Räum dein Leben auf! Ich entferne gigabyteweise Rohmaterial von meiner Festplatte und den Backups, die Filmchen mit dem pornographischen Inhalt, die ich die letzten Jahre von mir gedreht habe – ich will das Zeug nicht mehr auf meiner Festplatte haben.
[25.02.26 / 18:53]✎Räum dein Leben auf! Ich entferne gigabyteweise Rohmaterial von meiner Festplatte und den Backups, die Filmchen mit dem pornographischen Inhalt, die ich die letzten Jahre von mir gedreht habe – ich will das Zeug nicht mehr auf meiner Festplatte haben.
Die vier Männer, die je ein Teil meines in vier Teile gesplitteten Erotikfilms auf dieser einen Internetseite für Cam-Girls heruntergeladen haben, müssen sich auf kultischer Weise in der Welt zusammenfinden um das zwanzigminütige Original wiederherzustellen. Ich weiß, das Zeug, das ich irgendwann mal ins Internet gestellt habe, kriege ich da nicht mehr raus.
Das eine „explizite“ Foto und das Fummelfilmchen, das ich selbst auf meinem Internetblog hier irgendwo vergraben habe, existiert auch nicht mehr, weder auf meiner Festplatte, noch in den Backups, noch auf den beiden Servern. Die Besucher auf meiner Internetseite müssen jetzt nicht mehr zwingend achtzehn Jahre oder älter sein.
Warum mache ich das? Abgesehen von dem obskuren Gedanken, hier könnte jederzeit die Polizei hereinplatzen und eine Hausdurchsuchung durchführen (der Flyer, was dann zu tun ist, liegt auf der Kommode), was, wenn ich mal mein digitales Erbe hinterlassen muss? Ich will, dass so etwas nicht mehr zu finden ist … Vielleicht will ich mich auch selbst nicht mehr so sehen.
[17.02.26 / 21:19]✎ Laserbehandlung #5 (Haarentfernung #36) – Drei, vier, vielleicht fünf Stöße … War es das schon? Kommt da noch was? Hat nicht einmal weh getan. „70 Euro“ steht auf dem Kartenterminal danach im Kassenbereich des Haarentfernungsstudios, so viel kostet die Behandlung jedes Mal. Waren da wirklich keine weiteren, dunklen Haare mehr zu finden an meinem Kinn? Der Behandlerin tut das auch irgendwie Leid.
Für den nächsten Termin soll ich mal wieder etwas wachsen lassen – die beiden letzten Wochen, ich war zu Hause krankgeschrieben und brauchte mich eine Woche lang nicht zu rasieren, abgesehen von dem Flaum an farblosen Härchen, wachsen unten am Kinn tatsächlich noch ein, zwei oder drei weiße Haare – sind sie nach einer Woche Wachstum immer noch zu kurz für die in Aussicht gestellte, „sagenumwobene“ Nadelepilation? Wir werden es sehen. Vielleicht der nächste Termin …
[17.02.26 / 21:15]✎ Da das US-Amerikanische Ausland mehr und mehr bedenklich in den Faschismus abdriftet und zunehmend als „feindlich“ betrachtet wird – ich lasse mich von der Bewegung mitreißen, alles wieder auf deutsche und europäische Server zurückzuholen: Ich kündige mein GitHub Konto (und das von Microsoft gleich mit dazu) und ziehe mit meinen Repositories auf meinen eigenen, in Deutschland für einen Euro monatlich, gehosteten Server. Meine beiden Software-Projekte sind jetzt auf git.oscmail.net zu finden. Diese wunderschöne, mit viel Liebe programmierte Blog-Software und mein experimenteller Webmail-Client mit der Retro-Oberfläche, die damals noch nicht „retro“ war, sondern nur ein bisschen altmodisch, so Mitte der Zweitausender.
[03.02.26 / 00:48]✎ Nummer drei der schlaflosen Konzertnächte, die ich ohne Hotelübernachtung in Leipzig verbringen will, nach den beiden im Westen der Stadt und in Plagwitz Ende Dezember, jetzt die eine in Connewitz, ein Monat später, das letzte Wochenende im Januar. Das „besetzte“ Haus, ich weiß nicht, ob es wirklich irgendwann einmal besetzt war, es sieht auf jeden Fall so aus, der Gebäudekomplex im Süden von Leipzig, das mit den vielen Graffiti und Plakaten, über mindestens drei, vier oder fünf Etagen. Es ist wieder das kleine Festival für eine Nacht mit der Bandbreite der Musik und den Bands von Post-Punk, über Wave, Minimal und tiefste Underground-Elektronik, einen kleinen Flyer habe ich nur im Internet entdecken können, für die Papierflyer fehlt mir die örtliche Nähe. Wieder mit der Bahn hin, je drei Stunden Zugfahrt, den Nachmittag und den frühen Sonntagmorgen. Die Bands die spielen? Ich habe keine Ahnung, ich lasse mich überraschen, ich bin jedes Jahr da, Tickets auf Bestellung gibt es nicht, nur Abendkasse, ich muss früh genug da sein und als Erste am Eingang stehen. Wird schon klappen.
Donnerstag und Freitag die Vorbereitungen, was ziehe ich die Nacht an? Bitterkalte Minusgrade, dasselbe Outfit wie vor vier Wochen, meine neuen Stiefel, der ausgelüftete, schwarz-graue Kuschelmantel, die wärmende, olivgrüne Steppjacke als Innenfutter – und darunter wieder die schwarze Lederjacke. Das Kleid ist anders, ich will endlich wieder das schwarz-weiß gemusterte und ärmellose Kleid anziehen, das das ich schon länger nicht mehr getragen habe, schon ewig im Schrank hängt, das aus dem Armani Exchange Laden in New York, Manhattan, 2013, das schwarz-weiße Muster sieht genauso aus wie auf den Flyern dieses kleinen Underground Festivals, es wirkt fast so, als hätte ich extra ein Fan-T-Shirt angezogen. Das muss es sein, ich lasse es auch noch einmal draußen im Garten auslüften. Das Outfit steht, nur ein kleines Detail ändere ich: nach den kalten Nächten im Dezember ziehe ich auf jeden Fall die Thermostrumpfhose unter meine schwarze Yoga-Baumwoll-Hose.
