morgana81 - gothic transgender AWAY WITH YOU - Covid‑19 pandemic 2020‑2022 🎈

Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[01.01.70 / 00:00] Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[28.05.16 / 19:39] 1 Jahr und 1 Monat HRT - das die Therapie mit Hormonen eine Therapie mit Antidepressiva nach sich zieht, hat mir vorher auch keiner gesagt. Schon über 5 Kilo mehr auf der Waage ... aber ich plane wieder die Psychopharmaka langsam auszuschleichen. Hoffentlich funktioniert's.

Wiederum zu etwas vollkommen Anderem ... ich habe vor ein paar Tagen wieder ein sehr langes Telefongespräch (über eine Stunde) mit meinem marokkanischen Liebhaber geführt ... seit einem halben Jahr will er mich unbedingt wieder treffen. Ob es das nächste Wochenende endlich klappt? Vielleicht ... vielleicht nicht. (Ob ich wohl auf alle Männer so eine verführerische Wirkung habe? Finde es heraus...)

[24.05.16 / 20:37] Mittlerweile steht auch der große 1,50 lange Kleiderschrank - mit fast durchgehender Kleiderstange (nur im hinteren Drittel durch eine Zwischenwand getrennt, also eigentlich zwei Kleiderstangen). Während ich den Montag Mittag noch auf die Lieferung meines japanischen Futonbettes warte und die letzten Schubladen meines Schrankes zusammenbaue, klingelt es unten an der Tür. Der Spediteur ist da und hinterläßt mir das ganze Bett in Einzelteilen auf 2 m Höhe in Folie eingewickelt auf einer kleinen Holzpalette vor dem Hauseingang. Super ... einen flachen Couchtisch aus Holz gibt es gleich mit dazu, fehlt nur noch eine Glasplatte für die Europalette. Ich verbringe gefühlt eine Stunde damit, alles auseinanderzupacken und die Einzelteile (Holzlatten für das Bettgestell, die zwei Tatami-Matten und den Futon) im Hauseingang abzulegen. Das Verpackungsmaterial entsorge ich bequem in den übervollen Abfalltonnen neben dem Wohnhaus.
Ich muß mehrmals bis in die fünfte Etage laufen, um die ganzen Holzteile in meine Wohnung zu bringen. Spätestens bei der letzten Tour nach oben brechen mir meine Beine auf der Treppe weg. Ich brauche Hilfe ... alleine schaffe ich das nicht ... die Reismatten wiegen allein 20 Kilo und das Futonbett noch viel mehr. Ich rufe meinen Freund an, bitte ihn um Hilfe - und warte (hinterher wird er mir sagen, daß er noch geschlafen hat). Es wird später Nachmittag, als er endlich kommt (mittlerweile hatten sich schon ein paar Hausbewohner über meine Gegenstände im Hausflur beschwert). Ich war gerade dabei, die schweren Reismatten ins Dachgeschoß hochzuwuchten (die zweite mußte ich auf halber Strecke stehen lassen), als ich seinen Telefonanruf bekomme und ihn am Eingang des Haupthauses zum Eingang des Hinterhauses abhole. Er sieht schnell mein Dilemma - die schwere, U-förmig zusammengerollte Matratze mit meinem Nachnamen auf der Folienverpackung. Wir lassen sie erstmal stehen und er hilft mir mit der zweiten Reismatte, irgendwo auf Höhe der zweiten Etage ... von fünf. Die große Matratze rollen wir dann anschließend (mehr oder weniger) gemeinsam (ich weniger) die Treppenstufen hinauf. Ein Glück, daß sie mehrfach in Folie eingewickelt wurde und dabei keinen Schaden nimmt. Oben angekommen, legt er sich erschöpft auf die Matratze. Es ist irgendwie auch sein Bett, wenn wir dann mal abwechselnd bei mir schlafen. Die Holzleisten habe ich den Nachmittag schon vorher zu einem Gerüst hingelegt, jetzt kommen noch die zwei Tatami-Matten darauf und später der Futon (Schafswolle und mehrere Lagen Baumwolle in 1,40 m x 2,00 m - für zwei Personen).
Ich nutze die Gelegenheit und zeige ihm meinen arabischen Kaffee aus Damaskus, den ich einige Tage zuvor gekauft hatte. Er freut sich über seinen Lieblingskaffee aus seiner Zeit in Syrien und zeigt mir, wie er zubereitet wird. Ich kann ihn nicht in meinem Espressokocher kochen, wir brauchen dabei eine arabische Kaffeekanne aus Metall (in diesem Fall tut es aber auch mein Kochtopf für Milch und Reis). Wir trinken noch zwei Tassen zusammen, bevor er sich den Abend wieder verabschiedet ... ich umarme ihn noch ganz fest (auch wenn wir beide wissen, daß ich nach diesen anstrengenden Tag dringend eine Dusche brauche). Ich werde anschließend den Abend noch den ganzen Verpackungsmüll, hauptsächlich vom Schrank den Abend zuvor, aus meiner Wohnung werfen (und wieder mehrfach fünf Etagen rauf- und runterlaufen), den Boden reinigen - endlich eine Dusche nehmen - und nach 22 Uhr die Autobahn (im tiefsten Gewitterschauer) zu meinem anderen Wohnsitz für die Arbeit am nächsten Tag zurückfahren. Irgendwo muß die Kohle für die ganzen Möbel ja herkommen.

