morgana81 - gothic transgender AWAY WITH YOU - Covid‑19 pandemic 2020‑2022 🎈

Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[01.01.70 / 00:00] Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[28.06.16 / 21:32] 1 Jahr und 2 Monate HRT - keine Änderung des Brustumfangs, aber meine Brüste wirken irgendwie viel üppiger und fülliger - genauso wie der Rest meines Körpers, die Waage steht mittlerweile schon bei 64 kg (+6 kg) ... ich sollte mein tägliches Schokoladenritual überdenken.

Zu etwas (nicht ganz so) anderem, die zweite MRT-Untersuchung des Gehirns und der kompletten Wirbelsäule (2x innerhalb von 10 Tagen) liegt jetzt hinter mir. Ein Untersuchungsbefund bekomme ich erst in 7 oder 8 Wochen ... (ganz lange Pause) ... und dabei geht es schon lange nicht mehr darum, ob etwas gefunden wurde - sondern nur noch darum, den schleichenden Verfall (oder den Nervenmark-zerstörenden Krankheitsverlauf) zu dokumentieren. (-x Jahre bis zum geplanten Selbstmord)

[26.06.16 / 17:56] Ich habe mir jetzt doch einen Orientteppich für meine kleine Sitzecke bei einem Teppichgroßhändler aus dem Internet bestellt. Sisal war zu kratzig, alles andere zu exotisch. Für einen richtigen Orientteppich reicht mein schmales Budget natürlich nicht aus, meiner ist aus Resten von alten - aber echten - iranischen Teppichen zusammengenäht ... damit ich meinem Besuch immer sagen kann: "Mach mir ja keine Flecken auf meinen Perser!"

[20.06.16 / 00:06] Ziemlich discofertig fahre ich den Freitag Abend nach Leipzig. Das letzte "Finish", den schwarzen Lidstrich, hole ich mir in dem gut beleuchteten Parkhaus in der Leipziger Innenstadt. Ich laufe wieder alle Bars ab und entscheide mich letztendlich für die Schwulenbar im Zentrum der Stadt. Dort werde ich weitestgehend in Ruhe gelassen und kann alle paar Minuten auf meinem Telefon nachschauen, ob mein Freund mir endlich eine Nachricht geschrieben hat ... diese Nacht kommt keine Antwort mehr von ihm. Gegen ein Uhr nach Mitternacht fahre ich wieder zurück in meine Wohnung, eine Nachricht schreibe ich ihm noch: "Took a pill ... falling asleep ... hope to see you next night", in Erwartung einer Antwort von ihm (er wird mir erst kurz vor 6 Uhr antworten - da schlafe ich aber schon längst). Schlafen ... es schläft sich gut in dem japanischen Futon-Bett, auf zwei Lagen Schafswolle, sechs Lagen Baumwolle und einer Kokosmatte dazwischen - nur die doofen, zwitschernden Vögel stören meinen Schlaf bei Sonnenaufgang.
Den Sonnabend Vormittag bin ich irgendwann nach 10 Uhr wieder wach. Ich habe mir viel vorgenommen für diesen Tag, ich will zwei Stühle oder Korbsessel und einen robusten Teppich aus Naturfasern für meinen Wintergarten kaufen (die kleine Ecke in der Ein-Zimmer-Dachgeschoßwohnung mit dem großen Dachfenster nach Süd-Osten). Nach einem Espresso und einem kleinen Frühstück aus dem Konsum direkt gegenüber vom Hauseingang, fahre ich gegen Mittag los. Wie erwähnt ... es wird ein langer Tag und ich fahre alle Möbelhäuser kreuz und quer durch die ganze Stadt ab. Stühle für den Gartenbereich gibt es überall, aber so richtig gefallen tun sie mir nicht. Und Teppiche aus etwas anderes als Wolle? Noch nie davon gehört. Am liebsten würden mir die Verkäufer einen Orientteppich für 5000 Euro andrehen, aber das sprengt total mein Budget. Letztendlich werde ich in einem Baumarkt fündig und kaufe zwei kleine Bistrostühle aus Aluminium und einem Kunststoffgeflecht, die Suche nach einem Regal für meine Lautsprecherboxen habe ich schon längst aufgegeben, die Suche nach einem passenden Teppich muß erstmal pausieren. Dafür sind die Stühle so leicht, daß ich sie ganz alleine in den fünften Stock tragen kann - und sie haben sogar ins Auto gepaßt ... gestapelt und bei geschlossenem Verdeck (ich hätte also nicht den ganzen späten Nachmittag vor dem Baumarkt warten müssen, bis der hereinbrechende Regen oder Gewitterschauer wieder nachläßt). Zurück zu meiner Wohnung ... irgendwie gefällt mir das Ensemble aus den zwei Bistrostühlen und der Holzpalette noch nicht ganz.