Beine rasieren, Beine vorrasieren, Beine nachrasieren, Freitagabend, etwas bringt meine Planung durcheinander, draußen im Treppenhaus steht ein riesiger Karton, mein neuer Computertisch ist mit der Post gekommen, jetzt bestelle ich schon Möbel auf Amazon – irgendjemand muss das Zwanzig-Kilogramm-Paket dann bei mir abladen. Paket öffnen, ich kann die Einzelteile einzeln entnehmen und in meine Wohnung tragen. Alles auspacken, alles auf einer Wollmatte platzieren, die Bestandteile auf Vollständigkeit prüfen, die chinesisch anmutende Bedienungs- und Aufbauanleitung studieren, es ist ein höhenverstellbarer Computertisch. Den über Nacht aufgeladenen Akkuschrauber zücken – und innerhalb eines Abends steht der Tisch! Akkurat … das kleine Spaltmaß zwischen der zweigeteilten Tischplatte und dem Stahlträgergestell stört mich schon, aber das werde ich den Sonnabendmittag noch nachjustieren. Leider war für meine Vorbereitungen für die kommende Partynacht den Freitagabend keine Zeit mehr, das mit dem Einrichten und wo der Tisch in meinem Wohnzimmer hin soll, verschiebe ich auf den Sonntag, wenn ich aus der Partynacht wieder zurückkomme. Kurz nach Mitternacht geschafft ins Bett fallen, vorschlafen, wenigstens habe ich meine Stiefel noch neu einfetten können, die stehen bereit in der Küche.
Sonnabend den späten Vormittag, in ungefähr sechs Stunden fährt der Zug, die Zeit reicht für zwei Stunden Beine und alle anderen Körperteile zu rasieren, die Augenbrauen trimme ich dieses Mal nicht so extrem, danach Frühstück, Mittagessen, Bahnticket im Internet bestellen – es sieht gut aus, der Zug könnte fahren, jedenfalls den, den ich nehme, nicht der danach, der fährt nicht. Alles bereitlegen, die große Handtasche, das Übernachtungskit, jemand bekommt eine Nachricht, wird aber nicht darauf reagieren (jemand anders), mein ganzer Silberschmuck, mein ganzes Make-up – mit der Schraubknarre und den Aufsteckdingern unter meinem neuen Tisch verschwinden und noch einmal die Tischplatte richtig fest anflanschen, dann ins Bad, meine Klamotten anziehen und das Augen-Make-up vor dem Spiegel mit der hellen, übergehängten LED-Leiste am Augenlid aufpinseln. Wieder zwei Farben, innen das helle Glitzer-Besch, nach außen das dunkelste, fast schwarze Braun, das die Lidschattenpalette hergibt, schwarzer Mascara, schwarzer Kajal, fein angespitzt und die Wimperntusche trage ich nur oben auf. Mit dem dunklen Lidschatten ganz oben in der Lidfalte, sieht das gar nicht mal so schlecht aus. Ich bin bereit für die Nacht, sechzehn Uhr fährt mein Zug, zwanzig Uhr ist Einlass vor dem Club, einundzwanzig Uhr Beginn.
Umsteigen in Magdeburg, gefühlt hält der Zug noch früher an, irgendwann finde ich die Stelle und kann mich ohne hinzulaufen vor die Tür stellen. So voll ist der Zug nicht, ich finde schnell einen Platz … vielleicht auch die, die wieder der Anzeige vertrauten und mit ihren großen Rollkoffern am ganz hintersten Ende des Gleises standen. This is Germany.
Wenig später der Zugticket-Kontrolleur, ich habe mich schon auf die Nacht eingestimmt und die Ohrstöpsel in den Ohren, laute Gothic-Musik aus den Neunzigern durchdringt mein Bewusstsein, weiblicher Jaulgesang, düstere, graue Häuser, grauer Himmel, grau-brauner Schnee vor den Zugfenstern und an den tristen Bahnhöfen. Der Kontrolleur will das „Original-Ticket“ sehen, mein Screenshot auf dem Smartphone gilt nicht. Ich bin nicht vorbereitet, ich kann mit dieser Situation nicht umgehen, ich will nicht angesprochen werden, der Kontrolleur bleibt ernst … hoffentlich schaffe ich es in diese „Bahn-App“, hoffentlich fragt die nicht wieder nach einem Passwort – das steht im Passwort-Manager, in der Cloud, fern im Internet, das Smartphone hat nur den Verschlüsselungsschlüssel, das Passwort selbst ist eine hochkomplizierte Wortfolge und funktioniert sowieso nur mit einem zweiten Faktor, einer zufälligen PIN, das geht mal eben nicht so schnell. Ich werde aus dieser Situation erlöst, schaffe es aber nicht mehr in meine Stimmung rein, ich glaube, ich werde diese Nacht wieder mich von Menschen fernhalten.
Kurz vor neunzehn Uhr, Ankunft am Leipziger Hauptbahnhof, noch im Zug alle meine Schichten an Sachen anziehen, ich habe mein schwarzes Wollbarett mit eingepackt – und meine schwarzen Wollhandschuhe. Der obligatorische Toilettenbesuch, nur das Make-up vor den Schminkspiegeln prüfen und das Barett justieren, ein Brötchen im Zug, einen Cappuccino schon Stunden zurück auf dem anderen Bahnhof. Eine der drei Linien nach Connewitz fährt draußen schon an der großen Straßenbahnhaltestelle vor dem noch größeren Hauptbahnhof. Bis zum Einlass am Club ist noch eine Stunde Zeit. Ich muss noch nicht einmal die Haltestelle vor dem Club nehmen, ich könnte auch am Connewitzer Kreuz aussteigen und in der Kaufhalle da noch ein Brötchen kaufen, mein Abendbrot für diese Nacht. Mit der Brötchentüte in meiner Handtasche laufe ich im Schein der Straßenlaternen die paar hundert Meter weiter bis zu dem Club, der Hinterhofeingang, der mir so vertraut ist. Es ist eisig kalt, überall der Schnee der letzten Wochen, der sich nur noch in Eis verwandelt hat.
Es ist niemand da, ich laufe den Hinterhof zu dem großen, ehemaligen Fabrikgebäude – ich bin wirklich die Erste? Nicht eine Minute und es kommen schon die ersten weiteren Gäste, ich esse mein Brötchen aus meiner Papiertüte. Es kommen weitere, interessiert wird die Treppe zum Kellereingang heruntergeschaut, ist der Einlass schon offen? Die Tür steht auf, einige dürfen rein, sie arbeiten hier oder gehören zu dem Haus, andere müssen sich noch gedulden. Laute Musik dringt durch die Mauern und die dunklen Türen und Fenster, die Bandprobe.
Präzise 19:57 Uhr, jetzt kann ich nicht mehr warten, jetzt gehe ich auch die Kellertreppe runter, vielleicht war ich oben vor gefühlt einer halben oder einer dreiviertel Stunde noch die Erste, jetzt bin ich es nicht mehr, aber die langen Schlangen, wie ich sie hier noch vor ein paar Jahren erlebt habe, sind es nicht. Wird es voll werden? Kommen noch mehr? Wieder gegen Mitternacht ein Einlassstopp? Es wird angenehm bleiben, nicht zu voll, nicht zu eng, aber doch belebt.
