Der Kellner in dem Restaurant erklärt es mir, ich verstehe das als so eine Art spanisches Sushi mit vielen kleinen Portionen und Tellern. Zu viel als Starter - ich entscheide mich wieder für die Fischplatte, im Ofen gebackene Dorade (mein bevorzugter Fisch, die ist einfach zu essen, mit ihren dicken Gräten).
Es wird dunkel, sehr dunkel, tiefschwarz - pünktlich zum (gefühlten) Sonnenuntergang zieht ein schweres Unwetter auf. Der Himmel zuckt in wenigen Millisekunden hell auf ... in einer Blitzfrequenz, wie ich das noch nie zuvor gesehen habe (und ich war schon in der Nähe des Äquators in Sri Lanka und Südindien). Die Blitze ziehen über den Wolken. Ist das ungefährlich? Mit dem Gedanken fängt es stark an, zu regnen ... ein paar Minuten, zu hageln. Die paar Gäste flüchten von den Tischen im Außenbereich (überdacht und mit Blick auf den in der Dunkelheit verschwindenden Strand) in das Innere des Restaurants. Mit meinem Abendessen war ich glücklicherweise schon fertig und nehme nur mein Glas Wasser mit hinein. Ich beobachte von einem Barhocker an der Eingangstür aus, wie der starke Regen nach und nach nachläßt (ich hätte keine Chance mit meinem kleinen Regenschirmchen gehabt).
Das Übliche ... ich zähle in Gedanken schon mit meinen Fingern meine letzten Reisen auf und die Männer, die ich immer wieder kennengelernt habe. Es ist Freitag Abend, kurz vor Vollmond und in diesem winzigen Ort am nördlichsten Zipfel von ganz Ibiza gibt es so gut wie keine Partyszene. Ein Bargast spricht mich an ... er ist schwarz, kommt aus Afrika. Ich bin so rassistisch!
Ein nettes Gespräch eröffnet sich, ich erfahre, daß er ursprünglich aus dem Senegal kommt und die letzten zehn Jahre in Spanien und Europa gearbeitet hat. Ich erzähle ihm von meinem Leben, gebe ihm ein paar Einblicke, mein Job als Ingenieur, das teure Hotel da hinten (das ich mir gerade so noch leisten kann) und meine getrennte Beziehung zu meinem Ex-Freund ... zu viel? Er lädt mich ein, noch etwas an einer Bar auf der gegenüberliegenden Seite des großen Strandes zu trinken ... seine Unterkunft / Wohnung ist nicht allzuweit davon entfernt. Warum nicht? "Let's go!"
Quer über den Strand, der Regen hat nachgelassen, durch die Wolken bricht der strahlend weiße Vollmond. "Actually I come to Ibiza to join a Full Moon Beach Party ... I want to dance naked across the beach!" (Ob ich das überhaupt in die Tat umsetzen kann, bin ich mir gar nicht mehr so sicher ... schon allein wegen der Mücken, und der Kälte und dem Strickjäckchen.) Die kleine Bar, in die er mich führt, ist verbunden mit der "Orangensaftbar" eine Etage weiter unten zum Strand ... ich glaube, den Barkeeper wiederzuerkennen. Auch hier ist den Freitag Abend nicht viel los.
Ein Coconut-Mocktail (ohne Alkohol) für mich, unsere Gespräche drehen sich um Afrika, das eigentlich ein sehr reiches Land (bzw. Kontinent) ist - aber von allen nur bestohlen und ausgeplündert wurde, bzw. wird ... erst die Imperialisten, jetzt die oberen Eliten. Der Armut und Hoffnungslosigkeit zu entkommen, ist sehr schwer geworden, "Residence Cards" für Europa gibt es nicht mehr so einfach. Laß uns das Getränk bezahlen und zu dir gehen. (Also zu ihm ... es würde merkwürdig aussehen, würde ich ihn mit in mein Hotelzimmer nehmen.)
Seine Unterkunft, ein paar Minuten zu Fuß entfernt, eine winzige Abstellkammer, ich kann mit beiden ausgestreckten Armen die Wände ertasten. Das Zimmer kaum größer, als das Etagenbett, das darin steht. Ich mache ein paar Einrichtungsvorschläge, wie man den beengten Wohnraum noch optimaler nutzen könnte. Er schlägt vor, zu einem Freund zu gehen, dieser hat eine größere Wohnung (und sogar ein Bad).
Über einen großen Umweg über mein Hotel, schnell noch die Gleitcreme in die Handtasche packen, noch etwas frisch machen, Kleidung wechseln (von der Hippie-Hose in die schwarze Jeans) ... er wartet geduldig draußen vor dem Hotel. Blick auf die Uhr ... 0 Uhr nach Mitternacht. Das teure Restaurant gegenüber vom Hotel (das vom ersten Abend) schließt gerade, die Angestellten und der Boss gehen zu ihren Autos. Er möchte nicht gesehen werden ... meine neue Bekanntschaft hätte dort eigentlich den Abend arbeiten sollen (kommt mir sehr bekannt vor).
Die Wohnung seines Freundes - ein Palast verglichen mit seiner Abstellkammer, eine offene Miniküche, zwei Betten, ein Bad. Eigentlich ein nicht genutztes Apartment für Touristen ... 700 Euro den Monat die Miete. Seinen Freund lerne ich nur kurz kennen, er überläßt uns das Apartment für ein paar Stunden ... alles was jetzt kommt, kenne ich irgendwie schon.
Wir legen uns auf das Bett, ziehen uns aus, ein paar Scherze ... flirten, küssen. "Unfortunately I just have a Two-Inch-Vagina", ich gebe ihm ein paar Puzzleteile über das, was ich wirklich bin ... ich bin vorsichtig, weiß nicht, wie er reagieren könnte, wenn er alles erfährt. Der Analsex ist für ihn eine neue Erfahrung, ich weite mit etwas Gleitcreme an meinen Fingern professionell meinen Anus. Er findet noch ein Kondom und zieht es über seinen - beachtlichen - Penis. Ja, das ist auch für mich das erste Mal mit einem Afrikaner. Aber mit genug Gleitgel fühlt sich das mehr als angenehm an. Schade nur, daß er in kurzer Zeit in mir kommt. "Where are my multiple orgasms?"
Die weiteren Momente die Nacht ... er wünscht sich wahrscheinlich, daß ich bis zum Morgen bleibe, neben ihm schlafe. Ein Problem für mich, ich hänge neben ihm liegend in einer Gedankenschleife fest. Ich kann mich nicht fallen lassen, habe immer wieder den Wunsch, zu fliehen. "I have a secret", ich erzähle ihm von meiner transsexuellen Vergangenheit - wenn er mich jetzt rausschmeißt, kann ich der ganzen innerlichen Konfliktsituation entkommen. Er bleibt ruhig und gelassen ... aber so richtig glücklich ist er damit jetzt auch nicht, ich sehe es ihm an.
Minuten später, er schläft ein. Ich steige aus dem Bett, tapse im Dunkeln umher, suche meine Unterwäsche, meinen schwarzen String-Tanga - und stolpere laut scheppernd über einen gläsernen Aschenbecher neben dem Bett. Soviel zu meinem Plan, leise zu verschwinden. Er wird wach, macht das Licht an ... ich möchte gehen.
Ich ziehe mich an, er zieht sich an. "Sorry, I'm Miss Complicated", meine gescheiterte Beziehungsgeschichte zu meinem Ex-Freund kennt er schon. "I'm talking too much, destroying everything again and again (you're not the first one). Keep away from insane people", der allseits bekannte Ratschlag.
Wenig später begleitet er mich den frühen Morgen zurück zu meinem Hotel, ich erzähle nicht mehr viel, ich notiere seine Telefonnummer auf meinem Smartphone ... vielleicht gibt es noch eine zweite Nacht, eine zweite Chance?
4:30 Uhr zurück alleine in meinem großen, weißen Bett in meinem Zimmer.