Mein Freund hat angedeutet, nach der Arbeit in der Nacht bei mir vorbeizukommen - daß heißt, ich muß vorher alles saubermachen (aber nicht zuviel, er soll sich nicht für seine Wohnung schämen). Auf allen vieren krieche ich mit den Handfeger auf dem Fußboden, ich muß mir endlich mal einen richtigen Besen kaufen. Nachdem ich meine Wohnung halbwegs sauber gemacht habe, mache ich mich wieder ausgehfertig ... wie immer, schwarze Sachen (und ein grünes Shirt), Kajal im Badezimmerspiegel, Blick in den Ankleidespiegel und Schuhauswahl zwischen meinem Schuhturm und den anderen Paar Stiefeln - die "Pikes" (oder "Winklepickers") mit den kubanischen Absätzen werden es wieder. Zurück zur Innenstadt, gegessen hatte ich vorher schon in einem italienischen Restaurant in der besagten Straße mit den ganzen Restaurants - jetzt müßte ich wirklich alle abgearbeitet haben. Ich parke wieder in der Tiefgarage des beleuchteten Parkhaus und stelle amüsiert fest, daß ich auf einem extra ausgewiesenen Parkplatz für Frauen parke! So viel größer erscheint er mir aber nicht, dafür ist er nah am Ausgang und im Blickfeld des Wachmanns. Ich laufe gegen Mitternacht wieder zu meiner favorisierten Bar am Marktplatz (ich verbringe mein Leben in Bars) und schaue auf meinem Smartphone, an der Bar sitzend, was sonst noch die Nacht in Leipzig los sein könnte. Ein Club ganz in der Nähe, sieht vielversprechend aus. Während ich dorthin laufe und mich in die Warteschlange vor dem Club einreihe, kommt eine Nachricht von meinem Freund, er ist gerade von der Arbeit zurück und möchte sich mit mir in der Innenstadt treffen. Während er mit mir telefoniert, lotst er mich zu seinem Standort und ich laufe wieder zurück in die Innenstadt zu ihm.
Ich freue mich immer wieder, ihn endlich umarmen zu können und seinen Körper zu spüren. Er schlägt mir eine Bar "ganz in der Nähe" vor ... hätte ich vorher gewußt, daß wir noch anderthalb Kilometer latschen müssen - besonders in meinen Stiefeln mit Absätzen - hätte ich das Auto aus der Tiefgarage geholt. Irgendwo zwischen zwei und drei Uhr nachts sitzen wir noch zusammen in der kleinen Bar - nicht sehr weit von seiner alten Wohnung, die er zwischenzeitlich vor zwei Jahren mal hatte (die mit meiner zweiten Nacht mit ihm). Wir unterhalten uns etwas und ich erzähle ihm von meinem Besuch bei meiner Frauenärztin vor ein paar Tagen und daß meine weiblichen Hormonwerte so stark schwanken (das wird ab jetzt meine Ausrede für alles). Ich erzähle ihm auch von meiner letzten Nacht in meinem neuen Bett (und hoffe, daß er noch zu mir kommt), er erzählt mir, und zeigt mir Videos auf seinem Smartphone, von den nicht ganz unähnlichen Matratzen aus Schafswolle in Syrien. Kurz nach drei Uhr verlassen wir die Bar ... und er hat dann doch seine Entscheidung, die Nacht in seiner Wohnung zu verbringen, getroffen. Schade ... ich hatte extra noch Frühstückskekse für ihn und mich, am Morgen danach, gekauft. Zurück zu meiner Wohnung, alle Sachen aus dem Badezimmer zusammen sammeln, die Fenster schließen, und weiter zu seiner Wohnung. Es wird bereits hell zwischen den Häusern am Horizont der Stadt.

