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Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[01.01.70 / 00:00] Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[25.01.19 / 21:24] Psychiatrie-Update #3 - Mein Ich wird dekonstruiert und löst sich langsam auf, bzw. zeigt starke Aufspaltungstendenzen. Auszug aus meinem Psychiatrie-Tagebuch:

Der männliche Teil meiner Persönlichkeit ist - in Gedanken - 2012 aus dem Fenster im siebten Stock eines Hotels in Genua gesprungen und hat sich symbolisch umgebracht, der weibliche Teil in mir - die "femme fatale" - hat dann den größten Teil meiner Persönlichkeit übernommen. Wenn sie jetzt wegbricht, was bleibt dann noch von mir über, außer einer leeren Körperhülle auf Autopilot?
Ich habe immer wieder durch flüchtige Sexkontakte meinen Körper und meine Seele weggeworfen, nur um für einen Moment nicht allein zu sein und Bestätigung von irgend jemanden zu bekommen. Das permanente Hinundherwechseln zwischen meinen zwei Welten (mein Beruf und mein Leben in Leipzig, Anm. der Verfasserin) führt nur zur kompletten Selbstzerstörung. Vielleicht spalte ich einfach mein Ich auf, in einen (psychisch) gesunden Teil und einen zu vernachlässigenden Teil? Ach nein, geht nicht - Persönlichkeitsspaltung funktioniert nicht bewußt!
(Aber meine TS wird niemals in Frage gestellt!)

Würde ich nicht meine ganzen seelischen Probleme in mein Blog schreiben und diese meiner zweiten Internet- und Leipzig-Existenz aufbürden (sie ist die Starke von uns beiden), hätte ich das Ganze schon lange nicht mehr überlebt ... die Psychologen und Therapeuten in der Klinik stellen erschreckend fest, wie ich das nur all die Jahre ausgehalten habe.

[13.01.19 / 14:54] Psychiatrie-Update #2 - Meine Lieblingsstunde: "Freies Gestalten". Erstes Bild ... ein düsterer Wald voller kahler Krakelbäume und ein Schwarm aufsteigender Krähen mit schwarzer Wachsmalkreide. Zweites Bild ... ein brutal abstürzendes Flugzeug mit einem Haufen breit grinsender "Happy Smilies" an Bord - ach, das ist nicht normal? Ansonsten, mindestens jeden zweiten Tag (oder gefühlt jeder) eine anstrengende Gesprächsrunde mit den anderen Patienten und dem Psychologen / Therapeuten ... och nee, schon wieder eine freie Themennacht bei Domian, boah ist das langweilig. Ich warte immer noch auf meine Diagnose, vielleicht mal Borderline? Bis jetzt ist es nur eine "schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome" ... mit Suizidgedanken und all dem ganzen anderen Kram - auf absehbare Zeit lassen die mich da nicht raus.

Ich bin ein unsichtbarer Geist, hier in meinem Blog bin ich vielleicht extrovertiert - aber in der Realität, im echten Leben, werde ich von niemanden wahrgenommen und lebe vollkommen zurückgezogen abseits des sozialen Gefüges.

[01.01.19 / 21:30] Der Jahreswechsel in Leipzig - ich habe mir vorgenommen, mich nicht wieder einzuschließen. Kurz vor Mittag stehe ich an einer der Warteschlangen in der Kaufhalle in der Nähe meiner Wohnung, die Zutaten für meine traditionelle Silvester-Lasagne kaufen ... vier Kassen sind geöffnet - und die Menschen stehen wirklich an vier Warteschlangen gleichzeitig, von einem Ende der Kaufhalle bis zum anderen Ende (wie erwartet am 31. Dezember). Zurück in meiner Wohnung ... es sind bestimmt nur fünf degenerierte Kinder da draußen, die mit einem Haufen Knaller die ganze Nachbarschaft terrorisieren.
Kurz vor Fünf den Nachmittag, nach Anbruch der Dunkelheit, ich lege schöne Musik auf (israelisch-orientalische Discomusik) und fange mit meiner Lasagne an - diesmal nehme ich Brokkoli anstatt Blattspinat, und die arabische Baharat-Gewürzmischung. Die Tomaten habe ich frisch gekauft und die Tomatensoße braucht dafür auch nicht ewig auf dem Kochtopf. Nach 50 Minuten in meinem kleinen Backofen macht es "Ping" und meine Lasagne ist fertig ... garantiert koscher - weil vegan (die israelische Musik im Hintergrund habe ich lauter aufgedreht, extra meine Boxen und den Laptop auf dem Couchtisch aufgebaut). Die Uhr auf dem Smartphone zeigt etwas mit kurz vor 18:30 Uhr, draußen vor dem Fenster in meiner Dachgeschoßwohnung nieselt es - was die Verrückten da unten nicht abhält, weiter herumzuknallen. Nachdem ich den Abwasch gemacht habe, mache auch ich mich ausgehfertig für die Nacht.
Die Beine habe ich schon den Nachmittag rasiert, eine Dusche, die langen, blonden Haare kämmen, Chanel-Parfüm aufsprühen, der sexy Push-up + passendes Unterhöschen, eine lange, warme Leggings und ein langes, schwarzes, ärmelloses Top mit tiefen Ausschnitt ... "lang" ist vielleicht nicht das richtige Wort, eigentlich ist es sehr kurz und geht mal gerade so über den Schritt. Ich bin auf Männerfang: Wann, wenn nicht diesen Abend - an dem so gut wie alle betrunken sind - ist genau der richtige Zeitpunkt dafür? Ich überlege, ob ich noch meine Zahnbürste für "Übernachtungen außerhalb" mit in die Handtasche packe. Schwarzer Kajal, etwas Lippenstift und fertig ist mein dramatisches Make-up ... über die Leggings ziehe ich aber dann doch noch das karierte Wollröckchen vor dem Ankleidespiegel neben meinem Kleiderschrank (für draußen ist das "kleine Schwarze" doch zu kurz). Kombiniert mit dem schwarzen Kapuzenpullover, Silberschmuck (die schweren Ohrhänger), meinem schwarzen Wollmantel und den langen, schwarzen Kaschmirschal - und als Schuhwerk wieder die hohen Wildlederstiefel (die mit den Blockabsätzen) (+ schwarze Lederhandschuhe) - stehe ich gegen 20 Uhr den Silvesterabend ausgehfertig vor meiner Wohnungstür ... ich bin bereit für die Nacht.