[12.09.19 / 23:35] Selfie-Fotoreihe - wo mein Kaffeebecher schon alles war. Erneut stehe ich mit meinem Thermobecher nach dem Frühstück an den Klippen und schlürfe meinen Kaffee. Die Nacht und den Morgen hat es geregnet (mit Blitz und Donner), den Vormittag trage ich noch meine Jeans und meine Lederjacke / Punkerkutte ... wenn es so kühl bleibt, kann ich den Weg zum Leuchtturm in Angriff nehmen. Zurück ins Hotel, die Lederjacke gegen das Strickjäckchen tauschen (könnte ja kühl und windig da oben sein), die festen Schuhe behalte ich an.
Wenig später vor dem Taxistand in der Nähe des Strandes von Portinatx, ein Taxi hält. "To the lighthouse and back, if it is possible", ich habe den Leuchtturm in einer Reisereportage über Ibiza im Fernsehen gesehen. "It is a rough road", nur für Allradfahrzeuge befahrbar - und ganz sicher kein normales Taxi. Mir wird gleich bewußt, daß das gar nicht geht und ich irgendwie anders dahin kommen muß, der Taxifahrer erzählt mir etwas über nur ein paar Minuten zu Fuß. Zurück am Hotel und den Klippen starte ich meine Wandertour.
Der "Lighthouse Trail" ist ausgeschildert und mit Farbe auf dem steinigen Weg markiert. Stellenweise teilt sich der schmale Weg und führt dann wieder zusammen. Nur wenige Zentimeter vorbei an der Steilküste ergibt sich immer wieder ein atemberaubendes Fotomotiv. "Jetzt fall da bloß nicht runter!" Ahh... Ich paß auf und setze vorsichtig ein Schritt nach dem anderen - den Weg lesen (wie beim Motorrad die Straße). Ab und zu kommen mir andere Wanderer entgegen - auch ein oder zwei Mädels mit Flipflops.
Auf halber Strecke merke ich, daß ich mit den ganzen Fotos machen zu viel Zeit vertrödle - die Wolken sind weg, die Sonne brennt, es wird heiß. Ich krame aus meiner alten Gasmaskentasche (aka die "Indiana-Jones-Abenteuer-Umhängetasche") die kleine Packung Sonnencreme heraus ... später werde ich sehen, wo ich mich nicht richtig damit eingerieben habe.

Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Die Steilküste und die felsigen Hänge entlang klettern - irgendwann den Mittag erreiche ich den Leuchtturm ... Selfiepoint! Die Stelle wird rege von anderen kleinen Besuchergrüppchen genutzt. Ich bin schon ziemlich fertig (hätte ich eine Flasche Wasser mitgenommen), vor mir liegt noch der ganze Weg wieder zurück.
Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Nach einer langen Fotopause mache ich mich auf den Rückweg, setze weiter instinktiv, automatisch und prüfend ein Schritt nach dem anderen, wenn ich auf diese scharfkantigen Felsen ausrutsche, ganz alleine, in der verlassenen Wildnis im Nirgendwo ... noch bevor die brennende Sonne 14 Uhr im Zenit steht, bin ich wieder zurück im Hotelzimmer. Das olivgrüne Top ist komplett durchgeschwitzt. Eine Dusche nehmen und ich bin erst mal für die nächsten Stunden raus aus der Sonne!
Den Nachmittag meine Beine rasieren und meinen schwarzen Bikini anziehen - den für das Meereswasser. Kurz vor 17 Uhr bin ich wieder draußen und auf dem Weg zum Stadtstrand von Portinatx - mit dabei in meiner Strandtasche in Häkeloptik - mein neues Regenbogenhandtuch in den LGBT-Farben. "The only gay on the beach", an den belebten Strand angekommen, lege ich mich demonstrativ und ein Statement setzend auf mein Handtuch im Schatten einiger Bäume (wenig später gehe ich auch mal kurz baden).
Die Sonne sinkt in weniger intensive Sphären, ich bleibe bis zum Abend. Dadurch, daß Spanien am westlichsten Rand der mitteleuropäischen Zeitzone liegt, verschiebt sich der ganze geregelte Tagesablauf um ein, zwei Stunden nach hinten. Noch zwei Flaschen Wasser aus dem kleinen Supermarkt gegenüber vom Strand und ich bin den Abend wieder zurück auf mein Hotelzimmer, Dusche Nummer Zwei und umziehen für das Abendessen.
Nach Anbruch der Dunkelheit befinde ich mich in einem Restaurant nur unweit meiner letzten Badestelle. Die Preise sind moderat, das Essen - Shrimps in Mayo, Calamares-Tintenfischringe mit Chips und Salat - eher auf Bistroniveau, kein Vergleich zu dem exquisiten Restaurant vom ersten Tag (aber auch hier wird gerne vorreserviert). Wenn nur nicht diese Mücken wären ... verdammte Viecher! Die aggressive Sorte, stechen gezielt in alles, was nicht vorsorglich (durch lange Hosen und Strickjäckchen) verhüllt wurde - Ohrläppchen, Hals, Wangen, Stirn, Mundwinkel. In kürzester Zeit werde ich an dem Außentisch mit Meerblick übel zugerichtet. Noch bevor der Kellner mit der Rechnung kommt, flüchte ich zum Bezahlen in das Innere des Restaurants.
Den späten Abend wieder zurück zum Hotel, einen alkoholfreien Mojito an der Hotelbar bestellen. Es ist ein gehobenes Hotel nur für Erwachsene mit Erwachsenenunterhaltung - zwei Musiker spielen im Außenbereich kubanische Lieder. Ich schlürfe meinen "Mocktail" und fingere gegen Ende (des Auftritts und meines Getränks) die Minzblätter aus dem Glas.