In seiner Wohnung fällt ihm auf, daß er gar keine Kondome mehr hat - also wieder zurück zum Auto und zur nächsten Tankstelle. Ich hatte mich schon für ihn umgezogen und sein mysteriöses Nachthemd für Frauen, das er nur für mich hat, angezogen. Ein skurriles Bild im Morgengrauen auf der Straße vor seiner Wohnung, im leichten knöchellangen, ärmellosen Nachthemd zu meinem Auto laufend - wenigstens bestand ich noch darauf, meine Stiefel anziehen zu wollen. Gegen 5 Uhr am Sonntag Morgen sind wir wieder zurück von der Tankstelle in seiner Wohnung und können uns endlich auf seiner Schlafcouch unseren Trieben hingeben. Ich bin dabei immer passiv und ergreife niemals die Initiative. Alles was ich tue, tue ich für ihn und er leitet mich. Er schlägt mich und greift sehr fest in meine Brüste ... ein leises "au" von mir reicht aber noch aus, um ihn etwas zu bremsen. Nach dem Sex und dem obligatorischen Gang auf die Toilette (um mich untenherum sauber zu machen) klettere ich noch einmal auf ihn in der Reiterstellung, während er eine Zigarette raucht, und zeige ihm auf subtile Art und Weise, was ich eigentlich gerne möchte. Für diesen Sonntag Morgen bleibt es bei den einen Sex und wir schlafen gemeinsam ein. Irgendwann den späten Sonntag Nachmittag wache ich wieder neben ihm auf, klettere vorsichtig über ihn, um mich im Badezimmer wieder abreisefertig zu machen. Angezogen komme ich an sein Bett zurück und küsse ihn noch zum Abschied. Er hält mich an meinem Arm fest ... anscheinend fällt ihm der Abschied viel schwerer als mir, "Gotta go" sage ich noch zu ihm und verlasse seine Wohnung. Zurück zu meinem parkenden Auto, die Tüte mit der Leopardendecke und die große Umhängetasche mit all meinen Übernachtungsutensilien im Kofferraum verstauend, und weiter in die endlos erscheinende Zeit zwischen unseren nächtlichen Treffen ... mein Liebster...

[08.06.16 / 22:23] Mein promiskuitiver Lebensstil - mein marokkanischer Liebhaber will mich während der Woche ganz spontan treffen und verabredet sich mit mir per Telefon. Als Treffpunkt wählen wir den Parkplatz eines Erotik-Outlets in dem Gewerbegebiet an der Autobahn ... rein zufällig ganz in der Nähe meines Arbeitsplatzes. Ich mache etwas früher Schluß und bin schon vor ihm da. Als Ortsunkundiger braucht er eine Weile, bis er die Stelle findet ... ich winke ihm aus meinem Roadster aus zu, während ich mit ihm telefoniere und sein Navi ergänze. Die Videokabinen in dem Sexshop, bei der wir uns eine heraussuchen, habe ich bereits vorher schon inspiziert und als zu eng befunden. Ich weiß nicht genau, was er eigentlich von mir will und ob er wirklich nur auf schnellen Sex mit mir aus ist - jedenfalls kann ich in dieser Kabine nicht in Stimmung kommen. Sein Vorschlag für das Pornokino nebenan lehne ich auch ab. Es tut mir leid, aber ich brauche nun mal viel Zeit, um mich auf meinen Partner einzustimmen. Ich bin vielleicht nicht die Prostituierte, die du in mir siehst. Mehr als ein kurzer Blowjob ist in den 20 Minuten in der Videokabine einfach nicht drin. Die Kleider zurechtrückend und etwas an den Haaren zupfend, verlasse ich nur kurz nach ihm die Kabine und den Erotikmarkt. Ich dachte, wir gehen vorher noch etwas essen oder trinken, wie ich es sonst gewohnt bin. Ich zeige ihm die Pizzeria nur wenige Meter entfernt, bei der ich mal mit Arbeitskollegen essen war. Wenigstens bezahlt er mir die Pizza und eine Cola. Erst jetzt entwickelt sich ein tiefergehendes Gespräch und ich komme langsam in Stimmung. Ein richtiges Hotelzimmer mit einer Dusche wäre angemessen für mich. Leider verabschiedet er sich ganz schnell nach dem Bezahlen der Rechnung im Restaurant und fährt wieder zurück nach Berlin. Wenigstens sind ihm noch meine neuen Schuhe aufgefallen und mein schönes Auto. Wenn er wirklich mehr von mir will, muß er mehr Zeit einplanen ... mindestens eine ganze Nacht für einen One-Night-Stand (und ich verlange auch kein Geld dafür ... aber wenn er möchte, kann er mich auch bezahlen ... mindestens dreistellig).

