morgana81 - gothic transgender
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Der Sonntag das Pfingstwochenende, ich wache auf und mache die Balkontür auf, ich liebe die vierte Etage ganz oben und die Penthouse-Atmosphäre.

[31.05.26 / 02:14] Der Sonntag das Pfingstwochenende, ich wache auf und mache die Balkontür auf, ich liebe die vierte Etage ganz oben und die Penthouse-Atmosphäre. Ein oder zwei Zimmer weiter steht auch immer eine Schwarzgekleidete so früh auf, kurz vor Mittag, oder wie jetzt, kurz nach elf Uhr und raucht eine Zigarette oder wundert sich über die Menschen, die mitten in der Nacht aufstehen.

Als ich endlich das Hotel verlasse und zum Frühstück in der Leipziger Innenstadt sein will, ist es schon kurz vor vierzehn Uhr den frühen Nachmittag. Dabei wäre mein Outfit gar nicht so anspruchsvoll gewesen, Outfit des Tages: „Gucci Goth“, ich trage mein schwarzes One-Shoulder-Kleid und nur das, keine Strumpfhose, kein BH – mein Ich-trag-heut-keinen-BH-Tag – keine Jacke, kein Unterhemd, keine Stiefel, ich wähle die Plateau-Sandaletten. Meine schwarzen Klamotten kaufe ich nicht in Szene-Läden, meine schwarzen Sachen kaufe ich in Edel-Boutiquen. Ziel ist heute wieder die agra mit den paar Headliner-Bands des Festivals, vielleicht schaffe ich zwei oder drei davon.

Frühstück gibt es in der Innenstadt, die bei den Goths beliebte Brasserie mit dem üppigen Frühstück rund um die Uhr, ich bleibe dort auf der schattigen Außenterrasse vielleicht eine Dreiviertelstunde, bevor ich weiter zum Mittagessen ziehe.

Ramen-Bar, Leipzig

Zwischen Frühstück und Mittagessen liegen vielleicht nur zehn bis fünfzehn Minuten. Meinen Plan, mich nur von Falafel und Salat zu ernähren, habe ich schon nach dem zweiten Tag verworfen, ich will zu der Ramen-Bar, die ich hier, versteckt in einer Seitengasse, mal entdeckt habe. Diese beiden japanisch angehauchten Bars gibt es, soweit ich weiß, nur in Dresden und Leipzig. Ich stelle wieder ein Bilderrätsel im Stil der Arte-Sendung „Karambolage“ auf mein Messenger-Profil, ohne nicht wirklich eine Lösung für das Rätsel zu geben. Der Kellner kommt. Ich bestelle die Schüssel Reis mit Tofu und Gemüse … und ich hatte gerade erst gefrühstückt.

Neue Sonnenbrille / WGT 2026 / Alter 44

An meinem Tisch im Außenbereich, ich lese meine Messenger-Nachrichten, ob ich meinen Freund dieses Wochenende noch treffen werde? Ich ziehe mich zurück von ihm. Eine andere Bekanntschaft schreibt mir, der von dem Biker-Treffen, er würde sogar bis nach Leipzig fahren, um mich diese Nacht zu treffen … bloß nicht. Ich will niemanden treffen. Der eine, den ich letztes Jahr hier kennengelernt habe und mit dem ich die Nummern ausgetauscht habe, er wird auf mein online gestelltes Bilderrätsel aufmerksam – ich bin auch gerade in Leipzig. Ich habe mich nicht angekündigt, ich habe ihm nicht geschrieben, er wäre sowieso gerade nicht in der Lage … so viele Männer und da kommt noch einer.

Wieder zurück im Hotel, sonntags haben keine Geschäfte offen, ich kaufe mir alle Wasserflaschen gegenüber an der Tanke. Zurück im Bad, mich ausgehfertig machen, noch einmal duschen, Make-up, Kajal, Parfüm. Das Kleid behalte ich an, ich ziehe die neue, schwarze Leopard-Strumpfhose über meine rasierten Beine, zusammen mit den Schnürstiefeln mit den hohen Absätzen und den lila Schnürsenkeln, geben sie einen hübschen Kontrast. Meine Lederjacke nehme ich für den Abend und die Nacht mit, nachts wird es doch noch spürbar kälter.