[11.09.19 / 22:50] Meine Lieblingsecke - die Klippen hinter dem Strand, den späten Vormittag erst mal einen Kaffee aus meinem Thermobecher trinken (ein American Coffee aus dem Automaten beim Frühstück im Hotel). Danach ... die Klippen raufklettern - aber nicht mit den Flipflops! "Be careful, Honey!" Ich war extra nochmal zurück im Hotel, um festes Schuhwerk anzuziehen. Spektakuläre Wellenbrandungen, spektakuläre Klippen, spektakuläre Selfies? Mach nicht den Fehler und geh zu weit an den Rand.

Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Im weiteren Verlauf des Vormittages und frühen Nachmittags erkunde ich die anderen beiden Badebuchten und die zwei (kleinen) Strände ... und muß immer wieder stehenbleiben für ein neues Fotomotiv, der erste Orangensaft an einer Strandbar. Entgegengesetzt den schlimmsten Vorhersagen des Wetterberichts vor einigen Tagen, knallt die Sonne von oben herab durch den blauen Himmel und ein paar Quellwolken (bleibt aber angenehm kühl) ... gut, daß ich meinen ecuadorianischen Strohhut aus Wien mit eingepackt habe.
Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Den Nachmittag die beiden Pools im Hotel antesten - während alle Gäste knusprig braun in der Sonne liegen, werfe ich mit meiner noblen Blässe und meinem olivgrünen Bikini mein Pool-Handtuch (vom Hotel) auf eine Liege im Schatten der Bar. Ein paar Runden im Wasser drehen, zurück auf der Liege eine Moppedzeitschrift lesen ... dezent die anderen Hotelgäste mustern ... Sehen und Gesehen werden. (Welches von den Pärchen könnte wohl schwul sein?)
Im weiteren Verlauf des späten Nachmittags ziehe ich mich in mein Hotelzimmer zurück (ich habe meine Beine nicht ordentlich rasiert) und wechsle für den bevorstehenden Abend die Kleidung: von dem olivgrünen Wickelkleid mit den Spaghettiträgern (H&M) zur Hippie-Stoffhose und einem olivgrünen, ämellosen Top. Abendessen in einem der Restaurants gegenüber dem Hotel. Aber vorher sitze ich noch gefühlt ein, zwei Stunden an der Strandbar der kleinen Bucht zur Westseite hinaus und beobachte bei einem zweiten Glas frisch gepreßten Orangensaft, wie die Sonne langsam den Himmel bis zum Horizont nach unten zieht. Wird sie es schaffen? Sie liefert sich ein Wettrennen mit den über das Meer aufziehenden Regenwolken. (Sie schafft es und das Ganze wird von den anwesenden Besuchern zelebriert ... zu Goa-Trance-Musik aus der Bar - "Tel-Aviv-Feeling", ich allein habe schon über 30 Fotos vom Sonnenuntergang gemacht).
Zum Abendessen gibt es wieder Dorade - aber diesmal echt fangfrisch und mit dicken Gräten. Leider läßt das Dessert für hinterher auf sich warten und ich muß die Zeit bis nach 22 Uhr an dem Tisch neben dem Meereswasser und den Wellen aushalten, werde von fiesen Moskitos belästigt - zum Glück kann ich das Meiste mit meiner langen Hose und meinem Strickjäckchen abhalten, und muß dann durch den einsetzenden Regen über die Straße zurück zum Hotel ... mein Bikini hängt zum Trocknen auf der Terrasse - der ist jetzt wieder naß.