Unten der kleine Floor, die kleine Tanzfläche, ich suche die aufgeklebten A4-Blätter an den Kellerwänden mit dem Zeitplan für diese Nacht, wann welche Band wo spielt, welche DJs danach auflegen. Eine Etage höher der große Clubraum, die Tür scheint noch verschlossen, ich verliere mich minutenlang in der Betrachtung all der aufgeklebten Konzertplakate in dem Treppenhaus … so viele Bands, hier und da die Info- und Demoplakate für die ganzen linksalternativen Veranstaltungen. Es sammeln sich genug neu ankommende Gäste, irgendwann macht jemand auch die Tür zu dem großen Saal auf.
Ich laufe zu der Bar, meine obligatorische, erste Flasche Mate-Brause. Garderoben gibt es hier nicht, kurz überlege ich, die Bedienung zu fragen, ich hätte es nur umschrieben und angedeutet, ich könnte mich an so etwas erinnern, ich lasse es sein. Die zwei Bänke rechts und links vor der Bar waren schon immer meine – und der allen anderen – Ablagefläche für meine Wintersachen. Ich schnüre meinen Wollmantel und meine Steppjacke mit dem schmalen Lederriemen zu einem Bündel und packe es unter die eine Bank, in der Hoffnung, die wird erstens niemand wegfinden, zweitens kein Brandfleck von einer herunterfallenden Zigarettenkippe bekommen und drittens – von all den Bierflaschen, die dann später hier herumrollen, mein Wollmantel wird trocken bleiben und ich muss mich nicht in einer Geruchswolke später wieder in den Zug setzen. Die ersten Minuten sitze ich selbst noch auf meiner Bank.
Es kommen mehr und mehr Gäste, draußen das Treppenhaus füllt sich auch so langsam. Die erste Band betritt die Bühne, die Bühnendeko der Veranstalter ist mir gleich am Anfang aufgefallen, zwölf alte Computermonitore sind zu einem Panel an der Wand montiert und spielen die Visuals mit ein paar Sekunden Zeitversatz ab, was einen hübschen Blinkeffekt bringt. Der ersten Band und die drei Bands danach, fällt das auch auf, da hat sich jemand Mühe gegeben.
Die erste Band, Düster-Punk, deutsche Texte, ich wünschte, ich könnte sie besser verstehen, mit meiner Punkerkutte passe ich rein, mit meinem sozialen Status vielleicht nicht. Sie singen über Arbeitslosigkeit und den scheiß Staat und wie sie behandelt wurden, ich erinnere mich, ich war auch zweimal zweieinhalb Jahre langzeitarbeitslos auf Hartz-4. Sie singen von Polizeigewalt, noch mehr Willkür und noch mehr scheiß Staat, ich erinnere mich, ich war auch einmal auf einer Demo gegen die Faschos in einem Polizeikessel, wir sind ausgebrochen, von Bullen verfolgt, in der Stadt umhergeirrt, wir haben das Polizei-Leitfahrzeug gefunden, es hat Bierflaschen abbekommen, ein Six-Pack, eine Wanne, hat dann wieder ein paar von uns Punks gejagt und aufgegriffen. Sie singen über A-C-A-B. Die Band gefällt mir.
In der Umbaupause schaue ich mal kurz nach unten, noch ist es da ruhig, DJs spielen noch nicht und die eine Band, die ich in dem anderen Club in Plagwitz vor vier Wochen gesehen habe, soll hier später auch noch auftreten, ich hoffe, dass sie das wiederholen können, dass der Soundcheck besser funktioniert und sie bei mir eine zweite Chance bekommen.
Oben die nächste Band, es ist ihr erster Auftritt? Sie sehen älter aus, sie sind aus Berlin, sie müssten Erfahrung mitbringen, dass so viele Leute bei ihrem ersten Auftritt sind, haben sie vielleicht nicht erwartet, der Saal ist voll, nicht zu voll, angenehm voll. Ihr Set besteht nur aus ein paar Titeln, sie haben das Pech, nach der ersten Band zu spielen, die das Publikum in einer Erwartung an noch stärkeren Punk-Bands zurück gelassen haben. Wirklich nur ein paar Titel, sie haben länger geprobt, als sie gespielt haben?
Die nächste Umbaupause, Blick nach unten, mich das Treppenhaus hinabschlängeln, es wirkt wie eine große Hausparty. Vielleicht legt unten schon ein DJ auf, vielleicht spielt schon der erste Solo-Künstler, ich bin wieder oben und warte auf die dritte Band. Groß angekündigt, Synth-Wave-Minimal, ein Mann und eine Frau betreten die kleine Bühne, sie wirken älter, sie sind älter als ich.
Die ersten Songs, das Publikum geht mit. Ihre aufgebauten Synthesizer, analog, zweimal der MS-20, ein Nachbau? Ein kleinerer Nachbau? Vielleicht ein Original? Dieser warme, analoge Synthesizer-Sound, die Beats lassen meinen Körper schwingen, ich stehe nahe der Lautsprecherboxen inmitten des Publikums vor der Bühne und beginne, wie alle anderen um mich herum, zu tanzen. Meine Lederjacke streife ich ab, nur mein schwarz-weißes Kleid und mich.
Die letzten Titel vor der Zugabe und ich erinnere mich, die muss ich doch schon einmal gesehen haben, vielleicht das kleine Pfingst-Festival hier in Leipzig vor ein paar Jahren? Damals hat er auch seinen alten Song gespielt, der in meinem Radiosender mehrmals in der Top-15-Liste gelandet ist. Textsicher singe ich die paar Zeilen mit. Noch mehr Zugaben, noch mehr Titel von den beiden, wie die zwei Bands davor und die nächste, kommen sie alle aus Deutschland.
Umbaupause, wieder nach unten zu der kleinen Tanzfläche und der kleinen Bühne. Die Band oben hat so lange gespielt, von der Band unten, die ich eigentlich auch sehen wollte, bekomme ich nur die letzten zehn Sekunden ihres letzten Titels mit. Schade, dann wird es eben anderswo eine zweite Chance geben, sie kommen aus Leipzig, ich bin da sehr zuversichtlich.
Wieder oben, die vierte Band – sperriges Zeug – ein Mann und eine Frau, sie variiert zwischen Screamo, oder Deathcore, dazwischen wieder Gesangseinlagen, er spielt einen Bass, wie ich ihn sonst nur von den Beatles kenne, aber er hält ihn falsch, das ist nicht so Sixties oberkörperbetont. Es muss zwei Bass-Spuren gegeben haben, eines vom Band, eines von ihm. Das Publikum tanzt – das ist kein Rave! Ein paar Titel bis es mich einfängt und ich verfalle der düsteren Stimmung und schwanke zombiehaft zu dem melancholischen Grundton.