Halb Neun den Abend, ich nehme die Straßenbahn über den Hauptbahnhof in Richtung Süden von Leipzig, dort irgendwo, in einem irischen Pub, ist diese Nacht eine "NYE Party" mit Musik aus den 80ern ... genau das Richtige für mich. Als ich das Lokal betrete, bin ich 30 Minuten zu früh da, noch vor Öffnung des Tanzsaals - und der Garderobe - und setze mich erstmal mit meinem ganzen Kram an die Bar. In diesem Pub war ich erst einmal ... er ist wirklich sehr aufwendig dekoriert mit hunderten (oder noch mehr) von diesen Pappdingern, in denen die Whiskeyflaschen verkauft werden. 30 Minuten ... mein Telefon liegt wieder auf der Bartheke neben mir, eine Cola und ich wechsele nach Ablauf der Wartezeit zum Eingang des kleinen Saals und der jetzt geöffneten Garderobe, meinen schwarzen Mantel abgeben - 21:30 Uhr ist offizieller Einlaß.
Die aufgelegte Musik, sie gefällt mir von Anfang an ... "New Romantic?" Die nach und nach dazukommenden Gäste ... ich fühle mich, wie unter Freunden, die Stimmung ist wirklich sehr entspannt. Ich stehe erst am Rand, wechsele ab und zu rüber zur Bar des Saals, fange an, leicht zu tanzen ... erst fällt mein schwarzer Kapuzenpullover, dann mein Wollröckchen (kurz auf der Toilette ausgezogen und alles in die Handtasche gestopft). In meinem knappen Schwarzen tanze ich auf der Tanzfläche, meine langen, blonden Haare auf der einen Seite über die Schulter nach vorne geworfen ... immer mit Blick auf die große Uhr an der Wand über der Bar. 23:40 ... 45 ... 50, ein Set aus Italo Disco wird von den DJs aufgelegt, ich tanze wie in Ekstase, probiere die Bewegungen der indischen Tempeltänzerinnen ... Mitternacht! Geschafft! Ich will in das neue Jahr tanzen! Der eben noch volle Saal ist plötzlich leerer geworden - kompletter "Break" in der Musikauswahl, die paar noch anwesenden Gäste, mich eingeschlossen, schütteln ihre Mähne zu Hardrock.
Etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht, das neue Jahr, der Saal und die Tanzfläche ist wieder so voll, wie vorher. Ich stehe am Rand mit einer Flasche Wasser und krame mein Telefon aus der Handtasche ... keine Nachrichten, nicht von ihm, nicht von irgend jemanden anders. Böser Fehler, es drückt meine Stimmung. Die nächsten zwei Stunden wechsele ich zwischen der Tanzfläche in dem Saal und den Sitzgelegenheiten in den anderen Räumen des Lokals hin und her, es kommen immer wieder neue Gäste dazu. Jedesmal, wenn einer meiner Lieblingssongs gespielt wird, bin ich gerade auf der Toilette oder woanders.
Irgendwann so gegen 2:30 Uhr, ich sitze wartend vor der Ausgabe der Garderobe - die Mitarbeiterin hat Pause - und hole danach wieder meinen schwarzen Wollmantel ab. Das Wollröckchen und den Kapuzenpullover ziehe ich wieder an, bevor ich die Bar nach draußen - in die gar nicht so kalte - Kälte verlasse. Eine Menge Menschen sind den frühen Neujahrsmorgen noch unterwegs, die vollen Straßenbahnlinien fahren die ganze Nacht durch. Kurz vor 3 Uhr, zurück zu meiner Wohnung im Norden von Leipzig ... es sind bestimmt nur fünf degenerierte Jugendliche an meiner Endhaltestelle, die mit einem Haufen Böller noch den ganzen Morgen umherziehend die ganze Nachbarschaft terrorisieren.

Präzise 3:54 Uhr und ich schalte das Telefon auf offline und lege mich in mein Bett, das ganze Make-up habe ich mir vorher wieder im Bad aus dem Gesicht gewaschen, meine Sachen aus der Disco hängen über meinem Bambussofa. In 24+2 Stunden muß ich erneut um 6 Uhr wieder aufwachen ... zurück in die Psychiatrie.

(Den Mittag den Neujahrstag kommt tatsächlich noch eine Nachricht von meinem Ex-Freund, aber ich bekomme davon nichts mit, ich sitze mit zwei Tassen Espresso Doppio und Frühstückskeksen in meinem schwarzen Morgenmantel an meiner Minibar, das Telefon neben mir auf lautlos gestellt.)

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Kommentar:

[05.12.22 / 17:34] Daniele1992: Hallo Morgana

Mail ist heute rausgegangen

LG Daniele

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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