[07.06.16 / 00:56] Sonnabend Mittag kommt sein Vorschlag per SMS, den Abend wieder in den Swingerclub zu gehen. Ich teile meinem Freund in meiner Antwort unterschwellig mit, daß ich nicht dafür in der Stimmung bin ... verdammte monatliche Gefühls- und Hormonschwankungen - aber ich wollte ja das volle Programm (oder kurz gesagt, "Ich habe meine Tage"). Bevor ich mich in der Gluthitze (bei geschlossenen Verdeck und mit Klimaanlage) mit dem Auto auf der Autobahn nach Leipzig aufmache, packe ich noch den ganzen Kofferraum mit den halben Inhalt meines alten Kleiderschrankes voll. Alle meine eleganten Abendkleider und diverse Schuhpaare wandern in meinen neuen Kleiderschrank in meiner Leipziger Wohnung, die brauche ich nicht in der Woche.
Den späten Sonnabend Nachmittag erreiche ich meine Wohnung, trage, so gut es geht, alles in meine Wohnung hinauf und messe noch kurz die Holzpalette aus, bevor ich in den nicht sehr weit entfernten, nächsten Baumarkt fahre, um eine Acrylglasplatte für meinen improvisierten Couchtisch zu kaufen. Warum eine Glasscheibe, wenn Plexiglas doch viel leichter (und weniger gefährlich) ist? Es ist übrigens keine genormte Europalette, meine ist irgendwie viel kleiner. Die zugeschnittene Acrylglasplatte verstaue ich nach dem Kauf auf dem Vordersitz meines Autos auf dem Parkplatz vom Baumarkt. Später werde ich bemerken, ich hätte die Ecken doch mit einem Handtuch abdecken sollen, ein paar neue, häßliche Kratzer zieren jetzt den Innenraum meines erst drei Monate alten Neuwagens (an der Fahrertür sind auch schon Kratzer ... verdammte Garagenwand). Um die fast einen Meter hohe Acrylglasplatte zu meiner Wohnung zu transportieren, muß ich wieder das Verdeck öffnen - dabei wandert meine Handtasche mit meinem Telefon in den Kofferraum und ich bekomme gar nicht mit, daß mein marokkanischer Verehrer versucht hat mich anzurufen ... er wollte sich doch eigentlich mit mir dieses Wochenende treffen. Es bleibt bei diesen einen Versuch, mich anzurufen. Ich habe sowieso viel zu viel vor, diesen Sonnabend Abend in Leipzig. Es ist kurz nach halb sieben und das große Möbelhaus am Rande von Leipzig hat nur noch bis 20 Uhr geöffnet - ich muß noch meinen "Schuhturm" kaufen. Mit offenen Verdeck rausche ich auf der Autobahn zum Schkeuditzer Kreuz ... ein Frachtflieger zieht dicht über mir vorbei in Richtung der Landebahn ganz in der Nähe. Ein Wahnsinnsgefühl, offen zu fahren ... so viel Freiheit.
In dem Möbelhaus vergesse ich wieder die Zeit, während ich auf der Suche nach einem weiteren kleinen Regal für meine Wohnung bin. Zwei Minuten vor Ladenschluß kann ich an der Kasse noch mein Schuhregal bezahlen und schiebe es auf den Rollwagen zu meinem Auto. Ich habe mich nach langem Überlegen für das Regal mit den vier kleinen Einzeletagen entschieden, es ist in Einzelteilen (weniger als 40 cm Kantenlänge) viel einfacher zu transportieren (und die Treppe bis in den fünften Stock viel leichter hochzutragen). Wieder zurück in meiner Wohnung dauert es noch bis kurz vor Mitternacht, bis ich mich endlich ausgehfertig gemacht habe (ich mußte vorher ja noch meinen Kleiderschrank einräumen). Erst jetzt schicke ich meinem Freund eine SMS und entschuldige mich dafür, daß es diesen Abend nicht mit den Swingerclub geklappt hat (war ja auch irgendwie Absicht von mir).