Danach die Disko, eine zweite Flasche Mate-Brause habe ich mir in einer der Umbaupausen davor schon geholt, Techno wird gespielt. Die Bands transportieren ihre Instrumente durch die Doppeltür ins Treppenhaus. Unten wird die bessere Musik aufgelegt, aber es ist weniger voll. Oben kann ich auf einer der beiden Bänke vor der Bar sitzen und beobachte, wie gegenüber jemand seine Zigarettenglut auf den dunklen Boden tropfen lässt. Langsam schwebt sie orange glimmend nach unten und trifft auf eine schwarze Jacke, oder schwarzen Mantel, oder ein Stück von einem Rucksack und brennt ein Loch darin, bevor es von allein erlischt. Prima, ein Brandloch! Auch mein Wollmantel steckt irgendwo da unten auch unter der Bank, ist aber mittlerweile von vielen Jacken und Mänteln geschützt, weil ich die Erste war, die ihren Mantel nach ganz hinten an die Wand klemmen konnte. Ein herumkullernder Becher und eine etwas feucht aussehende Fläche ist da auch irgendwo.
Unten, die andere Tanzfläche, meine Punkerkutte habe ich schon länger wieder angezogen. Entgegen der Musik oben mit ihren Straight-forward-140-BPM, läuft hier unten abwechselnd etwas Electro, vielleicht Detroit- oder Chicago-House, vielleicht auch viele Stücke, von jetzt, die nur in dem Stil sind, oder zumindest einige Stilelemente davon aufgreifen. Ich tanze. In Gedanken wünsche ich mich an diesen einen Ort, in dem zu dieser Musik nur ein paar schwitzende, halbnackte, oberkörperfreie Männer in einem Beton-Keller-Club tanzen, ein Strobo, rotes Licht, richtig dunkel, zumindest die Beleuchtung trifft diese kleine Tanzfläche auch ganz gut, nur das gemischte Publikum ist von meiner Phantasie weit entfernt. Zwischendurch schaue ich noch einmal oben auf den 140-BPM-Dark-Techno-Floor, lande aber immer wieder unten, ich wähle das kleine Podest gegenüber der kleinen Bühne und tanze da an der Wand. Es wirkt fast, als wäre ich ein Gogo-Girl, oder eines von diese Animiermädchen in den Bars von Patong auf Phuket, nur dass mich hier keiner sieht, weil es so dunkel ist.
Irgendwann kurz vor drei Uhr, die Toilette suchen, meine letzte Flasche habe ich oben auf einen Tisch gestellt, die Toilette eine Etage höher ist kaputt, ein Zettel hängt an der Tür, nur der Bereich mit den Pissoirs ist offen.
„Du musst noch eine halbe Etage weiter nach oben, da sind zwei Etagenklos im Treppenhaus“, er deutet kurz mit dem Finger in die Richtung.
„Ach, geht schon. Prima, eine Unisex-Toilette“, ich schlängel mich an der Pissrinne vorbei und öffne die Tür der angrenzenden Kabine, „Oh, nee …“
„Das da ist ein Stehklo, aber hier die geht“, ich beobachte, wie sie mir die beiden Türen an der Treppe zeigt.
Weiter oben, nur eine halbe Treppe, sieht es tatsächlich viel besser aus, nur das ständig laufende Spülwasser und die notorische Dunkelheit, wie soll ich denn da wissen, wann ich fertig bin?
Kurz nach drei Uhr den Sonntagmorgen, ich bereite mich darauf vor, zu gehen. Oben die Musik, die konstanten 140 BPM … ich bin irgendwie nicht in der Stimmung, mich in Trance fallen zu lassen. Ich habe das so auch nicht erwartet, wo ist denn die Gruftie-Tanzfläche für die Oldschool-Trad-Goths? Einige habe ich im Publikum gesehen, dieselben, die ich auch in ein paar Monaten, Pfingsten, auf dem kleinen Festival hier irgendwo in Connewitz wieder sehen werde. Ob ich mittlerweile auch schon erkannt werde? Ich bin da in der Szene seit … 2002/2003? Ich ziehe mein Bündel unter der Bank neben der Bar hervor und freue mich über meinen unversehrten, trockenen und gar nicht so sehr nach Zigarettenqualm müffelnden Wollmantel, mitsamt Innenfuttersteppjacke. Wieder unten ziehe ich mir alle meine Schichten an und nutze den verwaisten Tisch vom Merchandise neben der Ausgangstür um meine Dinge zu sortieren, mein Barett und meine Handschuhe aus der Handtasche, der Rest wieder hinein.
Draußen der kalte Sonntagmorgen, ich stapfe durch das Eis in Richtung der Straßenbahnhaltestelle Connewitzer Kreuz. In meiner Erinnerung fährt hier um vier Uhr eine Straßenbahn zurück Richtung Hauptbahnhof. Ich bin viel zu früh da, 3:30 Uhr und die nächste und erste Bahn den Morgen fährt erst gegen 4:15 Uhr. Minutenlang starre ich die Anzeigetafel an. Es ist kalt, ich traue mich gar nicht, mich in dem halben Glaskasten an der Haltestelle hinzusetzen, ich könnte da sitzend erfrieren. Mein Mantel und all die Schichten darunter halten warm, die Thermostrumpfhose mitsamt den extra noch darüber angezogenen, dicken, schwarzen Socken, waren eine richtig gute Entscheidung. Meine hohen Stiefel sind leicht gefüttert. Das Wollbarett habe ich das erste Mal für diesen Winter wieder auf, die Handschuhe auch. Eigentlich friere ich nicht, die ganze dreiviertel Stunde, die ich da einsam in dieser Straßenbahnhaltestelle auf meine Straßenbahn warte. Je kürzer der Zeitabstand wird, desto mehr andere Party-Gäste kommen hinzu. Die Straßenbahn kommt pünktlich.
Gegen fünf Uhr der Hauptbahnhof, die Lichtkathedrale, es ist gefühlt noch mehr eisig kälter auf meinem Gleis 16, hoch oben zwitschern Vögel. Die paar Warteminuten bis 5:20 Uhr bekomme ich auch noch rum. Eine Flasche Wasser bei einem Rund-um-die-Uhr öffnenden Dönerimbiss. Die Toiletten hier am Bahnhof machen erst um sechs auf, ich hoffe auf die Toilette im Zug.
Der Zug fährt ein, er ist pünktlich und er ist … voll? Für diese Uhrzeit. Sonst bin ich hier immer allein, manchmal ist nur eine zweite Person mit in dem Wagon, aber diesen einen Morgen, in jedem Sitzgruppenabschnitt des in Doppeltraktion fahrenden Regionalexpress sitzen schon zwei, drei, vier oder fünf Personen und es steigen die nächsten Halte bis nach Magdeburg immer noch mehr dazu? Und das sind keine Party-People, sondern junge, Sonntag reisende Frühaufsteher? Was sind das für Menschen? Ich kann nicht schlafen, die unterhalten sich viele Sitzreihen von mir entfernt. Ein paar der Zuggäste sind wenigstens noch so wie ich, Metaler-Kutten, schwarze Kapuzenpullover, zurück vom Konzert, irgendwo versuchend in den hell erleuchteten Wagons zu schlafen. Sieben Uhr morgens Endstation Magdeburg, bevor der Zug wieder umkehrt.