[10.09.19 / 21:55] Ich wollte ja die Intensiv-Durchsuchung und mußte unbedingt für den Security-Check am Flughafen Hannover mein grünes Bob-Marley-T-Shirt anziehen - Ergebnis: mein verschachteltes Tasche-in-Tasche-Handgepäck wurde solange durchsucht, bis das kleine Tütchen Trockenpulver in meiner Smartphone-Tasche entdeckt wurde ... hätte ja auch Crystal sein können (auf dem Röntgenbild). Unterwegs nach Ibiza - Tag 1. (Natürlich hat der Bummelzug den frühen Morgen Verspätung und ich verpasse alle meine Anschlußzüge, aber der afrikanische Taxifahrer am Hannover Hauptbahnhof holt das wieder raus.)
Ankunft mit dem Flugzeug (Holzklasse ohne Entertainment) auf Ibiza den Nachmittag, eine aufregende Landung mit den ganzen Sturm- und Regenwolken. Weiter mit dem Minibus durch die überraschend grüne Insel (Sri-Lanka-Feeling, mit den Regen). Das wahrscheinlich nördlichste Hotel auf der ganzen Insel.
Vor vier oder fünf Wochen habe ich mich von meinem Ex-Freund getrennt und mußte mir erst mal eine Reise für mich alleine buchen. Das Adults-only-Hotel in Portinatx entspricht meinen Erwartungen - ruhig und weit abgelegen (ich hatte schon die Befürchtung, Ibiza wäre eine Senioreninsel, bei den ganzen Grauhaarigen im Flugzeug).

Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Zimmer beziehen ... Meerblick ... Sachen auspacken, die Hotelanlage und die Umgebung erkunden - es ist kalt! Ein Glück, daß ich vorher den Wetterbericht gelesen und ein Strickjäckchen mit eingepackt habe. Auf der Terrasse eines gegenüberliegenden Restaurants die ersten Selfies machen.
Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Das Restaurant selber - ich bin gezielt in den Norden gereist wegen dem Hippie-Flair - sehr hübsch eingerichtet, aber wahnsinnig teure Preise. Wenn ich wie diesen Abend jeden Abend für eine Person für 50 Euro esse, komme ich mit meinem Budget nicht weit ... trotzdem, der Couscous-Salat mit Feigen und die marokkanische Tajine mit Dorade sowie die Kugel Eis in der Kokosnuß mußte einfach sein.
Später den Abend, zum Strand laufen, einen Supermarkt finden, zurück in das Restaurant an der Bar etwas trinken, das Gewitter über dem Meer beobachten, das Gewitter zurück auf der Zimmerterrasse (bei Lounge-Musik) weiter beobachten (und diese Zeilen schreiben ... in meiner Strickjacke frierend, im Koffer war nur noch Platz für die Flipflops).

[05.09.19 / 16:54] IPL-Nachbehandlung #6 (#23) - An der unteren Kante am Kinn befinden sich jetzt zwei bis drei weiße Haare, zwar unsichtbar aber eben gefühlt dicker, diese lassen sich mit der Blitzlichtmethode nur sehr schwer entfernen (der Blitz verpufft ins Schmerzlose). Anders dagegen die noch einzeln vorhandenen Härchen an der Oberlippe und dem Mundwinkel ... bei dem nächsten Behandlungstermin im regelmäßigen Rhythmus tauchen wieder ein paar neue auf (gemäß dem Wachstumszyklus).

Zu etwas vollkommen, vollkommen anderem ... nach der Trennung von meinem Ex-Boyfriend habe ich mir wieder bei einem Friseurtermin die Haare schneiden lassen, nicht ganz so kurz wie nach einem Beziehungsaus in der Prä-Blog-Ära (siehe Fotos 2007), aber doch wieder auf knapp über schulterlang, vier Faustlängen ... mit dem dicken, stoffummantelten schwarzen Haargummi* sieht der Pferdeschwanz in der Länge ganz hübsch aus. (* Ach, die Dinger heißen "Scrunchies" und waren mal nicht modern?)