[17.05.16 / 23:25] Pfingsten, Leipzig - das WGT und ich, wir haben uns schon vor ein paar Jahren auseinandergelebt. Gegen Freitag Abend treffe ich in Connewitz ein, der Ticketschalter für das "Gothic Pogo Festival" im Werk 2 ist noch nicht eröffnet, daher verwende ich die Wartezeit, um in der angrenzenden Kaufhalle ein Päckchen Kaffee für meinen neuen Espressokocher zu kaufen. Den Tag zuvor hatte ich schon einen besonderen, arabischen Kaffee aus Damaskus gekauft, den möchte ich aber nicht gleich verschwenden. Meinen Freund finde ich nur wenige Haltestellen weiter in der Leipziger Südvorstadt. Er trifft sich dort mit einem Immobilienmakler und fungiert als Vermittler zwischen dem Makler und den wohnungssuchenden, syrischen Flüchtlingen. Seine Idee, ein Haus zu kaufen, dort Flüchtlinge wohnen zu lassen - und für die Finanzierung mit der Bank mich zu heiraten - greife ich gerne auf. Sehnsuchtsvoll warte ich auf meine neuen Papiere, damit ich ihn endlich als Frau heiraten kann (immer diese Mädchenträume).
Ein paar Bier hat er schon intus, als wir gemeinsam zu dem alternativen Gothic-Festival in Connewitz gehen. Während ich nach neuen CDs bei einem kleinen Stand eines belgischen(?) Händlers suche (und somit fast die erste Band verpasse), lasse ich meinen Freund gehen ... er will noch an die Bar. Zwischen den drei Bands für diesen Abend, treffe ich ihn ab und zu wieder, er sitzt draußen an einem Tisch und hat sich noch ein paar Flaschen Bier als Vorrat hingestellt. Spätestens jetzt habe ich keine Ahnung mehr, wieviel er eigentlich schon getrunken hat ... aber er ist noch ansprechbar. Nach der letzten Band und dem Beginn der Disconacht möchte ich auch etwas Alkohol trinken. Ich habe extra das Auto vor meiner Wohnung stehen gelassen, um diese seltene Gelegenheit zu nutzen, mit ihm zusammen etwas zu trinken. Ein Cuba Libre ist es wieder - aber mit dem vollständigen Anteil Rum. Dieser dreht ganz schön gewaltig, ich bin es gar nicht mehr gewohnt, so viel auf einmal zu trinken. Egal ... mein Freund und ich haben Spaß (er quatscht wieder den ganzen Abend andere Frauen an).
Mit dem Taxi mit einem kleinen Zwischenstop bei meiner Wohnung (ich muß noch mein "Übernachtungskit" aus dem Kofferraum holen) weiter zu seiner Wohnung. Das letzte Wochenende habe ich mich geweigert, ohne Kondom mit ihm Sex zu haben, diese Nacht habe ich selber welche dabei. Er ist ziemlich betrunken - aber das macht nichts ... ich bin es ja auch. Nach dem Sex mit mir, übergibt er sich noch ein paarmal auf der Toilette, bevor er neben mir einschläft (vielleicht erkennt er jetzt, das weniger trinken viel besser ist ... ich hoffe es zumindest). Irgendwann den Sonnabend Vormittag haben wir noch einmal Sex ... und der ist wesentlich besser.