Mein Blick auf die große Anzeigentafel in der Bahnhofshalle von Magdeburg … Glück gehabt, mein Zug fährt regulär zurück. Noch die letzten Euros für das Nuss-Nougat-Croissant, mein Sonntags-zurück-Ritual und ich sitze in dem Regionalzug zurück in mein Heimatkaff. Das schwarze Augen-Make-up wische ich mir wieder auf meinem Sitzplatz sitzend ab. Auch dieser Zug ist nicht wirklich leer, vielleicht wegen den eisigen Temperaturen, ich habe auch nicht das Auto genommen.
Zu Fuß vom Bahnhof rum, die zwei Ecken zu meinem Haus, unser Hund kläfft schon die ganze Nachbarschaft voll, sie rennt immer frühmorgens raus um Präsenz zu kläffen. Das ist unser Hund! Mach sie fertig.
Wieder oben in meiner Wohnung – und es ist noch eisig kälter geworden – ich reiße das Schlafzimmerfenster auf und verschwinde ins Bad. Den Party-Stempel auf meinem Handrücken möchte ich behalten, den will ich Montagmorgen in der Frühstückspause auf Arbeit präsentieren. Meine Sachen liegen wieder auf der Couch, sofern ich da hinkomme, der große, neue Computertisch steht mitten im Wohnzimmer, den werde ich den späten Sonntagnachmittag erst zentimetergenau auf die Stelle des alten Computertisches manövrieren und dann millimetergenau die zwei Bildschirme darauf positionieren, mit exakten je fünfzehn Grad Winkel zu der Mittellinie, dem Spaltmaß zwischen den beiden Tischplatten. Kurz nach acht, ich lege mich für vier Stunden schlafen … und die nächsten Nächte schaffe ich es auch nur weit nach Mitternacht ins Bett. So ist mein Leben.
Und? Hast du dich die zwölf Stunden mal mit jemandem unterhalten? Nein.
[01.01.26 / 03:30]✎ Der Dienstag, der Tag vor dem einunddreißigsten Dezember, der zweite Abend und die zweite Nacht, die ich in Leipzig verbringen will. Meine neuen Stiefel habe ich den Abend zuvor schon eingecremt, die Augenbrauen im Badezimmerspiegel noch weiter ausgedünnt. Fast sind sie schon weg … nur noch eine dünne Linie ist übrig geblieben. Aufstehen gegen Mittag, Frühstück und Mittagessen fällt zusammen, Beine vorrasieren und fein nachrasieren, aber so viel ist nicht nachgewachsen die letzten drei Tage. Eigentlich hätte ich mich gar nicht so sehr auf die nächste Nacht zum Ausgehen vorbereiten müssen, nur das neue Kleid aus dem Schrank greifen, in meine Stiefel schlüpfen und wieder die Steppjacke und den Mantel überziehen und zum Bahnhof verschwinden. Ich hätte sogar einen Zug später nehmen können, hätte sogar mehr Zeit gehabt, mein aufwendiges Augen-Make-up aufzupinseln – wäre nicht … der scheiß Regionalzug ausgefallen. Das Wort „Scheiße“ wird in diesem Blogartikel bestimmt noch mehrmals vorkommen.
Es fährt kein Zug aus diesem Kaff, nur vielleicht ein Linienbus den frühen Nachmittag, ich habe noch weniger Zeit als die Tage zuvor. In dem Bus gibt es keinen Automaten, an dem ich mir mein Länderticket hätte ziehen können. Ich muss wohl oder übel mein Ticket im Internet auf der Seite der Bahn bestellen. Das Drama beginnt, ich brauche gefühlt über eine Stunde und klicke mindestens fünfmal auf den Kaufen-Button, bis ich endlich eine Bezahlmöglichkeit gefunden habe, die funktioniert. So bleibt mir auch dieses Mal keine Zeit für mein Make-up. Gestresst werfe ich den Mascara und die drei Pinsel, Bürste und Kajal-Stift in meine kleine Rolltasche und das ganze in meine große Handtasche. Eine halbe Stunde vor Abfahrt den Nachmittag bleibt mir nur die Dusche und das orientalische Parfüm und meine Haare trocknen. Wenigstens mein Outfit stimmt: Stiefel, enganliegendes und schulterfreies, grau-schwarzes Kleid und die Lederjacke, die Punkerkutte. Steppjacke und Mantel darüber, es ist eisig kalt. Der Silberschmuck, mein orientalischer Armreif, blitzt unter den vielen Schichten an Winterklamotten am Handgelenk hervor.
Fünfzehn Uhr nochwas soll der scheiß Bus vom Busbahnhof, unweit des Kleinstadtbahnhofs fahren. Eine ganze Menge Menschen stehen da rum und warten auf den Bus … ein Bus, ich muss mich herablassen und mit dem ganzen Pöbel einen Bus benutzen. Zitternd fingere ich in der Kälte mein Smartphone aus meiner italienischen Luxushandtasche und scrolle bis zu dem Online-Ticket, der Busfahrer vorne am Einstieg schaut es nur kurz an, so viele Menschen sind noch nie in diesem Bus mitgefahren, der ist bis auf die letzten Plätze voll, normalerweise, wenn ich so einen Bus sehe, sitzen da höchstens ein, zwei oder drei Menschen drin, die von Dorf zu Dorf fahren. Der Bus kutscht über die Bundesstraße und das Autobahndreieck Richtung Magdeburg.
Endlich am Hauptbahnhof, die obligatorische Flasche Wasser beim Aldi kaufen, mein Gleis suchen, dasselbe Gleis, wie vor drei Tagen, dieselben vierzig Cent für die Flasche Wasser. Am Gleis angekommen, dieses Mal falle ich nicht wieder darauf rein … von wegen, hält bei „A-C“ und ich renne den halben Gleis wieder zurück und schubs mich durch die Menschentraube zur Wagontür. Nein, ich stelle mich genau da hin, wo ich den Zug erwarte und lästere gedanklich über die „Oberschlauen“ da hinten mit ihren Rollkoffern, die die Anzeigetafeln für voll nehmen. „Verdammte Scheiße!“ Der scheiß Zug fährt noch langsamer ein, als vor drei Tagen, und hält noch früher an, als vor drei Tagen, und ich muss schon wieder Meter rennen, um einen Sitzplatz ergattern zu können.