[02.09.19 / 01:35] Zurück aus Kassel - ein kleines Gothic-Festival. Freitag Abend das "Penthouse" in dem Hotel am ICE-Bahnhof beziehen, gefühlt mindestens 30-Grad-Dachbodenklima (erst einmal durchlüften), eine Dusche nehmen, Kajal auftragen und Kleidung für die Nacht wechseln, die Zebra-Leggings und mein "tigha"-Shirt. Mit der Straßenbahn den Abend weiter zu dem anderen Bahnhof in der Innenstadt, die dunkelste Gasse um die Ecke, den winzigen, roten Grablichtern folgend, das kleine Festivalgelände betreten. Ein Hinterhof, eine kleine Halle mit der Bühne - und Gerüchten nach die ganze schwarze Szene von Kassel und Umgebung anwesend (die nur aus etwa 20 bis 30 Personen bestehen soll). Egal, die familiäre Stimmung holt es wieder raus.
Den Freitag Abend spielen zwei alte Gothic- und Wave-Bands aus Belgien, erstere haben ein paar kursierende Hits auf uralten Gothic-Samplern (die mich sehr freuen, als sie angespielt werden), zweitere Band (die ich schon Jahre zuvor live gesehen habe) spielen ein interessantes Set aus eigenen Titeln und (wahrscheinlich) Cover-Songs von anderen Bands aus dem Post-Punk-Szeneumfeld, mit großem Rätselraten meinerseits, wo ich das Stück denn schon mal gehört habe (mindestens eine meiner anderen Lieblingsbands erkenne ich wieder).

Kaffee in Kassel
Die Nacht legt noch ein DJ auf, ein "Einheimischer" aus der Gegend. Der extra aus Belgien angereiste zweite DJ - für den auch ich extra angereist bin - muß seine Plattenkiste wieder zumachen, die Techniker auf der Bühne mit dem Mischpult und großen Fragezeichen in ihren Gesichtern haben den Plattenspieler für diese Nacht nicht zum Laufen bekommen ... schade. Kurz vor 4 Uhr den Sonnabend Morgen mit der Nachtbuslinie zurück zum Hotel, zwei Stunden schlafen, bevor ich als erster Gast um 6:30 Uhr das üppig angerichtete (und exquisite) Frühstücksbuffet plündere und auf der Terrasse den Sonnenaufgang beobachte. Danach wieder hinlegen und weiterschlafen, den Kaffee aus der Hotelbar verschiebe ich auf nach dem Aufstehen.