Ich fahre wieder in die Innenstadt zu meiner Lieblingsbar am Marktplatz, da ich weiß, daß es da noch nach Mitternacht etwas zu essen gibt. Das auch gerade Leipziger Stadtfest ist, bekomme ich nur nebenbei mit. Mein Freund versucht mich kurz nach halb eins anzurufen und teilt mir mit, daß er in einer Disco in Leipzig-Grünau ist (doch nicht schon wieder dieses Plattenbauviertel?) und möchte, daß ich zu ihm komme. Ein Gast in der Bar, mit dem ich mich kurz vorher unterhalten habe, kennt diese Disco in dem Neubauviertel und meint, daß diese nur von "Problem-Menschen" besucht wird. Ich ahne Schlimmes und mache mich auf den Weg.
Dort angekommen, parke ich mein Auto direkt vor der Disco ... neben einer S-Klasse von ein paar russisch sprechenden Menschen ... zwei Klischees auf einmal, mein MX-5 und der dicke Mercedes. Mein Freund begrüßt mich gleich freudestrahlend vor der Disco, er ist mit zwei Bekannten dort. Einen der beiden erkenne ich wieder, den habe ich schon die Nacht Anfang April in seiner Wohnung in der Plattenbausiedlung kennengelernt. Die Disco, die ich betrete, erweckt in mir merkwürdige Gefühle ... diese Menschen, ü30, diese Musik ... 90er Techno? Furchtbare Flashbacks ... solche Discos kenne ich noch aus meiner Soldatenzeit 15 Jahre zurück ... als ich noch Unmengen Alkohol getrunken habe. Mein Freund versucht mir zu erklären, das wäre eine Disco für sozial nicht so gut gestellte Menschen. Ich nippe kurz an seinem Glas, als er auf die Tanzfläche verschwindet, Whisky und Wodka.
Kurz nach 3 Uhr nachts bewege ich ihn dazu, mit mir zu gehen. Ich bin dabei nicht die Einzige, ein paar Männer aus der Security fordern ihn auch auf, freundlich aber bestimmt, endlich zu gehen. Er wird zu betrunken ... und fängt wieder an, die weiblichen Gäste zu belästigen (auch wenn ich ihn kenne und er eigentlich ganz harmlos ist). Der eine Bekannte, aus der Wohnung in der Nähe, verabschiedet sich ... für den anderen Bekannten ist es etwas weiter. Wir versuchen uns zu dritt in mein zweisitziges Auto zu quetschen, durch meine Möbeltransporte weiß ich, daß das geht und öffne das Verdeck. Mit offenen Dach fahren wir durch die Nacht zu seiner Wohnung ein paar Straßen weiter. Es wird langsam hell, als wir ihn rauslassen und er sich von meinem Freund verabschiedet, "Salam".
Mein Freund ist hungrig (und doch gar nicht so betrunken, wie ich befürchtet hatte) und möchte, daß wir zum Hauptbahnhof fahren, dort sind am Wochenende immer ein paar Schnellrestaurants 24 Stunden geöffnet. Immer noch mit offenen Verdeck fahren wir den anbrechenden Morgen zum Hauptbahnhof. Als wir aussteigen und zum Eingang laufen, macht er etwas merkwürdiges ... er nimmt meine Hand! So oft habe ich davon geträumt und nie gewagt, es selbst zu versuchen oder ihn zu fragen ... ist er etwa doch betrunken? Im ersten Schnellrestaurant bestellt er sich etwas zu essen und für mich ein paar Schokoladenkekse (auf meinen Wunsch hin), rein zufällig trifft er beim Bezahlen an der Kasse einen Arbeitskollegen und läßt sofort wieder meine Hand los. Er wird es die Nacht und den Morgen nicht noch einmal tun ... aber für einen kurzen Moment war ich glücklich. Im zweiten Schnellrestaurant seiner Wahl im Hauptbahnhof bestellt er wieder etwas zu essen (und für mich einen Schokoladenkuchen, die Kilos kriege ich nie wieder runter) und wir setzen uns für eine Weile an einen Tisch in der Ecke. Das ist übrigens dasselbe Restaurant, in dem ich ein paar Wochen zuvor mit meinem tunesischen Verehrer einen Kaffee getrunken habe. Ich erzähle meinem Freund von der Begegnung und daß ich etwas Angst habe, ihm wieder zu begegnen. Ein paar Kunden sprechen arabisch und ich zucke kurz zusammen. Mein Freund beruhigt mich, das sind nur ein paar Marokkaner. Er versteht mich, er kennt diese tunesische Kultur (und hält anscheinend nicht viel von ihnen). Marokkaner sind ok (meine Gedanken schweifen zu dem Anruf viele Stunden zuvor und zu meinem zweiten Verehrer).