Der Zug wird voll, richtig voll. Was nicht in meine Gedanken will, das ist ein Pendlerzug, es ist Dienstag den dreißigsten Dezember und ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen zwischen Weihnachten und Neujahr arbeiten müssen, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie an diesen Tagen gearbeitet. Nicht in der Armee (Urlaub), nicht beim Studium (Semesterferien) und nicht auf all meinen Arbeitsplätzen (Betriebsruhe), weder in Sachsen-Anhalt, noch in Niedersachsen. Hier fahren Leute in dem Zug mit, nicht die mit dem Reisegepäck, die mit dem alltäglichen Rucksack, die Arbeiter mit dem Feierabendbier, die ADHS-Azubis, die keine paar Minuten ein Video ganz gucken können auf ihrem Smartphone … und die, die Korpulenten, einer sitzt mir gegenüber und hustet, gesundheitlich angeschlagen, die ganze Zeit. Jedes Mal halte ich den Atem an und zähle langsam bis zehn, fünfzehn oder dreißig, ich sterbe ganz sicher bald an einer Lungenentzündung.
Bin ich froh, als ich den Zug verlasse, allerhöchstens eine geringfügige Verspätung, ich habe Leipzig kurz vor neunzehn Uhr wieder erreicht. Einlass in dem Club in Plagwitz ist gegen zwanzig Uhr, die Zeit für „Doors Open“ steht auf dem Flyer, den ich bei dem letzten Konzert vor ein paar Nächten mit eingesteckt habe. Eine Stunde Zeit, um auf dem Bahnhofsklo mein Make-up zu machen, eine Stunde Zeit, um ein Brötchen zu organisieren, wieder der Bäcker unten, eine Stunde Zeit, mein Rückfahrticket aus dem Automaten zu ziehen. Auf der Bahnhofstoilette vor dem Schminkspiegel, die Beleuchtung hier ist beschissen, ich versuche die T-Technik, um einen größeren Kajalstrich zu ziehen. Brille ab- und wieder aufsetzen, mehr und mehr mit dem Pinsel verblenden … eine Frau vor einem anderen Spiegel lässt schon einen peinlich berührten Seufzer ab – hat sie damit mich gemeint? Das musst du zu Hause noch einmal üben. Mit der Kante meines Zeigefingers wische ich alles wieder vom Augenlid raus und gehe noch einmal mit dem Pinsel darüber, wenigstens ein passabler „Smokey Eyes“ Effekt bleibt stehen. In dem Club ist es eh dunkel, das wird schon keinem auffallen. Mein Brötchen esse ich Minuten später wieder aus der Papiertüte draußen in der Kälte am Gleis an der Straßenbahnhaltestelle. Wieder dieselbe Linie wie vor drei Tagen, nur eben ein paar Stationen weiter nach Plagwitz hinein. Es wird schon fleißig geböllert, ich merke keinen Unterschied zu Silvester.
Überpünktlich zum Einlass bin ich da, ich sehe die hundert Meter vor mir schon die Eingangstür aufgehen und ein paar erste Gäste eintreten, als ich den dunklen Weg zwischen den alten Fabrikgebäuden entlang laufe. Der Club, in dem ich schon so viele Male war, der mit den ganzen Plakaten an jeder Wand im Inneren und die vielen Aufkleber und Grafiti … von links bis linksextrem, die freundlichen Menschen, die Guten. Ich bin zu Hause.
Einlass mit Solispende, weiter den Club hinein, noch ist es kalt, noch lasse ich meinen Mantel an, noch ist der Holzofen neben der Bühne noch nicht durcherhitzt. Die erste Flasche Matebrause von der Bar, den Aufbau auf der Bühne bewundern, die Synthesizer, den Plan mit der Running Order suchen. Drei Bands sind geplant, von Synth-Punk über Wave und Post-Punk. DJs unten und oben. Die Tanzfläche ganz oben inspiziere ich auch kurz, aber eigentlich bin ich nur auf der zweiten Etage für das Licht aus den Toilettenräumen, um im kleinen, aufgeklappten Handspiegel mein Augen-Make-up zu überprüfen. „Geht.“
Unten an dem großen Ofen bildet sich eine Menschentraube, jeder der neu ankommenden Gäste von draußen entdeckt den Ofen für sich, ein Holzstück nach dem anderen wird verfeuert. Auf der Bühne probt die erste Band, ich lasse meinen schwarz-grauen Kuschelmantel und meine olivgrüne Steppjacke an einem der Haken der Garderobenleisten am Eingang. Ist das sicher? Wird die nicht irgendjemand mal wegfinden, aus Versehen mitnehmen? Ich habe immer noch meine schwarze Lederjacke an und meinen schwarzen Schal. Mit mehr und mehr Menschen werden die Temperaturen in dem Club angenehmer und ich ziehe den Reißverschluss auf. Optisch mit meinen Buttons, Nieten und Patches passe ich wieder rein in die Punk-Szene und füge mich in das Gesamtbild von alternativen Gästen, Goths, Waver, Punks, die üblichen Clubbesucher.
Die erste Band, zwei Menschen, sie (sie nennt ihr Pronomen nicht) singt ihre Texte in Spanisch? Zuerst hatte ich Italienisch vermutet. Er am Synthesizer-Aufbau. Das wird das auf dem Flyer sein, das als Synth-Punk bezeichnet wurde. Die Tonprobe lief vielleicht nicht ganz so perfekt, das hätte besser funktionieren können. Trotzdem, die beiden treffen den Spirit des Punk.
Umbaupause zwischen den Bands … wo bin ich zu finden? Oben, die zweite Etage, die Treppe hoch, neben den Toiletten, die Galerie an Plakaten – und es ist immer noch nicht überklebt! „Mein Plakat“, das von dem einen Konzert, wo ich mal vor vielen, vielen Jahren war. Ich ertaste die Stellen, an denen benachbarte Plakate unter und überklebt wurden, suche die aufgedruckten Jahreszahlen der Konzerttermine, mein Plakat hat keine sichtbare Jahreszahl mehr, nur eine Auflistung an Daten und Clubs, die es schon lange nicht mehr gibt, geschlossen, abgebrannt, verschwunden. Ein Plakat darunter zeigt eine Jahreszahl von 2006, ein anderes Konzertplakat eine Zahl von Anfang 2007 – dann muss das Konzert, auf dem ich gewesen war, auch 2006 gewesen sein. Ich ermittle das Datum und den Wochentag mit dem Kalender auf meinem Smartphone: ein Wochentag irgendwo Ende April 2006! Ich muss von Wernigerode aus dorthin gefahren sein und war am nächsten Morgen schon wieder zurück im Hörsaal. Ich habe damals einige solcher Aktionen gemacht. Diesen Club hier kenne ich schon von 2004, als ich das erste Mal für ein Gothic- und Batcave-Konzert hier war, im Rahmen des alternativen Pfingstfestivals.