Sonnabend Mittag stehe ich vor ihm auf, ich will in meine Wohnung, meinen neuen Kaffeekocher ausprobieren und einen Mokka zum Frühstück trinken. Der kleine Bialetti-Kocher aus Aluminium zeigt sich ziemlich praktisch und einfach in der Anwendung. Eine wirklich sehr schöne und nützliche Erfindung. Nach zweimal Probekochen gelingt mir ein guter Kaffee, den ich gleich in meine zwei neuen Espresso doppio Tassen - aus "Kahla"-Porzellan - umgießen kann (und an meiner Bar sitzend, mit Blick ins Grüne vom Dachgeschoß aus, schlürfen kann).
Weiter den Sonnabend Nachmittag in die Leipziger Innenstadt ... ein Fehler ... zu viele Menschen (selbst das Parkhaus am Hauptbahnhof ist voll und ich muß woanders parken). Ich gehöre nicht zum WGT, ich wohne in Leipzig, ich laufe immer so in Schwarz herum. Ich kann mich an den Anblick der alljährlichen Überschwemmung von schwarz gekleideten Menschen zu Pfingsten in Leipzig nur schwer gewöhnen. Wie laufen diese Menschen nur herum, wenn gerade nicht WGT ist? Bunt? Angepaßt? Auch wenn manche Verkleidung sehr aufwendig gestaltet ist - hat dieses Flanieren in schwarzer Mode das WGT letztendlich (für mich) kaputt gemacht. Weiter in das Dessousgeschäft in der Innenstadt, ich wollte dort noch ein paar Modelle anprobieren. Ich hätte nicht gedacht, das ein Hauch von schwarzes Nichts, bestehend aus BH, Slip, und Negligé, so sündhaft teuer sein kann. Ich bezahle den kleinen dreistelligen Betrag und lasse die Wäsche in der kleinen Einkaufstüte verschwinden ... die ist für ein ganz besonderen Zweck (der Swingerclub natürlich).
Je weiter ich mich vom Zentrum (der Einkaufsmeile und Fußgängerzone) entferne, desto weniger schwarze Gothics sehe ich, ich will zu dem japanischen Nudelrestaurant, etwas essen, und danach wieder zurück zum (viel zu teuren) Parkhaus an der Oper. Weiter zum großen Möbelhaus an der alten Messe, noch einen Ankleidespiegel kaufen, welcher das Garderoben-Ensemble von "porta" komplettiert (ich will nicht immer wieder zum Badezimmerspiegel rennen, wenn ich mich zum Ausgehen für die Nacht anziehe). Eine Kaffeedose aus Metall nehme ich dabei gleich noch mit.
Wieder zurück zu meiner Wohnung, ein wunderschönes Gefühl, in meinen eigenen vier Wänden ... in meinem eigenen Badezimmer, mich für die bevorstehende Disconacht vorzubereiten (den Kajal auftragen, das schwarze Top mit dem Netz über der Schulterpartie anziehen, mich in meinem Ankleidespiegel betrachten und den grünen Anhänger mit der Silberkette um den Hals legen). Der große Spiegel und die Waage daneben - eindeutig eine "Tussi-Wohnung".
Für den Sonnabend Abend habe ich die "queere" Party in Leipzig-Plagwitz ausgesucht. Anfangs ist es dort noch ganz angenehm und ich sehe einige sehr interessante Menschen ... aber je weiter die Zeit nach Mitternacht voranschreitet, desto mehr und mehr Menschen drängen in den nicht so großen Club. Viel zu viel normale Menschen. Ich entdecke sogar wieder einen "Dutt" - wenn erst einer auftaucht, kommen noch viel mehr. Es wird zu voll, zu unangenehm für mich. Gegen halb Zwei nachts ergreife ich die Flucht, die Menschenschlange vor dem Club bestätigt meine Entscheidung ... ich sollte Plagwitz meiden, zu "Hipster"-verseucht. Wieder zurück zur Wohnung meines Freundes (ich mußte wieder den Briefkasten aufbrechen, um an die Schlüssel zu kommen). Er ist noch nicht von der Arbeit zurück und ich lege mich alleine schlafen.