Mit einem Zwischenstop bei meiner Wohnung (ich muß noch die Fenster schließen und mein Waschzeug holen) und einen weiteren Zwischenstop an einer Tankstelle, "Zigretten" kaufen, fahren wir zurück zu seiner Wohnung. Mit voller Leidenschaft fallen wir beide über uns her, seine Abdrücke auf meiner Brust werde ich Tage später noch erkennen. Leider bringt er mich wieder in die Stellung, bei der ich auf dem Bauch liege und er über mir, so daß ich sein Gewicht spüre und er tief in mir eindringt. Etwas traurig stelle ich danach fest, daß ich nicht "feucht" geworden bin. Einige Stunden später den Sonntag Morgen haben wir ein zweites Mal Sex, mit einem Kontrollgriff ertaste ich sein Kondom und kann mich in der "Löffelchenstellung" fallen lassen. Wenn ich an dem Teil, das ich da unten noch habe, das Sekret mit meinem Daumen und meinem Zeigefinger in Fäden auseinanderziehen kann, weiß ich, daß der Sex gut war. Eine Erektion oder einen Samenerguß bekomme ich ja schon lange nicht mehr (und will ich auch nicht).
Wir verlassen beide zusammen seine Wohnung, er geht zu seiner Arbeit und ich fahre zurück zu meiner Wohnung. Ich habe mir den Sonntag Nachmittag vorgenommen, meinen "Schuhturm" aufzubauen und die Holzpalette noch etwas abzuschleifen und zu lasieren - bei 30 Grad in meiner Dachgeschoßwohnung an diesem heißen Tag im Juni kann ich das, fast nackt und nur mit einer kleinen, tief sitzenden, schwarzen Unterhose bekleidet, einfach tun, ohne groß ins Schwitzen zu kommen. Als ich meinen weißen Schuhturm aufgebaut habe und mit den schwarzen Pumps, Ballerinas, Riemchensandaletten und den neuen Plateausandaletten (der Reihe nach, von unten nach oben) bestückt habe, kann ich mich von dem Anblick nur schwer losreißen. Es ist mittlerweile schon gegen 21 Uhr abends und ich bin hungrig ... seit 5 Uhr habe ich nichts mehr gegessen. Wieder zurück in die Leipziger Innenstadt (mit offenen Verdeck natürlich) und zu der Straße mit den Restaurants ... bald habe ich alle durch. Bruschetta, eine Pizza und ein Panna Cotta mit Erdbeeren verspeise ich noch draußen sitzend, bevor ich wieder gegen 23 Uhr die Autobahn zurück fahre. Jahrelang habe ich ein Doppelleben geführt, in der Woche als Mann zur Arbeit und am Wochenende irgendwo in einer Großstadt frei als Frau leben ... dieses Doppelleben führe ich jetzt irgendwie immer noch, nur daß ich jetzt der Mitarbeiter bin, der mit einem weiblichen Namen angesprochen werden will und daß ich die Wochenenden in meiner eigenen Wohnung als Frau lebe. Wann werde ich damit endlich fertig sein? Wann werde ich nach fast anderthalb Jahren Gerichtsprozeß endlich wirklich einen weiblichen Vornamen haben? Wenigstens der Mietvertrag läuft auf meinen weiblichen Namen. Die Antidepressiva muß ich in voller Dosis weiter nehmen, um das Ganze psychisch auszuhalten.

[04.06.16 / 02:17] Shoe Unboxing #2 - Da ich mit meinen alten Riemchensandaletten mit den schmalen Absätzen immer in jedem Kopfsteinpflaster hängenbleibe und ich nicht mehr jeden einzelnen Kieselstein durch die dünne Sohle spüren will, habe ich mich für diesen Sommer für etwas robustes entschieden - das klare Gegenteil von meinen alten "Tussiletten": Ledersandalen mit Plateausohlen! Damit kann ich auch endlich mal verreisen (römisches Pflaster) und bin für alle Straßen und Wege gewappnet. (Nur doof, daß ich mit den Tretern wieder ein paar Zentimeter größer bin als mein Freund ... ich vermeide es sonst Absätze zu tragen, wenn ich mit ihm ausgehe.)

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Kommentar:

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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