Sonnabend früher Nachmittag, ich starte meine Shopping-Tour durch die Innenstadt von Kassel. Das einzige Warenhaus in Leipzig, in dem ich meine britische Lieblingsmarke mit bunten Tunikas und weißen Blusen finden konnte, hat leider dicht gemacht. Ich suche im Internet nach Bekleidungsgeschäften, die diese Marke noch führen ... ich werde fündig, zwei Läden die ich gezielt ansteuere, bzw. umherirrend in der für mich vollkommen fremden Gegend (bis auf meinen Weihnachtsmarkt-Trip auf Einladung neun Monate zuvor) rein zufällig finde. Eine weiße Bluse für meinen nächsten Strandurlaub, passend zu meiner neuen und bunten Hippie-Stoffhose.
Weiter den Nachmittag die Fuẞgängerzone die Treppen hoch (Kassel ist jetzt doch nicht so groß und relativ gut zu erlaufen), in einem Café eine (fast) Wiener Melange trinken, ein Stück Veganer-Schoko-Kuchen essen und einem Tip folgen: Irgendwo in unmittelbarer Nähe, wenige Minuten zu Fuß entfernt, soll es einen Laden vollgestopft mit gebrauchten und neuen Schallplatten geben ... diesen finde ich tatsächlich auch.
Ein mehr oder weniger gut sortiertes Musikgeschäft mit unzähligen Vinyl-Scheiben, ich kämpfe mich durch die Ecke mit den Indie-, Rock- und Punkplatten aus den Achtzigern, immer auf der Suche wie meinen Zufallsfund auf dem Flohmarkt ein Wochenende zuvor. Die gängigen Gothic-Legenden, aber nichts, was in mein "Coldwave-Suchraster" paßt. Ich verlasse das Geschäft ohne einen Neukauf, vielleicht hätte ich nur tiefer graben müssen, aber dafür fehlt mir die Zeit. Gefühlt 18 Uhr, zurück ins Hotel.
Dasselbe Outfit, wie die Nacht zuvor ... dieses Wochenende mit meinen schwarzen "Hexen-Schuhen". Nach Anbruch der Dunkelheit wieder zurück in die Innenstadt, in einem italienischen Restaurant eine übergroße Pizza essen (40 cm Durchmesser, ich habe es unterschätzt und muß ein ganzes Viertel übrig lassen), weiter zu Fuß in Richtung des alten Kopfbahnhofes und wieder durch die finsterste Gasse zu dem Festivalgelände ... ein leicht mulmiges Gefühl als einsame Frau (mit Absätzen auf dem Kopfsteinpflaster).
Der zweite Abend, die zweite Nacht, zwei neue Bands aus Belgien. Von der ersten verpasse ich den halben Auftritt, ich bin zu spät und setze mich auf einen Barhocker am Eingang der vollkommen überhitzten kleinen Halle. Die zweite Band dagegen ... ich habe den Barhocker gewechselt und sitze jetzt auf der gegenüberliegenden Seite in der Nähe der Toiletten - ich hatte ja keine Ahnung von dem, was mich erwartet! Der Drummer - "Drama Drummer" - ein nervöses Spiel, tief im treibenden Rhythmus. Der Gitarrist, exzellent eingespielte Akzente, sporadisch versunken in Feedback-Orgien. Der Sänger am Bass - der ganzen jungen Band umgibt eine Aura, die mir das Gefühl gibt, an etwas Besonderem, Neuem teilzuhaben. Sie spielen als Zugabe einfach ein Teil ihres Sets nochmal, so viele Titel haben sie noch nicht ... ich stehe nach dem Auftritt vor dem kleinen Merchandising-Stand hinter mir und investiere ein paar Euro in ein Album und die 7" Vinyl-Single mit den beiden Titeln von ihrer Zugabe, die mir so sehr gefallen haben ... ich war "richtig drinnen" (auf meinem Barhocker).
Weiter die Nacht, im Wechsel zwischen der kleinen Konzerthalle, der Bar (nur Wasser für mich) und dem Areal draußen (mit Waffel-Stand), immer noch knapp 30 Grad Spätsommer - aber für die rapide abnehmenden Temperaturen unter dem sternenklaren Himmel habe ich für die zwei Nächte meine Punkerkutte mit dabei. Der DJ aus Belgien bekommt eine zweite Chance (er war doch nicht für umsonst angereist) und spielt gegen 2 Uhr die Nacht für die letzten noch anwesenden Gäste ein aufregendes Set an Italo-Krachern. Ich tanze exzessiv (ich habe ja auch viel Platz auf der Tanzfläche), weit ausschweifende Moves mit meinen Armen, der Zeigefinger folgt den Sprenkeln der glitzernden Discokugel auf dem Floor, viel Nebel, rotes Licht, blaues Licht, grünes Licht, mein sexy Hüftschwung (der besonders auffällt, wurde mir irgendwann mal berichtet), alles gemischt mit orientalisch-indisch anmutenden Gesten. Du hast zu viele Bollywood-Filme gesehen und hältst dich für die Bellydance-Queen! Ich halte diese körperliche Verausgabung nur drei oder vier Titel durch und muß mich danach wieder auf meinen Barhocker zurückziehen, bevor ich zufrieden kurz nach 2 Uhr den frühen Sonntag Morgen den Weg zurück zum Hotel antrete ... Frühstück gibt es sonntags bis 10:30 Uhr, dieses Mal will ich durchschlafen und die Letzte am Buffet sein.