Sonntag am frühen Nachmittag wache ich wieder neben ihm auf, die Nacht zuvor habe ich etwas eigenartiges auf seinem Schrank entdeckt. Ein Buch ... arabisch ... bismillah! Ein Koran? Bitte nicht ... nicht auch er ... mein Liebster ... er trägt seinen Vollbart doch nur aus modischen Gründen? Ich sollte mich da nicht allzuviel hineinsteigern, ich habe ja auch eine Bibel bei mir zu Hause liegen und bin alles andere als christlich, religiös, getauft oder sonstwas (die Bibel wurde mir mal bei einem Soldatengottesdienst in die Hand gedrückt - dabei habe ich extra an meiner "Hundemarke" das Feld für die Religion frei gelassen und mich als konfessionslos "geoutet"). Bis auf meine kleinen Buddha-Statuen auf meiner Minibar, habe ich mit religiösen Zeugs nichts zu tun (und Buddhismus ist für mich nur eine Philosophie für ein besseres Leben ... miteinander). Ich lasse meinen Freund schlafen, frage ihn nicht und fahre zurück zu meiner Wohnung.
Nach dem enttäuschenden Erlebnis letzte Nacht, will ich diese Nacht wieder zum "Gothic Pogo Festival" ins Werk 2. Nur coole Leute und wieder drei Bands aus dem "Cold Wave"- und "Minimal Synth"-Bereich. Da es mir in der Bar so gut gefällt, in der ich gegen Abend zuvor mein Stück Kuchen und meinen "Sonntags-Cappuccino" trinke, schließe ich gleich das Abendessen mit an und wechsele erst nach einer Portion "Fish'n'Chips" zur Festival-Location. Die zweite Band hat es mir angetan ... so cool können auch nur Belgier sein, eine Mischung aus EBM und Hi-NRG ("High Energy"). Ich wußte es ... Divine lebt! Ich muß mir den Sänger mit der markanten Stimme immer wieder als Drag Queen vorstellen ... wenn sich jetzt noch Regenbogenfahnen von der Bühne ausrollen, ist die Erscheinung komplett (dabei war das ganz bestimmt nicht so beabsichtigt ... die wollten doch nur belgischen Oldschool-EBM machen). Ich bleibe noch bis drei Uhr nach Mitternacht bei der Veranstaltung, bevor ich wieder ein Taxi zurück zur Wohnung meines Freundes nehme (wieder mit Zwischenstop bei mir). Ohne ihn trinke ich keinen Alkohol.
Ich schlafe alleine in seiner Wohnung, die Nacht (und der Vormittag) wird unruhig, ich werde immer wieder kurz wach. Seine Hälfte auf der Schlafcouch bleibt leer, wo ist er? Gegen Mittag am Pfingstmontag bekomme ich einen Anruf von ihm ... laute Musik im Hintergrund. Er hat die Nacht bei seiner Schwester geschlafen und es geht ihm gut ... ich werde ihn auch für die nächste Nacht nicht wiedersehen.