Wieder unten beginnt die zweite Band, Gitarre, Bass, Schlagzeug, eine sichtbare Sängerin, der erste Titel, mehr Punk als Post. Ich bin erfreut. Punk-Girl mit ihrer Lederkutte und dem „Fake-Prada-Kleid“ steht inmitten des Publikums, dicht an dicht mit den anderen entzückten Menschen. Sie spielen ihr Set, vielleicht zu kurz, aber sie haben nicht so viele Titel, die Zugabe ist ein Titel, der wiederholt werden muss … oder war die Zugabe doch improvisiert? Der Laden hier ist voll.
Umbaupause, umherschweifen, mal oben die Tanzfläche … aber die Musik da gefällt mir an diesem Abend so nicht. Die bessere Musik läuft unten, da tanzen die oldschool Grufties.
Die dritte Band des Abends, vielleicht sogar schon der Nacht, das ist jetzt endlich die angekündigte Band aus Österreich, zwei Herren aus Wien. Der aufgebaute Synthesizer auf der Bühne erstaunt mich schon, ein Schlachtross, eines von diesen Dingern, die alles können, ein Knopfdruck und die Diskomusik geht los. Kabel werden noch gesteckt, ein zweiter Synthesizer oder zweites Keyboard. Sie kommen wenige Minuten später wieder auf die Bühne zurück, der Typ am Synth mit seinen Oberarm-Tattoos, der Sänger in seinem Glitzer-Cape – er sieht darin irgendwie aus, wie eine ältere Hijara irgendwo in Indien, aber die Songs gehen richtig gut im Publikum. Synth, Synth, noch mehr Synth, von Achtziger bis Eurodance-Anleihen, tanzbar.
Nach den drei Konzerten, die DJs und DJanes, der eine Braunschweiger DJ ist wiedergekommen, der macht das aber auch schon ewig, wo er auflegt, da bin ich richtig. Ich glaube, dass er aus Braunschweig kommt, ich weiß nur, dass ich 2004 auch mal nach Braunschweig zu einer von seinen alten Partys fahren wollte, da aber nie „angekommen“ bin (Unfallgeschichte). So viele Erinnerungen diese Nacht, so viele Flashbacks.
Ich suche irgendwann einen Sitzplatz, irgendwo ein Stuhl, eine Couch, irgendwo in einer Ecke, umringt von den vielen Menschen überall. Ich schaue nicht mehr in die Gesichter.
Retrospektive 2025 – Einiges ist dieses Jahr passiert, vieles was mich innerlich verändert hat und mein Gedankenkreiseln bündelt: Es gibt mehr und mehr Länder in dieser Welt, in die ich als trans Frau nicht mehr reisen kann, USA, Großbritannien, westliche Demokratien, wie konnte das passieren? Was ich über die Medien aufnehme, die ganzen Reden, Sprüche, von Politikern, Journalisten, Leute, die einst für Frauenrechte und das Gute gekämpft haben? Ich bin als trans Frau das pure Böse, etwas Abscheuliches, etwas, das ausgemerzt werden muss? Ich schwanke, ist das noch real? Was passiert hier, da stimmt doch etwas nicht? Wir wissen alle aus der Geschichte, was mit den Juden passierte … und jetzt ich? Vorbereiten, Gedanken, Fluchtpläne, wie schnell kann ich innerhalb von Stunden weg, untertauchen und in ein anderes Land flüchten – und wohin? Noch ist Deutschland eines der Top-Fünf Länder, in denen ich als trans Frau in gefühlter Sicherheit leben kann, auch wenn ich dieses Jahr schon angefangen habe, meine Sichtbarkeit zu reduzieren. Das Gefühl der steigenden Unsicherheit.
Ein anderer Punkt, der mich dieses Jahr immer wieder beschäftigt hat: Ich bin auch wieder in einem Club und niemand spricht mich an, ich laufe zwischen all den Menschen hin und her, zwischen ihnen hindurch. Manchmal bin ich unsichtbar, manchmal sichtbar, werde aber nicht wahrgenommen, meine Allegorie mit der Mülltonne, die zwar sichtbar ist, aber nur wahrgenommen wird, wenn Müll in ihr abgeladen wird. Mein Experiment: ich weiß nicht, ob ich es in diesem Blog schon einmal beschrieben habe, das eine Pornovideo von mir, das ich auf einer Erotikplattform irgendwo im Internet veröffentlicht hatte, es ist schon seit einem Jahr weg, aber die Erkenntnis, dass ohne die Hemmschwelle mich anzusprechen, doch niemand der Männer mein Video angesehen hat, lässt eigentlich nur einen Schluss übrig: Ich bin potthässlich. Die einfachste Erklärung. Jedes Mal am Badezimmerspiegel vorbei, versichere ich mir, warum ich niemals einen Partner finden werde, weder Mann, noch Frau, nicht ich, nicht die anderen.
Die zwei Jahrzehnte an nächtlichem Grübeln, das immer wieder alles Analysieren und Erinnerungen umprogrammieren. Ich weiß jetzt, warum ich Angst habe und niemals körperliche Nähe zu einer Frau zulassen kann: Ich wurde missbraucht. Sie ist diejenige ganz am Anfang. Als wir uns im Internet kennengelernt haben, sie hat ihren Ex-Freund in mir gesehen, den sie vermisst hat, Missbrauch eins. Sie hat mich auf dem einen nächtlichen Platz in dieser einen Stadt geküsst, um einen anderen Ex-Liebhaber loszuwerden, ich stand einfach nur rein zufällig in der Landschaft, Missbrauch zwei, mein erster Kuss. Ich hatte keine Ahnung, ich wusste von nichts, ich war die reinste Unschuld, ich wusste weder, was Ja sagen oder Nein sagen bedeutet, sie hat mich einfach überwältigt, es war aus ihrer Sicht ein Rache-Sex, um einen weiteren Liebhaber gedanklich loszuwerden, mein erstes Mal – und gleichzeitig auch mein letztes Mal mit einer Frau, meine erste Angst- und Panikreaktion, in der ich einfach nur erstarre und nicht begreifen kann, was mit mir passiert, Missbrauch Nummer drei.
Sie lies mich fallen, brach wenige Wochen danach den Kontakt zu mir ab … ein düsteres Silvester 2004, mehr als zwanzig Jahre und der Gedanke in mir, ich muss etwas Grausames getan haben. Nie wieder tue ich Frauen das an. Wenn ich nur wüsste, was? 2012 ein einziger Versuch, etwas aufzuarbeiten, ein weiteres Treffen mit ihr und die schlimmste Angst- und Panikattacke auf körperliche Nähe. Sie beschimpft mich (oder sah sie erneut nur ihren Ex-Freund in mir) und ändert sichtbar ihr Verhalten … ich bin das Böse. Ich erzähle ihr, komplett als trans Frau leben zu wollen, mein Coming-out vor ihr zurück im Jahr 2005 ging schon schief und ich war ein Perverser.