Der Weg durch die wahrscheinlich dunkelste und abseitigste Gasse von ganz Kassel, in einem der Bahnhofsgebäude scheint noch ein anderer Club zu sein, ich höre die Musik. Ein Mann mit "südländischem" Erscheinungsbild [Anm. d. Verfasserin: Ich werde rassistisch?] steht vor der Mauer vor dem Eingang und fummelt eine Zigarette zusammen.
"Hi."
"Hallo", ich beachte ihn im Vorbeigehen nicht weiter, höre aber seine Fußschritte wenig später hinter mir. Mist. Ich hätte ihn ignorieren sollen.
Er stellt sich als "Khalid" vor und blockiert meinen Weg.
Geht da was? Ich erkenne sehr schnell, daß er betrunken ist und will eigentlich nur noch zurück in mein Hotel - alleine.
Er wird sehr schnell sehr aufdringlich, fängt sofort an, mich anzufassen, will mit mir die Nacht verbringen, mich in das Hotel oder wo auch immer begleiten, ich bin für ihn "eine schöne Frau."
Bin ich wirklich nur Freiwild?
Er folgt mir bis zur Bushaltestelle, der Nachtbus ist schon längst weg, ich muß ein Taxi nehmen. Er begleitet mich auch zu dem Taxistand am Hauptbahnhof. Hinter ihm taucht ein zweiter Mann auf. Das ist jetzt der Moment, in dem ich ein leichtes Angstgefühl entwickle. Einen Kerl kann ich alleine ja noch freundlich abwimmeln - zwei oder mehr werden zur Gefahr für mich. Körperliche Gewalterfahrungen sind mir nicht unbekannt. Ich schiebe meine Handtasche noch einmal die Schulter rauf.
Der zweite Mann hinter ihm entpuppt sich als ein älterer Herr auf seinem Weg von einer Feier oder Barbesuch nach Hause, dem meine Situation aufgefallen ist, wie sehr ich von dem einen Kerl bedrängt werde. Er bietet mir seine Hilfe an, eskortiert uns zu dem Taxistand mit den drei bereit stehenden Taxis.
"Du mußt dich auch mal wehren, wenn er dich bedrängt!"
"Ich bin nicht so der Gewalt-Typ."
In dem Moment kommen noch drei schwarz gekleidete Festivalbesucher aus der gegenüberliegenden Richtung dazu, zwei Männer und eine Frau [Anm. d. Verfasserin: Die "Spinnen-Lady" mit dem kleinen Verkaufsstand mit dem hübschen Gothic-Schmuck auf dem Festivalgelände.]
"Die kenne ich! Da steige ich mit ein."
Wir arrangieren uns, das Taxi zu teilen. Khalid hat sich zurückgezogen und ist verschwunden.
"Hat der dich angequatscht?" Wir zwei Frauen sitzen auf der Rücksitzbank des Taxis.
"Ja, aber das kenne ich schon mit dem Anquatschen." Kommt häufiger vor.
Die Gruppe steigt vorher aus, ich ein paar Minuten später zurück vor meinem Hotel. Das Zimmer im Obergeschoß neben der Tür zu der Dachterrasse durchlüften und abkühlen lassen, vor dem Badezimmerspiegel den Kajal aus den Augenlidern waschen, alles bereitlegen für die Nacht (und eventuellen Einbrechern über das weit geöffnete Zimmerfenster zu der Dachterrasse im fünften Stock) und den Alarm am Telefonwecker auf 10 Uhr stellen. Dann werde ich wieder wach, mich in meine schwarze Kluft hüllen (die Jeans und ein Top) und mit dem Fahrstuhl zum Frühstücksbuffet in das Erdgeschoß neben der Lobby und Hotelrezeption fahren, und danach bis 12 Uhr mittags eine Dusche nehmen, alles zusammenpacken und auschecken.

Sonntag Mittag, nach einem weiteren überaus üppigen Frühstück (Pancakes mit Ahornsirup, Croissant mit Nuß-Nougat, Brötchen, Obst, Ananas, Joghurt mit Honig und eine Pudding-Schnecke + zwei Gläser Saft und einem Espresso Doppio), die paar Schritte zum nahe gelegenen ICE-Bahnhof von Kassel und mit einem Regio-Ticket und dem Bummelzug (mehr kann ich mir nicht leisten) zurück Richtung Thüringen und Sachsen-Anhalt. Interessanterweise werden die Regionalexpresszüge von den Fahrgästen als überregionale ICE-Alternative angenommen und sind stellenweise genauso voll und überbelegt (mit allem drum und dran bzw. drin ... Party People und kotzenden Kleinkindern, das dafür jetzt wirklich nichts konnte).

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Kommentar:

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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