Den Pfingstmontag hänge ich noch etwas in meiner Wohnung rum und starte aus Langeweile ein Debian-Update auf dem Laptop - mit einer 48 kbps Verbindung. Das "Ende des Datenvolumens" wurde urplötzlich schon vor ein paar Tagen auf meinem Smartphone erreicht, dabei war ich erst bei 600 von 1000 MB. Während ich zwei Stunden für 50 MB warte, rechne ich alle meine Quittungen der letzten Tage zusammen. Ich habe mein selbst gesetztes Budget von 2500 Euro für die Wohnungseinrichtung schon fast erreicht - und mir fehlen noch eine Schlafcouch, der Wohnzimmerteppich, das Regal für die Stereoanlage - und der "Schuh-Turm"! Ein platzsparendes Regal mit Fächern in die Höhe für all meine Schuhe ... Ballerinas, Sandaletten, die schwarzen Pikes oder auch "Beatle boots" (die ich als "Waver" schon das ganze Wochenende trage) und die anderen Stiefel.
Das Geld für dieses Wochenende ist fast aufgebraucht (und ich bin schon längst im vierstelligen Minus auf meinem Konto), aber beim Essen wird nicht gespart. Als es mich nach Anbruch der Dunkelheit wegen des Hungers in die Leipziger Innenstadt treibt, entdecke ich ein indisch-pakistanisches Restaurant, welches ich noch nicht kenne. Ich liebe indisches Essen .... die müssen mich gut bedienen - sonst könnte ich als transsexuelle Frau noch einen Fluch auf sie auswerfen. Ich lasse mich wieder zu einem Drei-Gänge-Menü hinreißen, bevor ich mich wieder in mein Auto setze und zu dem Festival in Connewitz fahre. Für ein Taxi ist diese Nacht kein Geld mehr da, zum Glück finde ich schnell einen Parkplatz. Allzulang bleibe ich nicht bei der Discoveranstaltung, bin nur ein paarmal auf der Tanzfläche und betrachte sonst etwas abseits die "coolen Leute". Ich muß um Eins nach Mitternacht wieder gehen, ab Dienstag Mittag wird mein neuer Kleiderschrank an die Adresse meiner Wohnung geliefert. Auch die Nacht nach Pfingstmontag schlafe ich wieder alleine in seiner Wohnung ... ich vermisse ihn.

(Der Schrank wird mir tatsächlich gegen Dienstag Mittag geliefert ... während ich diese Zeilen schreibe.)

[06.05.16 / 20:32] Die ersten Tage in meiner neuen Wohnung in Leipzig, endlich bin ich soweit eingerichtet, daß ich - an meiner Minibar sitzend - ein paar Zeilen auf dem Laptop schreiben kann. Die ersten drei Tage der Woche, Montag bis Mittwoch (seit Dienstag bin ich auch offiziell nach Leipzig "immigriert"), habe ich die beiden großen Möbelhäuser nach passenden Möbeln abgesucht, die Badeinrichtung ist von "Höffner" (in stilvollen Schwarz-Weiß gehalten, mit Jugendstil-Elementen), die (antike) Garderobe und die Minibar mit den zwei Barhockern sind von "porta". Für mehr ist diesen Monat kein Geld mehr da. Das japanische Bett (Futon auf Tatami-Reismatten) und der große Kleiderschrank werden mir noch in ein paar Wochen geliefert. Den Rest der Wohnungseinrichtung muß ich auf nächsten Monat verschieben, ich bin jetzt schon 1000 Euro im Dispo (ein kleines Möbelstück, ein niedriges Garderobenelement mit Schubfächern, habe ich kostenlos von meinem Freund bekommen, er hatte das doppelt). Interessanterweise konnte ich alle Möbelstücke in kleinen Teilen mit meinem Roadster transportieren - zum Teil auf recht abenteuerliche Weise, das Verdeck offen und der 1,20 m lange Bartisch ragt weit über die Kopfstütze des Beifahrers in den Himmel hinaus, die Verpackung halb aufgerissen, im Wind flatternd. Nur gut, daß mich keine Polizeistreife dabei beobachtet hat.
Wie erwähnt, ein Bett habe ich noch nicht, Schlafsack und Matte zum Unterlegen sind zwar vorhanden, stehen aber nur aus rein symbolischer Natur in meiner Wohnung bereit. Ich könnte da schlafen ... tue es aber nicht, ich schlafe bei meinem Freund. Meinen tunesischen Verehrer habe ich noch am Sonntag Abend in Leipzig getroffen. Während ich auf der Autobahn nach Leipzig fuhr, wollte er mir mit den Zug in Richtung Halle entgegenkommen. Er muß da etwas falsch verstanden haben. Wir treffen uns am Hauptbahnhof, er will unbedingt, daß ich die Nacht bei ihm übernachte. Das ich ihm klarmache, daß ich einen Freund habe und bei diesem übernachte, hält ihn in seinen Bemühungen nicht auf. Die Situation verkompliziert sich, als ich in die Straßenbahn steige und zu der Wohnung meines Freundes fahren will (mein Auto mit all meinen Habseligkeiten für den Umzug parkt dort schon), er bleibt weiter an mir dran. An der vorletzten Straßenbahnhaltestelle steige ich aus, er auch. Es ist bereits nach Mitternacht und ich mache mir Sorgen, ob er noch mit der letzten Straßenbahn wieder zurückfahren kann. Sein Werben um mich wird immer intensiver ... in diesem Moment ruft mich mein Freund an - er kommt mit dem Taxi von der Arbeit und holt mich bei der Haltestelle ab. Um kurz nach halb Eins hält sein Taxi dort und ich muß mich von meinem Verehrer losreißen. Ich rufe ihm noch zu, daß es mir leid tut und steige unter lauten Fluchen in das Taxi zu meinem Freund. Genau so eine Situation wollte ich vermeiden und habe ihn schon vorher in der Straßenbahn gebeten, auszusteigen und wieder umzukehren. Das mit den Urlaub in Südfrankreich wird wohl nichts werden, diesem jungen Mann habe ich in den Moment in dieser Nacht das Herz gebrochen.