Ich fahre wieder zur agra, die große Messehalle mit der Konzertbühne, „Clan Of Xymox“ spielen gerade ihr letztes Stück, die hätte ich eigentlich sehen wollen.

Für die nächste Band, „She Past Away“, wird die Halle voller. Ich traue mich, ich muss nicht am hintersten Eingang, nach Luft schnappend, das Konzert verfolgen, ich will zu meinem Stammplatz an der Säule vorne links von der Bühne und die Band live erleben. Und sie spielen. So weit ich das richtig verstanden habe, haben sie zwar ein neues Album, aber das ist schon seit zwei Konzerten auf ihrer Tour ausverkauft, schade.

Nach dem Auftritt bin ich wieder draußen in dem abgesperrten Chill-out-Bereich. Es ist dunkel geworden, ich suche einen Sitzplatz zwischen den paar Bierbänken.

„Ist hier noch etwas frei?“, ich werde ignoriert, ich kenne die Situation und das Gefühl seit meiner Jugend und wende mich ab.

„Baum ist mein Freund“, ich mag Bäume mehr als Menschen, lehne ich mich lieber an den Baum neben den Bänken, der gibt mir Kraft und Halt.

Ich spreche mit ihm, soll ich einen von meinen Männern daten? Nein, natürlich nicht. Keiner von denen ist ein Baum, sie geben dir keinen Halt.

„Danke, Baum“, ich verabschiede mich mit Handauflegen.

Die nächste Band, bleibe ich, gehe ich? Ich wollte sie schon mal live sehen: „London After Midnight“. Die ersten Stücke stehe ich noch an der Getränkebar oder draußen, nach ein paar Stücken zieht es mich rein und die Erinnerung kommt zurück, Musiktitel, die mir vertraut sind, bei denen ich noch die Ahnung habe, dass das diese Band gewesen sein könnte – sie waren Teil meines Einstieges in die Gothic-Szene. Gothic-Radio-Dot-Com – der Ethereal- und Gothic-Channel, damals 2001/2002, als moonlayhidden alias morgana81 entstand.

Die nächste Band, alle verlassen fluchtartig die Konzerthalle, es kommt zu einem Stau an der großen Ausgangstür zu dem Verbinder der beiden Messehallen. Die Band will keiner sehen und die, die es doch tun, verheimlichen es.

Ich fahre mit der Straßenbahn zurück zum Werk 2, dort ist diese Nacht der Marathon, aber ich merke es schon an meinem Körper, ich bin so übermüdet, ich zucke ständig zusammen und schlafe auf der Sitzbank draußen fast ein. Dabei läuft richtig gute Musik auf den beiden Tanzflächen und in der großen Halle zwischen den Verkaufsständen hat wieder das kleine Plattenlabel seinen Stand aufgebaut, natürlich kaufe ich auch hier zwei CDs ein, unter anderem die eine Band, die ich letztes Jahr in Berlin gesehen habe, die mit “der Seefrau und dem Steward“.

Noch eine Flasche Wasser, noch einmal auf das Damenklo.

„Brauchst du ein Pflaster?“

„Nein, nein, es geht schon“, ich habe mir ein Stück Haut am Nagelbett eingerissen. Draußen auf den Bänken habe ich das Blut trocknen lassen.

Lange bleibe ich nicht mehr.

Kurz vor vier Uhr, Straßenbahn und Taxi zurück ins Hotel, mir fehlt der Schlaf. Ende Teil 4 von 6.

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Kommentar:

[05.12.22 / 17:34] Daniele1992: Hallo Morgana

Mail ist heute rausgegangen

LG Daniele

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße

Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße

Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg

Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,

vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.

Herzlich

Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.

Herzlich

Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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