Jetzt habe ich vor gefühlt anderthalb Jahren entdeckt, dass sie einen YouTube-Kanal hat, ich habe ihn abonniert. Ich dachte, sie freut sich? Finde den Fehler … Es wäre so einfach, sie könnte ihre Abonnenten sehen, meine Abos auf meinem Profil sind öffentlich geschaltet, nur ein Klick auf mein Profil und sie sieht den Link zu meiner Blog-Seite und kann mich von hier aus kontaktieren? Meine purpur-schwarze Internetseite mit meinen Fotos von mir – auf die sie mit vollkommener Abscheu 2005 reagiert hat. Sie nimmt keinen Kontakt zu mir auf. Sie wird als TERF mittlerweile gefestigt sein. Alle Frauen sind TERFs. Jedes Mal, wenn ich als trans Frau eine öffentliche Damentoilette benutze, was ich seit zwanzig Jahren mache, fühle ich mich wie eine Bedrohung – aber das war doch mal anders?
Die Musik dröhnt, Songs zum Tanzen, ich reiße mich von diesem Sofa in diesem Club wieder los. Wenigstens diese Nacht will ich bis vier Uhr den Morgen tanzen. Der DJ hier unten spielt die ganzen Goth-Klassiker, ich passe auf diese Tanzfläche, mit meinen Biker-Boots, meinem enganliegenden Kleid, meiner Punker-Lederjacke, meinen langen, blonden Haaren, nichts unterscheidet mich von den anderen Frauen. Noch einmal auf die Sitzecke, noch einmal diesen wunderschönen, gezimmerten Stuhl neben dem Sofa bewundern, der mein autistisches Ich in seinen Bann zieht, bevor ich dann kurz vor vier Uhr den Mittwoch Morgen mich zu den Garderoben bewege und meinen Mantel und meine Unterziehjacke dort vom Haken nehme. Ein Mann hat mich noch gefragt, ob er mir einen Weißwein anbieten könnte, er hätte genauso auch mir eine Dosis Heroin anbieten können, erschrocken wende ich mich schnell ab.
Die paar Schritte draußen zur Haltestelle, es ist saukalt, meine Atemluft puste ich absichtlich stoßweise nach oben, um sie kondensieren zu sehen. Ein Nachtbus fährt von dieser Haltestelle um kurz nach vier Richtung Hauptbahnhof. Der Bus ist voll, kein Sitzplatz für mich, wer sind diese ganzen Menschen?
Mein Zug am Hauptbahnhof fährt gegen fünf Uhr den Morgen, ich stehe in dieser hellerleuchteten Kathedrale zwischen den Gleisen und der Kälte, vereinzelt fliegen Tauben hoch oben zwischen den Stahlträgern. Der einfahrende Regionalexpress Richtung Magdeburg bleibt weitestgehend leer, ich hätte mehr Pendler erwartet, vielleicht muss doch nicht jeder an Silvester arbeiten. Mein Stammsitzplatz im Wagon, dieses Mal lege ich mich nicht hin, ich versuche wach zu bleiben und lehne mit meinem Kopf am Sitzpolster und meinem aufgehängten Plüschmantel … zwischen Bitterfeld und Gommern entsteht eine Lücke in meiner Wahrnehmung.
Magdeburg Hauptbahnhof sieben Uhr morgens, so viele Menschen – und mein Zug in mein Heimatkaff fährt wieder nicht, ich blicke auf die große Tafel hoch oben über mir. Obligatorisches Nuss-Nougat-Croissant beim Bäcker und Umplanen, der Ticketautomat, die besetzte Information, all die Tafeln mit den Verbindungen … fährt doch noch ein Bus und wenn ja, wann? Um kurz vor zehn Uhr? Alle Zugverbindungen Richtung Wolfsburg fallen und fielen heute und gestern aus, ich stelle mich schon darauf ein, den Vormittag hier zu verbringen, dann bleibe ich eben noch den weiteren Tag wach, das macht mir nichts aus, mehr als vierundzwanzig oder sechsunddreißig Stunden wach zu sein … Kommt schon vor.
Die eine Stunde bis acht Uhr auf der Bahnhofstoilette, die nächtliche Prostituierte schminkt sich vor den großen Spiegeln ab, dieses Mal habe ich daran gedacht und die Make-up-Entfernungstücher miteingepackt. Es fährt doch noch ein Zug in Richtung meines Heimatkaffs, anderthalb Stunden bin ich schon auf diesem Bahnhof. Ich warte danach sehnsüchtig in dem Tunnel unter den Gleisen, dass der andere Zug da oben endlich wegfährt und den Bahnsteig für meinen Zug freigibt, oben liegt alles voller Neuschnee. Mein Zug wird nach einer weiteren Gleisänderung endlich bereitgestellt, auch dieser kleine Regionalzug ist fast leer.
Kurz vor neun Uhr den Morgen, der Bahnhof in meinem Heimatkaff und es schneit. Automatisiert fange ich an, durch die Schneeflocken zu stapfen und will eigentlich nur noch in mein Bett. Ich bekomme gar nicht mit, das ich wieder von meinem Familientaxi abgeholt werde, sie haben meine Nachricht gelesen und wissen genauso über die aktualisierten Fahrpläne der Bahn Bescheid. Wenigstens auf der Familienseite funktioniert die Organisation.
Zurück in meiner Wohnung, die nach Zigretten stinkenden Sachen irgendwo im Flur verteilen, die Handtasche, so wie sie ist, wieder auf die Couch ablegen und nur das Smartphone und die Übernachtungszahnbürste daraus entfernen. Fenster aufreißen, ins Bad, Zähne putzen, Fenster wieder zu, ins Bett in mein Schlafzimmer. Noch vier Stunden schlafen diesen scheiß Silvestertag. Vielleicht bin ich dann am Ende dieses halben Tages immer noch so müde und falle noch vor dem großen Mitternachtsfeuerwerk ins Bett. Ich will diesen verfluchten Tag nur so schnell wie möglich wieder rumkriegen.
das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele
Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele
Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).
vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea
Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)
[14.11.17 / 20:13]Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.
Kommentar:
[05.12.22 / 17:34] Daniele1992: Hallo Morgana
Mail ist heute rausgegangen
LG Daniele
[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana
aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.
LG Daniele
[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,
Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.
Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.
Liebe Grüße
Daniele
[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,
Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.
Liebe Grüße
Daniele
[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,
eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.
[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana
Ich habe Dir eine Mail geschickt.
Lg
Daniele
[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend
das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele
[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele
[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea
[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea
[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.
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