Ein paar Tage später am Mittwoch, sehe ich ihn wieder. Ich will den frühen Abend in der Leipziger Innenstadt etwas essen und biete ihm an, uns zu treffen. Er hat vorher schon versucht mich anzurufen und ich will unbedingt eine Gelegenheit finden, ihm seinen Ring zurückzugeben. Wir essen noch etwas in einem italienischen Restaurant (das heißt, nur ich stopfe mir das 3-Gänge-Menü hinein - das übrigens extra für ihn "halal" ist), bevor wir uns darauf einigen, den Rest des Abends in meiner Wohnung zu verbringen (zu diesem Zeitpunkt ist meine Minibar noch nicht aufgebaut und wir sitzen auf dem Boden). Ich sehe seinen Konflikt, er würde gern mit mir etwas sexuelles anfangen, aber als transsexuelle Frau bin ich für ihn "haram". Er hat seinen Koran dabei und zeigt ihn mir. Ich greife kurz zu, mache dann aber schnell einen Rückzieher - ich darf seinen Koran nicht anfassen! In dem weiteren Gespräch über seine Religion steigert er sich immer tiefer hinein - gefühlt zwei Stunden lang, zeigt er mir Videos über islamische Predigten und den islamischen Weltuntergang. Er ist so fest davon überzeugt, daß ein "Meer aus Feuer" jederzeit das islamische Armageddon einleiten könnte und alles und jeden darin verbrennt, der nicht aus reinem Herzen seinem Gott Allah folgt ... er macht mir damit Angst (und verbraucht mit diesen Videos das halbe Datenvolumen für diesen Monat auf meinem Smartphone). Irgendwie kann ich jetzt die Islamisten etwas verstehen - wozu auf den sicheren Tod warten, wenn der Weg ins Paradies mit einem guten Attentat abgekürzt werden kann. Als transsexuelle Frau werde auch ich ganz sicher in dem Feuer am jüngsten Gericht verbrennen - aber ganz besonders, und noch viel mehr, mein syrischer Freund. Er hat den Islam abgelegt, raucht, trinkt, ist frei und hat Sex mit mir - das ist sowas von "haram". Mein tunesischer Verehrer will immer noch, daß ich für die Nacht zu ihm in seine Wohnung komme - und ich sage ihm immer wieder: "Ich kann nicht! Ich schlafe bei meinem Freund ... ich liebe ihn." Endlich verliert auch er die Geduld mit mir und verläßt meine Wohnung, auf den versprochenen Koran mit der deutschen Übersetzung, muß ich wohl verzichten. Wenigstens kann ich ihm endlich seinen Ring zurückgeben ... wir passen nicht zueinander ... ich und meine beiden anderen Männer, wir sind Swinger, Freunde die einfach Sex haben ... ohne irgendwelche religiösen Bedenken. Den Tag darauf muß ich endlich wieder Schweinefleisch essen, ganz viel "haram" (auch wenn ich weiß, daß Schweine mit den Delphinen und den Elefanten auf einer Stufe stehen, und wir diese edlen Geschöpfe wirklich nicht essen sollten).

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Kommentar:

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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